Anzeichen für Kindesmißbrauch
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"Kindesmißbrauch zur Sprache zu bringen ist stärker
tabuisiert als der Kindesmißbrauch an sich."
(Maria Sauzier, M.D.) Hinweis: Bitte
lesen Sie auch den Aufsatz „ISKCON –
Die dysfunktionale Organisation“ von Nori Muster Wesensmerkmale von Familien, die Kindesmißhandlung
und Kindesmißbrauch tolerieren Anmerkung der Herausgeberin:
Diese Materialien wurden entwickelt von David L. Calof,
dem Autor des Buches "Multiple Personality and
Dissociation : Understanding Incest, Abuse, and Mpd." [Multiple Persönlichkeiten und die Zerstörung
der Persönlichkeit: Zum Verständnis von Inzest, Mißbrauch
und multipler Persönlichkeit als seelischer Erkrankung " Dieses englischsprachige Buch
wird nicht mehr verlegt, aber auf Amazon.com können Sie nach gebrauchten
Exemplaren suchen. (Antwort innerhalb von zwei Wochen).
Wesensmerkmale "funktionierender" Familien
Formen von Kindesmißhandlung und Kindesmißbrauch Vernachlässigung Die Grundbedürfnisse
des Kindes werden nicht erfüllt. Vorliegender Mißbrauch
in seelischer, körperlicher, sexueller oder religiöser Hinsicht wird
ignoriert. • Vernachlässigung in
körperlicher Hinsicht liegt vor, •
Wenn das Kind medizinische Versorgung nicht oder nicht
rechtzeitig erhält, •
Wenn das Kind im Stich gelassen oder aus dem Elternhause verjagt
wird, oder wenn ein "Ausreißer" nicht mehr nach Hause zurückkehren
darf. •
Ungenügende elterliche Aufsicht. • Vernachlässigung in
schulischer Hinsicht, •
Wenn dauerndes "Schuleschwänzen" geduldet wird; •
Wenn ein schulpflichtiges Kind nicht bei der Schule angemeldet
wird; •
Wenn auf besondere Bedürfnisse der Kinder bei ihrer Schulbildung
keine Rücksicht genommen wird; •
Anmeldung der Kinder bei einer unzureichenden Schule, die keine
Schulgenehmigung aufweist und dem Kind keine angemessene Bildung vermitteln
kann (= Sektenschule) • Vernachlässigung von
Grundbedürfnissen •
Keine anständige Kleidung (keine Mäntel, keine Schuhe im Winter)
•
Kein nahrhaftes, gesundes Essen •
Dem Kind wird keine Zeit zum Spielen gewährt, keine gemeinsame
Zeit mit den Eltern •
Kein richtiges Wohnquartier, kein persönlicher Besitz, kein
Bett, kein richtiges Bettzeug Seelische Mißhandlung •
Grausame oder erniedrigende Bestrafungen •
Beschimpfungen •
Kinder dem Anblick von Gewalt aussetzen (Gewalt in der Ehe; der
Anblick, wenn andere Kinder gefoltert oder vergewaltigt werden) •
Wenn dem Kind gestattet wird, Drogen oder Alkohol zu konsumieren
•
Keine Rücksicht auf die seelischen Bedürfnisse des Kindes Körperliche Mißhandlung Jede Körperverletzung
durch Stoßen, Schlagen, Treten, Beißen, Verbrennen, Schläge mit einem
Gegenstand etc., und jegliche körperliche Züchtigung außer "dem leichten
Klaps auf den Hintern". In manchen Ländern sind sogar "Klapse"
gesetzwidrig. Klicken Sie hier für den englischen Aufsatz
"Zehn Gründe, warum Sie ihre Kinder nicht schlagen sollten"
["Ten Reasons Not To Hit Your
Kids"] von Jan Hunt, M. Sc., dem Direktor des
Projektes "Natürliche Kindheit" ("Natural
Child Project") Sexueller Mißbrauch •
Sexuelle Berührungen •
Vergewaltigung oder Vergewaltigungsversuch •
Wenn Kinder dem Anblick von Pornographie oder sexueller
Aktivität ausgesetzt werden •
Kinder heimlich im Badezimmer oder in ihrem Schlafzimmer
beobachten •
Kinder dazu zu bringen, daß sie sich
entblößen oder auf eine Weise posieren oder handeln, die auf das
Geschlechtliche gerichtet ist •
Kinder unter Druck setzen, damit sie geschlechtliche Handlungen
ausführen •
Geschlechtsbezogene Einschüchterung Mißbrauch mit Bezug auf die Religion • Die Verwendung
religiöser Praktiken, um Kinder zu bestrafen • Kinder zur Teilnahme an
gottesdienstliches Handlungen zu zwingen • Gott oder religiöses Gedankengut
benutzen, um Kindern Angst einzujagen Flashbacks Flashbacks
(blitzartig auftauchende Erinnerungen) gehören zu den am längsten anhaltenden
und beängstigendsten Folgen von Mißhandlung
im Kindesalter. Sie erleiden einen Flashback, wenn Sie ein lange
zurückliegendes Ereignis plötzlich unter einem anderen Blickwinkel sehen.
Wenn Sie zurückschauen, sehen Sie etwas, das Ihnen vorher nie aufgefallen
ist. Vielleicht wird Ihnen zum ersten Mal bewußt, daß Sie Mißbrauch erlitten
haben, und daß Sie dies nicht verdient hatten.
Vielleicht wird Ihnen zum ersten Mal bewußt, wie
sehr es Ihnen Schmerz bereitete und wie stark Sie verletzt worden sind. Flashbacks sind ein
Zeichen für Heilung. Sie treten auf, wenn Sie nach Wegen suchen, das
Vergangene zu verarbeiten. Sich mit einem Flashback auseinanderzusetzen, kann
jedoch sehr schwierig sein. Ein Flashback kann Sie mit der Gewalt einer
Meereswoge treffen; hochkommende Gefühle können so stark sein, dass sie u. U.
zu Psychosen, Depressionen oder Panikattacken führen. Das Flashback-Stadium
ist nur ein vorübergehender Zustand; Sie sollten während dieser Zeit die
Begleitung eines erfahrenen Spezialisten haben, der sich mit der Behandlung
von Missbrauchsfolgen auskennt. Wenn Sie sich der Sache stellen, werden Sie
eine Besserung erleben und Sie werden lernen, mit den Erinnerungen umzugehen.
Bitte suchen Sie einen Psychotherapeuten auf, wenn Sie merken, dass
Flashbacks bei Ihnen auftreten, ganz besonders, wenn Sie Selbstmordwünsche in
sich spüren, stark zu Selbstmitleid neigen bzw. wenn Sie wissen oder
vermuten, dass Sie psychisch krank sind. Wenn Sie das Gefühl
haben, Sie kommen auch ohne Psychotherapie aus, kaufen Sie sich wenigstens
ein geeignetes Selbsthilfebuch über die Behandlung von Mißbrauchsfolgen.
Auf meiner Webseite finden Sie geeignete Bücher in englischer Sprache (Klicken Sie hier) Wenn Sie keine Hilfe
in Anspruch nehmen wollen, besteht eine gewisse Gefahr, daß
Flashbacks zum Dauerzustand werden, und daß Sie
Ihre Mißbrauchsgeschichte bei allen möglichen
Leuten anbringen werden, die nicht in der Lage sind, Ihnen zu helfen. Es ist
denkbar, daß Sie sich daran gewöhnen könnten,
dauerhaft in der Rolle des Opfers verharren; dies würde Ihre Chancen für eine
vollkommene seelische Gesundung erheblich verschlechtern. Es ist möglich,
"die Sache ein für allemal hinter sich zu bringen", aber dazu
werden Sie Hilfe benötigen. Versuchen Sie Ihre Flashbacks zu begreifen als
ein Anzeichen für einen seelischen Selbstheilungsprozeß. Erstellen Sie ein
"Familienprofil" in den Bereichen Spaß, Entscheidungsprozesse,
Familienstolz, Familienwerte, Fürsorge füreinander, Gesprächigkeit und
gegenseitiges Vertrauen. Auf Englisch. Häufige Probleme von Mißbrauchsopfern Aus dem
englischsprachigen Buch "Betrayal of Innocence" [Verrat an der
Unschuld] von Susan Forward und Craig Buck Nicht jeder der
Menschen, die im Kindesalter Opfer sexueller Gewalt wurden, zeigt jedes
Symptom auf gleiche Weise. Die Liste ist nicht vollständig; doch männliche Mißbrauchsopfer berichteten u. a. über die folgenden
Probleme:
Eine Botschaft an Jugendliche, die Opfer sexueller Gewalt sind Du hast ein Recht auf
Schutz vor Berührungen, die du nicht willst, insbesondere an den Stellen, wo
deine Unterwäsche sitzt. Diese Stellen sind tabu. Wenn dich jemand an diesen
Stellen anfaßt, sag es deinen Eltern, einen Lehrer,
einem Erzieher oder jemandem, zu dem du Vertrauen hast. Du mußt wissen, jeder Kindesmißbrauch
muß bei der Polizei angezeigt werden. Du magst
Angst haben vor dem, was passiert, wenn du den Täter anzeigst, aber du mußt verstehen, dies ist Mißbrauch
und du ein Opfer. Was du jetzt durchmachst, wird dich für den Rest deines
Lebens verfolgen, es sei denn, du tust jetzt etwas, um es zu
stoppen. Eine andere Form des Mißbrauchs ist sexuelle Belästigung. Wenn jemand dir
gegenüber anstößige Bemerkungen macht, dir anstößige Bilder zeigt, sich die
Hose aufmacht oder dich zwingt bei sexuellen Handlungen zuzugucken, dann ist
das sexueller Mißbrauch. Bitte erzähle dies einem
Erwachsenen, dem du vertraust. Wenn du keine Hilfe bekommst, erzähle es
anderen Erwachsenen. Sie werden etwas dagegen tun, damit es aufhört. Vielleicht möchtest
du auch der Person, die dich mißbraucht, ins
Gesicht sagen, daß du diese Mißhandlung
nicht mehr ertragen wirst. Aber bedenke: Wenn du dies einem Mißbrauchstäter ins Gesicht sagst, wird er oder sie dich
vielleicht schlagen. Wenn deine Lage so ernst ist, bitte suche jemanden, der
dir hilft. Wenn du niemanden hast, dem du dich anvertrauen kannst, suche die Nummer des
nächsten Krankenhauses oder der nächsten Kirche aus dem Telefonbuch. Rufe
dort an und erzähle ihnen, wo du wohnst und was man dir antut. Versuch immer
wieder, jemandem zu erzählen, was mit dir passiert, bis man sich um dich
kümmert. Suche auch nach Hilfe durch einen Psychologen. Das ist der beste
Weg. Der Mißbrauch oder die Anzeige des Mißbrauchs, daran bist niemals du schuldig, also gib
nicht dir selbst die Schuld. 90 Prozent der Leute
auf der Welt sind gegen Kindesmißbrauch, aber sie
wissen nicht, wie sie ihn erkennen oder was sie dagegen tun können. Wenn
deine Geschichte jemand erfährt, der weiß, was zu tun ist, dann wirst du
Hilfe bekommen. Deutschsprachige
Ressourcen
Englischsprachige
Ressourcen:
Nach Ansicht von
Murray Straus, einem hochgeachteten amerikanischen
Autor von Büchern über Gewalt in der Familie, kann und sollte das
"Verhauen" vollständig aufgegeben werden für ein besseres
Wohlergehen der Kinder. "Klapse" sind eine anachronistische Methode
der Bestrafung; es gibt Dutzende Trainingsprogramme für Eltern und Erzieher,
in denen gelehrt wird, wie man Kinder maßregelt, ohne dabei Gewalt
anzuwenden. Bei den "Anonymen Eltern" und vergleichbaren Gruppen
kann man lernen, wie man Kinder ohne Gewalt erzieht. Um mehr über die
Arbeit von Dr. Murray Straus zu erfahren, besuchen Sie bitte das "Labor
für Familienforschung" (Family Research Lab)
Übersetzung: Y.
J. 2004
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