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Menschen, die mich begleitet haben
Nach dem frühen Tod meiner Eltern, meine Mama starb am 27. Jänner 1965 und mein Däda am 6. April 1975, waren mir meine engsten und auch einzigen Familienangehörigen genommen. Denn nach österreichischem Recht besteht nur eine rechtliche Verwandtschaft zwischen dem/der Adoptierten (Wahlkind) und den Adoptiveltern (Wahleltern) und deren Nachkommen, in vermögensrechtlicher Hinsicht bleibt eine Rechtsverwandtschaft zurück zu den leiblichen Eltern aufrecht, jedoch besteht keine wie immer geartete rechtliche Beziehung familialer Natur zwischen dem/der Adoptierten und den weiteren Familienmitgliedern der Adoptiveltern, sogenannten Grosseltern, Onkeln, Tanten, Nichten, Neffen etc. Dennoch gab und gibt es einige wenige Menschen, die mir über all die Jahrzehnte, die seither ins Land gekommen sind, die Treue gehalten und mich mit ihrer Liebe begleitet haben.
Ab dem Schuljahr 1970/1971 besuchte ich für die folgenden vier Jahre das Musisch- pädagogische Realgymnasium (heute Bundes-Oberstufen-Realgymnasium - BORG) in Feldkirch, welches ich mit der Matura abschloß. Danach entschied ich mich für ein Studium der Geschichte und Germanistik zunächst an der Universität Salzburg, das Studium selbst schloss ich mit dem Doktorat -Dissertation: Kinder in Auschwitz - an der Universität Wien 1993 ab. Da ich ein Kind allein aufzog, mir ein extrem schwieriges und in jeder Hinsicht anstrengendes Thema für die Dissertation ausgesucht hatte und dann zudem noch einer Vollzeitarbeit als Pfarrsekretärin in der Pfarre St. Michael, Wien 1, nachging, hat sich mein Studium doch einigermaßen in die Länge gezogen. Schließlich konnte ich - weil auch hier Menschen zugegen waren, die immer an mich und meine Fähigkeiten geglaubt haben und die mich tatkräftig unterstützt haben - den Studienabschluss erreichen.
P. Bachmann, wie wir ihn alle nannten, hat wie wohl kaum ein anderer Mensch in meinem Leben die Art meines Denkens, meines Herangehens an Problemstellungen jedweder Art geprägt und ist mir ebenso bis zum heutigen Tag ein väterlicher Begleiter geblieben. Seine seelsorglichen Qualitäten, die von einer tiefen Spiritualität durchdrungen sind und von einer nur äußerst selten in diesem Maß anzutreffenden Fähigkeit, sich wirklich in einen anderen Menschen hineinfühlen und hineindenken zu können, seine aufrichtige Toleranz haben mich durch so manche Krisenzeit getragen, mich durchhalten und meine Ziele erreichen lassen. P. Bachmann hat mir eine Vorstellung von der Würde des Menschen und somit auch von der Würde meiner Person ins Leben mitgegeben, und das zähle ich zu den wichtigsten seiner Geschenke an mich!
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Schließlich erweise ich von Herzen einem seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten lieben und verehrten väterlichen Freund und nunmehrigen Adoptivvater - einem Alt-Wiener und Alt-Österreicher - hier die Referenz. Auschwitz hat uns zusammengeführt: Denn er hat den Holocaust als rassisch verfolgter Jude überlebt, seine Schwester ist mit ihrer Familie in Auschwitz ermordet worden, und ich schrieb an meiner Dissertation „Kinder in Auschwitz“, als wir uns kennenlernten. Auch gerade sein beständiger Zuspruch hat wesentlich dazu beigetragen, dass ich diese schwierige und in jeder Hinsicht anstrengende Arbeit zu Ende führen konnte. Wie schon bis dahin war er auch in den Folgejahren für mich und meine Tochter stets da, in einer Zeit, als - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen - Familie, Freund und Feind außer Sichtweite geraten waren, nachdem man/frau mich in einer der allerschwierigsten Phasen meines Lebens von allen Seiten und auf allen Ebenen jahrelang gezielt und vollkommen im Stich gelassen hatte und so manch eine/r mir ebenso gezielt "den Rest" geben wollte. Durch ihn ist viel von der Welt meiner Eltern wieder in mein Leben hereingekommen, wie sie gehört er zu jenen in meinem Leben spärlich aber doch vorhandenen Menschen, durch die ich erfahren habe, dass es gut ist, dass es mich in dieser Welt gibt und dass mein Leben, das von Anfang an nicht sein sollte, ein wertvolles ist. Aber ich danke ihm, der sich aus ganzem Herzen zu seinem Judentum bekennt, auch durch die vielen, vielen Gespräche, die wir miteinander geführt haben und immer noch führen, ein vertieftes Verständnis für das Judentum und dessen hohen Wert als wichtigste Grundlage für mein besseres Verständnis von Jesus von Nazareth und meiner christlich geprägten Erziehung! | ||||||||||
Margaretha Rebecca Hopfner, Wien 2003-2005 | ||||||||||
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