Klassenfahrten genoss ich richtig, obwohl ich von den anderen immer links liegen gelassen wurde. Na gut, es schmerzte schon zu sehen das keiner einen im Zimmer haben wollte aber irgendwann hatte man sich auch daran gewöhnt. In Carolinensil war es ganz lustig, wir haben Besenkämpfe und anderen Quatsch zusammen gemacht, nur die Wattwanderung fiel Wort wörtlich ins Wasser, es regnete und wir wurden alle Pudelnass. Ein lausiger Tag, der mir die Freude nahm. Großen Tumult gab es beim Auszug meiner Schwester die dies schon mit 16 Jahren machte. Sie erhielt für die Startzeit Betreuung und versuchte das Jugendamt auf unseren Fall aufmerksam zu machen, was aber nicht wirklich was brachte. Ich glaube noch nicht einmal das die unseren Fall damals registriert haben Drei mal bin ich im Ferienlager mitgefahren, es dauerte immer drei Wochen und es war immer ganz schön. Wir sind nach Nephen Beienbach gefahren, in einer großen Jugendherberge fanden wir mit alle man Platz. Wir fuhren jedes mal mit zwei Bussen und das ganze lief von der Diakonie aus. Es war eine bergige Landschaft und wir sind viel gewandert. Eine Nachtwanderung gab es auch, die ersten beiden mahle waren eigentlich ganz normal doch die letzte war etwas besonderes. Wir waren gerade losgegangen als uns ein Besoffener entgegen kam die Gruppenleiterinnen dachten sich nichts dabei weil eigentlich sich ein Gruppenleiter als Besoffener verkleidet hatte, nur dieser war halt echt und grölte uns richtig an. Wir ergriffen die Flucht. Bei einer Fahrt ging es uns allen schlecht, die meisten hatten Magen und Darm Grippe und ein Arzt musste täglich kommen. Nur ich habe eine Ausnahme gemacht, ich hatte zwar irgendetwas aber Magen und Darm Grippe war es nicht. Heute vermute ich das es was mit der Psyche war, aber das kann man nicht mehr prüfen. Und dann habe ich mal einen Unfall gebaut. Als wir mal mit unseren Rollschuhen den Berg runterrollen wollten kam uns ein Auto entgegen doch wir konnten nicht bremsen. Ich weiß nur noch das ich voll auf die Steine geflogen bin und Plötzlich im Bett lag. Die anderen beiden, die mit mir gefahren waren, sind voll in die Brennnesseln gedüst denen juckte die Haut überall, aber schlimm verletzt hatte sich eigentlich keiner. Wenn es wieder Heimwärts ging, heulten alle weil es auf seine Art immer schön war. Ich habe auch geheult, und meist auch wie ein Schlosshund, schließlich war es mal wirklich Freizeit und nicht gespielte. Von Jahr zu Jahr wurde für uns die Folter schlimmer, wir mussten auch nach der Uhr pünktlich sein, da kann man als Beispiel gut das Frühstück nehmen, kamen wir eine Minute zu spät zur Tür herein, dann wurden wir schon wieder tyrannisiert bis zum geht nicht mehr, doch waren wir eine Minute zu früh brüllte er los wir würden seinen Zeitplan durcheinander bringen was uns denn wohl einfallen würde. Und dabei übertreibe ich nun nicht! Es war wirklich so das wir morgens vor der Esszimmertür standen, auf die Uhr schauten um auf die Minute pünktlich ins Zimmer zu treten, es was erniedrigend. Als einzige Stütze in den Jahren hatten wir als Nachbarn meine Großeltern und meine Onkels. Am meisten aber meine Oma und meinen Onkel P.. Dieser versuchte immer wieder zu schlichten und uns zu helfen. Lehrer versuchten es auch mal, aber sie machten es eher noch schlimmer. Dabei bin ich gern zur Schule gegangen, nicht um zu lernen, sondern eher um mal auszuspannen. Der viele Streit war einfach erdrückend. Meine Mutter musste auch öfters weg zur Kur, komisch ist es schon wenn ich damals auch dachte sie hätte uns so gut sie konnte geholfen bin ich heute doch der Meinung das es nicht so gewesen ist. Wenn wir ein Problem mit ihm hatten, dann wandte sie sich ab und sagte zu uns sie hätte keine Zeit, meistens war sie dann bei der Wäsche. Ihre Aussage die sie uns hinterher mal gab konnte ich und will ich auch heute erst recht nicht akzeptieren, sie wolle uns doch nur einen Vater geben. Dabei hat sie doch nur an sich gedacht. Können sie sich vorstellen wie es ist wenn man lieber geschlagen werden will anstatt ständig diesen Streit? So war es für uns, wir waren alle vom Prinzip her am Ende. Gut, ich mochte meiner Mutter sehr und wenn sie Probleme hatte, habe ich meine Ohren für sie offen gehabt. Ich habe ihr immer zugehört, oft ging das Stundenlang, und es war nicht immer einfach für mich. Doch heute weiß ich nicht mehr was ich für sie fühlen soll, ich muss dazu sagen das ich mich von ihr verletzt fühle. Sie hat immer eine Ausrede gehabt wenn wir mit ihr reden wollten. Es war als stehe man vor einer Tür die sich nur öffnete wenn es ihr schlecht ging und wir ihr zuhören sollten, wenn wir aber den Wunsch verspürten blieb die Tür geschlossen und wir kamen nicht an sie heran. Mein Bruder zog sich immer mehr zurück, sodass selbst ich nicht mehr an ihm ran kam. Es fällt mir schwer es zu sagen, doch wir haben uns ihm gegenüber alle falsch verhalten.  Den Einstieg zur Realschule habe ich mit hängen und würgen erreicht. Ich hatte so gerade eben eine Empfehlung dafür erhalten. Das hatte mich sehr gefreut, denn dadurch dürfte man in die Schulband. Diese fand ich eigentlich im 7. Schuljahr noch ganz toll, doch sie wurde schlechter, wir hatten halt welche dabei die einfach meinten sie sängen wie die Profis und das ohne ein bisschen zu üben. Das ging natürlich in die Hose, doch der Lehrer merkte es nicht wirklich. Dann ein weiterer Schock in meinem Leben der einiges Veränderte und von mir sehr viel Kraft forderte: Mein Bruder brachte sich selbst um, ich war auf eine Klassenfahrt, wir nannten es Besinnungstage in Rulle. Ich wusste bislang nicht was es war, doch fing ich am Donnerstag einen Tag vor Heimfahrt plötzlich an zu weinen. Ich wusste nicht warum, konnte es mir auch nicht erklären doch ich fühlte das was nicht stimmte und ich behielt recht. Am Freitag als wir daheim ankamen sagte sie mir er sei davongelaufen und würde schon von der Polizei gesucht. Ich habe mir die ganze Zeit über sorgen gemacht und die Nacht durchgeweint, denn es konnte nur etwas schlimmes passiert sein. oben |