V I O L E T T [Mittelbilder]
Sepia officinalis (Gewöhnlicher Tintenfisch) C30 - Kontaktprüfung
Stammgruppe: Urmünder (Protostomia)
Überstamm: Lophotrochozoa
Stamm: Weichtiere (Mollusca)
Klasse: Kopffüßer (Cephalopoda)
Unterklasse: Tintenfische (Coleoidea)
Überordnung: Zehnarmige Tintenfische (Decabrachia)
Ordnung: Sepien
Familie: Sepiidae
Gattung: Sepia
Vorkommen: Mittelmeer, Nordatlantik, Nordsee, sehr selten vielleicht auch in der westlichen Ostsee
Beschreibung
Anders als die Kalmare sind die Sepien nicht an das Leben im freien Wasser der Meere angepasst, sie leben vor allem in Bodennähe. Der Mantel ist in der Regel stumpfer und weniger keilförmig als der der Kalmare, allerdings gibt es Kalmararten, die auf den ersten Blick den Sepien sehr ähnlich sehen. Den wesentlichsten Unterschied stellt allerdings die Ausprägung des Innenskeletts dar, welches bei den Sepien als flacher Kalkschulp ausgebildet ist. Dieser auch als Phragmokon bezeichnete Schulp enthält eine Vielzahl von gasgefüllten Kammern, die dem Tier Auftrieb geben.
Wie die meisten anderen Tintenfische besitzen auch die Sepien einen hornigen Schnabel. Sepien sind Lauerjäger und erreichen dementsprechend nicht so hohe Geschwindigkeiten wie die Kalmare. Den Hauptantrieb übernimmt ein Flossensaum, der als Band um den Körper verläuft und mit wellenartigen Bewegungen für den Vortrieb sorgt. Der Siphon wird ebenfalls eingesetzt, allerdings meist nur für kurze Strecken zur Flucht.
Sepien treffen sich in großen Schwärmen, um ihre Paarung durchzuführen. Dabei kommt es bei den Männchen zu Rivalenkämpfen um die Weibchen. Hat sich ein Paar gefunden, überträgt das Männchen mit seinem Paarungsarm eine Spermatophore in eine Speichertasche unter der Mundhöhle des Weibchens und befruchtet diese dadurch. Die Eier werden an Wasserpflanzen oder anderen Strukturen befestigt. Kurz nach der Paarung und Eiablage sterben die Tiere. Sepien fressen Fische und Krebse.
Die meisten Sepien sind zu Farbwechseln fähig und können sich blitzschnell eingraben. Aus diesem Grund können sie sich extrem gut tarnen und brauchen nicht weit vor Feinden zu fliehen. Die Tiere signalisieren jedoch durch Farbwechsel auch ihre jeweilige Stimmung, etwa die Paarungsbereitschaft oder Stress. Ebenfalls der Tarnung dient der Tintenbeutel, der eine dunkle Tinte aus konzentriertem Melanin enthält. Diese wurde früher als Sepia zur Färbung von Kleidung oder Fotopapier verwendet, heute wird sie beinah ausschließlich als Farbstoff für schwarze Pasta (Seppia) benutzt.
Sepia officinalis ist ein zehnarmiger Kopffüßer. Acht Arme sind um den Mund herum angeordnet, zwei weitere sind in Manteltaschen versteckt, und kommen erst zum Beutefang heraus. Die langen Fangarme nehmen die Beute und geben sie an die kürzeren Arme ab. Das Tier hat Linsenaugen die ungefähr so gut wie die der Wirbeltiere sehen können. Um sich zu tarnen, verändert die Sepia ihre Farbe durch Hautzellen, die ihre Fläche verändern können, um diesen Effekt zu erzielen.
Bei der Sepia gibt es zwei Arten des Beutefangs. Zum einen den so genannten Tentakelschuss und zum anderen den Beutesprung. Welcher davon eingesetzt wird, ist abhängig von Art und Größe der Beute. Der Tentakelschuss wird nur bei kleineren Krebsen, Krabben, Garnelen und Fischen eingesetzt. Hierbei stellt sich die Sepia zuerst in eine Position, in der sie die Beute gut sehen kann, danach spreizt sie die kurzen Tentakel zur Seite ab, und die zwei langen Tentakel kommen zum Vorschein. Die Sepia verweilt so kurz, und "schießt" dann mit den beiden langen Tentakeln auf die Beute, um sie sicher festzuhalten. Danach schlingt sie ihre restlichen Tentakel um die Beute oder verschlingt diese sofort.
Der Beutesprung wird bei größeren Krabben eingesetzt. Bei dieser Art des Beutefangs werden die zwei langen Tentakel nicht eingesetzt. Es wäre zu gefährlich für die Sepia, wenn das andere Tier in der Lage ist, sie an den langen Tentakeln zu verletzen. Auch hier geht die Sepia wieder in eine Position, in der sie die Beute gut sehen kann, und "springt" dann auf die Beute, um sie anschließend mit ihren acht kleineren Tentakeln zu umklammern. Danach wird die Schale des Beutetiers mit einer Art scharfem Schnabel im Mund der Sepia geöffnet, und ein Nervengift lähmt dieses dann. Schließlich wird das Innere der Beute durch Enzyme im Speichel der Sepia flüssig gemacht und dann ausgesaugt. Das dauert bis zu einer Stunde.
Pharmazeutische Bedeutung
Tintenfische sind nahrhaft und schmackhaft und werden deshalb als Speise zubereitet, vor allem in der mediterranen und asiatischen Küche. Aufgrund der besonderen Dicke der Axonen ihrer Neuronen waren sie bevorzugte Objekte neurowissenschaftlicher Untersuchungen. Am sogenannten Tintenfisch-Riesenaxon wurde in den 40er Jahren des 20. Jhd. das erste Mal ein Aktionspotenzial gemessen und darüberhinaus der Mechanismus des Zustandekommens der Nervenerregung aufgeklärt.
Der Rückenschulp (Schwimmkörper) der Tintenfische wird sowohl als Gussform für Goldschmiedearbeiten, als auch als Futtermittel für Kanarienvögel (wichtige Mineralstoffe und Kalk) verwendet. Er ist weißlich, porös und aus kalkhaltigem Material. Er wird nicht nur beim Tintenfischfang erbeutet, man kann ihn auch als Treibgut an Stränden finden.
Quelle: Wikipedia
Homöopathisches Profil
Sepia ist der Archetypus der Hexe. Sie ist die weibliche Hälfte des Magiers, der männlichen Hälfte der Hexe. Wie der Magier die Elemente mit seinem rationalen Willen beherrscht, beherrscht die Hexe sie mit ihrem emotionalen Willen. Der Magier herrscht durch Distanz, die Hexe durch Einssein. Sie ist Erde und Wasser, die von Luft und Feuer befruchtet werden.
Sepia ist Emotion, doch solange sie gesund ist, ist sie ihren Emotionen nicht ausgeliefert, sondern nutzt sie nach ihrem Willen. Sie ist eins mit ihrem Körper, und ihr Körper dient ihr. Sie ist intelligent und inspiriert, doch Intelligenz und Inspiration sind nie losgelöst und frei schwebend, sondern werden immer einem praktischen, sehr irdischen Zweck untergeordnet. Daher hat Sepia ihre Heilkräfte.
Es sind nicht körperlose Ideen, denen sie verpflichtet ist, sondern sehr menschliche Motivationen: Gesundheit. Genuss. Lust. Kunst. Liebe. Die gesunde Sepia wird sich niemals an einen Mann binden, weil jede Bindung auf Pflicht gründet und Pflicht die Lust vernichtet. So wird sie sich auch an Lust und Genuss nicht binden. Eine gesunde Sepia wird nicht süchtig. Sie ruht in sich und ihrer Kraft.
Männern, die selbst keine Magier sind, macht Sepia Angst. Nur der Magier ist ihr ebenbürtig, doch selbst an ihn wird sie sich nicht binden ebenso wenig wie er sich an sie. Alle anderen Männer jedoch fürchten sie und ihre unbegreifliche Kraft wie Adam Lilith. So verlangte Adam nach einer Frau nach seinem Bilde, und er formte sich Eva. In der von Adam beherrschten Welt hatte Lilith keinen Platz, und jeder Adam und jede ihm bis in den Tod ergebene Eva wird alles tun, um Lilith schon so früh wie möglich das Rückgrat zu brechen. Davon sterben zwar weder Lilith noch Sepia, aber sie werden krank.
Jede kranke Sepia ist eine in eine Eva verzauberte Lilith. Vielleicht hat sie sich selbst verwunschen, denn wer sollte eine Hexe verwünschen als sie selbst - oder eine stärkere Hexe? Und keine starke Hexe würde einer Hexe Böses tun. So lebt die kranke Sepia das Leben der Eva in ihrem Reihenhäuschen am Stadtrand mit dem weißen Zaun und dem wöchentlich gemähten Rasen, mit einem Ehemann, der sie schon längst unendlich langweilt, und Kindern, denen sie sich keine Mutter fühlt. Sie spürt ihre Kraft, doch sie weiß nicht, wo sie sie finden kann. So bahnt die Kraft sich selbst einen Weg. Sie sackt in den abgestorbenen Unterleib, in Beine und Venen. Sie wühlt sich als Unzufriedenheit quer durch die Seele und birst in wütendem Gekeif nach draußen. Jeden Monat einmal, kurz bevor das Blut durchbricht, erinnert sich Sepia an ihre wahre Gestalt, und ihr Schmerz bricht sich Bahn in aggressiver Abwehr der ganzen Eva-Welt, in einer Eruption von ohnmächtiger Wut und Tränen.
Verwunschene Prinzessinnen werden von Prinzen wach geküsst oder von Königen erkannt. Verwunschene Hexen können sich nur selbst erlösen.
