Presse

Jugend debattierte Schill
Jugendliche machten Politik
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Seit gestern hat wie in jedem Jahr der politische Nachwuchs das Wort in der Bürgerschaft Nachwuchspolitiker in den Abgeordnetenbänken der Bürgerschaft Foto: ddp Bis zum Dienstag werden rund 130 Jugendliche zwischen 15 und 21 Jahren in der Veranstaltung "Jugend im Parlament" debattieren. Wie die "Großen" wollen sie in Ausschüssen bestimmte Themen
erarbeiten, die Ergebnisse im Plenum diskutieren und abschließend einige Resolutionenverabschieden. Bürgerschaftspräsidentin Dorothee Stapelfeldt eröffnete die erste Sitzung und forderte die jungen Abgeordneten zum Debattieren auf: "Ein häufiger Vorwurf an die Politiker lautet ja, sie redeten nur und handelten nicht. Sie werden in den kommenden Tagen erleben, dass Reden und Debattieren gerade einen Kern politischen Handelns ausmacht", sagte Stapelfeldt. Das Reden gehöre zur politischen Kultur wie der Hafen zu Hamburg. Erstmals wurde die Veranstaltung in diesem Jahr unter ein Motto gestellt. Es lautet "Jugend in Hamburg". Keiner, so Stapelfeldt, könne es kompetenter diskutieren als die Jungparlamentarier.
Jugendliche haben die Bürgerschaft im Griff

05.04.2002, Die Welt

Hitzig debattieren gestern 15- bis 21-jährige "Jugend im Parlament"-Abgeordnete im Plenarsaal der Bürgerschaft über die Politik von Innensenator Ronald Schill. Kontrovers wie die "echten" Politiker diskutieren sie über das Für und Wider des Einsatzes von Brechmitteln, die Legalisierung weicher Drogen und geplante Sparmaßnahmen bei Drogenhilfeeinrichtungen.

Wesentlich ruhiger wurde im zweiten Teil der aktuellen Stunde über die Qualitätssicherung an Schulen geredet. "Das liegt wahrscheinlich daran, dass bei diesem Thema eher alle den gleichen Standpunkt haben", sagte "Vizepräsidentin" Mascha Fiolka.

"Jugend im Parlament" gibt den Teilnehmern die Möglichkeit, wie Abgeordnete Themen zu benennen, zu beraten und dann dazu Entscheidungen zu fassen. Alle beschlossenen Resolutionen werden später in der Bürgerschaft oder den Ausschüssen behandelt. Ingo Mix, Pressesprecher der Bürgerschaft, war begeistert. Er lobte die Professionalität einiger Jugendlicher am Rednerpult. Sie hätten sogar "typische Politikerposen" nachgeahmt, sagte Mix.

05.04.2002, taz hamburg

Sie diskutierten und berieten nach parlamentarischen Regeln, sie verfassten Anträge und Resolutionen - 121 Jugendliche machten im Hamburger Rathaus Politik.

Die Mitglieder des Jugendparlaments 2002 arbeiteten vier Tage lang wie Abgeordnete der Bürgerschaft. Gestern wurden die Ergebnisse der Veranstaltung an die Präsidentin der Bürgerschaft, Dorothee Stapelfeldt, übergeben.

Unter anderem fordern die Jugendlichen eine bessere Aufklärung über Integration von Ausländern im Schulunterricht, auch ein Jugendparlament für Hamburg, Aufklährung der Bevölkerung über Energiesparmaßnahmen so wie Verbesserung des Leistungsstandards von Lehrern und konsequenten Aufruf an die Hamburger für mehr Zivilcourage.

10.04.2002 Hamburger Abendblatt

Fortbildung für Lehrer, Legalisierung von Hasch, höhere Strafen für Sextäter, Metalldetektoren vor Discos Erschöpft vom Schnelllauf durch das parlamentarische Alltagsleben, aber immer noch erhitzt von den wegweisenden gesellschaftspolitischen Debatten, die sie geführt haben – so präsentierten sich gestern die 131 Teilnehmer von „Jugend im Parlament“, die vier Tage lang das Hamburger Rathaus bevölkerten.

Das Wichtigste: sie hatten schwergewichtige Forderungen im Gepäck – Politik, wie die Jugend in Hamburg sie machen würde. „Ich habe mir das alles nicht so schwer vorgestellt“, so die abschließenden Worte des Bürgerschafts-Präsidenten Jakob Radtke (17) von der Ida-Ehre-Gesamtschule.

In sieben Ausschüssen diskutierten die Schüler stundenlang zum Teil recht kontrovers über Themen wie Bildung, Sozialpolitik oder Innere Sicherheit. Was dabei heraus kam, lässt in einigen Bereichen staunen.

Die Forderungen im Einzelnen: SCHULE/BILDUNG: Mehr Lehrer, eine erhöhte Qualitätssicherung durch eine alle drei Jahre anstatt derzeit alle fünf Jahre durchgeführte Überprüfung der fachlichen Kompetenz des Lehrpersonals. Wer ernsthafte Probleme habe, den Unterrichtsstoff verständlich zu vermitteln, soll verpflichtend eine pädagogische Fortbildung machen. Einführung von politischem Unterricht ab der fünften Klasse und eine Herabsetzung der Klassenstärke.

ABITUR: Parallelangebot des 12- und 13-jährigen Abiturs sowohl an Gesamtschulen als auch an Gymnasien, verbindliche Fortbildungen für Lehrer, um Leistungsstandards sicher zu stellen.

INNERE SICHERHEIT: Das Jugendparlament kritisierte zunächst die „lückenhafte Informationspolitik der Innenbehörde, die in der Öffentlichkeit zu Verwirrungen und Missverständnissen führt“. Die Forderungen: Eine erhöhte Polizeipräsenz, die Ablehnung einer Bürgerwehr, eine Verschärfung der Strafgesetzgebung, höhere Strafen für Sextäter, Legalisierung von Marihuana und die Einführung von Chipkarten an Zigarettenautomaten.

JUGENDKRIMINALITÄT: Geschlossene Heime für jugendliche Intensivtäter, die Aufstellung von Ganzkörpermetalldetektoren vor Diskotheken, Trainingseinheiten für kommunikative Lösungen von Streitfragen.

AUSLÄNDERPOLITIK: Schnellere Bearbeitung von Asylanträgen, mehr Ausländer im öffentlichen Dienst, das Zuwanderungsgesetz als Mittel zur Steuerung der Zuwanderung.

JUGEND UND KULTUR: Einen Thementag pro Monat unter dem Motto „Jugend ins Theater“ an der Jugendliche kostenlos in die Vorstellung können, Förderung der Jugendkultur des Sprayens durch die Bereitstellung öffentlicher Flächen und Spray-Ateliers.

VERKEHR: Bau einer Umgehungsstraße Finkenwerder, Ausbau der S-Bahn-Linie S4 und die Einführung der geplanten und vom neuen Senat verworfenen Stadtbahn.

Jugendparlament | 10.04.2002 von RENATE PINZKE Mopo
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