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Roland und Cornelia, wir sind unterwegs mit unserem Boot, und berichten auf dieser Seite, für alle die es interessiert.

 

 

 

 

                                                         

Rick‘s Cafe in Cassablanca

So liebe Freunde, wir sind wieder unterwegs.

Hier in kürze die Jahre 2007 und 2008

Wir wollten eigentlich schon im 2007 wieder auf die Azoren segeln, aber leider haben wir eines auf die Mütze bekommen, dabei war der Wetterbericht eigentlich gut, 5 bis 12 Knoten Wind aus NO. Alle sagten ihr seit doch verrückt, da seit ihr ja nur am Motoren. Aber für uns ist das gerade richtig zum eingewöhnen. Sind also los, Richtung Cap sao Vincente, mussten auch am Anfang etwas motoren, aber auf der Höhe von Sagres hat dann der Wind aufgefrischt und am Cap vorne hatten wir schon das zweite Reff im Grossegel.

Schon am Cap hatte ich das Gefühl, das es besser wäre wieder zurück zu segeln, aber man gibt ja nicht so schnell auf.

40 SM später war Cornelia seekrank und hat tüchtig die Fische gefüttert. Habe dann beigedreht und gehofft das sich unsere Lage im laufe des Tages bessern wird, was natürlich nicht der Fall war. Das Wetter wurde nicht besser und auch der Seegang nicht. Also, was macht der kluge Mann, er dreht um 180 Grad und segelt wieder zurück.

                   

                                                                            Sturm vor Portimao

Zurück in Portimao, haben wir zuerst mal Schlaf nach geholt und ausgiebig gefrühstückt.

Auch hatten wir nicht allzu grosse Lust mehr, uns das wieder anzutun, ist wirklich nicht schönes segeln. Es ging auch das Vorsegel und der Autopilot kaputt! So haben wir den Sommer vor Anker verbracht.

Haben die Sonne genossen und so richtig gefaulenzt.

                            

                                     Sommer genießen mit Freunden, wir lassen es uns gut gehen

Den Winter haben wir mit unsern Segelfreunden in Hafen von Portimao verbracht.

Was uns sehr gefreut hat, war der Besuch im Mai 2008 von Cornelias Arbeitskollegin Margreth und Ehemann Walter. Konnten ausgiebig Berndeutsch sprechen und Klönen. Sie hatten ein Auto gemietet und wir haben mit den beiden die Algarve unsicher gemacht und eine schöne Zeit verbracht.

 

                                                 Sind noch einwenig weiss um die Nase

       

                                                               Eindrücke von der Algarve

Haben dann den Sommer mit Hanna, Jürgen, Helen und David in Culatra und im Kanal von Faro verbracht.

      

                       Helen                            David                        Jürgen und Hanna          Ludwig und Gisela

Auch mussten wir das Antifouling wieder erneuern und so haben wir auf der Bootswerft bei Bruces in Faro, die Tengai an Land gestellt, um die nötigen Arbeiten zumachen.

Und wer treffen wir da, Rainer und Angelika von der Vamos mit Bordhund Timmy. Auch Freunden wir uns mit dem Schweizer Paar M&M an,  heißen Monika und Martin, aber jeder sagt M&M.

 

 

Rainer Angelia Timmy

   

                                                                         Monika und Martin  M&M

Nach vollbrachter Arbeit, gehen wir im Kanal vor Faro vor Anker um uns von der Arbeit zu erholen, und um das Schiff klar zu machen für die Reise nach Marokko.

        

Trockenfallen, muss noch die Zinkanoden wechseln.

Denn, der Winter wollten wir nicht in Portugal verbringen.

Natürlich geht wieder etwas kaputt, nämlich unsere Toilette. Also, eine neue Pumpe bestellen, die ist nach zehn Tagen auch schon da ist, und Roland kann diese einbauen ohne mal wieder das Schiff auseinander zu bauen weil das Ersatzteil verändert wurde und nicht mehr auf die Anschlüsse passt. So nun kann also nichts mehr uns an der Abreise hindern, das dachten wir! Doch es kommt anders und das nächste Unglück bahnt sich an, als Cornelia im September in der Schweiz beim Arzt war, ist heraus gekommen das sie Gallensteine hat. Eigentlich sollte die Galle raus, doch wir wollten nach Marokko segeln!

Was nun, also das Schiff nach Marokko bringen, dann noch mal zur Operation in die Schweiz zurück fliegen, das war unser Plan!

Jürgen von der Helios, hat uns in Deutschland Metallteile aus Aluminium und Chromstahl anfertigen lassen, und mir diese in die Schweiz schicken lassen, damit ich die mit nach Portugal nehmen konnte, doch leider kam das Packet zu spät in der Schweiz an. So hat mein Vater dieses zur Post gebracht und uns nach Portugal geschickt. Ja da die Schweiz nicht in der EU ist, blieb das Packet am Zoll liegen, in Portugal! Sechs Wochen mussten wir auf das Ding warten, bis wir es nach Papierkram und Telefon von einem portugiesischen Bekannten doch noch bekamen.

Also wieder warten! So sind wir an einem schönen Tag in Faro unterwegs und gehen Mittagessen, zwei Stunden später hat die Bordfrau eine Gallenkolik, meistens nach zwei drei Tagen sind die Beschwerden auch wieder vorbei, doch diesmal ist es anders. Wie immer natürlich Wochenende, also Rainer und Angelika kennen einen Deutschen Arzt, nach einem kurzen Anruf, bekommen wir sofort einen Termin. Nach der Untersuchung teilt er uns mit, dass ein Gallenstein eingeklemmt ist und die Galle nicht mehr abfliessen kann, und sich zurückstaut! Also Cornelia muss sofort zurück in die Schweiz, weil er uns hier an der Algarve kein Spital empfehlen kann. Dann, ab ins Internet und einen Flug buchen, Kontakt aufnehmen mit dem Spital in Bern. Ein paar Klamotten in die Reisetasche und am nächsten Tag bringt uns Rainer mit dem Auto auf den Flughafen. Mit einem mulmigen Gefühl nehmen wir Abschied von Cornelia, den sie ist schon ein bisschen gelb um die Nase. Ich muss auf das Schiff aufpassen, das noch immer im Kanal vor Faro vor Anker liegt, und für die nächsten Tage ist Sturm angesagt. In Basel wird Cornelia von ihren Eltern abgeholt und ins Spital gebracht, wo sie operiert wird. Danach von ihren Eltern für die nächsten Wochen noch verwöhnt und bekocht, bis sie eines Tages kurz vor Weihnachten wieder in Faro am Flughafen ankommt.

Da David und Helen schon in Marokko sind, und über Weihnachten und Silvester bis Ende März nach England zur geflogen sind, beschließen wir noch in Portugal zu bleiben, da das Wetter um diese Jahreszeit nicht gerade optimal ist. Das Weihnachtsfest wird mit einem Schweizer Fondue im Cockpit der Wahoo gefeiert bei M&M und Freunden, so wie das feucht fröhliche Neue Jahr.  Danach beginnt das warten auf das richtige Wetterfenster um unsere geplante Reise nach Rabat anzutreten. Warten, warten und nochmals warten.

 

Letzter Anblick von unserem Winterliegeplatz im Kanal von Faro

 

Am 16 Februar ist es dann soweit, der Wetterbericht stimmt uns optimistisch bis auf den Wind der aus der Strasse von Gibraltar kommt. Den erwischen wir dann auch, in der Mitte des Weges mit voller Stärke. Die Pinne geht zu Bruch und eine Davidverstrebung bricht. Wenn das kein gutes Omen ist??? Zum Glück habe ich noch die hydraulische Steuerung und den David kann ich auch notdürftig reparieren.

18 Feb. Morgens um 09.00 GMT sichten wir die marokkanische Küste. Zum Glück lichtet sich der Nebel, so das wir die Einfahrt zum Hafen von Rabat/Sale sehen. Ein Fischer hilft uns bei der Einfahrt, den die ist nicht ungefährlich. Cornelia schreit Achtung Welle von hinten, bleib auf Kurs. Ich merke wie es mir den Arsch hebt, und in guter Surfermanier es uns in den Bouregreg Fluss schiebt. Sie erzählen uns später in der Marina, das letzte Woche ein Segelschiff bei schlechtem Wetter in der Hafeneinfahrt durchgekentert ist, und es 4 Tote gegeben hat, was uns natürlich ungemein beruhigt. Sind wohl die Komiker der Nation, da sie auf Kanal 9 noch auf 16 geantwortet haben, damit uns der Pilot abholt und uns den Weg zeigt. Wie es auf ihrer Homepage so schön heißt, kontaktieren sie uns über VHF. Antwort, warum habt ihr uns nicht übers Handy angerufen. Haha.......

 

Hafeneinfahrt von Rabat bei schlechtem Wetter.

 

Marina Bouregreg und Sale von Rabat aus.

Aber was soll’s, wir sind da, und andere Länder andere Sitten.

Nach einer Stunde Anmeldeprozedur, machen wir am Steg fest, räumen das Schiff auf und gehen heiß Duschen. Danach machen wir unsere ersten Gehversuche auf dem Nordafrikanischenkontinent Richtung Sale.

Die Menschen hier in Marokko sind sehr liebenswert und freundlich, überall heisst es bonjour ca va oder bienvenue, wenn sie sehen, dass du ein fremder bist. Wo wird man den auf der Strasse noch so nett begrüsst.

 

 

In den ersten 2 Tagen durchstreifen wir die Medinas von Rabat und Sale, und mit unserem Pfadfinderinstinkt finden wir alle Geschäfte und Frischmärkte die wir brauchen, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Ich kann euch sagen die Bäckereien und Patisserien sind ein Hit, Blätterteigtaschen mit Nussfüllung, Zitronenquarkschnitten und und..... in sehr guter Qualität, so wie auch das Gemüse, Obst, Fleisch und Fisch. Die baulichen Gegebenheiten lassen zu wünschen übrig, aber wenn stört dass, Antwort, wirklich niemanden.

Auch wird der Handel noch nicht von den Supermarktketten beherrscht, sondern wie bei uns früher mit den Tante Emma Läden. Der Nachteil ist halt, man braucht mehr Zeit bis man alles zusammen hat. So spazieren wir durch die Gassen von Sale, trinken hier ein Nos Nos (Kaffe mit Milch im Glas) oder einen Pfefferminztee (marokkanischen Wiskhy), oder an der Strasse einen frisch gepressten Orangensaft.

Schauen dem emsigen treiben der Stassenhändler zu, entdecken immer wieder etwas neues zum verweilen und staunen. Voll bepackt kommen wir jeweils am späten Nachmittag zurück zu unserem Schiff. 

    

                           Eingang Medina                                            Geschäfte in der Medina

    

geschäftiges treiben der Händler

Noch eine kurze Erklärung zu Rabat, denn es sind zwei Städte, am Bouregreg Fluss. Am rechten Flussufer ist die Moderne nach westeuropäischem Styl orientierte Stadt Rabat, mit allen Botschaften, Ministerien und teuren Läden. Auf der linken Flussseite ist die arabisch geprägte Stadt Sale. Mit seinen kleinen Läden und Shops, Händlern und Werkstätten, Cafes und Garbuden. Man kann sagen, in Rabat leben die Reichen, Beamte und besser verdienenden Menschen, und in Sale lebt das Arbeiter Volk.Ein paar haben sogar eine Marktnische entdeckt, wenn du ein Loch im Reifen vom Fahrrad oder Moped hast, wird dir für ein paar Diram, sofort am Straßenrand fachmännisch geholfen.

Also wenn du zu den Managern der Welt gehören willst, darfst du um Gotteswillen nicht in Sale wohnen, weil, dann bist du im Ansehen unten durch!! Es grüsst der Klassenkampf.

Was man auch sagen muss, das der jetzige König Mohamed VI., bei Volk M6 genannt, grosse Anstrengungen unternimmt, das Land zu modernisieren und zu reformieren. Er hat auch Einfluss auf die Religion im Lande, da er als König der oberste Chef ist und das sagen hat. Man sieht es im ganzen Land das ein Wandel vor sich geht, wird aber wohl noch einige Zeit dauern. Auch muss er langsam Reformen einführen, damit die Menschen nicht überfordert werden mit so vielen Neuerungen auf einmal. Auf jedenfall wünsche ich ihm viel Erfolg und Ausdauer, das Land und die Leute haben es verdient. 

    

Grab Hassan dem V.

Aber zurück zu unserem Alltag.

Eines Morgens poltert es am Schiff, das ich denke, jetzt ist der Mast umgefallen, stürze nach draussen, da steht eine Frau neben unserem Schiff. Hallo, ich bin Claude von der Tika. Aha, ich bin Roland und das ist Cornelia.

Claude, mit mir kann man ja das machen

Ah, ihr seit die von der Tengai, wir haben schon von euch gehört, auf den Azoren. Werden wohl schon Steckbrieflich gesucht, haben doch nichts verbrochen. Nein, wir kennen Rolf und Inge von der Carpe Diem. Und so Freunden wir uns mit Claude und Rolf an, und unternehmen mit den beiden so manche Ausflüge und Reise innerhalb von Marokko.

    

Altstadt von Rabat

    

       Was hat der wohl für ein Geschäft              Araberfriedhof

Aber zuerst gehen wir nach Marrakesch, Helen und David abholen. Sie kommen zurück von England. Buchen ein Hotel in Marrakesch übers Internet, und machen die 4 Std. Fahrt mit dem Zug.

 

Bahnhof von Marrakesch

 

Sie holen uns mit großem halli hallo von Bahnhof ab. Checken im Hotel ein, und beschließen 2 Tage in Marrakesch zu bleiben. Nach dem duschen und dem ersten kalten Drink am Pool, ziehen wir los Richtung Medina und Gauklerplatz los. Da es schon später Nachmittag ist, sehen wir das die ersten Händler ihr Buden aufstellen, und der erste Rauch aus den Garküchen  gegen den  Himmel zieht.

    

Gauklerplatz

 

                                             Garküchen und Stände mit Nüssen und Trockenfrüchten

Der Platz füllt sich mit Menschen, man sieht auch schon Musikanten mit Tanzgruppen, Schlangenbeschwörer, Geschichtenerzähler und Naturheiler etc. etc.

Lassen uns marokkanischen Eintopf kredenzen, wirklich Lecker. Zum Beispiel, geschmortes  Lammfleisch mit Pflaumen, Sesam und verschiedenen Gewürzen, oder Huhn mit eingelegten Zitronen, Oliven und Chili.

Rauchende Sohlen müssen eine Pause einlegen

Bummeln dann noch durch die Medina bis uns ganz Sturm wird im Kopf, und wir zurück im Hotel todmüde ins Bett fallen.

Nach 2 Tagen Marrakesch sind wir froh das wir diese hektische Stadt verlassen können, nicht dass es uns nicht gefallen hätte, aber wir sind es nicht mehr gewohnt unter so vielen Menschen zu sein. Den sogar in den engen Gassen hat es Mopedverkehr, und es wird gehupt was das Zeug hält, also wenn einer von hinten hupt, das haben wir gelernt, dann musst du Kurs beibehalten, damit du den Fahrer ja nicht verwirrst mit Manöver nach links oder nach recht ausschwenkend.

Kommen abends um 6 Uhr in Sale an und sind froh wieder auf unserem schwimmenden zu Hause zu sein.

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So liebe Freunde, hier endet vorläufig unsere Erzählung.

Den wir sind auf dem Sprung von Porto Santo nach Santa Maria auf den Azoren, wo wir wieder unsere Freunde Inge und Rolf treffen.

Habt eine gute Zeit, wir erzählen unsere Geschichte von Marokko zu einem späteren Zeitpunkt weiter.

 

Es grüsst euch aus Porto Santo

Cornelia und Roland

 

  Strand von Porto Santo

 

Marina auf Porto Santo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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