(Bücher im Netz - erste deutsche Rezensionsseite im Internet, 12/95)
Mattis Manzel, Peinlich, Amman
Ist Mattis Manzel der deutsche Flann O'Brien? Freilich nicht. Weil ja damals
doch irgendwie alle anders war, und weil bei Manzel Fahrräder letztlich
nur eine untergeordnete Rolle spielen, wenn sie überhaupt eine spielen.
Aber Manzels Ideen & Einfälle, Eskapaden & Ausfälle, Verrücktheiten
& Anfälle - sie sind ganz vom Geist des großen Iren. Sie sind
absolut brillant und schrecken vor nichts zurück. Da ist zum Beispiel der
Beweis der Überflüssigkeit des Bewußtsein, oder die Einführung
des Alkoholiker-Chromosoms in die Literatur (was uns irgendwie nochmal auf O'Brien
bringt), und da gibt es die verschiedenen gelehrten Ausführungen über
das Kondom. Der Verlag spricht vom Roman als Massenkarambolage, und -
ja, sowas gibt's auch mal - er trifft's bestens damit.