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Cimicifuga racemosa

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V I O L E T T     [Mittelbilder]

 

5. Tag

Dass heute wieder ein Müdigkeitstag ansteht, merkte ich schon im Auto auf der Fahrt nach Leipzig. Als wir in Leipzig einfuhren, wurde es ganz krass, ich konnte die Augen gar nicht mehr offen halten. Dann gab sich das, weil wir die ganze Zeit mit der Familie unterwegs waren und E. ununterbrochen sendete, aber ich hatte sehr wohl wieder das starke Bedürfnis, mich aufs Gras in den Zoo-Gehegen zu legen und eine Kuh zu sein. Und natürlich wieder merkliche Schwere und Schwerfälligkeit, die Füße schmerzten schon sehr bald, und ich hatte weder Lust noch Kraft weiterzulaufen.
Nach einem, zugegeben, reichlichen Mittagessen im Zoo aß ich ca. zwei Stunden später bei L. drei kleine Stück Kuchen – und war hinterher dermaßen überfressen wie das letzte Mal vor vielen Jahren zu T.s 70. Geburtstag! Dabei stellte sich sofort nach langer Zeit einmal wieder der stechende Schmerz unterm linken Schlüsselbein ein, sehr stark. Als ich der Familie diesen Schmerz erklärte, fragten sie mich, wo ich meinen Magen habe - ach ja, ich sei ja eine Kuh, da könne schon mal einer der Mägen hochrutschen...
Das ist bis jetzt die Essenz, die übrig bleibt:
ein Tag mit ungeheurer Müdigkeit, Trägheit, Schwere, "Geschwollensein" der Beine und dem Bedürfnis, eine Kuh zu sein im Wechsel mit einem Tag innerer Panik, Gereiztheit, extremem Gehetztsein und dem Gefühl, alles, selbst meine Lieblingsbeschäftigungen, stünden mir im Weg zu... – keine Ahnung. Und das Verlangen, diese Hindernisse brachial zu überwinden.
Im Übrigen hatte ich während beider Autofahren ganz intensive Zustände dieser sehnsüchtigen Schönheit, der überquellenden inneren Poesie voller Romantik, die ich oft bei besonderen Lichtverhältnissen und in schönen Landschaften oder einfach auf Reisen bekomme. Aber dieses Mal wirklich ungewöhnlich intensiv, vor allem das Gefühl, das zu kennen, aus einer Vergangenheit, die ich nicht zu fassen bekomme, aber besonders heute dauernd das Gefühl, kurz vor der Tür zu stehen, als ob sie sich immer wieder für Millisekunden einen winzigen Spalt breit öffne. Aber ich habe nichts gesehen. Ich spüre es nur.
Ach, Moment, da war noch was! Als ich bei L. war, hatte ich mehrmals die Vision, selbst so in dieser Wohnung, dieser Einrichtung zu leben, ein ganz anderes Leben, ich fühlte plötzlich, dass ich da gar keine Zigaretten brauchen würde, es war die Vision eines ganz anderen Lebens als ich es bisher gelebt habe, aber irgendwie viel mehr "meins"... eine andere Welt, und das alles zusammen mit den Zuständen beim Fahren, das war eine komplexe, intensive und sehr überwältigende Vision, eine ganz andere Welt... viel ähnlicher der aus meiner Kindheit! So eine Reinheit...

Träume

Auch wieder nichts Klares, aber ich muss wohl fast die halbe Nacht von einer theoretischen Zuordnung von Arsenicum album geträumt haben und dem Beweis, dass sie stimmig ist.
Und dann hatte M. noch einen neuen Vogel, ein kleines, gefiederloses, schwarz-gelbes Geschöpf von der Gestalt eines Teichhuhns, der ganz zutraulich war und Kunststücke machte, die uns alle begeisterten. Er kam sogar zu mir und lief auf mir herum, und wir waren entzückt.

 

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