So, hier möchte ich euch eine Geschichte erzählen und zwar
die Geschichte, wie ich zu meinen
Mitbewohnern kam!!! Oder, für was das Internet
so alles gut ist
!
Alles begann
vor einigen wenigen Jahren, als meine Mitbewohnerin Alice im
Internet eine Anzeige aufgab, da sie es satt hatte alleine zu
sein. Es meldete sich auch bald ein sehr
sehr netter und ihr sehr
wohlgefälliger "junger" Mann im
passenden Alter.
Ja, und wie das
Leben so spielt, sind die beiden seither ein glückliches und zufriedenes Paar. So lebten sie denn schon eine Weile ohne
große Sorgen in ihrem trauten Heim, bis ihnen die glorreiche
Idee kam, dass es doch schön wäre, soviel Glück mit einem
kleinen Hausgenossen zu teilen. Was lag also näher, als sich
wieder dem PC zuzuwenden, nun aber mit dem Wunsch einen
vierbeinigen Freund fürs Leben zu finden. Nach einigem
stöbern im Netz war auch schnell klar, dass es ein kleiner
Russisch Blau Kater sein sollte. So surften sie denn einige
Zeit tagein tagaus im Internet um einen kleinen Freund zu
finden. Bis sie eines Tages auf eine wunderbare Seite im Web
trafen. Diese Seite gehörte zwei augenscheinlich ganz lieben
und freundlichen "Katzen - menschen" - so
werden die Dosenöffner manchmal von uns genannt - (Anm.
Moses v.d.W.) -
und das
Aller-Allerbeste an der Sache war: Diese beiden Menschen
nannten (und nennen!) eine wunderbare Russisch Blau Katze mit
Namen Lara ihr eigen, die soeben Kitten bekommen hatte.
Ihr könnt euch
nun schon denken wer einer dieser Kitten war, stimmt's?!
Richtig
geraten! Nun wurde in null-komma-nichts eine email mit der
Frage, ob denn noch ein kleiner Kater zu haben wäre, an die
beiden geschickt. Schon am nächsten Tag gab es auch positive
Antwort und damit war mein weiteres Schicksal schon in den
ersten Tagen vorherbestimmt. Per Telefon und em@il wurden die neuesten Ereignisse in
meinem Leben ausgetauscht, so dass Alice und Wolf sehr bald
das Gefühl hatten, ich gehöre bereits zur Familie. Zu
dieser Zeit aber lebte ich ja noch bei meiner Mutti, meinen
Geschwistern, meiner Patentante Shary und natürlich bei
meinen lieben Pflegeeltern Barbara und Rüdiger. Diese beiden
sorgten dafür, dass ich das, was sie eine "ordentliche
und familienbezogene Erziehung" nannten, erhielt.
So musste ich
mich, ob ich denn wollte oder nicht, zu einem ganz
wunderbaren und wohlerzogenen jungen Russisch Blau Kater
entwickeln. Im zarten Alter von drei Wochen wurde ich dann
auf den Namen "Moses" getauft. Mein Nachname stand
ja wie bei allen Leuten (Katzen ;-) mit guter Herkunft schon
bei meiner Geburt fest.
In
Bayreuth begannen derweil meine beiden - damals noch
zukünftigen Mitbewohner - alles zu tun, damit ich es bei
meiner Ankunft in ihrem Heim, dass ja nun auch meines werden
sollte, so richtig gemütlich habe. Sie ließen einen super
Kratzbaum für mich anfertigen, gingen nie wieder einkaufen
ohne mir etwas mit zu bringen. Bestellten tolle Sachen
im Internet für mein Wohlbefinden und tauschten weiterhin
emails und Telefonate mit meinen Pflegeeltern aus, um zu
sehen und hören, wie prächtig ich mich entwickelte. Nur so
nebenbei erwähnt: "Ich wurde wirklich von Tag zu Tag
klüger und prächtiger!"
Ach, hatte ich schon erwähnt, dass
ich nicht all zu viel von falscher Bescheidenheit halte?!
Schließlich bin ich ja adelig und mir meiner Herkunft sehr
wohl bewußt! Unter uns, dass sollte einmal jemand meinen
beiden Freunden hier in Bayreuth verklickern, wenn sie wieder
der Meinung sind, mich mit irgendwelchen langweiligen
Moralpredigten "erziehen" zu müssen (aber das ist
eine andere Geschichte).
So, wo war ich
stehengeblieben? Ach ja, nach 13 Wochen war es dann endlich
soweit: Ich lernte meine beiden Mitbewohner Alice und Wolf kennen! Ach waren die
aufgeregt! Ich war natürlich die Ruhe selbst und tat erstmal
so, als würde ich sie gar nicht bemerken, blieb in meiner
Hängematte liegen und ruhte mich, in Erwartung all der
Aufregung die dieser Tag mir noch bringen sollte, erst einmal
so richtig aus. Als sie nach einigen Stunden dann aufbrechen
wollten, durften sie mich natürlich zuerst einfangen.
Ich musste ja von Anfang an zeigen wer das Sagen hat. Im Auto
blies ich ihnen dann eine halbe Stunde den "Miau - ich
will nach Hause Marsch"! Zu diesem Zeitpunkt hatte ich
die beiden schon soweit, dass sie alles getan hätten, nur
damit ich wieder glücklich bin. Tja Leute, so wird's
gemacht: Schreien, Klagen, jammern und schon geht's uns
Katzen so richtig gut bei unseren Mitbewohnern - irgendwie
können sie damit einfach nicht umgehen, werden schon nach 5
Minuten anhaltendem Klagegeschrei weich wie Butter!
Schliesslich
und endlich hatte ich Mitleid mit den beiden - sie meinten es
ja wirklich gut mit mir - und ich ließ mich dazu herab, mich
von Alice (die natürlich hinten neben meinem Kennel saß ;-)
ein wenig streicheln und trösten zu lassen. Mann, waren Wolf
und sie da glücklich! Wie wir Katzen das aber auch immer
wieder hinkriegen Menschen glücklich zu machen, nicht wahr?!
Naja, nicht das sie sonderlich anspruchsvoll wären...
Nach ca. 5
Stunden abwechselndem Streicheln und Schlafen war es dann
endlich soweit: "Ich war in meinem neuen zuhause
angekommen!"
Noch in dieser
Nacht zeigte ich meinen beiden Mitbewohnern wie toll ich
erzogen bin: Ich beschnupperte vorsichtig alle Räume, suchte
die Katzentoilette auf und zeigte meine Dankbarkeit für
meinen schönen Kratzbaum durch lautes schnurren. Und als
Wolf mich zum schlafen mit ins Bett nehmen wollte, damit ich
nicht so alleine wäre, lehnte ich dankend ab und zog mich
zur Nachtruhe auf eben diesen Kratzbaum zurück (siehe
Bilderseite).




