V I O L E T T [Mittelbilder]
Zwischenbericht
Ich hatte in den letzten beiden Monaten wieder meine regelmäßige Periode (im Monat vorher hatte sie ausgesetzt) und mit ihr meine regelmäßige mensesbedingte Migräne.
Mitte vergangenen Monats waren wir drei Tage bei der Familie, dort hatte ich ab Samstag Migräne, und die zog sich mit Unterbrechungen hin bis zur Periode und über diese hinweg. Anschließend bekam ich einen äußerst stressigen Auftrag. In der ersten Woche hatte ich noch unregelmäßig Menses-Migräne von leichter bis mittlerer Stärke, in der zweiten Woche am Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag starke Migräne bereits vor dem Aufwachen.
Vereinzelte Hitzewellen.
Vor allem aber stecke ich seit Ende letzten Monats wieder voll im zwanghaften, gehetzten Arbeiten und werde von anstehenden Aufgaben und Terminen "gedrückt". Das ist sogar fast schlimmer, als es vor der ersten Cimicifuga-Gabe war. Zwar "weiß" ich jetzt um meine Freiheit, das nimmt mir aber nicht den Druck der noch anstehenden Pflichten. Ich fühle mich gedrängt, all diese Pflichten endgültig hinter mich zu bringen, denn solange noch irgendetwas - vor allem berufliche Aufträge - vor mir liegt, kann ich mich nicht wirklich entspannen, d.h. ich bin permanent innerlich angespannt.
Ich habe die ganze Zeit – mit einer Unterbrechungsphase – kontinuierlich an Gewicht abgenommen. Seit Anfang dieses Monats bin ich jedoch bei 95,2 kg stehen geblieben und schwanke zwischen 95,2 und 95,5 kg hin und her, da ich durch die innerlich gefühlte Anspannung und daraus folgende äußerliche Hetze wieder mehr Verlangen nach Essen habe.
1. Tag
Heute war die Folge-Anamnese bei der Homöopathin. Sie repertorisierte an Ort und Stelle ewig lange und schwankte zwischen Thuja, Sulfur, Sepia, Phosphor, Silicea und Arsenicum! Sie notierte sich, dass sie Cimicifuga in der C1000 oder sogar 10000 bestellen will, "dazu können wir ja immer noch zurückkehren". Bei dem ganzen Arsenal fragte ich sie, was sie von Mercurius halte, aber davon war sie nicht so überzeugt. Ich bin mir jetzt sicher, dass sie ihre (psychologische) Intuition nicht zulässt, deshalb gerät sie immer so ins Schwimmen, wenn es um psychische Geschichten geht, und ist so abhängig vom Repertorisieren. Nur der aktuellen Sykose war sie sich sicher. Als ich ihr beim Stichwort "Arsenicum" sagte, dass ich davon bestimmt eine ganze Menge in mir habe, entschied sie sich doch für Thuja, weil das "das chronische Arsenicum sei". Sie gab mir sofort eine C30 und noch 6 Globuli mit für abends zum Verkleppern.
Als ich zu ihr ging, hatte ich schon Anzeichen einer beginnenden Migräne auf den Augen. Ich war in entsprechender Stimmung und rechnete damit, anschließend eine Sumatriptan nehmen zu müssen, da ich in die Stadt wollte. Im Sprechzimmer nahm ich gleich nach dem Hinsetzen die Brille ab.
Als ich die Praxis verließ, also nach der ersten Thuja-Gabe, war der Schmerz wie weggeblasen. Zu Hause war ich verblüffend frisch und munter und vor allem voller Energie und Humor. Als J. kam, alberte ich dauernd rum, sang, tanzte und brachte ihn zum Lachen. Und dann... Dann genoss ich das Einkaufen!!! Mein Kopf und meine Augen fühlten sich ungekannt frisch an. Ich kann nicht sagen, dass sie völlig schmerzfrei waren, aber es fühlte sich nicht nur nicht an wie Migräne, es fühlte sich sogar an, als könne ich nie wieder Migräne bekommen! Eine ganz seltsame Sicherheit. Später merkte ich, dass ich alles genoss, sogar die prolligen Menschen, die mich sonst immer unheimlich stören. Und ich war weiterhin aufgekratzt, lustig. Und ich hatte noch bis zum Schlafengehen ganz leichte Füße und Beine, nicht diese Erschöpfung, Hitze und Schwellung wie sonst.
Ab neun nahm ich ca. jede Stunde die verklepperte Thuja ein. Nach dem dritten Schluck spürte ich eine Zeit lang sogar ein deutliches Schwindelgefühl, das ich gleich danach bei Müller für Thuja bestätigt fand.
Träume
1. Die Mutter
Ich kehrte spät abends mit vier oder fünf Bekannten ins Pflegeheim zurück, deshalb begannen wir, meine Mutter zu versorgen. Wir mussten sie ständig aufsetzen, füttern, umlagern usw. Sie war in sehr guter Verfassung, nur körperlich bewegungsunfähig, und sagte uns auch immer, was sie will. So ging das die ganze Nacht, bis sie wieder einmal gewindelt werden musste. Dazu fühlten wir uns nicht in der Lage und warteten deshalb auf die Schwestern. Die kamen dann auch und wunderten sich, dass wir meine Mutter die ganze Zeit versorgt hatten. Ich erklärte ihnen, dass ich mehrere Freunde mitgebracht habe und deshalb... Auf einmal wusste ich nicht mehr, was das für eine Erklärung sein sollte. Weshalb hatte ich denn so viele Freunde ins Pflegeheim mitgebracht? Sie hätte mich ja besuchen und genauso gut wieder nach Hause fahren können. Schließlich fiel mir ein, dass das Nebenzimmer, in dem wir die Nacht verbracht hatten, ja ein Besucherzimmer war, in dem nur ich sonst immer wohnte. Da konnte ich ja ebenso gut mehrere Besucher einladen, die dann eben meine Mutter mit pflegen mussten.
2. Hubschrauber
Kleine Jungs in der DDR übten Fallschirmspringen. Ich war verblüfft, als ich sah, dass sie dabei diese weichen, weißen Gymnastikturnschuhe fürs Turnen trugen. Kurzzeitig war ich selbst so ein Junge und flog mit den weichen Schuhen direkt auf ein großes Zelt zu, konnte aber noch kurz vorher landen. Mein Fallschirm verfing sich dann eben im Zelt. Aus dem kleinen Hubschrauber über mir hörte ich die Anweisungen der Trainer. Es waren lauter kleine eingezäunte Wiesenkarrees, auf denen verschiedene Dinge standen und über die sich in geringer Höhe Leitungen spannten. Dort flogen die kleinen Hubschrauber gerade so hoch, dass sie knapp über der höchsten Leitung waren, und ließen dort die kleinen Jungs springen - irgendwohin, das schien alles in Ordnung so zu sein.
Und dann saß ich selbst in einem dieser kleinen Hubschrauber, musste ihn starten, steigen lassen, kurz über dem höchsten Kabel in der Luft zum Stillstand kommen - und springen, denn sofort war ich wiederum der kleine Junge. Das erforderte ein bisschen Übung, daher machte ich es drei oder vier Mal. Einmal konnte ich beim Aufsteigen nicht korrekt abbremsen und stieg viel zu hoch bis an die Raumdecke. Schon wollte ich Angst haben, da fiel mir ein, dass meine Höhenangst doch jetzt vorbei ist, und schon hatte ich keine Angst, sondern genoss sogar die Aussicht von dort oben.
3. Giovanna
Ich hatte mich nun doch auf eine lange und lustvolle Diskussion mit Giovanna eingelassen, aber nicht per Mail, sondern in einem Forum, das grafisch genauso gestaltet war wie Sebastians, nur dass es ein anderes Themenforum war. Im Traum war mir der Name die ganze Zeit präsent, aber ich habe ihn vergessen. Auch kein Astroforum jedenfalls.
