![]() |
|
|
Wenn Benjamin Boyce über Einsamkeit spricht, meint er damit nicht die "alles versperrende, keinen Ausweg liefernde" Variante. Nach 2 Jahren Solokarriere steht der 32-jährige Sänger und Songwriter seiner Zukunft inzwischen längst nicht mehr so unsicher gegenüber. "Ich habe immer versucht, meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Manchmal bedeutet das eben ganz allein von ganz vorn beginnen zu müssen." Benjamin weiss das ein oder andere darüber, ganz von vorn beginnen zu müssen. Seine Familie zog von England nach Amsterdam, als er noch ein Kind war. Später verliess er vorzeitig sein Graphik Design College, um für eine Werbeagentur in Canada zu arbeiten. Er vermisste das magische Amsterdam und kehrte zurück um seine Musikkarriere zu starten. Nach 6 Jahren beschloss er, seinem Herzen zu folgen und zog nach Köln, der deutschen Medienhauptstadt nicht fern der holländischen Grenze. Er verlor keine Zeit, sein erstes selbstbenanntes Soloalbum zu schreiben und aufzunehmen, welches dann auch im Juni letzten Jahres veröffentlicht wurde. "Ich hätte nicht erwartet, dass das Album so schnell feritg sein würde, aber mir wurde die Gelegenheit geboten, es zu machen. Nach so vielen Jahren Musikbusiness wollte ich endlich mein eigener Businessmanager sein und all meine Songs selbst schreiben. Bei der Produktion des Albums experimentierte ich eine Menge, um herauszufinden, was ich wirklich wollte." Nachdem er einen Manager gefunden hatte und sich wieder mehr der wirklich kreativen Seite der Musik widmen konnte, weiss Benjamin inzwischen genau, wie es weitergehen soll. "Paul (Baylay) und ich haben eine Menge gemeinsam, so haben wir bespielsweise beide England sehr jung verlassen, sind beide sehr viel herumgezogen." In einer Art umgekehrten Wikinger Streifzuges, zogen beide in Richtung Norden nach Skandinavien, um den scheinbar grenzenlosen Ursprung des Weltklasse-Pops der Region zu erkunden. In Norwegen entdeckten sie schliesslich den Song " Lonely ". Benjamin passte den Text seinen eigenen Lebenserfahrungen an. "Wenn du in die Charts kommen möchtest, musst du dem Publikum etwas bieten, woran es sich festhalten kann. Ich möchte, dass die Menschen wissen, was in meinem Leben vorgeht, das ist von grösserer Bedeutung." Benjamin veränderte " Lonely " in einen Song, der verdeutlichen soll, dass man auf sich gestellt ist im Leben. Der Songwriter / Produzent David Eriksen untermalte das schwerfällige dahingleitende Drama des Songs mit packenden Orchester Arrangements. Als Norwegens Top-Produzent, mit mehr Hits als jeder andere seiner Kollegen in Oslo, hat David Eriksen vorher auch schon mit anerkannten Künstlern wie " The Getaway People" (US) und den Schwedinnen Emilia und Maarja (beide Platin-Status) gearbeitet. Sinnliche Streicherparts betonen Benjamin's gefühlvolle Stimme in dieser "mid-tempo" Ballade, die einen schwungvollen und so unvergleichlich skandinavischen Refrain hat. "Ich fand dabei eine popigere Seite in mir selbst. Indem ich eng mit den Produzenten und Songwritern arbeitete, war ich viel relaxter und offener, als ich das noch zu Zeiten der Aufnahme und Veröffentlichung meines ersten Albums war, erklärte Benjamin." In der "Todeskälte" des Skandinavischen Winters, kam ein weiteres, aber in diesem Falle unbedeutenderes Problem, auf ihn zu. In der Nacht bevor er anreiste, hatte er eine Live-Show gespielt, die seine Stimme ein wenig beeinträchtigt hatte. Die eisigen Temperaturen waren da nicht gerade sehr hilfreich. Seit er seine Solokarriere begann, entdeckte er, dass sein Potenzial weit grösser war als vorher angenommen. Benjamin schätzt nun seine stimmlichen Fähigkeiten viel mehr. "Am Ende lief alles gut. Wir waren ja nicht für Aufnahmen dort, sodern wollten nur das Material der Produzenten sowie mein Material testen. Wir hatten uns lange Zeit auch in Deutschland umgeschaut, aber dann entschieden, dass es dort oben im Norden geschehen sollte. Ich bin so fasziniert davon, wie jung die Menschen dort ins Business einsteigen und auch über das hohe Level der Zusammenarbeit untereinander. Es muss wohl an den langen neun Monaten Winterzeit liegen, die sie gemeinsam am Kamin verbringen." Nachdem Benjamin sein erstes Album veröffentlicht hatte, erkannte er, dass es bei weitem nicht das gleiche ist, die Songs im Studio aufzunehmen wie sie dann einem Live-Publikum zu präsentieren. "Ich spielte gemeinsam mit einigen guten Musikern aus Köln, aber sie hatten alle ihre eigenen Karrieren. Es war immer schwierig einen gemeinsamen Probentermin zu bekommen. Mein Manager hatte dann die gute Idee nach einer bereits existiereden Band Ausschau zu halten. So fanden wir Maniac. |
![]() |