Böden von Mauritius und La
Réunion
Mandy Weitland & Andrea Srugies
Abb. 3/1: Bodenkarte von Mauritius (Atlas of Mauritius) |
Die Böden von Mauritius und Réunion sind sehr stark durch das vorherrschende Klima geprägt. Die Lage südlich des Äquators in den Tropen, beeinflusst vom Südostpassat der Südhemisphäre und den Zyklonen des Indischen Ozeans, verursacht hohe Jahresniederschläge von 1200 bis 2400 mm auf Mauritius und 570 bis 8233 mm auf La Réunion. In Kombination mit den hohen Temperaturen von 25 bis 31 °C werden chemische Verwitterungsprozesse sowie Auswaschungsvorgänge in den Böden begünstigt. Die Bodenbildung ist demzufolge durch tiefgreifende Oxidation, Hydroxydbildung und Tonmineralneubildung gekennzeichnet. Die Auswaschung und Verlagerung der Verwitterungsprodukte führt zu einer Verarmung der Böden an pflanzenverfügbaren Nährstoffen. Es entstehen basenarme Böden mit einer Tendenz zur Versauerung. Die hohe Verwitterungsintensität lässt vornehmlich Zwei-Schicht-Tonminerale mit äußerst geringen Kationenaustauschkapazitäten entstehen. In der weiteren Entwicklung zerfallen auch diese zunehmend, was zu einer verstärkten Freisetzung von Eisen (z. B. Hämatit) und dem toxischen Aluminium (z. B. Gibbsit) führt. Im Zuge dieser Ferralitisierung entsteht die rotbraune Färbung der tiefverwitterten Böden (KREMER 2000). Auf Mauritius wird im Allgemeinen auf Grund vergleichbarer Bildungsbedingungen die Bodenklassifikation von CLINE für Hawaii angewandt. Dabei werden Bereiche ähnlicher topographischer und klimatischer Verhältnisse in Familien sowie übergeordnet in intrazonale und azonale Einheiten gegliedert. Entscheidende Abgrenzungsfaktoren sind dabei der Niederschlag und das Alter der Ausgangssubstrate (PARISH & FEILLAFÉ 1965). Unter semiaridem bis subhumidem Klima entwickelten sich auf den Intermediate0 Lavas Low Humic Latosols, tonreiche Böden mit guten physikalischen Eigenschaften und schwach saurer Reaktion. Auf gleichem geologischem Untergrund entstanden unter humiden Verhältnissen auf dem zentralen Hochplateau Humic Latosols, die starke Anreicherungen von Eisen- und Aluminiumoxiden aufweisen. Dagegen treten die sogenannten Humic Ferrugiunous Latosols (nach FAO: ferric Acrisols) in den humiden Regionen der Old und Early Lavas auf. Als 40 stark verwitterte Böden werden sie durch Eisen- und Aluminiumanreicherungen, geringe Kationenaustauschkapazitäten, gute Infiltrationseigenschaften und relativ hohe Humusgehalte gekennzeichnet. Durch die geringere Entwicklungszeit der Böden auf den Late Lavas stehen sie in einem früheren Entwicklungsstadium. Bei ariden Bedingungen werden Latosolic Reddish Prairie Soils ausgebildet. Humide Verhältnisse bedingen Latosolic Brown Forest Soils (nach FAO: Cambisols). Auf lockeren Substraten, wie gefestigtem Korallensand, sind Regosole als Pionierböden anzutreffen. Geringmächtige Lithosole (nach FAO: umric bzw. lithic Leptosols) werden vor allem in Gebirgsregionen in steiler Hanglage gefunden. Bei Grundwasserbeeinflussung entstanden substratunabhängig Gleysols (KRANZ 2000). Allgemein kann gesagt werden, dass die intensiven
Bodenbildungsprozesse auf Mauritius zu nährstoffarmen Böden
führten. Vor allem Kalium und Phosphor können als Mangelelemente
für das Pflanzenwachstum erkannt werden. Gerade im Bereich des
zentralen Plateaus herrschen niedrige pH-Werte in den Böden vor,
was die Auswaschung von Pflanzennährstoffen noch verstärkt.
In küstennahen Bereichen treten dagegen verursacht durch das Ausgangssubstrat
alkalische Böden auf. Die physikalischen Eigenschaften der Böden
können dagegen als relativ |