"Die Wahrheit sollte geradeheraus gesprochen werden, so daß andere verstehen können,
wie die Dinge wirklich liegen."
(Prabhupada)
Merkwürdige Ähnlichkeiten zwischen der Lehre der Zeugen Jehovas und der ISKCON
Von Yvonne Jeanette
Die ISKCON und die Zeugen Jehovas? Ein merkwürdiger Vergleich, nicht wahr? Zwei Religionsgemeinschaften, die, oberflächlich betrachtet, verschiedener nicht sein können.
Eine Lehre entstammt der bunten, exotischen Welt des polytheistischen Indien, die andere der grimmigen Humorlosigkeit des gestrengen amerikanischen Protestantismus. Letztere verbietet strikt das Benutzen von Bildern bei der "Anbetung", die erstgenannte geht davon aus, daß es die höchste Form der Religion sei, - zugegeben sehr niedliche – Götterpüppchen mit vegetarischem Essen zu bekochen.
Wie kann man also auf die Idee kommen, daß eins mit dem anderen irgend etwas zu tun haben könnte?
Praktisch vor meiner Haustür befindet sich ein "Kongreßzentrum" der Zeugen Jehovas. Deshalb ließ es sich nicht vermeiden, daß ich gelegentlich von freundlich lächelnden Mitmenschen "Trost" in Form von kleinen bunten Heftchen aufgedrängt bekam. Außerdem hatte mir eine Schulfreundin einmal, weil ich neugierig war, eine "Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift" geschenkt, in der im Anhang sämtliche Doktrinen mit den "zugrunde liegenden" Bibelstellen aufgelistet waren. Die Zeugen-Jehovas-Bibel ist längst den Weg alles Irdischen gegangen und hat sich möglicherweise als schöner neuer Baum reinkarniert, doch die Doktrinen sind bei mir hängen geblieben.
Auf der Suche nach Wahrheit kaufte ich mir die Gita von Prabhupada. Wie jedes Buch eröffnete sie mir neue Horizonte, und dennoch wurde ich zwischen den Zeilen das unangenehme Gefühl nicht los, daß ich bestimmte Dinge irgendwo schon einmal gelesen hatte.
Der Einfachheit halber möchte ich die Gemeinsamkeiten, die ich glaube gefunden zu haben, nachfolgend einmal auflisten. Ich bin kein Religionswissenschaftler und überlasse es jedem selbst, daraus seine eigenen Schlüsse zu ziehen.
Bei der Gemeinschaft handelt es sich um einen Ableger einer "großen" Religion. Es bestehen jedoch viele Lehren, die vom "Mainstream" der jeweiligen Religion so nicht vertreten werden. Dies ist jedoch nicht die Schuld der Gemeinschaft. Vielmehr haben die Anhänger der Weltreligion Jahrtausende lang den ursprünglichen Gehalt der Religion mutwillig verfälscht, so daß sie wertlos wurde und in die Irre führt.
Es bedurfte erst der Person oder Organisation X, deren Erscheinen sich (im Vergleich zur Weltgeschichte) vor relativ kurzer Zeit ereignete, um die Religion so wieder herzustellen, wie sie ursprünglich (sagen wir mal, vor 5000 oder 6000 Jahren) gewesen ist. Diese ursprüngliche Religion ist im Laufe der Jahrtausende in ihrem Gehalt immer genau so gewesen, wie sie sich jetzt darstellt und von X vertreten wird.
Wissenschaftler, die dieser Ansicht widersprechen, haben nur Böses im Sinn und wollen auf Kosten des armen Heiligen Buches ihr nichtswürdiges Ego profilieren. Gott wird sie dafür bestrafen.
Das Heilige Buch ist ganz rein und makellos und muß deswegen auch in einem Stück geschluckt werden, ohne Fragen zu stellen, selbstverständlich mit dem Erläuterungen von X. X ist vom tiefsten Respekt vor dem Heiligen Buch erfüllt und nichts als sein demütiger Diener, sein "treuer und verständiger Sklave", wenn ich das mal zitieren darf. X würde es aus Respekt vor dem Heiligen Buch natürlich niemals wagen, seine eigenen Sentenzen über den Wortlaut des Buches zu stellen. Er gibt lediglich Erläuterungen, die aber absolut notwendig sind, damit man das Buch überhaupt richtig verstehen kann.
Leute, die jedoch das fruchtlose Unternehmen beginnen, das Buch ohne die Erläuterungen von X lesen zu wollen, verstehen das Buch damit falsch. Ihre Ansichten sind wertlos und irreführend. Handeln sie unbeabsichtigt, so müssen sie auf den richtigen Weg geführt werden; tun sie es mit Absicht, so spricht das blanke Böse aus ihnen, und sie sind eine Gefahr für alle Rechtgläubigen.
Allen, die diese unabdingbaren Gesetze Gottes in jeder Sekunde ihres Lebens ohne abzuweichen befolgen, finden sich nach dem Tode im Königreich Gottes wieder. Es gibt bunte Papageien darin, saubere Flüsse und viele schöne Menschen, vor allen Dingen schöne Frauen mit wundervollen langen Haaren. Natürlich kommt man nicht in so ein Paradies, um die Befriedigung egoistischer Wünsche zu erfahren. Auch im Paradies werden die Rechtgläubigen weiterhin nichts als Gottes Diener sein. Gott wird von einem herrlichen Thron aus regieren, und alle werden glücklich sein. Solch ein Unsinn wie Demokratie war ohnehin nur dazu da, daß unfähige Menschen sich dem Willen Gottes widersetzen und ihre dämonischen Pläne inmitten der materiellen Welt schmiedeten.
Die materielle Welt – sie umfaßt alles um dich herum und ist böse. Es ist zwar schön und gut, barmherzig und liebevoll zu allen Wesen zu sein, weil auch Gott barmherzig und liebevoll ist, aber laß dich deswegen nicht verleiten, auf politischen oder karitativen Gebiet irgend etwas Gutes zu tun, etwa Geld der Wohlfahrt zu spenden. Es ist viel besser, alle Zeit und Energie in die Sache Gottes zu stecken, denn pausenlos für die Sache Gottes tätig zu sein, ist die wahre Barmherzigkeit, weil alle Menschen dadurch die Gelegenheit erhalten, von Gott zu hören und auf den richtigen Weg geführt werden können.
Um den Willen Gottes auf Erden richtig durchzusetzen, ist es unbedingt notwendig, alle Frauen zu unterdrücken. Dafür soll die Frau sehr dankbar sein, denn natürlich ist die Motivation gegenüber Frauen nicht Feindseligkeit, sondern lediglich Rücksicht, denn Frauen sind nun mal "das schwächere Gefäß", sie sind weniger intelligent und müssen beschützt werden. Wenn Frau erst einmal erkannt hat, daß dies nur zu ihrem Besten ist, und sich in die Rolle einfügt, die Gott für sie vorgesehen hat, so wird überall ein harmonisches Familienleben herrschen.
Hare Krishnas kommen in die Hölle ...