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08. Februar 2005 Die New England Patriots sind die Besten der Besten (Frankfurter Allgemeine)

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02. Februar 2004 New England Patriots gewinnen 38. Superbowl ( Rheinische Post )

Houston (rpo). Das war eine Football-Gala der Extraklasse: Im hochdramatischen 38. Superbowl haben sich die New England Patriots zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren den Titel gesichert. Adam Vinatieri verwandelte erst vier Sekunden vor Spielende gegen die Carolina Panthers ein 41-Yard-Field-Goal.
Die New England Patriots gewannen mit 32:29 (0:0, 14:10, 0:0, 18:19) und haben sich damit zum zweiten Mal nach 2002 den Titel in der National Football League (NFL) gesichert. Zwei grandiose Quarterbacks und ein handfester Busenskandal standen im Mittelpunkt des 38. Superbowl. Matchwinner war Patriots-Kicker Adam Vinatieri, der wie vor zwei Jahren in den Schlusssekunden das entscheidende Fieldgoal für den 7:1-Favoriten erzielte.
"Die meisten Profis kommen nie in ihrem Leben in den Genuss, ein Endspiel zu entscheiden. Ich hatte jetzt zum zweiten Mal die Ehre. Dieses Gefühl ist einfach fantastisch", schrie Vinatieri nach Spielende in den Konfettiregen. Zuvor hatte er sich aus dem über ihm jubelnden Knäuel seiner Mannschaftskameraden befreien müssen.

Patriots holen gegen die Panthers den Super-Bowl

Viel hätte allerdings nicht gefehlt, und dem treffsicheren Kicker wäre im mit 71.525 ausverkauften Reliant Stadium von Houston die Rolle des tragischen Helden zuteil geworden. Zweimal hatte Vinatieri in der ersten Halbzeit gepatzt und mit vergebenen Fieldgoals eine mögliche Führung verspielt. Als die Begegnung in der Schlussphase auf des Messers Schneide stand, nutzte er jedoch eiskalt seine Chance und hämmerte das Leder-Ei vier Sekunden vor Schluss aus 41 Yards Entfernung zum Sieg durch die Stangen.
Im Duell zwischen zwei der besten Verteidigungsreihen der National Football League (NFL) rührten beide Teams zunächst kräftig Beton an. Es dauerte fast bis zur Halbzeitpause, ehe die Patriots endlich den ersten Touchdown erzielten. Die Panthers-Offensive war bis dahin völlig von der Rolle. Auch Spielmacher Jake Delhomme, der Frankfurt Galaxy 1999 in der NFLE zum World-Bowl-Sieg geführt hatte, fand nicht wie gewohnt in die Partie.

Viertes Quarter als Höhepunkt

Kurz nach dem Rückstand konnte der 29-Jährige durch einen Pass auf Steve Smith jedoch ausgleichen. Ein weiterer Touchdown der Patriots sowie ein Fieldgoal Carolinas sorgten schließlich für den Halbzeitstand von 14:10 für New England und waren der Appetithappen für das, was in der zweiten Halbzeit folgte: Eine Football-Gala der Extraklasse mit einem vierten Quarter als absolutem Höhepunkt.
Immer wieder im Mittelpunkt: Die Quarterbacks Delhomme und Tom Brady. Delhomme mit deutlich gestiegenem Selbstvertrauen, der erfahrene Brady mit der Klasse des Routiniers, der sich auch sieben Minuten vor Schluss nicht durch die erstmalige und etwas plötzliche Führung Carolinas (22:21) aus dem Konzept bringen ließ. Am Ende hatten beide Spielmacher Spitzenwerte erbracht. Delhommes 323 Yards und drei Touchdowns hätten in jedem anderen Spiel zum Sieg gereicht, doch der zum "wertvollsten Spieler" (MVP) gekürte Brady setzte mit 32 komplettierten Pässen (354 Yards) und ebenfalls drei Touchdowns noch einen drauf.
"Carolina war der schwierigste Gegner der Saison, aber wir sind eine verschworene Truppe, die bis zur Schlusssekunde an sich geglaubt hat", sagte Brady und feierte den 15. Sieg seines Teams in Folge. Delhomme beschwor derweil mit feuchten Augen die nächste Saison: "Wir waren so nah dran, da schmerzt die Niederlage noch mehr. Nach ein paar Tagen Besinnung werden wir künftig noch härter arbeiten, um im nächsten Jahr auf der anderen Seite zu stehen."

Nackte Tatsachen

Gewürzt wurde das in über 200 Länder übertragene Spektakel von nackten Tatsachen, die den Fernsehsender CBS sogar veranlassten, sich bei seinen Zuschauern zu entschuldigen. Zunächst hatte Teenie-Schwarm Justin Timberlake seiner Duettpartnerin Janet Jackson während des gemeinsamen Auftritts in der Pause an die Bluse gegriffen und die rechte Brust der Soul-Königin entblößt.
Da sich die NFL zudem über die zum Teil anstößigen Texte einiger Rapstars mokierte, kündigte die Liga nach Spielschluss ein Ende der Zusammenarbeit mit dem für die Halbzeitshow zuständigen Musiksender MTV an. Den Schlusspunkt des äußerst umstrittenen Pausenfüllers setzte dann ein als Schiedssrichter verkleideter Brite, der auf das Feld stürmte, sich entkleidete und den Wiederbeginn des Spiels verzögerte.


02. Februar 2004 New England Patriots gewinnen den Super Bowl ( Frankfurter Allgemeine )

02. Februar 2004 Zwei grandiose Quarterbacks und ein handfester Busenskandal standen im Mittelpunkt des 38. Super Bowl, den die New England Patriots mit einem 32:29 gegen die Carolina Panthers zum zweiten Mal nach 2002 gewannen. Matchwinner war Patriots-Kicker Adam Vinatieri, der wie vor zwei Jahren in den Schlußsekunden das entscheidende Fieldgoal für den 7:1-Favoriten erzielte.
„Die meisten Profis kommen nie in ihrem Leben in den Genuß, ein Endspiel zu entscheiden. Ich hatte jetzt zum zweiten Mal die Ehre. Dieses Gefühl ist einfach fantastisch“, schrie Vinatieri nach Spielende in den Konfettiregen. Zuvor hatte er sich aus dem über ihm jubelnden Knäuel seiner Mannschaftskameraden befreien müssen. Viel hätte allerdings nicht gefehlt, und dem treffsicheren Kicker wäre im mit 71.525 Zuschauern ausverkauften Reliant Stadium von Houston die Rolle des tragischen Helden zuteil geworden. Zweimal hatte Vinatieri in der ersten Halbzeit gepatzt und mit vergebenen Fieldgoals eine mögliche Führung verspielt. Als die Begegnung in der Schlußphase auf des Messers Schneide stand, nutzte er jedoch seine Chance und schoß das Leder-Ei vier Sekunden vor Schluß aus 41 Yards Entfernung zum Sieg durch die Stangen.

Ein viertes Viertel der Extraklasse

Im Duell zwischen zwei der besten Verteidigungsreihen der National Football League (NFL) rührten beide Teams zunächst kräftig Beton an. Es dauerte fast bis zur Halbzeitpause, ehe die Patriots endlich den ersten Touchdown erzielten. Die Panthers-Offensive war bis dahin völlig von der Rolle. Auch Spielmacher Jake Delhomme, der Frankfurt Galaxy 1999 in der NFL Europe zum World-Bowl-Sieg geführt hatte, fand nicht wie gewohnt in die Partie.
Kurz nach dem Rückstand konnte der 29jährige durch einen Paß auf Steve Smith jedoch ausgleichen. Ein weiterer Touchdown der Patriots sowie ein Fieldgoal Carolinas sorgten schließlich für den Halbzeitstand von 14:10 für New England und waren der Appetithappen für das, was in der zweiten Halbzeit folgte: Eine Football-Gala der Extraklasse mit einem vierten Quarter als absolutem Höhepunkt.
Immer wieder im Mittelpunkt: Die Quarterbacks Delhomme und Tom Brady: Delhomme mit deutlich gestiegenem Selbstvertrauen, der erfahrene Brady mit der Klasse des Routiniers, der sich auch sieben Minuten vor Schluß nicht durch die erstmalige und etwas plötzliche Führung Carolinas (22:21) aus dem Konzept bringen ließ. Am Ende hatten beide Spielmacher Spitzenwerte erbracht. Delhommes 323 Yards und drei Touchdowns hätten in jedem anderen Spiel zum Sieg gereicht, doch der zum „wertvollsten Spieler“ (MVP) gekürte Brady setzte mit 32 komplettierten Pässen (354 Yards) und ebenfalls drei Touchdowns noch einen drauf.

Nackte Tatsachen in der Pause

„Carolina war der schwierigste Gegner der Saison, aber wir sind eine verschworene Truppe, die bis zur Schlußsekunde an sich geglaubt hat“, sagte Brady und feierte den 15. Sieg seines Teams nacheinander. Delhomme beschwor derweil mit feuchten Augen die nächste Saison: „Wir waren so nah dran, da schmerzt die Niederlage noch mehr. Nach ein paar Tagen Besinnung werden wir künftig noch härter arbeiten, um im nächsten Jahr auf der anderen Seite zu stehen.“
Gewürzt wurde das in über 200 Länder übertragene Spektakel von nackten Tatsachen, die den Fernsehsender CBS sogar veranlassten, sich bei seinen Zuschauern zu entschuldigen. Zunächst hatte Teenie-Schwarm Justin Timberlake seiner Duettpartnerin Janet Jackson während des gemeinsamen Auftritts in der Pause an die Bluse gegriffen und die rechte Brust der Soul-Königin entblößt. Da sich die NFL zudem über die zum Teil anstößigen Texte einiger Rapstars mokierte, kündigte die Liga ein Ende der Zusammenarbeit mit dem für die Halbzeitshow zuständigen Musiksender MTV an. Den Schlußpunkt des äußerst umstrittenen Pausenfüllers setzte dann ein als Schiedssrichter verkleideter Brite, der auf das Feld stürmte, sich entkleidete und den Wiederbeginn des Spiels verzögerte.


30. Januar 2004 Horrorszenario beim Super Bowl: Beton gegen Beton ( Frankfurter Allgemeine )

Die Vorfreude auf das gigantischste Eintages-Sport- und Showspektakel der Welt wird von Schreckensvisionen getrübt. Die Fans des American Footballs befürchten, daß der 38. Super Bowl nur die Anhänger der Endspiel-Teams von den Sitzen reißt.
Wenn die New England Patriots und die Carolina Panthers in der Nacht zum Montag vor 70.000 Zuschauern im Reliant Stadium von Houston den Champion der National Football-League (NFL) ermitteln, droht nach Ansicht der Experten das punktärmste und langweiligste Finale in der Geschichte der seit 1971 ausgespielten Vince Lombardi Trophy.
Denn die Stärke beider Mannschaften ist die Defensive. Damit können sich die sportverrückten Amerikaner, die auf dem Schwarzmarkt dennoch mehr als das Fünffache für die eigentlich 500 Dollar teuren Eintrittskarten bieten, nur schwer anfreunden. Die „New York Times“ beschrieb das mögliche „Horrorszenario“: „Das Spiel wird erst in der vierten Verlängerung beim Stand von 0:0 durch ein 73 Yard-Fieldgoal entschieden.“

Trainer ohne Charisma

Selbst wenn die Betonabwehrreihen nicht mehr Zähler zulassen sollten als im Endspiel 1973, als die Miami Dolphins gegen die Washington Redskins mit 14:7 gewannen; selbst wenn man zugkräftige Stars in den Aufstellungen der Teams vergeblich sucht und obwohl den Cheftrainern Bill Belichick (Patriots) und John Fox (Panthers) jegliches Charisma fehlt - der „Super Sunday“ wird ganz sicher wieder zum Straßenfeger.
Über 130 Millionen Amerikaner und mit ihnen etwa eine Milliarde Menschen weltweit werden vor den Fernsehschirmen sitzen und einerseits mit Spannung auf die beim Super Bowl besonders pfiffigen Werbespots schauen. Für eine 30-Sekunden-Reklamespot mußte die Rekordsumme von durchschnittlich 2,25 Millionen Dollar hingeblättert werden. Natürlich hoffen alle, daß nicht nur die Könige der Rock- und Popmusik wie unter anderem Janet Jackson, Beyonce Knowles und Aerosmith, der Country-Sänger Willie Nelson oder Rapper P.Diddy ihren Part zum Gelingen der achtstündigen Übertragung von CBS beisteuern - sondern auch die Mannschaften.
„Das werden wir“, versicherte Patriots-Headcoach Bill Belichick. Beide Teams hätten einen extrem ausgeprägten Siegeswillen und seien fest von dem überzeugt, was sie tun. Es werde sich ein hochspannendes Match entwickeln, prophezeite der 51 Jahre alte Football-Lehrer, der die Patriots bereits vor zwei Jahren gegen die St. Louis Rams (20:17) zum Triumph geführt hatte. Seinerzeit wurden sie als 14:1-Underdog gehandelt. Diesmal gehen sie als klarer 7:1- Favorit auf das Feld.

Lange Erfolgsserie der Patriots

Aus dem damaligen Überraschungs-Team sind außer Quarterback Tom Brady noch 25 Akteure dabei, die in dieser Saison dazu beitrugen, daß New England mit 14 Siegen und zwei Niederlagen die Vorrunde als beste Mannschaft abschloß. 14 Spiele nacheinander sind die Männer aus Boston inzwischen ungeschlagen. Nur die Miami Dolphins hatten 1972 eine längere Erfolgsserie (17). Doch das alles will nicht viel besagen. So haben seit 1996 nur die Baltimore Ravens (2001) und die Denver Broncos (1998) die Vorhersagen der Buchmacher erfüllt.
Die Experten glauben, daß die Panthers hungriger sind. Noch vor zwei Jahren, als die Patrioten in ihrem dritten Super-Bowl-Endspiel erstmals die wichtigste Sportrophäe Nordamerikas erkämpften, waren sie mit einer Saisonbilanz von einem Sieg und 15 Niederlagen die Lachnummer der Liga. Headcoach John Fox, der wie Belichick seine erfolgreichen Abwehrtaktiken als Defensiv-Koordinator bei den New York Giants erlernt hat, übernahm danach das „Loser-Team“. Er formte daraus eine verschworene Gemeinschaft, die den 1995 gegründeten Verein nun erstmals in das Finale führte. Die Cinderella-Story werde am Sonntag gekrönt, verspricht Quarterback Jake Dalhomme. Ob es am Ende 3:0 steht, sei egal. Hauptsache, sie können den mit Diamanten besetzten, 5000 Dollar teuren Champions-Ring auf ihre Finger ziehen.


19. Januar 2004 Umwerfende Taktik: Nieder mit den Quarterbacks! ( Von Matthias Krause, New York )

Die grüne Grassode, die an Peyton Mannings Gesichtsmaske klebte, sah von weitem aus wie eine häßliche Wunde auf seinem ansonsten so makellosen weißen Helm. Wenn alles gut läuft für einen Quarterback beim American Football, sieht er normalerweise nach einem Spiel noch aus wie frisch gewaschen. Eine ganze Handvoll bulliger Kollegen fungiert als seine Leibgarde, und ihm bleibt nichts anderes zu tun, als das Lederei über den Platz zu werfen. Mal lang, mal kurz, mal rechts, mal links - bis in die Endzone. Doch im Finale der American Football Conference gegen die New England Patriots lief für Manning, Star-Quarterback der Indianapolis Colts, nichts normal. Viermal warf er den Ball direkt in die Fänge des Gegners, viermal streckten ihn die heranstürmenden Verteidiger nieder. Je öfter er ins Gras biß, desto unerreichbarer wurde die Teilnahme am Super Bowl.
24:14 gewannen die Patrioten vor den Toren von Boston das Duell. Sie treffen nun am 1. Februar in Houston beim Super Bowl auf die Carolina Panthers. Die griffen im Endspiel der National Football Conference gegen die Philadelphia Eagles deren Quarterback Donovan McNabb nicht minder hart an. Nach einer rüden Attacke schlich McNabb mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld und mußte seine schmerzenden Rippen behandeln lassen. Eine weitere Vollkontakt-Attacke im letzten Viertel warf ihn vollends aus der Bahn und sein Team aus den Spiel - zum dritten Mal nacheinander war Philadelphia einen Schritt vor dem großen Ziel die Luft ausgegangen.
Wie gewöhnlich hatten vor dem großen Football-Wochenende die Quarterbacks die Schlagzeilen beherrscht. Würde Manning seine Wahl zum wertvollsten Spieler der Saison neben Steve McNair rechtfertigen? Könnte McNabb, der mit seinen Eagles die Green Bay Packers mit Quarterback-Legende Brett Favre in einem dramatischen Spiel während der Verlängerung niedergerungen hatte, Gleiches gegen die Patriots wiederholen? Aber als sich der Tag zu Ende neigte und die Gladiatoren aus ihren Rüstungen stiegen, hatten sie nur zum ungezählten Mal den Beweis für die alte Sportweisheit geliefert, wonach die Offensive zwar Spiele gewinnt, die Verteidigung jedoch die Meisterschaften.

Die Außenseiter aus Charlotte in North Carolina stutzten den Eagles so gründlich die Flügel, daß McNabb einfach keine Anspielstation fand. Sein Kollege Jake Delhomme, der bei den Panthers den Quarterback gibt, stellte zufrieden fest: "Unsere Verteidigung hat ihnen heute einfach die Lichter ausgeblasen. Das war ein großartiger Sieg des gesamten Teams - und darum geht es ja schließlich." Manning wiederum bereitete die brillante Patriots-Defensive so viele Probleme, daß er sich eines der schlechtesten Spiele seiner Karriere leistete. Statt dessen glänzten auf der Gegenseite Leute wie Safety Rodney Harrison, der normalerweise dafür zuständig ist, zu retten, was noch zu retten ist, und Cornerback Ty Law, üblicherweise auf die Ballfänger (Receiver) angesetzt. Gleich in der ersten Angriffswelle segelte Law wie aus dem Nichts durch die eigene Endzone und stahl den Coltsangreifern das schon sicher geglaubte Flugobjekt und damit den Touch Down aus den Händen.
Noch wichtiger aber war, daß es Harrison und Law in perfektem Teamwork gelang, Mannings wichtigste Anspielstation aus dem Spiel zu nehmen. Die Idee kam ihnen im Training. Warum nicht Marvin Harrison, der unbestritten als einer der besten Ballfänger der Liga gilt, abwechselnd bewachen? Zunächst sprintet der flinke Law mit ihm um die Wette, dann drängt der massige Harrison ihn vom Kurs ab. Das klingt zunächst simpel, ist aber in einer eng aufeinander abgestimmten, elfköpfigen Verteidigung nicht so leicht zu praktizieren. "Wir dachten, daß dieses kleine Verwirrspiel dabei helfen könnte, Marvin zu irritieren", sagte Law, "und eines war sicher: Wenn es um die Wurst geht, dann ist er derjenige, auf den Manning vertraut." Patriots Headcoach Bill Belichick schaute sich das Experiment im Training genau an und meinte zunächst zurückhaltend: "Sieht interessant aus." Schließlich stimmte er der Taktik zu.

Der Erfolg war - im wahrsten Sinne des Wortes - umwerfend. In der ersten Halbzeit fing Harrison einen einzigen Ball und legte damit nicht mehr als sechs Yards zurück. In der zweiten Hälfte erreichten ihn zwei Pässe, sie reichten für 13 Yards. Law hingegen fing drei Bälle ab, Harrison ging mit zehn Tackles, einem abgefangenen Paß und einem kühnen Griff in die Statistik ein: Er stahl Harrison das Lederei aus den Armen. "Es war zum Verrücktwerden", sagte der so eng bewachte hernach, "wohin ich auch geguckt habe, es war immer einer da. Wir haben gegen diese Taktik viel zu eindimensional gespielt."
Viel spricht dafür, daß das große Finale in zwei Wochen ebenfalls zum großen Duell der destruktiven Spielertypen wird. Die Patriots fahren zwar als Gewinner des Super Bowl von 2002 als Favoriten nach Texas. Doch die besten Chancen hat zweifellos jenes Team, dessen Quarterback es schafft, sowenig Gras wie möglich zu schlucken.

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