Yoga Guru Sri Tat Wale Baba
Rishi des Himalaya

von Vincent J. Daczynski

(Deutsche Übersetzung von Andreas und Waltraud Binder)

Einführung

Tat Wale Baba

Sri Tat Wale Baba

Im Dezember 1988 kehrte ich nach Indien zurück, um wieder auf den Pfad zu gehen, auf dem ich ungefähr 20 Jahre vorher gereist bin, als ich eine Pilgerreise nach Rishikesh machte, um an meiner spirituellen Entwicklung zu arbeiten. Ich versuchte, diese kurze Zeit in meinem Leben noch einmal zu leben, als ich damit gesegnet war, ein geheimes Indien zu finden.

Im Frühling 1969 hatte ich das enorme Glück einen Trainingskurs mit einem Gottverwirklichten Heiligen zu besuchen, seine Heiligkeit, Maharishi Mahesh Yogi, es war eine der großartigsten Erfahrungen meines Lebens. Während dieser Zeit hatte ich auch das Glück, Sri Tat Wale Baba zu treffen, als er kam um unserer Gruppe in der Akademie von Maharishi eine Vorlesung zu geben.

Danach jedoch ist Tat Wale Baba in den Mahasamadhi gegangen und Maharishi hat seinen Ashram in die friedlichen , abgelegenen Felder von Noida verlegt. Deshalb war es für mich nicht möglich, die Vergangenheit zu erfahren. Nichtsdestotrotz gab meine Rückkehr nach Indien mir den Anstoß, das Leben von Sri Tat Wale Baba zu dokumentieren, eines der größten Yogis Indiens.


Tat Wale Baba

Gott ist überall der Gleiche.
Es sind die Menschen, die ihn verschieden machen.

Tat Wale Baba.


Kapitel 1 - Die frühen Jahre

Als ich am Mittwochnachmittag in Delhi ankam, am 14.12., bestellte ich ein Taxi, um mich zum Hotel Ranshit bringen zu lassen, dem gleichen Hotel, wo ich vor vielen Jahren über Nacht geblieben bin. Wie hatten sich in 20 Jahren die Dinge verändert. Und Delhi war einen langen Weg in Richtung der Verwestlichung gegangen. Nach der Nachtruhe buchte ich den Rishikesh-Bus nach Norden am Interstate Bus-Terminal. Nach ein paar Stunden war ich in Rishikesh und erfuhr das spirituelle Klima meiner nostalgischen Erinnerung. Es dauerte nicht lange bis ich meinen Weg über die Lakshman Juhla fand, die den Gangesfluß überquert und dann ungefähr 1 km hinter die Kailashanand Mission ging, in den Dschungel der Fußhügel zu dem abgeschlossenen Retreat des Tat Wale Baba Ashrams.

LakshmanJuhla

Der "Lakshman Juhla" in Rishikesh überspannt den Ganges zum berühmten Swarg-Ashram, ein weißes emporgeragtes Gebäude. Im Hintergrund ist die Kailashanand Mission.


Dort traf ich Swami Shankardasji, den geliebten Schüler, der den größten Teil seines Lebens im hingegebenen Dienst an seinen Guru verbracht hat und der als Schützer des Ashrams in seinem beständigen Dienst bleibt. Ich stellte mich selbst vor und erklärte, wie meine Begegnung mit Tat Wale Baba vor Jahren einen tiefen Eindruck in mir hinterlassen hatte. Ich fragte den Swami, ob ich ihn interviewen könne, weil ich darauf gespannt war, jedes Detail aus dem Leben von Tat Wale Baba zu hören. Swami Shankardasji war einverstanden. Da keine anderen Besucher da waren, war es eine gute Gelegenheit für uns zu reden. Der Swami begann zu erklären, daß aufgrund Tat Wale Baba zurückgezogener Natur und seiner Weigerung viel über sich zu erzählen, wenig über seine Vergangenheit bekannt ist. Swami Shankardasji, teilte die folgenden groben Informationen mit mir.

Swami Shankardasji
Sri Swami Shankardasji begrüßt die Besucher des Wale Ashram mit warmer Gastfreundschaft

Tat Wale Baba wurde von spirituellen Eltern geboren, die Bauern der Mittelschicht in Punjab Indien, waren. Das exakte Datum von Tat Wale Baba Geburt ist nicht bekannt. Seine Geburt wird auf ungefähr 1890 geschätzt. Tat Wale Baba bekam nur wenig formale Ausbildung und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit damit, seinen Eltern bei der Landwirtschaft zu helfen. Ungefähr im Alter von 9 Jahren führte Tat Wale Baba innere, spirituelle Natur dazu, mit dem Meditieren zu beginnen. Dies tat er immer eifrig wenn die Zeit es zuließ. Als er ein Teenager wurde, bekam Tat Wale Baba einen mesomor-phischen Körperbau. Wegen seiner körperlichen Stärke ermutigten ihn seine Freunde, sich der Armee anzuschließen, was er auch tat. Er mochte das militärische Leben nicht. Deshalb verließ er die Armee nach nur 2 Monaten Militärdienst. Direkt von der Armee aus suchte er das abgeschiedene Sadhu-Leben für sich selbst. Seine Suche nach einem Guru, der ihn führen sollte, erfüllte sich, als er Sri Jaganath Dasji in Ayodhya traf, dem Königreich von Rama. Dieser Guru nannte ihn Sri Mahavir Dash Ji. Als Tat Wale Baba jedoch später begann Jute zu tragen, nannten ihn die Leute Tat Wale Baba, was bedeutet, einer, der Jute trägt.

Tat Wale Baba in Jute

Sri Tat Wale Baba im Alter von 20 Jahren. Er trägt Jute.


Tat Wale Baba lebte in dem Ashram mit seinem Guru für ungefähr 3 Monate und wurde während dieser Zeit in den Raja-Yoga eingeweiht. Das Leben in diesem Ashram war jedoch zu hektisch für die ernste Meditation, die Tat Wale Baba suchte. Es gab zu viele Schüler und Kühe, die herumliefen, und der allgemeine Lärm eines aktiven Ashrams verursachte ihm zuviel Störung. Darum verließ Tat Wale Baba den Wohnort seines Gurus, um sich einen abgeschiedeneren Rückzugsort zu suchen. Nach ein paar Monaten der Suche, kam er in Rishikesh an, wo seine Eltern oft im Swarg Ashram zur Meditation waren. Er dachte, dies könne auch für seine Meditation ein idealer Ort sein. Er fand jedoch wie zuvor zu viele Störungen durch die vielen Besucher dieses Ashrams. Nach einer nur kurzen Zeit suchte er erneut einen abgeschiedenen Rückzugsort und ging zur Ganesh-Gufa, Lakshman Juhla. Dort fand er die friedvolle Umgebung, die er benötigte. Es war jedoch hart, an diesem Ort zu leben. Es war nicht leicht Feuerholz zu bekommen um zu heizen und zu kochen. Andere wesentliche Dinge wie Nahrung und Wasser waren nicht einfach zu erhalten. Die Zeit und die Anstrengung die er brauchte um sich selbst zu erhalten, störten seine langen Zeiten von tiefer Meditation.

Swarg Ashram

Der Swarg-Ashram, bekannt für seine lebensgrossen Statuen der Gottheiten


Tagelang saß Tat Wale Baba in der Nähe des Ganges-Flusses und fragte sich, wo er einen Ort finden würde, der seinen Zweck vollständig erfüllen würde. Er wurde intuitiv oder vielleicht göttlich zum Manikut-Berg geführt. Dort kam er zu einem alten Mann mit sehr langem Gata (Haar), der in einer Höhle lebt. Tat Wale Baba näherte sich dem Mann, der in einlud sich zu setzen und zu sprechen. Ihr Gespräch dauerte mehrere Stunden. Am Schluß ihres Gespräches ging der alte Mann und sagte, daß seine Zeit vorüber sei und daß er in den Himalaya gehen würde um Mahasamadhi anzunehmen. Er ließ Tat Wale Baba die Höhle besetzen.

Blick zum Ganges
Ansicht beim Sonnenuntergang vom Tat Wale Baba Ashram zum Ganges. Der Swarg-Ashram ist im Vordergrund.

Die Höhle war ideal für Tat Wale Baba. Sie hatte nur eine kleine Öffnung, die vom vorübergehenden Pfad kaum sichtbar war. Wenn die Öffnung von innen mit einem Felsen verschlossen wurde, war sie vollständig abgeschieden. Die Höhle war auch in bequemer Nähe zu einer Quelle mit frischem Wasser. Und ihre Lage, ungefähr 1 km vom Swarg Ashram, machte es für Tat Wale Baba einfach, dorthin zu gehen, um sein Essen zu bekommen. Nach einiger Zeit jedoch fühlte Tat Wale Baba, daß die täglichen Ausflüge zum Ashram, um Nahrung zu bekommen, zu störend für ihn waren. Darum entschied er sich, im umgebenden Wald nach Nahrung zu suchen, wo er Kandamulo-Blätter und Wurzeln fand und Früchte, die ihn erhielten. Er suchte nur gelegentlich nach Nahrung und sammelte einen genügenden Vorrat, der ihm für einige Tage reichte. Er aß nur sehr sparsam in dieser zurückgezogenen Zeit langer Stille. Tat Wale Baba regelmäßiger Tagesplan zu meditieren war von 2.00 Uhr morgens bis 10.00 Uhr morgens. Von 10.00 bis mittags aß er und ruhte aus. Dann von mittags bis 4.00 nachmittags meditierte er wieder. Er machte Übungen für 2 Stunden bis ca. 18.00 Uhr. Als Übung machte er gewöhnlich lange Märsche von ungefähr 10 km, sammelte Feuerholz und arbeitete hart, um die Ausmaße seiner Höhle zu vergrößern. Er machte nur wenige Asanas. Statt dessen zog er es vor zu meditieren.

Tat Wale Baba 60 Jahre
Sri Tat Wale Baba im Alter von 60 Jahren. Er erfreute sich langer Perioden der Meditation.

Leute, die in den Wald kamen, um Blätter und Stöcke zu suchen, die sie in Rishikesh verkaufen wollten, trafen manchmal Tat Wale Baba, der aus seiner Höhle herauskam. Bald verbreitete sich die Nachricht, daß ein Yogi lange Zeit in der Stille in einer Höhle verbrachte. Als Ergebnis begannen Pilger zu hunderten zu kommen und zu versuchen Tat Wale Baba zu besuchen. Wegen dieser Anforderung an seine Zeit, veränderte er seinen Tagesplan, um den Besuchern zu erlauben ihn zu sehen. Er stellte ein Schild auf das besagte, daß er mit den Besuchern von 10.00 Uhr morgens bis mittags sprechen würde und dann von 16.00 bis 18.oo Uhr. Den Rest der Zeit blieb er in seiner Höhle oder er machte seine Arbeiten und Übungen.

70 Jahre
Yoga-Guru Sri Tat Wale Baba empfing viele Besucher. Dieses Bild zeigt ihn mit ungefähr 70 Jahren.

Kapitel 2 - Eine Kobra als Haustier

Ich führte mein Interview mit Shankardasji weiter. „Ich habe ein Gerücht gehört, daß Tat Wale Baba eine riesige Kobra als Haustier hatte. War das wahr?“

„Ja. Die Schlange war zweimal so lang“, sagte der Swami als er die Hände ganz zu den Seiten seines Körpers ausstreckte.

„Dies würde eine 12 Fuß lange Schlange bedeuten“, bestätigte ich.

„Ja, und sie war so dick“. Um dies zu zeigen, legte der Swami die Fingerspitzen beider Hände zusammen und bildete so einen Kreis von 6 Inch Durchmesser.

„Mein Guru fütterte sie mit Milch. Die Schlange kam und nahm Milch aus der Tasse. Sie blieb gerne in der Höhle, wo mein Guru meditierte. Aber wenn mein Guru in die Höhle ging, verließ sie die Schlange. Sie kam durch einen Spalte herunter und tauchte in einem Loch auf, das hier war.“ Während er im Hauptraum des Ashrams stand, ungefähr 20 Fuß unter Tat Wale Baba Höhle, zeigte der Swami wo das Ausgangsloch war. „Die Schlange ruhte innerhalb des Spaltes und ihr Kopf schaute ungefähr einen Fuß aus dem Loch heraus. Mein Guru hat dann das Loch verschlossen, weil die Leute, die kamen um ihn zu sehen, durch den Anblick der Schlange erschreckt wurden.“

„Gibt es die Schlange noch hier.?“

„Ja“, fuhr der Swami fort. „Es sind jetzt zwei. Ich denke, ein Männchen und ein Weibchen. Ich höre das Rascheln, wenn sie über dem Ashram spielen. Dann kommen sie herunter. Sie machen mir viel Ärger. Manchmal, wenn ich nach dem Meditieren meine Augen öffne, springe ich weg, wenn ich eine Schlange sehe, die sich nur ein paar Zentimeter vor meinen Füßen ausruhte. Ich weiß niemals, wo die Schlangen sind. Sie kommen in den Ashram und verlassen ihn wie es ihnen gefällt. Es gibt viele Spalten und Öffnungen, durch die sie hereinkommen können.

„Nehmen sie jemals eine Angriffshaltung ein.?“

„Nein, sie sind freundlich. Aber ich halte mich fern von ihnen, um einen Fehler zu vermeiden.“

„Wo sind sie jetzt?“

„Im Winterschlaf. Wenn das Wetter erst wieder warm ist, kommen sie oft hierher.“

„Es gibt eine Geschichte, die besagt, daß Tat Wale Baba den König der Kobras getroffen hat und ihn bat ihm zu versichern, daß keine Kobra irgend jemanden Schaden zufügen würde. Ist das irgend etwas Wahres dran“, fragte ich.

„Ja, und ich weiß von niemandem der in diesem Gebiet von einer Schlange gebissen wurde“, sagte der Swami zuversichtlich.

Kapitel 3 - Ein Mann der Wunder

Jahre zuvor hatte ich ein Gerücht gehört, daß zwei Deutsche die Tat Wale Baba besuchten ihn über die Hierarchie befragten, die das Universum beherrscht. Um die Frage zu beantworten, schlug Tat Wale Baba seine Hände zusammen, und als er sie weit voneinander trennte, erschien eine Vision der himmlischen Hierarchie zwischen seinen ausgestreckten Händen. Erschrocken über die Art der Antwort, rannten die beiden Deutschen schreiend den Berg hinunter. Weil ich diese Geschichte aus zweiter Hand gehört hatte, wollte ich sie bestätigt haben. Darum fragte ich Swami Shankardasji direkt „Kannst Du mir von einigen Wundern erzählen, die Tat Wale Baba vollführt hat?“

Der Swami antwortete „Ich war krank, so krank wie ich niemals zuvor in meinem ganzen Leben gewesen war. Ich dachte ich müßte sterben. Ich hatte schlimme Kopfschmerzen. Ich fühlte mich, als würden Nägel in jede Seite meines Kopfes geschlagen,“ erklärte der Swami, während er seine geschlossenen Fäuste gegen unsichtbare Nägel in seinen Schläfen schlug. „Mein Kopf und mein Körper waren wie Feuer,“ fuhr er fort. „Ich war zu krank, um auch nur zur Toilette zu gehen,“ sagte er lächelnd und über seine eigenen Worte etwas beschämt. „Ich wand mich in meinem Bett. Dann, ungefähr um 4 Uhr morgens, erinnere ich mich, daß ich aufgeweckt wurde, durch Tat Wale Baba, der an meinem Bett stand. Und irgendwie saß ich plötzlich auf der Bettkante vor ihm.“

„Mein Guru hielt eine Tasse an meine Stirn,“ fuhr der Swami fort zu erklären, als er mit seiner rechten Hand zeigte, wie die Tasse mit ihrem Rand genau zwischen seine Augenbrauen gehalten wurde. „Eine weiße Flüssigkeit kam aus meinem Kopf und füllte die Tasse. Mein Guru gab die Tasse einer anderen Person, die bei ihm war. Ich sah die andere Person nicht, die zu meiner linken war, da meine Augen auf meinen Guru gerichtet waren. Und noch einmal hielt mein Guru die Tasse an meinen Kopf, wie zuvor. Weiße Flüssigkeit kam heraus, wie Milch. Wieder gab er die Tasse der Person. Dann hielt er die Tasse wieder an meinen Kopf.“

Während er aufgeregt sprach, als sei das Ereignis erst in der Nacht zuvor geschehen, zeigte Swami, wie Tat Wale Baba die Tasse seinem Helfer gegeben hatte, indem er die Hand ausstreckte. „Viermal hat mein Guru dies getan,“ sagte er. „Ich fühlte mich, als seien mehr als meine Sünden und mein Karma fort genommen worden. Mein Guru schlug dann ein paar mal mit seiner Hand auf meine Stirn. Das nächste was ich weiß ist, daß ich auf den Rücken meines Gurus blickte, als er den Raum verließ. Aber meine Tür klemmte, so daß sie nicht mehr als vier Inches geöffnet werden konnte. Und dennoch ging er ganz einfach hindurch.“

„Wie konnte er herein kommen und hinaus gehen?“ Der Swami fragte rhetorisch, mehr um mich zu testen als um seine Überraschung zu zeigen – er wußte sehr gut über Siddhis (übermenschliche Kräfte) Bescheid, die verwirklichte Yogis besitzen, und wodurch sie durch ihren Willen durch Wände gehen können.

Der Swami fuhr fort. „Dann erkannte ich, daß ich geheilt war. Seit diesem Tag bin ich nie mehr krank gewesen. Ich hatte nicht einmal mehr Kopfschmerzen.“ Swami Shankardasji machte eine Pause und dachte eine Weile lang nach. „Dieser Vorfall ereignete sich im August oder September 1974, kurz bevor mein Guru Mahasamadhi annahm.“

Neugierig geworden durch diese Erzählung fragte ich „Gibt es noch weitere Wunder, die Tat Wale Baba geleistet hat?“

„Ja,“ antwortete der Swami. „Es gab drei Paare, die keine Kinder haben konnten. Jedes Paar kam, um Tat Wale Baba zu sehen, und aufgrund der Segnung des Gurus wurde jedem ein Kind geboren. Ein Paar war aus dem Punjab, das andere aus Delhi und das andere aus Hiriyana. Dies passierte in einer Zeit von mehreren Jahren.“ Ein weiteres Ereignis, das mir von Swami Shankardasji erzählt wurde, beinhaltete eine Wunderheilung, die von Tat Wale Baba ausgeführt wurde. „Ich denke sein Name war Wilkins (der Autor verwendet nicht den richtigen Namen)“, erinnerte sich der Swami. „Er war Kanadier. Er war sehr krank, und war bei vielen Ärzten. Aber keiner konnte ihm helfen. Eines Tages hat Wilkins durch Glück in einem Buch über Tat Wale Baba gelesen. Und in dem Buch gab es ein Bild von Tat Wale Baba. Dann hatte der Kanadier eines Tages einen Traum von Tat Wale Baba, der Jute trug. Tat Wale Baba sagte ihm, daß er ein bestimmtes Medikament nehmen sollte. Der Kanadier ging und kaufte das Medikament und nahm es. Nach zwei Tagen war sein Magen sauber. Nach einem Monat war der Kanadier vollständig geheilt. „Danach,“ fuhr der Swami fort, „machte sich der Kanadier auf die Suche nach Tat Wale Baba. Schließlich folgte er ihm bis zu diesem Ashram, aber Tat Wale Baba war tot. Der Kanadier blieb einen Monat lang hier und meditierte. Eines Tages hatte er, während er meditierte, eine Vision von Tat Wale Baba, der sagte, daß er zu spät gekommen sei. Dies geschah 1977 oder 1978...“ Swami Shankardasji blickte in die Weite als er sein Gedächtnis auffrischte, dann bestätigte er, „Es war 1977.“

Nach dieser Geschichte bot mir Swami Shankardasji Tee an. Ich nahm dankbar an. Jetzt fing die Sonne an unterzugehen und eine friedvolle Abendstimmung bedeckte die Waldeinsiedelei. Als ich meinen Tee schlürfte fragte ich mich, warum ein so bemerkenswerter Yogi den tragischen Tod treffen mußte, wie er es tat.

Kapitel 4 - Ein tragischer Tod

Im zweiten Dezember 1974 wurde Sri Tat Wale Baba, als er um vier Uhr morgens sein Bad nehmen wollte, durch einen verrückten Revolvermenschen ermordet. Ich hatte bald danach von einem Freund von dem Ereignis gehört. Ich fragte mich über die Tatsachen die dieses Verbrechen umgaben, und warum jemand Tat Wale Baba töten wollte. Ich hatte verschiedene Geschichten gehört, aber keine hatte mich zufrieden gestellt. Mein Besuch bei Swami Shankardasji bot mir die Gelegenheit für eine genaue Erzählung.

„Was passierte mit Tat Wale Baba?“ fragte ich ein wenig vorsichtig, weil ich spürte, daß ich mich einem empfindlichen Thema nähern könnte. Aber Swami Shankardasji war meinen Fragen gegenüber offen.

„Er wurde von einem Mann getötet, der dort in den Bergen lebte, sagte der Swami als er mit seinem Finger sanft einen Hinweis auf die Richtung gab. Dann schockierte mich der Swami als er sagte, "„er lebt immer noch hier, ganz nahe.“

Mein Mund starte offen vor erschrockenem Unglauben. Ich fragte mich, ob ich richtig verstanden hatte. „Wie ist das möglich? Weiß die Polizei nicht, was er getan hat?“.

„Oh ja! Die Polizei hat ein Geständnis von ihm. Der Mann war ein Jahr im Gefängnis, dann bezahlte er Bail (meine Betonung) und ist jetzt wieder draußen.“

Ich hatte immer noch Schwierigkeiten zu glauben, daß ein verurteilter Mörder eines großen Yogis in einem spirituellen Land, das die Träger der Weisheit verehrte, seinen Weg in die Freiheit erkaufen konnte und in der Nähe des gleichen Berges leben konnte, wo er seine böse Tat verübt hatte. „Was für ein Hohn!“ dachte ich.

Der Swami fuhr fort „Dieser Mann hatte noch eine Begegnung mit der Polizei, aber nach ein paar Monaten im Gefängnis, kam er wieder auf Bewährung frei.“ Swami Shankardasji brachte Zeitungsausschnitte heraus, die er gesammelt hatte, weil sie die Tötung von Tat Wale Baba berichteten und weitere Straftaten dieses abtrünnigen Mörders. „Am letzten 14. Dezember ist er wieder aus dem Gefängnis heraus gekommen“, sagte der Swami, „Es war zum 3. Mal. Und er macht den Leuten hier immer noch Probleme“.

Ich konnte jetzt verstehen, warum es sich Swami Shankardasji zur Gewohnheit machte, die Ashramtür zu verriegeln. Es war schwer sich vorzustellen, daß man sich gegen Angriffe von anderen verteidigen mußte, während man bei einem spirituellen Retreat in einer Höhle war, die in den Dschungel des Himalayas über einer heiligen Stadt verborgen liegt. Die Kobras jedoch waren freundlich! Sei es wie es mag.

Tat Wale Baba tot

Swami Shankardasji steht am Denkmal, an dem Sri Tat Wale Baba getötet wurde.

Swami Shankardasji, der dem Beispiel seines Gurus folgte und niemals schlecht über jemanden sprach, bat mich, den Mörder von Tat Wale Baba nicht zu beschreiben oder die anderen Straftaten zu erwähnen, für die dieser Mörder verurteilt wurde Er würde mir nur das Minimum an Tatsachen geben, das einfach nötig war, um den Tod seines Gurus zu erklären. Dies war tatsächlich eine edle Geste, wenn man die Schwere dieses Ereignisses bedenkt, und die Möglichkeit dieses Buches, es allen zu erzählen.

„Warum hat er es getan?“ fuhr ich mit meiner Befragung fort.

„Dieser Mann war verrückt vor Eifersucht. Er stellte sich selbst als großen Heiligen dar und wollte, daß die Leute zu seinem Ashram kommen. Aber nur wenige kamen um ihn zu sehen. Er bemerkte, daß Leute aus der ganzen Welt kamen, um meinen Guru zu besuchen. Er dachte, daß die Leute kommen würden um ihn zu sehen, wenn er meinen Guru getötet hatte.“

Nach einer kurzen Pause, um ein wenig nachzudenken, sagte Swami Shankardasji. „Mein Guru hat mir zweimal gesagt, daß er erschossen würde, aber ich habe nicht einmal eine sec. daran gedacht. Vielleicht konnte mein Geist nicht akzeptieren, was mir gesagt wurde. Aber nachdem mein Guru erschossen wurde, habe ich mich klar an seine Worte an mich erinnert. Er sagte daß ein Schurke, der sehr eifersüchtig auf ihn war, und der im Wald in der Nähe lebte, sich heranschleichen und ihn von hinten erschießen würde. Mein Guru sagte mir dies am 22. Juni 1971, einige Jahre bevor er Samadhi annahm. Und auch zwei Tage bevor er erschossen wurde, erinnerte mich mein Guru an diese Vorhersage. Zu dieser Zeit waren auch noch zwei weitere Schüler anwesend.“

Shankardasji2

Sri Swami Shankardasji behält seine tägliches Puja (Andacht) zu seinem Guru Deva bei.


Kapitel 5 - Süße Erinnerungen

Die Sonne war untergegangen und ohne die elektrischen Lampen des Swamis hätte ich nicht einmal die Hand vor Augen sehen können. In Übereinstimmung mit der traditionellen indischen Sitte lud mich der Swami ein, über Nacht zu bleiben. Ich nahm bereitwillig an. Bald wurde die Dunkelheit der Nacht von einer kühlenden Brise begleitet, die durch die Risse der Hütte kam, und die Blätter auf dem Betonboden herum wirbeln ließ. Ungefähr um 20 Uhr bereitete mir der Swami eine Bettstatt aus Tüchern und ich rollte mich für die Nacht ein. Weil ich es nicht gewohnt war, so früh schlafen zu gehen, lag ich wach und erinnerte mich an die Zeit vor zwanzig Jahren, als ich Tat Wale Baba getroffen hatte.

Das war der 30. März 1969. Ich war im Ashram von Maharishi Mahesh Yogi und besuchte einen Kurs um ein Lehrer des Programms der Transzendentalen Meditation zu werden. Der Ashram lag auf einem Hügel über dem Ganges, nur ungefähr einen Kilometer unter dem Zufluchtsort von Tat Wale Baba. Es waren noch 120 weitere Leute aus allen Teilen der Welt da, die auch das Training im Ashram besuchten. Maharishi Mahesh Yogi hatte „den weisen Mann der Berge“ eingeladen, Tat Wale Baba, um uns an diesem Nachmittag zu besuchen. Am frühen morgen warteten wir alle gespannt auf die Ankunft unseres Gastes.

Zur verabredeten Zeit gingen mehrere ockerfarben gekleidete Männer auf dem Weg zur Vorlesungshalle. Zusammen mit ihnen war Maharishi Mahesh Yogi, der von Tat Wale Baba begleitet wurde, einem muskulösen Adonis von goldbrauner Hautfarbe. Es waren auch einige Kursteilnehmer in der Begleitung. Tat Wale Babas Merkmale waren sehr wie die eines Indianers. Er war nackt außer einem ockerfarbenen Leinen, das von einer Messingkette um seiner Hüfte gehalten wurde. Sein schwarzes, geflochtenes Haar floß seinen Rücken hinunter und war so lang, daß es, wenn es nicht von einem Helfer getragen würde, auf dem Boden geschleift hätte. Die unirdische Schönheit dieses Mannes wurde von keinem Menschen übertroffen, den ich jemals gesehen hatte. Ich kann ihn am besten mit den gottähnlichen Menschen der Mythologie vergleichen. Tat Wale Baba wurde auch Mahavir Dash genannt, was „Hanuman, Diener von Rama“ bedeutet.

Maharishi
Sri Tat Wale Baba besucht Maharishi Mahesh Yogi

Er schien nicht viel älter als dreißig zu sein, und doch sagte man, er sei ungefähr achtzig Jahre alt. Es ging eine strahlende Aura von ihm aus, als er seine majestätische Haltung mit gekreuzten Beinen auf einer kleinen Plattform einnahm, die mit einem Hirschfell bedeckt war. Maharishi und die anderen nahmen ihre Plätze ein und wir alle warteten gespannt auf die Rede von Tat Wale Baba. Für eine Weile saß Tat Wale Baba mit dem Blick nach unten, praktisch gleichgültig unserer Gegenwart gegenüber. Ich war gerade aufgestanden und durch die Zuhörerschaft gegangen, um einen besseren Winkel für meine Kamera zu bekommen, als von Tat Wale Baba plötzlich ein langgezogenes AAAaauuuummmm erklang. Ich erstarrte mitten im Schritt, als der Widerhall mich erfaßte. Ich war bewegungslos und atemlos, kurzfristig in tiefer transzendentaler Stille aufgelöst. Erst nach Abschluß der Intonation wachte ich aus meiner Trance auf und beendete meinen Schritt. Ich war jedoch zu ehrfürchtig, durch die Erfahrung, um weitere Bilder zu machen, und setzte mich einfach hin um zu hören, was dieser große Rishi zu sagen hatte.

Tat Wale Baba begann seine Rede in einfachem, kräftigen Hindi und Maharishi Mahesh Yogi übersetzte.

Was ist das Ziel aller Wesen? Es ist das Erreichen endlosen Glücks. Ein Leben frei von Leiden, und das Erreichen ewigen Glücks ist das was er möchte. Wir sollten jetzt unterscheiden und analysieren ob es irgend etwas in der Welt gibt, das uns dauerhaftes, ewiges Glück geben kann. Von der Ameise bis hin zum Giganten des Schöpfers, sind alle im Feld des Wechsels, d.h. relativer Werte. Unendliches Glück kann nur von etwas kommen, das unsterblich, unveränderlich, ewig wäre. Das, was das Ziel von allem ist, dieses Endlose, ist unser eigenes Selbst. Und um dieses Selbst zu erfahren, das die Grundlage von allem ist, müssen wir nicht suchen. Wir müssen nicht herum suchen, mir müssen keine Anstrengungen machen. Es ist da, überall gegenwärtig. Wo immer du bist, in welchem Bereich der Zeit oder des Raums, das Selbst ist dort – wo immer wir sind und zu welcher Zeit auch immer. Wir müssen nur unser Bewußtsein zu dieser Stufe bringen, und das ist es. Weil wir diese Stufe des Lebens vergessen haben, suchen wir nach ewigem Glück, das das Selbst ist. Es ist Sein und es ist segensvoll. Weil wir das vergessen haben suchen wir jetzt danach. Wir haben vergessen was wir selbst sind und wir versuchen, das in der Welt zu finden. Solange wir nicht dieses Gebiet betreten, das unendliches Glück ist, frei von Leid, solange werden wir nicht frei sein von Leiden und wir werden nicht in dieses ewige Glück kommen. Es gibt kein Glück von bedeutender Natur in der Welt; das Kind ist vergangen und der Jugendliche ist vergangen und der Mann ist alt und selbst dann ist er nicht in der Welt erfüllt. Wenn er im Selbst gefestigt wird, dann wird es automatisch Freiheit geben und das Erreichen von Segen.

Tat Wale Baba 80 Jahre
Sri Tat Wale Baba beantwortet im Alter von 80 Jahren Fragen.

Maharishi Yogi unterbrach: „Was er jetzt sagt ist sehr wichtig!“

Das was allgegenwärtig ist muß nicht gesucht werden. Es ist schon da. Fang an zu sein. Das, was allgegenwärtig ist, muß nicht gesucht werden; nur unser Bewußtsein muß auf diese Stufe gebracht werden und der Segen ist da. Du mußt ihn nicht suchen. Verstanden? Bis wir in diesen allgegenwärtigen Segen gelangen, wird sich keine Zufriedenheit einstellen. Wenn sie kommen würde, wäre sie schon jetzt gekommen, auf so vielen Straßen in der Welt. Aber sie ist nicht gekommen. Darum ist das, was das Selbst ist, dein eigenes Sein. Du mußt nicht im Außen schauen. Und es ist unabhängig von irgendwelchen religiösen Überzeugungen und Glauben; Christen oder Mormonen oder Hindus. Dieses Sein ist das Wissen selbst. Du mußt nur erkennen. All die verschiedenen Manifestationen von Glück, die wir in der Welt erfahren, sind auch die Manifestationen des gleichen ewigen Seins, das unser Selbst ist. Wenn wir des Selbst bewußt sind, wenn wir es kennen, dann ist es gut. Ansonsten müssen wir sein. Und darum ist es notwendig, unser Bewußtsein tief in uns selbst zu bringen. So tief wir unser Bewußtsein zum Selbst bringen können, so intensiv können wir das wahrnehmen, was in unserem alltäglichen Leben allgegenwärtig ist. Wenn wir dieses Selbst erkannt haben, werden wir ewig zufrieden sein; während wir in der Welt bleiben, werden wir Zufriedenheit leben. Und es ist keine Frage davon uns von der Welt zu lösen. Wir müssen es nur erkennen, und wenn wir es erkannt haben, werden alle unterschiedlichen Manifestationen in der Welt als Manifestationen von dem erkannt. Wir müssen uns selbst nicht lösen. Es ist nur die Frage, unser Bewußtsein in dieses Gebiet zu bringen, und es zu sein und zu leben.

Nachdem wir dieses schöne, vollkommene menschliche Nervensystem gewonnen haben, wenn wir dieses Element des Selbst erkannt haben, dann haben wir dieses wunderbare, diamantgleiche Geschenk, dieses diamantgleiche Nervensystem wirklich genutzt, das in der Lage ist, uns ewigen Segen zu geben. Wenn es nicht erfahren wird, dann haben wir dieses Geschenk eines Diamanten verschenkt. Wir haben dieses menschliche Nervensystem nicht angenommen, für den eitlen Genuß veränderlicher Natur in diesem relativen Feld des Wechsels, sondern um diesen unendlichen Segen zu leben und ihn zu sein. Und wir müssen dieses erreichen, egal ob wir es in diesem Leben erreichen oder im nächsten oder im nächsten. Wir können das einfach nicht umgehen. Darum ist es besser, es mit der Hilfe des Gurus und der Schriften schnell zu erreichen. Warum es verzögern?

Der Rede Tat Wale Baba folgte eine Gelegenheit Fragen zu stellen.

Tat Wale Baba beantwortet Fragen
Sri Tat Wale Baba hält im Alter von 80 Jahren einen  Vortrag

Da jede Frage auf Englisch gestellt wurde, übersetzte Maharishi Mahesh Yogi in Hindi und übersetzte dann die Antworten von Tat Wale Baba.

Schüler: „Kann er uns etwas über seinen Meister sagen, und die Tradition der er folgt?“

Tat Wale Baba: „Das Selbst ist frei von jeder Tradition oder Nicht-Tradition.

Maharishi Mahesh Yogi (der seinen eigenen Kommentar hinzufügt): „Er ist aus der Tradition von Shukadev. Shukadev war wie er, nicht von dieser Welt. Davon entfernt.

Schüler: „Kann er uns sagen, was für eine Art von Meditation er macht?“

Tat Wale Baba: „Ich bin im Vedanta gefestigt und die Art wie wir darüber sprechen, so sind wir. Es gibt keine Übung als solche.“

Schüler: „Was denkst Du über Transzendentale Meditation?“

Tat Wale Baba: „Transzendentales Bewußtsein ist die Grundlage aller Erfahrung. Reines Bewußtsein ist das, durch was wir erfahren. Das ist nicht ein Ding, das man erfahren kann. Und diese ganze Welt ist in einem Zustand von reinem Bewußtsein, und es ist durch Das, daß wir alles erfahren.. Reines Bewußtsein oder Transzendentales Bewußtsein ist nichts, was wir erfahren. Durch Das erfahren wir alles. Das ist die Grundlage aller Erfahrung und des Erfahrens. Also genieße diesen Zustand.“

Schüler: „Ist es möglich, die eigene Kapazität zu vergrößern und diesen Zustand zu genießen?“

Tat Wale Baba: „Wir können ihn zu jedem beliebig großem Ausmaß durch Meditation vergrößern. Und wenn wir tiefer gehen, wird Das in unserem Leben draußen leuchten. Also ist es möglich, unsere Fähigkeit zu vergrößern, Das zu sein. Und das kommt durch Meditation.“

Schüler: „Hat er irgendwelche Techniken, die er seinen Schülern lehrt?“

Tat Wale Baba: „Wir sitzen im Wald und wenn wir im Wald sitzen, haben wir irgendeine Aufgabe zu erfüllen und mit dieser sitzen wir. Wenn ein Sucher kommt und fragt, gut. Wir geben Rat. Ansonsten haben wir nicht viel Zeit. Wir sind im Wald, und wir sind für eine bestimmte Aufgabe im Wald. Aber wenn irgendein Sucher kommt, dann ist es gut. Seine Zweifel werden geklärt und entfernt.“

Schüler: „Denkt er, daß seine Art zu leben dem Rest der Menschheit hilft oder nur ihm?“

Tat Wale Baba: „All die Heiligen, die meditieren und im Selbst gefestigt sind, sie sind die Grundlage für das Funktionieren des gesamten Universums, und sie sind die Grundlage der ganzen Sache, und nicht nur für sich selbst. Ihre guten Schwingungen beeinflussen die Gesellschaften in ihrem Fortschritt.

Schüler: „Wie ein Kraftwerk?“

Tat Wale Baba: „Wie ein Kraftwerk. Das Kraftwerk ist in Delhi und die Glühbirne leuchtet hier. Es ist nicht die Glühbirne die leuchtet. Es ist die Kraft aus dem Kraftwerk. Es sind die Heiligen, die in ihrem Selbst gefestigt sind, die dem gesamten Universum Leben einflößen. Und es sind sie, die Smriti Purananam (vedische Verhaltensregeln) gefunden haben. Es sind sie, die das Wesentliche, die Wirklichkeiten des Lebens gefunden haben, und der Welt unterschiedliche Arten zu leben gelehrt haben. Wege der Verwirklichung des Selbst, Wege der Verwirklichung von Gott, und all die höheren Zustände des Lebens. Es sind sie, die die Weisheit in die Welt gebracht haben, und sie sind die Grundlage all des wachsenden Wohlstands der Welt, durch ihre Schwingungen und durch ihre Erfolge.“

Schüler: „Wieviel Schlaf braucht er?“

Tat Wale Baba: „Wenn ich schlafe, was wird dann mit der Welt geschehen? Schlafen und Wachen – Schlafen und Wachen ist die Natur des Geistes. Manchmal schläft der Geist, manchmal ist er wach. Wenn ich schlafe, würde die ganze Grundlage der Welt schlafen und dann wäre nichts mehr übrig. Also schlafe ich nicht. Wenn jemand schläft ist es der Geist. Das Selbst schläft nicht. All diese Zustände von Wachen und Träumen, sie gehören zum Geist. Sie sind nicht der Zustand des Selbst. Und wenn Du davon sprichst, daß ich schlafe, dann schlafe ich nicht, weil das Selbst nicht schläft. Wenn das Selbst schläft, dann würde die ganze Welt einschlafen.“

Schüler: „Gibt es irgendeinen Unterschied zwischen der Zeit wenn er meditiert und der Zeit wenn er nicht meditiert, darin wie er fühlt oder mit seiner Umwelt interagiert?“

Tat Wale Baba: „Wenn man für einige Zeit meditiert, wird man dauerhaft in diesem Zustand des Seins ge- festigt. Und dann ist man, wo auch immer der Geist hin geht, in diesem Selbst gefestigt, egal was man hier oder dort tut; es spielt keine Rolle, wenn man im Selbst gefestigt ist. Und dieser Zustand kommt nach einiger Zeit, nachdem man tief nach Innen gegangen ist und wieder heraus kommt. Mit dieser Übung wird man dauerhaft im Selbst gefestigt, und egal was du dann auch immer machst, du bist nicht vom Selbst getrennt.“

Schüler: „Lebst Du jetzt in diesem Zustand.“

Tat Wale Baba: „Das was ungeboren ist, ewig, wir können darüber nicht in Begriffen von Zeit sprechen. In Begriffen von Zeit kann man nicht über das Selbst sprechen.“

Schüler: „Fühlt er, daß es noch mehr zu erreichen gibt?“

Tat Wale Baba: “Was kann gewonnen oder erreicht werden? Das was gewonnen werden kann ist allgegenwärtig, und wir sind das, und es ist schon erreicht. Solange der Geist im wechselhaften Relativen herum gewandert ist, solange war es außerhalb unserer Sicht. Und als der Geist konzentriert wurde und diese Stufe erreicht hat, geschah nichts Neues. Die Sache die dort war, ist dort. Nichts Neues geschah oder wurde erreicht. Nichts! Das was dort war ist auch jetzt dort, und war es auch zuvor. Der Unterschied ist nur im Geist, der Geist war sich dessen nicht bewußt und jetzt ist sich der Geist bewußt. Also was gibt es da zu reden über das Erreichen weiterer Zustände?“

Tat Wale Baba nach der Vorlesung 
Sri Tat Wale Baba verlässt die Vorlesungshalle


Schüler: „Kann er uns etwas über die Liebe sagen die aus dem eigenen Herzen fließt wenn dieser Zustand einmal erreicht ist?“

Tat Wale Baba: „Die eigene Liebe fließt über. So wie er sich selbst liebt, so fängt er an andere zu lieben. Weil in diesem Zustand gibt es nichts anderes als das eigene Selbst. Darum ist die eigene Liebe zum eigenen Selbst die eigene Liebe zu anderen. Und dann, was es auch immer für Kommunikation gibt, es ist die Kommunikation im eigenen Selbst.

Das Selbst ist golden. Es ist nur eine Frage unser Bewußtsein zu dem zu bringen, und dann wird das Kriterium für das sein, daß wir anfangen nur Liebe und nur Harmonie im Feld all unserer Handlungen und Erfahrungen zu zeigen. Das wird das Kriterium sein. Wenn die Liebe zunimmt, wird sie zur Waage, um zu messen, ob wir uns dem nähern. Ansonsten ist diese Sache schon da, wir müssen sie nur in unserem Leben verkörpern. Wir müssen mehr Liebe ausüben, mehr Glück. Der Ausdruck von dem ist notwendig. Ansonsten ist der Zustand von dem schon da und wir werden mehr davon ausdrücken, wenn wir uns dessen mehr bewußt werden.“

Schüler: „Können wir mit Dir meditieren?“

Tat Wale Baba schloß seine Augen und wir alle meditierten für ungefähr 20 min.. Dann wurde die Möglichkeit mehr Fragen zu stellen wieder aufgenommen.

Schüler: „Was siehst Du als die Zukunft für die Welt?“

Tat Wale Baba: „Wir müssen die Zukunft erschaffen. Die Zukunft muß uns nicht erschaffen. Und wenn wir gute Dinge tun und meditieren und das Selbst erfahren und allgegenwärtig sind, dann wird die Zukunft gut sein. Wenn wir das nicht tun, erschaffen wir uns eine schlechte Zukunft. Wir müssen die Zukunft erschaffen. Zukunft liegt in unseren Händen.“

Schüler: „Wird es Weltfrieden geben?“

Tat Wale Baba: „Die Welt ist in Dir. Und wenn du im Innern Frieden hast, wenn Dein Bewußtsein in Deinem Selbst gefestigt ist, dann ist deine Welt in Frieden. Und wenn Du wankelmütig und ohne Frieden bist, und wenn du nicht mit deinem eigenen ewigen Zustand des Seins im Einklang bist, dann ist die Welt ohne Frieden. Wenn du auf der kosmischen Ebene Frieden erschaffen möchtest, mußt du Zuflucht bei Gott suchen. Und wenn du Frieden in Dir selbst möchtest, dann erkenne das Selbst und deine Welt wird in Frieden sein und du wirst sehen, daß die ganze Welt in Frieden ist. Die Welt ist wie du bist, und die Welt wird so sein wie du sein wirst.“

Schüler: „Gibt es irgendwelche Abkürzungen um Karma zu reinigen?“

Tat Wale Baba: „Der kürzeste Weg für die Reinigung von Karma ist, sich Gott zu ergeben, Hingabe an Gott, Selbstverwirklichung. Und wenn du das Selbst erkennst, werden deine Geist und seine Sinne gereinigt sein. Und wenn deine Sinne gereinigt sind, werden all deine Handlungen gut sein. Sie werden das Leben unterstützen. Sie verhalten sich dir gegenüber wie deine Freunde. Und wenn dein Geist nicht im Selbst gefestigt ist in der Pracht Gottes, dann werden deine eigenen Sinne dein Feinde werden. Und dann wird all dein Karma dich als dein Feind angreifen. Es ist die Festigkeit des Geistes im Selbst, das deine Sinne zu deinen Freunden macht, und Nicht-Festigkeit im Selbst macht deine Sinne zu deinen Feinden. Sinnesfeind bedeutet Karma, weil Karma von den Sinnen ausgeführt wird. Darum wird das Karma gut sein wenn der Geist im Selbst gefestigt ist und das Karma wird nicht gut sein, wenn der Geist nicht im Selbst gefestigt ist.

Übe. Steigere deine Übung um das Ziel zu erreichen.“

Schüler: „Ist es zulässig ein Haushälter zu sein und diese Übung zu tun?“

Tat Wale Baba: „Der Lebensstil des Haushälters ist nicht schlecht aber, wenn wir nicht in der Lage sind, den Standards dieses Lebensstils entsprechend zu leben, dann machen wir eine Hölle daraus wenn wir selbst im Lebensstil eines Haushälters leben.“

Schüler: „Ist es möglich, in der Welt zu arbeiten wenn wir den höchsten Zustand von reinem, höchsten Wissen erreicht haben?“

Tat Wale Baba: „Es gibt zwei Lebenswege: Haushälter und Entsagender. Diejenigen, die ein Haushälterleben leben, sind durch Gewohnheit mit Aktivitäten beschäftigt, selbst wenn sie diesen Zustand höchsten Wissens erreicht haben. Und diejenigen, die von Natur aus Entsagende sind, haben überhaupt nichts mit der Aktivität des Lebens zu tun. Also leben sie weiterhin so. Aber beide leben in diesem Zustand höchsten Wissens.“

Schüler: „Ist es möglich, daß jemand der ein Haushälterleben lebt dann den Wunsch entwickeln kann umzuschalten und das Leben eines Entsagenden zu führen? Oder würde dies einen Konflikt verursachen?“

Tat Wale Baba: „Der ideale Zustand wäre es, gar nicht erst Haushälter zu werden. Wenn du ein Sannyasin (Entsagender) werden möchtest, oder wenn du das Haushälterleben betreten hast, dann teile die Verantwortlichkeit die du übernommen hast mit der Frau und den Kindern und dann erfülle diese Verantwortung. Bilde deine Kinder aus und erfülle das Ganze. Dann wäre es gut, von dort wegzugehen. Ansonsten gehe erst gar nicht herein, das wäre noch idealer. Wenn du die Verantwortung übernommen hast, wäre es nicht gut die Verantwortung nicht abzuschlies- sen.“

Als ich warm in meinen Schlafsack eingehüllt lag und meine Erinnerungen durchsah, konnte ich es kaum glauben, daß 20 Jahre vergangen waren, seit ich diese einfachen Wahrheiten gehört hatte, die Tat Wale Baba gesprochen hatte. Nach ungefähr 2 Stunden nostalgischen Träumens glitt ich in einen tiefen Schlaf.

Tat Wale Babas Grab
Das Grab Sri Tat Wale Babas grenzt an Swami Shankardasjis Schlafenraum.

Kapitel 7 - Und dann gab es Einen

Ich wurde aus meinem Schlaf früh am Morgen des folgenden Tages aufgeweckt durch das Balzen zweier kleiner nächtlicher Geschöpfe, die einen Weg in das Ashramzimmer gefunden hatten. Es war zu dunkel um etwas zu sehen. Aber weil ich hellwach war, entschloß ich mich, zum Grab von Tat Wale Baba zu gehen. Ich kroch langsam den Flur entlang in Richtung der Öffnung der angrenzenden Höhle wo das Grab war. Als ich die Höhle betrat fühlte ich eine enorme mystische Kraft, die von Tat Wale Baba‘S Grab ausging. Die Kraft war so intensiv, es war so wie die Kraft von Energie, die man erfahren würde, wenn man sich einem glühenden Hochofen nähern würde. Ich nahm meinen Platz in der Höhle ein, in einer Sitzhaltung vor dem Grab. Ich meditierte während die mystische Energie stark in mich eindrang und nahm ihren Einfluß in mich auf. Ich fiel schnell in einen tiefen, sehr tiefen Zustand der Meditation. Mein Rücken blieb aufrecht, obwohl er durch nichts gestützt wurde. Ich saß bewegungslos, als sei ich in einer statuenähnliche Haltung durch diese unsichtbare Kraft eingefroren worden. 5 Stunden vergingen als sei es nur eine halbe Stunde. Ich war mir bewußt, daß die Dämmerung begann und das Swami Shankardasji aufstand und sich um seine Morgenpflichten und Meditation kümmerte. Und dennoch blieb ich in tiefer Trance. Überwältigt von dem profunden inneren Frieden dieser Meditationserfahrung.

Ungefähr um 8 Uhr morgens kam ich aus meiner Meditation heraus, gerade, als Swami Shankardasji im angrenzenden Raum mit der Übung seiner Asanas begann. Ich beobachtete den Swami wie er seine Routine verrichtete. Er war ein Meister. Sein Gleichgewicht war vollkommen, als er sich von einer komplexen Haltung in die andere bewegte.

Während ich zusah, bewunderte ich Swami Shankardasji für diesen Lebensstil. Als Jugend- licher hatte ich ein entsagendes Leben als Yogi an einem Rückzugsort in den Bergen er- wogen, entfernt vom schnellebigen Rattenwettlauf in der Welt materieller Wünsche. Hier war ein Mann, der das Leben eines Yogis lebte, der spirtituellen Entwicklung hingegeben. Ich beobachtete jede seiner Bewegungen und erfuhr an seiner Stelle sein Leben. Sein Leben war sehr einfach. Es gab keinen Strom oder Gas, um künstliche Hitze oder Licht zu liefern. An einer kleinen Feuerstelle entzündetes Holz lieferte Feuer zum Kochen. Die Toilette wurde im Wald verrichtet. Ein ganzjähriger Wasserfall lieferte tägliche eine erfrischende Dusche. Eine Leitung von diesem Wasserfall fing einen ausreichenden Fluß und Druck von Wasser auf um am Tor des Ashrams einen ständig fließenden Brunnen zu geben. Die Diät des Swamis war so einfach wie sein Lebensstil. Manchmal aß er die Blätter, Wurzeln und Früchte, die vom umgebenden Wald geliefert wurden. Meistens bereitete er einfache vegetarische Gerichte aus Gemüse und Getreide zu. Er aß sparsam und nahm ein oder zwei leichte Mahlzeiten täglich zu sich. Und dennoch hatte er eine starke, muskulöse Figur. Sein Leben war unbehindert durch solche weltlichen Nichtigkeiten wie Automobile, Fernseher, VCR und die große Anzahl von Konsumgütern, ohne die die westliche Welt einfach nicht auskommen kann. Swami war mit dem Wenigen zufrieden was er hatte. Obwohl er nur wenig materiellen Komfort hatte, war er voller Mitgefühl und Liebe, wenn er sich um den Ashram seines verstorbenen Gurus kümmerte.

Tat Wale Baba mit 85
Sri Tat Wale Baba im Alter von 85 Jahren, vier Tage vor seinem Mahasamadhi (Tod).

Nachdem Swami Shankardasji seine Morgenroutine beendet hatte, gab es Zeit und Möglichkeit für uns um noch etwas weiter zu sprechen. Ich nahm die Richtung der Fragen wieder auf, der ich am Tag zuvor gefolgt war.

„Wie alt war Tat Wale Baba? War er wirklich so alt wie man von ihm sagt?“

„Es ist schwer zu sagen,“ antwortete der Swami, “weil keine bekannten Aufzeichnungen existieren und Tat Wale Baba aufhörte zu altern, nachdem er ungefähr 35 Jahre alt war. Der Swami fuhr fort „ein Mann der in der Grundschule ein Klassenkamerad von Tat Wale Baba war und der Tat Wale Baba später im Leben gesehen hatte, sagte, daß Tat Wale Baba aufgehört habe zu altern. Der Mann starb vor kurzem, und er war ungefähr 95 Jahre alt.

Indem ich annahm, daß Tat Wale Baba gleich alt wie sein Klassenkamerad war, schätzte ich, daß Tat Wale Baba Geburtsjahr ungefähr 1890 sein mußte.

„Dies würde festlegen, daß Tat Wale Baba ungefähr 85 Jahre alt war als er getötet wurde,“, sagte ich, und schaute nach einer Bestätigung vom Swami.

„Das ist ungefähr richtig“, sagte er.

„Wie hast du Tat Wale Baba getroffen?“

Der Swami strahlte, als er diesen wertvollen Moment in seinem Leben erinnerte. „Ich war sieben Jahre alt, als ich mein Zuhause für die Suche nach Lord Shiva verließ. Ich wanderte durch ganz Indien und schließlich sagte mir ein Yogi, ich solle in den Himalayabergen Tapasia üben, dann würde ich vielleicht Gott finden. Also ging ich 1965 nach Rishikesh und blieb im Swarg Ashram. Dort las ich in einem Buch, daß es ohne einen Guru nicht möglich sei Moksha (Befreiung) und Erkenntnis des Brahman zu bekommen. Meine Suche nach meinem Guru wurde intensiver. Ich ging zum Berg Manikut um Tapasia zu üben und hoffte immer noch Lord Shiva zu finden. Als ich den Berg hinauf kam, sah ich Tat Wale Baba auf einem Stein vor seiner Höhle sitzen. Für mich sah er wie Lord Shiva aus. Als ich ihn sah, fingen mein Herz und mein Körper zu zittern an und ich wurde sehr ängstlich. Ich rannte weg in den Wald und suchte Zuflucht unter einem Baum bis zum Abend, als ich in den Swarg Ashram zurückkehrte. Die nächsten 3 Tage saß ich in der Nähe der Ganga. Ich laß die Gita und fastete und trank nur Gangeswasser. Ich betete zu Gott um Führung. Ich kehrte zu Tat Wale Baba‘S Höhle zurück. Ich hatte keine Angst mehr. Wir schauten einander gleichzeitig an. Er lächelte mich an und ich fühlte mich ihm gleich nahe. Also blieb ich und ich bin seitdem bei ihm geblieben.“

Swami stand auf und griff nach einem Ordner aus dem er ein Fotoalbum herauszog. Er zeigte mir seine Fotosammlung. „Ich stelle ein Buch mit Fotos zusammen, so daß Besucher eine Geschichte von Tat Wale Baba‘S Leben sehen können.“

Von dieser Aussage aus führte eine Idee zur nächsten und der Impuls zum Schreiben dieses Buches wurde geboren. Swami Shankardasji und ich unterhielten uns noch für einige Stunden mehr.“ Normalerweise spreche ich nicht so viel“, sagte er.

Weil mir jedoch meine Zeit schnell davon lief, mußte ich nach mehr Informationen drängen. „Machte Tat Wale Baba Asanas?“ fragte ich.

„Normalerweise nicht. Er zog lange Meditationen den Asanas vor.“, sagte der Swami.

„Lehrte er irgendwelche Techniken?“

„Ja,“ sagte der Swami. „Nachdem ich 2 Monate lang in Tat Wale Baba Dienst war, gab er mir Initiation und lehrte mich einige Meditationstechniken. Er lehrte unterschiedliche Techniken für Sadhus, unterschiedliche Techniken für Yogis und unterschiedliche Techniken für allgemeine Menschen. Er gab auch allgemeines Wissen. Als ihn z. B. einmal ein Besucher fragte, wie der Geist zu kontrollieren sei, sagte er, daß du die Begierden nicht anhalten kannst, weil das so ist, als wollte man den Ganges anhalten. Er sagte, man solle den Geist fließen lassen. Aber wo auch immer der Geist hin geht, dort sollst du auch deinen Gott sehen, deinen persönlichen Gott. Auf diese Weise kommt dein Geist automatisch wieder zurück zur Konzentration auf das Ziel, auf Gott.“

„Tat Wale Baba sagte, wenn du arbeitest, solltest du alles im Namen Gottes machen, alles für Gott machen,“ fuhr der Swami fort. „Hilf niemanden um der Früchte willen, nur als Dienst an Gott. Dann wird Gott dir das was gut für dich ist, selbst geben. So werden die Leute wie die Kinder einer Katze werden – was immer ein Kätzchen braucht, wird die Katzenmutter ihm sofort geben. Ansonsten werden sie wie Affenbabies sein, deren Mutter herum rennt und springt und das Baby muß warten oder ihr hinterher jagen um ernährt zu werden.“

Sri Tat Wale Babas Worte
Sri Tat Wale Babas Worte sind am Tor des Ashrams angebracht.

Der Swami fügte dann hinzu „Tat Wale Baba riet den Leuten, ihre Aufmerksamkeit auf ihren Guru oder Gott zu lenken – sowie Jesus, Rama, Krishna – während sie Handlungen ausüben. Indem sie dies tun, werden sie das Ideal Gottes oder des Gurus durch ihre Handlungen erreichen.“

„Hatte Tat Wale Baba Schüler?“

Der Swami antwortete: „Zur Zeit seines Todes hatte er nur 11 Schüler. Aber er hatte Tausende von Devotees sowohl in Indien als auch in der ganzen Welt. Jedes Jahr kommen am 2. Dezember, dem Tag, an dem mein Guru Samadhi nahm, hierher in Erinnerung an ihn.“

Obwohl Hunderte von Menschen jährlich kommen und Tausende auf der ganzen Welt ihn lieben, bleibt nur Swami Shankarsasji als der einzige Fürsorger des Tat Wale Baba-Ashrams. In der abgeschiedenen Dschungeldecke des Himalayas verborgen, bleibt er in kontinuierlichem Dienst hingegeben und hält die Tradition seines Gurus aufrecht.

Kapitel 8 - Sein Licht leuchtet immer noch

„Wir haben seit über 24 Stunden nichts gegessen,“ erkannte Swami Shankardasji, als unser Gespräch bis in den Nachmittag hinein dauerte. „Laß uns jetzt unsere Mahlzeit nehmen und später weiter sprechen,“ schlug er vor.

Ich stimmte zu und der Swami ging in den benachbarten Raum, um das Abendessen zuzubereiten. Er kam nach einer Weile zurück mit einem Berg von Aloo Gobi (Kauliblumen und Kartoffeln mit Gewürzen) auf einem großen Tablett. Er gab mir das Tablett, stand in der Nähe und wartete, daß ich essen würde. Als ich bemerkte, daß er selbst kein Tablett hatte fragte ich: „Ißt Du nicht?“

„Doch,“ sagte er „aber zuerst möchte ich sicher sein, daß du mit deiner Mahlzeit zufrieden bist. Ist es richtig für dich gewürzt? Möchtest du etwas mehr Salz?“

„Nein, es ist gut,“ sagte ich immer noch verwundert, weil er kein Essen für sich selbst hatte.

Nachdem der Swami sicher war, daß ich mit seinen kulinarischen Fähigkeiten zufrieden war, verließ er den Raum, um in der Küche alleine zu essen. Da erkannte ich, daß Swami Shankardasji es vorzog alleine zu essen. Ich dachte eine Weile darüber nach und fragte mich, wie viele Verdauungs- und Magen-Darm-Probleme gelöst oder verhindert werden könnten, wenn jeder alleine essen würde – ohne zu streiten und sich zu zanken, während man ißt. Ohne Nahrung herunter zu schlingen, um das Wort in einem Gespräch an sich zu reißen. Ich schlußfolgerte, daß Stille während der Essenszeiten einen positiven Einfluß auf die Gesundheit haben muß.

Nach ungefähr einer halben Stunden, kam Swami Shankardasji zurück und bot mir Nachschlag an, aber ich war satt und mehr darum bemüht, zu unserem Gespräch zurückzukommen, das wir nach einer kurzen Zeit des Abwaschens wieder aufnahmen.

„Erzähl mir etwas mehr über Tat Wale Baba,“ bat ich und hoffte, daß meine breite Frage neue Informationen ans Licht bringen würde.

Swami Shankardasji dachte eine Weile nach, dann antwortete er: „Es war Tat Wale Baba Wunsch, die Menschheit und alle Religionen für Frieden in der Welt zusammenzubringen. Er sah diesen Ort hier als das zukünftige Zentrum der Welt voraus, von wo aus er die Leute lenken würde und neue Botschaften zum Nutzen der Welt geben würde. Unglücklicherweise war seine Arbeit nicht beendet, als er uns plötzlich verließ. Er war dabei, mehr Höhlen für die Meditation zu bauen“. Nach einer langen Pause des Nachdenkens fuhr der Swami fort: „Dieser Platz ist ganz besonders. Gemäß der Shiva-Puranas war es in diesem Gebiet, wo Lord Shiva mit seinem Gefolge von Göttern und Weisen zu einer Rast anhielt, während er auf dem Weg war, Sati in Hardwar zu heiraten. Es gibt eine Spekulation unter einigen Swamis, daß die von Tat Wale Baba benutzte Höhle die Bhut Nath Gufa ist (Höhle von Shiva).

Ich bemerkte eine spirituelle Kraft, die nicht nur vom Grab Tat Wale Baba, sondern auch vom Ashram ausging. Vielleicht verleiht diese der uralten Mythologie der Shiva Puranas und der Folklore, die seit Generationen von Swamis weitergegeben wurde, Glaubwürdigkeit.

Swami Shankardasji erklärte: „Einige Leute, die hierher kommen, werden verrückt. Sie sagen, sie können es nicht aushalten und rennen raus.“

Ich antwortete mit meiner Theorie: „Ich denke es ist die Kraft, die hohe Schwingung hier. Dies bringt sie dazu, sich so unbequem zu fühlen, daß sie wegrennen wollen.“

„Kann sein,“ sagte der Swami.

Es wurde spät und ich mußte einige Bilder machen, bevor die Dämmerung anfing. Swami Shankardasji brachte mich hinaus und stellte mich zweien seiner Faunafreunden vor; Mayurs (Pfauen) mit ihren prächtigen leuchtend blauen und grünen Federn. Er fütterte sie mit Brotstücken während ich Fotos machte von dieser zarten Begegnung zwischen dem Swami und diesen normal sehr scheuen Vögeln.

Dann nahm mich Swami Shankardasji mit zu einem Spaziergang über das Gelände des Ashrams und zeigte mir eine Reihe erodierter Höhlen, die er ausbauen möchte und die vom Unterholz des Waldes verborgen waren.

In einer der kleineren Höhlen war ein Shivalingam, der den Ort des Sri Tat Wale Baba-Ashrams als Bhut Nath Gufa kennzeichnete.

Todestag zum Gedenken an Sri Tat Wale Babas
Jeden 2. Dezember treffen sich Hunderte von Leute im Gedächtnis an Tat Wale Baba. Mahamandaleshwar Swami Hari Swaroopji steht im Vordergrund. Swami Shankardasji ist rechts daneben, ebenfalls in roter Robe.

http://www.yogiphotos.com/index.html
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