Andrea Srugies & Matthias Seidel
Standort: Botanischer Garten, Pamplemousses
![]() |
Ein beliebtes Ausflugsziel
für Touristen stellt der botanische Garten von Pamplemousses dar,
der seit 1985 nach dem ersten Premiereminister des Landes Sir Seewoosagur
Ranmgoolam benannt wird. Die Geschichte des ehemals Königlichen Botanischen
Gartens fing mit dem Landkauf durch den Gouverneur Mahe de Labourdonnais
im Jahre 1735 an. Mit der Einführung exotischer Pflanzen aus allen
tropischen Gebieten der Welt sollte nicht nur Eigenversorgung der Kolonie
gesichert werden, sondern vor allem auch neue Produktionszweige gefunden
werden. Die einseitige Orientierung auf die Monokultur Zuckerrohr sollte
durch Anbauversuche auch anderer möglicher Nutzpflanzen gebrochen
werden und damit die Wirtschaftskraft der Kolonie gestärkt werden.
Durch die Einführung von Gewürzpflanzen, wie Pfeffer, Muskat
und Zimt, wurde gleichzeitig versucht, das Gewürzmonopol der Holländer
zu brechen. Pierre Poivre ließ nach der Übernahme des Guts
im Jahre 1770 weitere ausländische Pflanzen einsetzen. Heute können
auf etwa 60 Hektar Fläche rund 500 Arten, darunter ca. 80 verschiedene
Palmenarten, bestaunt werden. Ebenso sind rund 40 verschiedene auf den
Maskaren ursprünglich heimische und endemische Arten zufinden, darunter
eine der bekanntesten Spezies unter den Palmen, die Flaschenpalme. Durch
ihre flaschenförmige Stammform gut zu charakterisieren, stellt sie
eine ursprünglich endemische Art der Maskarenen dar, die heute allerdings
in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet ausgestorben ist und gleichzeitig
durch Anpflanzungen heute weltweit vorkommt.
|
Eine weitere Attraktion
des Parks, der täglich kostenlos besucht werden kann, bietet die
Seerose Victoria amazonica mit ihren ungewöhnlich großen Blattdurchmessern
von über einem Meter, sowie die selten gewordene Art des Mahagonibaumes.
Der botanische Garten vermittelt an vielen Stellen den Eindruck eines
ursprünglichen Regenwaldes. Auch Eukalyptusbäume sind zu bewundern,
welche ursprünglich eingeführt wurden, um die mückenreichen
Sümpfe trocken zu legen und die Malaria-Epidemie einzudämmen.
Um den Besuchern eine weitere Attraktion zu bieten wurde ein Gehege mit
Riesenschildkröte angelegt. Schon 1875 mussten die hier ausgestellten
Tiere von den Seychellen eingeführt werden, da sie auf Mauritius
fast ausgerottet waren. Aufgrund ihrer Fähigkeit Monate lang ohne
Wasser überleben zu können, waren sie als Reiseproviant für
die Seefahrt missbraucht wurden. Im botanischen Garten von Pamplemousses
wurden die Vorträge über die Flora und Fauna der Insel Mauritius
gehalten. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten dabei die endemischen
Arten und ihre Lebensräume. Gegenüber des botanischen Gartens
befindet sich eine 1756 erbaute und dem heiligen Franziskus von Assisi
geweihte Kirche, die älteste der Insel. |
|