aegyptische Kunst

.. Das Gold der Könige ..

Gold, im altägyptischen “Nub”, galt in den alten pharaonischen Reichen als das Fleisch der Götter. Die Prospektoren der Antike wußten es zu entdecken und ausgezeichnete Fachleute, es zu verarbeiten. Nicht erst durch den reichen Grabschatz des Tut-ankh-Amun wissen wir von den ungeheuren Mengen und Qualitäten, in welchen das Metall verarbeitet wurde. Schon Bettelbriefe von Vasallen enthielten die Wendung: “Mein Bruder, der ägyptische König, möge mir viel Gold senden, da es doch wie Staub auf den Straßen seines Landes liegt!” An anderer Stelle fordert ein König seine Handwerker explizit auf, bei der Ausstattung eines Grabschatzes mit Gold nicht zu sparen und wies seine Schatzkammer an, jede hierfür angeforderte Menge sofort herauszugeben.

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Goldmaske des Tut-ankh-Amun, 18. Dynastie, ägyptisches Museum, Kairo. Dieses Stück zählt zu den höchsten Errungenschaften menschlichen Kunstschaffens. Die Ausführung der Maske verrät, daß sich viele Stilelemente aus der “ketzerischen” Amarna-Zeit des Echnaton in die nachfolgende Zeit  hinübergerettet haben. Es handelt sich hierbei ganz sicherlich um ein recht realitätsgetreues Porträt und stellt somit den König in seinen eigenen Zügen dar. Quervergleiche mit Porträts anderer Personen der gleichen Epoche bestätigen dies. Der Corpus der Maske ist aus starkem Goldblech getrieben; die blauen Streifen des Kopftuches, die Reihen des dargestellten Kragens sind in Einlegetechnik ausgeführt. Geier und Kobra an der Stirn hingegen sind aus massivem Gold gegossen und angelötet. Die Augen des Königs wurden aus Obsidian, einem extrem hartem Naturgestein  geschliffen und eingesetzt; das weißschimmernde der Augen ist gegossenes Glas. In dieser Maske wurde der verstorbene Kindkönig vollends zu Osiris, verschmolz sein eigenes Gesicht doch unter der Maske mit deren Gold und materialisierte sich dadurch zum “Fleisch der Götter”. Die Technik der Augenausführung verwirrt beim Anblick; die Maske scheint durch ihren Betrachter hindurch auf ein fernes Ziel zu blicken und so ist es wohl auch. So anvancierte der seit Jahrtausenden Verstorbene nach der großen, weltweiten Ausstellungstournee seines Grabschatzes in den siebziger Jahren zum effektivsten Botschafter seines Reiches.

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Goldsarg des Tut-ankh-Amun, 18. Dynastie, ägyptisches Museum, Kairo. Dieser Sarg dürfte ohne Übertreibung eine der größten Mengen Gold in sich vereinigen, die jemals in der Geschichte der Menschheit auf ein einziges Kunstwerk verwandt wurde: der Sarg besteht aus etwa 110 Kilogramm reinen Goldes. Er selbst befand sich in einem äußeren Sarg aus Holz, welcher wiederum in einem Steinsarkophag ruhte. Dieser Innensarg enthielt die in Mumienbinden gehüllten sterblichen Überreste des Herrschers, dessen Gesicht darin mit der oben gezeigten Maske bedeckt gewesen ist. Im Sarg selbst fanden sich verhältnismäßig große Restemngen des letzten Trankopfers aus harzigen Flüssigkeiten.  Dem jungen Herrscher wurden erstaunlich große Mengen Schätze, Vorräte, Möbel und ähnliches in seine jenseitige Welt mitgegeben.

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