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Hare Krishnas wegen Kindesmißbrauchs verklagt

Opfer klagen auf 400 Millionen Dollar Schmerzensgeld für angebliche jahrelange Folter (MSNBC News, 12. Juni 2000)

Dallas, 12. Juni 2000 –Mehr als drei Dutzend ehemalige Schüler der Hare-Krishna-Internate erhoben am Montag [das war der 12. Juni 2000 gewesen] gegen die Führer der Religionsgemeinschaft eine Klage auf Zahlung von 400 Millionen Dollar wegen angeblichem jahrelangem Mißbrauch in sexueller, körperlicher und seelischer Hinsicht.

Die 44 Kläger behaupten in der Klageschrift, es habe über zwei Jahrzehnte lang in Internaten [der ISKCON] in den USA und Indien Kindesmißbrauch gegeben.

In der Klageschrift vor einem Bundesgericht wird als Erstbeklagte die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein (ISKCON) bezeichnet, Zweitbeklagte sind 17 Mitglieder aus dem Führungsgremium und dem Umfeld des Gründers der Bewegung, Bhaktivedanta Swami Prabhupada.

Der Anwalt der Klägerseite, Staatsanwalt Windle Turley, nannte die Fälle des Mißbrauchs "die schrecklichsten Fälle des Mißbrauchs und der Mißhandlung kleiner Kinder, die man sich überhaupt nur vorstellen kann; Vergewaltigung, sexuellen Mißbrauch Schutzbefohlener, körperliche Mißhandlung und seelische Grausamkeit an Kindern bereits im Alter von drei Jahren."

Turley äußerte, daß die ISKCON Menschen, die im Verdacht standen, Sexualverbrecher zu sein, wissentlich erlaubte, in ihren Internaten zu arbeiten.

Unterstützung für die Opfer

Anuttama, ein Sprecher der Hare Krishnas in Washington, äußerte am Montag, der Mißbrauch in den Internaten sei von den Führern der Krishna-Bewegung eingeräumt worden; man arbeite an Beratungsmöglichkeiten und finanzieller Unterstützung für die Opfer.

"Wir bedauern, daß es erst vor Gericht gehen mußte", äußerte Anuttama. "Wir werden unser Möglichstes tun, um den Bedürfnissen der Opfer gerecht zu werden." [siehe Anmerkung]

Dhira Govinda, der Direktor der 1998 gebildeten ISKCON-Arbeitsgruppe zum Schutze der Kinder, gab bekannt, daß seine Arbeitsgruppe die Namen von 200 Personen aufgelistet habe, welche in den 1970er und 1980er Jahren angeblich Mißbrauch verübten. Govinda äußerte, daß in ihrer Arbeitsgruppe die Ermittlungen zu über 60 Fällen abgeschlossen seien. "Es steht außer Frage, daß viele Kinder gelitten haben... während sie sich in der Obhut unserer Organisation befanden", so Govinda wörtlich. Nach seinen Angaben seien durch die Führung der Hare-Krishna-Religion 250 000 Dollar zur Aufklärung der Mißbrauchsfälle und zur Entschädigung für die Opfer bereitgestellt worden. Govinda äußerte, daß seiner Überzeugung nach mehr als die Hälfte aller Kinder in den ISKCON-Schulen dem Mißbrauch zum Opfer fielen.

"Wir gehen davon aus, daß durch die Fakten, wie sie jetzt liegen, mehr als 1000 Mißbrauchsfälle ans Licht kommen werden; im vielen Fällen sind die Mißbrauchsopfer bereits erwachsen und leben ihr eigenes Leben; oder sie leiden immer noch unter Spätfolgen, durch welche ihr Gefühlsleben und ihr Sozialverhalten gestört ist" – dies sind die Worte Turleys, dessen Anwaltskanzlei in Dallas im Jahre 1997 ein Millionenhonorar in einer gegen die Römisch-Katholische Kirche gerichteten Klage wegen sexuellen Mißbrauchs gewann.

In einem Fax an die Nachrichtenagentur AP (The Associated Press) nahm Vinod Patel, der Präsident des Hare-Krishna-Tempels in Dallas, Stellung, daß "die Statuten, das Management und das Personal seines Tempels verschieden von denen der Betreibern der Schule in den 1970er Jahren" seien. Nicht eine der Personen, die seit 1980 mit dem Tempel zu tun hatten, hatte irgend etwas mit dem in der Klageschrift bezeichneten Krishna-Internat zu tun", so Patel wörtlich.

Die Anschuldigungen im Detail

Eine der Anschuldigungen gegen die ISKCON lautete, daß ältere Männer, welche Geld an die Religionsgemeinschaft gespendet hatten, junge Mädchen zur Braut erhielten.

Nach den Angaben in der Klageschrift sollen auch Kinder gezwungen worden sein

  • in unbeheizten Räumen zu schlafen und in bitterster Kälte barfuß und ohne Jacke weite Strecken zurückzulegen
  • ihnen wurde bei Malaria [Wechselfieber], Hepatitis [Gelbsucht] oder Knochenbrüchen angeblich medizinische Versorgung vorenthalten
  • Kindern sollen bis aufs Blut mit Stahlwolle abgeschrubbt worden sein
  • sie sollen von Schule zu Schule und von Staat zu Staat "verschoben" worden sein, ohne daß die Eltern darin einwilligten
Einer der Kläger, Greg Luczyk (30) sagte aus, er sei in dem frühen 1980 er Jahren in einer Schule der Hare Krishnas in Indien mit einen Stück Holz vier- bis fünfmal pro Tag geschlagen worden. Seine Mutter habe versucht, ihn aus dieser Schule herauszuholen und habe ihm Flugtickets für den Heimflug geschickt, aber seine Lehrer hätten diese Tickets vor den Augen der versammelten Schülerschaft zerrissen. "Unsere Eltern versuchten, uns herauszuholen, aber der Ring der Vergewaltiger hatte über alles die Kontrolle", so Luczyk, der in Vancouver (British Columbia), lebt.

Die Religionsgemeinschaft der Hare Krishnas hatte ihre Blütezeit in den 1960er Jahren, als Prabhupada seine spezifische Form der Hindufrömmigkeit in die USA brachte. Bald kleideten sich viele Menschen des Westens in Saris [indische Frauengewänder] und Dhotis, Schlafanzughosen ähnelnde Beinkleider [für Männer], lebten in Hare-Krishna-Tempeln und sangen das Mantra, das sie ihrem Glauben nach zu einer größeren Bewußtheit Gott gegenüber führen würde, den sie als Krishna kannten. Prabhupada schrieb vor, daß die Anhänger ihre Kinder im Alter von fünf Jahren in Internate geben sollten, damit die Kinder lernen könnten, wie man ein reiner Devotee [Hare-Krishna-Jünger] ist, währenddessen die Eltern, befreit von der Sorge für ihre Kinder, religiöse Bücher verkaufen und [im Tempel] anderen Tätigkeiten nachzugehen konnten.

Gegen Ende der 1970er Jahren gab es in Nordamerika 11 Internate, die als "gurukulas" oder "Guru-Häuser" bezeichnet wurden; einige weitere existierten in anderen Teilen der Welt. Heutzutage gibt es in den USA nur noch ein einziges Internat der Hare Krishnas, in Alachua (Florida), Heimat der größten Hare Krishna-Gemeinde in Amerika.

  • Originaltext
  • Quelle: http://www.rickross.com/reference/krishna/krishna22.html

  • Anmerkung: Die "Unterstützung für die Opfer" sah pro Einzelfall ein Schmerzensgeld von 2000 Dollar vor. Mehr dazu unter: http://surrealist.org/gurukula/affpaper.html
     
     

  • Weitere Informationen über Kindesmißbrauch
  • Kommentar
  • Mail: krishnaplaza[at]yahoo.de

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    Preciousprabhupada / Room 101

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