
Anfang Januar 2000 hatten die Großen Götter Ägyptens in ihrem unermeßlichen Ratschluß entschieden, mir Audienz zu gewähren. So packte ich meine Siebensachen und reiste per Flugzeug nach Kairo.

Hotel Victoria, Sharia Ghoumourija, (hier Blick aus meinem Fenster!) und dem Kenner sagt das schon einiges! Ganz dicht beim Hauptbahnhof, nur wenige hundert Meter von der Metro-Station Attaba gelegen, findet man sich sozusagen in der linken, oberen Herzkammer Kairos wieder. Von hier sinds lediglich umgerechnet 2,5 Euro vom Ägyptischen Museum und vielleicht 20 Euro (immer in Taxipreisen gerechnet!) von den drei Großen Schönheiten, wie ich die Pyramiden von Gizeh zu nennen pflege. Das Hotel selbst macht seinem Namen Ehre, es ist im victorianischen Stil errichtet und beherbergt neben sauberen, geräumigen Zimmern auch ein ganz ausgezeichnetes Personal; zuvorkommend, höflich, zuverlässig. Einige der Herrschaften sprechen deutsch. Das Victoria ist eine sehr empfehlenswerte Adresse; es liegt wunderbar zentral und macht jedes Anlaufen jedes interessanten Punktes in Kairo vergleichsweise einfach!.

Kawulun-Moschee, Altkairo. Der Aufstieg gestaltete sich abenteuerlich und mehr als einmal fragte ich mich besorgt, ob das Minarett auch wirklich nach den vielen hundert Jahren auch noch eine weitere Stunde halten würde. Der Ausblick dagegen war erstaunlich! Ich blickte über das ganze “Tor zu Afrika”!

Al - Azhar - Moschee, unweit des wohl jahrhundertealten Touristenmagneten Khan-El-Khallili-Bazar. Mein ägyptischer Freund Yehia berichtete mir von der Bedeutung dieser Moschee und von ihren Besonderheiten. Ergriffen aber hat mich die Stimmung dort und das Licht! Mitten im brodelnden Kairo herrscht hier eine fast unglaubliche Stille und die Sonne bricht sich vieltausendfach an den Marmor- Böden. Ich hätte dortbleiben mögen; ich habe versprochen, zurückzukehren....
Grab des Fürsten Ti, Saqqara. Bekannt ist dies Grab (unweit des Djoser-Komplexes!) eher für seine wunderschöne Grab- kapelle mit ihren hinreißenden Bebilderungen. Der Abstieg in das Grab selbst zählte mehr zum Pflichtprogramm, war aber spaßig!

“Knick-” Pyramide des Seneferu, Dahschur. Als zweites Monumental- Bauwerk hatte der unermüdliche Seneferu gleich zum zweiten Male die Arbeits- und Schaffenskraft seines Volkes auf die Errichtung eines riesigen Grabmales gelenkt. Um die leidvollen Erfahrungen seiner ersten Pyramide, der die gesamte Außenverkleidung herunterstürzte, nicht noch einmal machen zu müssen, wurden hier ganz besonders mächtige Verkleidungssteine in Schräglage eingesetzt. Das Ergebnis der Bemühungen muß frustriert haben: durch die Wahl eines viel zu steilen Bauwinkels wuchs der Druck des Materiales im Baukern erschreckend. Im weiteren Verlauf des Baues stürzten dann auch richtig alle vier Winkel nach außen auseinander; das Unglück muß furchtbare Ausmaße gehabt haben. Seneferu entschied sich zur Weiterführung des Baues, korrigierte jedoch den angelegten Winkel entscheidend, und so entstand die eigenwillige “Knick-” Optik dieser Pyramide. Da das Zutrittsverbot gewissermaßen seit Seneferu nicht aufgehoben wurde, ist es noch heute gültig. Würde man Zutritt haben, so sähe man noch heute die riesigen Zedernholzstämme, mit denen Seneferus Baumeister die Innengestaltung gegen den Druck des Steinmateriales gesichert hatten. So bleibt uns neben der Bewunderung für die massive Ausführung nur noch der Blick auf den Paradeägypter Yehia, der sich zu recht vor Stolz auf die Leistung seines Volkes kaum zu lassen weiß!

