Klima von Mauritius und La Réunion
Matthias Seidel & Andrea Srugies
![]() Klimadiagramme ausgewählter Stationen auf Mauritius (SADDUL 1996) |
Die beiden Inseln
werden der Klimazone der wechselfeuchten oder auch sommerfeuchten Tropen
zugeordnet. Sie werden in ihrem Klima maßgeblich durch die Südostpassate
der Südhalbkugel geprägt. Über dem südlichen Indischen
Ozean (32 °S bis 36 °S) bestehen dabei stabile Subtropisch-Randtropische
Hochdruckgebiete (SRH) deren Luftmassenausgleich mit der ebenso stabilen
äquatorialen Tiefdruckrinne zu hochreichenden Winden führt.
Verursacht durch die Corioliskraft werden die Passatwinde nach rechts
abgelenkt und nehmen eine Süd-Ost- Richtung an. Die genannten Hochdruck-
und Tiefdruckgebilde sind in ihrer Wan34 derung vom Sonnenstand im Jahreslauf
abhängig. Im Winter der Südhalbkugel wandert die SRH Richtung
Äquator, wodurch sich der Druckgradient und damit auch die Luftmassenbewegungen
in der Höhe verstärken. |
Gleichzeitig nehmen
vertikale Luftbewegungen ab, eine stabile inversionsgeprägte Luftschichtung
ist die Folge. Konvektionswolken können dadurch in den äußeren
Tropen nur bis zu dieser Inversion, das heißt maximal einige hundert
Meter aufsteigen. Aus diesem Grund sind die Monate Mai bis Oktober, in
denen ein starker Einfluss durch die Passatwinde besteht, auf Mauritius
und La Réunion Zeiten mit geringen Niederschlägen. Allerdings kann die absolute Höhe dieser Inversionsschicht täglichen Schwankungen unterworfen sein. Gerade orographische Hindernisse zwingen die Luftmassen zum Aufsteigen, was zu regionalen Niederschlagsereignissen führen kann.Im Sommer der Südhalbkugel wandern die Hochdruckzentren weiter nach Süden von der äquatorialen Tiefdruckrinne weg, das Luftdruckgefälle nimmt ab und die Passatwinde verlieren an Einfluss. Aufgrund der zunehmenden Temperaturen über dem Land entstehen Konvektionszellen, die erhebliche Niederschläge verursachen können. Auch im Zuge kleinräumiger Land-See-Windsysteme können so mit Maxima am späten Nachmittag hohe Cumuluswolken entstehen, die zu ergiebigen Niederschlägen führen. Gerade im trockenen Westen der Inseln können sie maßgeblich zum Niederschlagsgeschehen beitragen (PADYA 1984). Die Innertropische Konvergenzzone (ITCZ), eine ein- bis zweihundert Kilometer breite Zone in der die Passate der Nord- und Südhalbkugel aufeinander treffen und die durch hochreichende thermische Konvektion gekennzeichnet ist, wandert in den Sommermonaten in die Bereiche nördlich von Mauritius und La Réunion und beeinflusst sie in ihrer Witterung. In seltenen Fällen kann die ITCZ die Inseln sogar erreichen, wodurch kräftige Schauer und Gewitter resultieren. Neben den Luftdruckgebilden der Atmosphäre über den Inseln hat auch die Oberflächentemperatur des Ozeans maßgeblichen Einfluss auf das Wettergeschehen der Inseln. Auch hier zeigen sich jahreszeitliche Schwankungen von 22 °C im September bis 27 °C im März. Einen klimatischen Faktor, der mit der Wassertemperatur des Indischen Ozeans in Verbindung steht, stellen die zwischen November bis Mai im Bereich der ITCZ nördlich von Mauritius entstehenden Zyklone dar. Regelmäßig ziehen sie in südlicher Richtung in mehr oder weniger großer Entfernung an den Inseln vorbei (Abb. 2/1). Dabei bringen sie je nach Entfernung der Zugbahnen erhebliche Windgeschwindigkeiten von durchschnittlich 120 km/h und Regenmengen bis zu 400 mm/d. Bis zu vier Zyklone können jährlich im nördlichen Indischen Ozean entstehen (PADYA 1984). |
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![]() Durchschnittlichen Niederschläge (1951- 1980) von Mauritius (PAVDA 1989) |
Klima von Mauritius Niederschlag Temperatur |
Klima von La Reunion Niederschlag
Sonnenscheindauer |
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