Wappen der Stadt Zons


Mein Wohnort



Seit Juni 1986 wohne ich in Zons, einem eingemeindetem Stadtteil von Dormagen. Zons ist eine mittelalterliche Zollfeste mit einer bewegten Geschichte direkt am Rhein gelegen.

Zons kann auf eine etwa 2000-jährige Geschichte zurückblicken, belegt durch archäologische Funde. Schon zur Zeit der Römer sollen hier Truppen stationiert gewesen sein. Im Mittelalter war Zons eine Zollfeste am Rhein, um die es etliche Fehden gab. Zu Beginn des 13.Jahrhunderts wurde Zons zur Burg ausgebaut und 1288, nach der Schlacht bei Worringen, wurde die alte Burg Zons bis auf die Grundmauern geschleift. Im späten 14.Jahrhundert wurde der Rheinzoll aus Neuss nach Zons verlegt, 1373 wurde Zons zur Stadt erhoben. Mehrmals im Laufe seiner Geschichte wurde Zons in kriegerische Fehden hineingezogen und belagert, überstand diese aber gut. Was diese Fehden Zons nicht anhaben konnten, taten Feuersbrünste, zuletzt 1620, und das Rheinhochwasser 1784, die Zons schwere Schäden zufügten. So ist Zons eine der am besten erhaltenen befestigten Städte im Rheinland und ein touristischer Anziehungspunkt, auch durch traditionelle Festivitäten wie dem Matthäusmarkt und die Märchenspiele in der Freilichtbühne.


Leider ist Zons in der heutigen Zeit vor Bausünden nicht verschont geblieben, das alte Strassenpflaster wurde durch modernes ersetzt, in der Festung wurden die Feuerwache, das Rathaus und eine nie genutzte Tiefgarage gebaut, zudem einige alte Häuser verfallengelassen und durch moderne Gebäude ersetzt, doch trotz allem immer einen Ausflug wert.


Heute besteht Zons aus der alten Festung und der später nördlich und östlich um die Festung entstanden Siedlungen.


Ein Rundgang durch die Feste Zons

Von der Aldenhovenstrasse her kommend kommt man zuerst zu einen grossen, gepflasterten Platz. Dort ist schon gleich die erste, wenn auch kleine Sehenswürdigkeit, der Schweinebrunnen.

Der SchweinebrunnenDer Schweinebrunnen erinnert an eine Fehde, in deren Verlauf es zum Diebstahl von 50 Schweinen gekommen sein soll.

Kurz hinter dem Schweinebrunnen stand bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts das Westtor der Zollfeste. Von dort aus kann man nach rechts entlang des Wallgrabens zur Windmühle und weiter entlang der Stadtmauer zur Freilichtbühne gehen. Nach links geht es auch entlang des Wallgrabens zum Nordwestturm und weiter zum Rheintor.

Wallgraben mit Stadtmauer und Windmühle

Gleich hinter der Stadtmauer entlang führt eine Gasse zur Windmühle. Diese wurde Anfang des 17. Jahrhunderts auf dem Südturm gebaut und war bis 1909 in Betrieb. Im Sommer kann diese Windmühle besichtigt werden, im Inneren ist noch das komplette Mahlwerk erhalten. Gegen einen Obulus von 1,-DM kann man die Flügel per Elektromotor drehen lassen. Von der Windmühle aus geht's zurück zur Schlossstrasse. Dort kommt man dann zu einem grossen Platz, in den 60/70iger Jahren bebaut mit der Feuerwache, dem alten Rathaus und einer nie genutzten Tiefgarage. Dort steht auch der "Juddeturm. Linke Hand von der Schlossstrasse geht's zur Ende des 19.Jahrhunderts erbauten Pfarrkirche St. Martinus.

Der JuddeturmSt. Martinus Kirche

Am Ende der Schlossstrasse befindet sich rechts das ehemalige Schloss, in dem heute das Kreismuseum untergebracht ist. Hinter dem Schloss auf dem Freigelände wurden vor ein paar Jahren die Reste verschiedener mittelalterlicher Gebäude ausgegraben. Dort befinden sich auch diverse Relikte aus längst vergangenen Zeiten, wie alte Fischerboote.Das Kreismuseum Zons im alten Schloss

Durchgang zum Rundweg um Zons am alten Rheinbett

Gleich gegenüber dem Museum befindet sich dieser Durchbruch in der Stadtmauer. Man gelangt dort auf den Rundweg um die Feste Zons, der hier durch das alte Flussbett des Rheins führt. Im Mittelalter, vor dem grossen Rheindurchbruch floss der Rhein direkt unterhalb der Feste Zons entlang. noch heute ist das alte Flussbett gut zu erkennen, und einige schmiedeeiserne in die Stadtmauer eingelassene Ringe zeugen noch heute davon.

Zahlreiche alte, aus dem 18./19. Jahrhundert stammende Häuser stehen unter Denkmalschutz und werden von ihren Bewohnern liebevoll instandgehalten, gepflegt und in der warmen Jahreszeit mit überquellenden Blumenkästen verziert, so wie dieses Haus an der Ecke Schlossstrasse/Rheinstrasse.

Von der Schlossstrasse geht's in die Rheinstrasse entlang der Stadtmauer. Auf dieser stehen zwei von ehemals drei Wachtürmen.

Am Ende der Rheinstrasse stehen die ältesten erhaltenen Häuser, teilweise aus dem 14. Jahrhundert.

Unmittelbar vor dem Rheintor kann man links in die Mauergasse entlang der Stadtmauer mit teilweise noch erhaltenen Wehrgangaufgängen gehen. Im Restaurant "Destille" befindet sich ein Museum mit Gegenständen aus der Geschichte von Zons in privater Hand. Und dort kann man auch einen Ritterschmaus zu sich nehmen. Durch diverse kleine Strassen kann man durch die Feste, teilweise entlang der Stadtmauer zum Schweinebrunnen zurückgehen.Die Mauergasse mit Blick auf den Rheinturm

Das Rheintor mit Rheinturm und KapelleGeht man durch das Rheintor, so kommt man auf den Vorplatz. Von dort aus kann man links rum entlang des Wallgrabens weitergehen, rechts hinter dem Vorplatz entlang der Stadtmauer durch das alte Bett des Rheins an Freilichtbühne und Windmühle spazieren, oder aber man geht über den Parkplatz auf den Deich und weiter zum Rhein runter.


Es war irgendwann einmal ein wunderschöner Sonnenaufgang. Ich kam gerade von der Nachtschicht nach Hause, als sich der Himmel rötlich verfärbte. Ich holte meine Kamera und fuhr zum Deich am Rhein, der gerade Hochwasser führte und fing den Sonnenaufgang ein.



Zons im Internet

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