Intro

Nun also, da der Ruf des Niles wieder einmal übermächtig wurde, zog es mich wieder ebendort hin. Der soeben ausgehende Sommer Ägyptens bescherte mir sehr hohe Temperaturen und ich fühlte, was ein altes ägyptisches Sprichwort meint: Die Wüste ist ein Garten in Flammen. So nehme ich also den geneigten Besucher meiner page mit bis jenseits des Ersten Kataraktes; möge er sich verzaubern lassen so wie ich verzaubert bin ....

Esna_Ant

Esna, Tempel. Es war vom Schiff aus nur ein kleiner Marsch zum Tempel; er liegt neun Meter unter dem heutigen Stadtniveau und bietet somit einen sehr scharfen Kontrast zum modernen Ägypten. Erbaut wurde er in späterer Zeit und sogar der römische Kaiser Hadrian zollte ihm seine Aufmerksamkeit und ließ sich als streitbarer, ägyptischer König an seiner Seite abbilden. Das Bildprogramm der Säulenhalle ist sehr üppig und die bauliche Aufteilung verrät die zeitliche und architektonische Herkunft: dieser Tempel war gewissermaßen “aus einem Guß” gemacht und konnte nicht mehr, wie seine z.T. Jahrhunderte älteren Vorbilder, organisch in seinen Bezirk hineinwachsen.

Esna_hypost

Esna, Pronaos. Unmittelbar nach dem Eintreten in die erste Säulenhalle drängt sich dem Besucher das Wort “gewaltig!” auf; die himmelsstrebenden Säulen sind über und über mit Texten beschriftet und frönen der Freude der antiken Baumeister: sie haben überaus schön gefertigte, immer unterschiedliche Kapitelle.

Esna_stadt

Esna, Stadt. Hier sehen wir eine typische und alltägliche Straßenszene aus dem modernen Ägypten; inclusive eines Personentransportes vermittels einer ES (Eselstärke)

Tdk_totale

Tal der Könige. Zu meinem Mißvergnügen war jegliches Fotografieren streng verboten und so bleiben mir nur zwei Aufnahmen von diesem highlight.

Mir war das Betreten von vier Grabmalen vergönnt: Sethos, Sethnakht, Ramses III und Tut-ankh-Amun. Besonders die beiden letztgenannten waren von besonderem Interesse für mich!

Komomb_Fries

Kom Ombo, “Doppel-” Tempel. Die Silhouette dieses Tempels begrüßte uns bereits, als wir nachts vor ihm anlegten. Ebenfalls eine Anlage aus neuerer, ptolemäischer Zeit, ist auch sie komplett konzeptioniert und in Stein umgesetzt worden. Wir fanden hier bereits in Perfektion die baumeisterliche “Schwalbenschwanz-” Technik, mit welcher haltbare Verbindungen zwischen Steinblöcken hergestellt wurden. Wie hier zu sehen, weist das umlaufende Fries am Hauptgebäude noch starke Farbreste auf.

U.a. dem Krokodilgott Sobek geweiht, findet man kurz nach dem Betreten auf der rechten Seite eine kleine Kapelle, in welcher ein mumifiziertes Krokodil ausgestellt wird. Die erste und dankenswerterweise auch fast die einzige Mumie auf der ganzen Reise!

Komomb_seite

Kom Ombo, “Doppel-” Tempel, Seitenansicht. Hier wird die Größe des Tempels recht deutlich; wir schauen seitlich auf das Pronaos, welches den beiden Allerheiligsten - Bezirken (links, nicht im Bild) vorgelagert ist. Geht man rechts weiter Richtung Nil, hat man einen grandiosen Blick auf die “Mutter aller Flüsse”.

Djeser_tota

Theben-West, “Djeser-djeseru”, Totentempel der Hatschepsut. Diese Anlage lag mir ganz besonders am Herzen, sie ist für mich eines der interessantesten Bauwerke ganz Ägyptens. Ihre architektonischen Grundzüge verstecken  keine Monumentalität, legen aber erheblich größeren Wert auf die Stärke des Gesamteindrucks. Man stelle sich am Fuß der Rampe einen blühenden Garten vor und eine üppige Farbgestaltung des gesamten Bauwerks. Die Königin hat großen Wert auf eine interessante Materialauswahl gelegt und es muß wohl besonders der auserlesene Rosengranit aus Assuan ihren Geschmack getroffen haben. Ganz besonders erwähnenswert sind die Anubis-Kapelle ganz rechts auf der zweiten Ebene und die Hathor-Felsenkapelle ganz rechts auf gleicher Höhe. Vor der Anubiskapelle findet sich eine große und wunderschön ausgearbeitete “Reportage” über die berühmte “Punt-” Expedition! Für den Besucher ein MUSS!

butt-mober
eule_brot_konserv
1