
Die Silbe "Do" lässt sich ungefähr mit "Weg" übersetzen. Weiterhin kommt in Judo die Silbe Ju zum Ausdruck. Ju bedeutet soviel wie "sanft", "nachgebend" oder "ausweichend". Daher wird Judo auch oft als "Der sanfte Weg" und das Prinzip des Judo als "Siegen durch Nachgeben" bezeichnet. Dies hat seinen Grund in den vielen Techniken, die auf dem Handeln des Gegeners basieren. Man versucht also nicht, der Kraft des Gegners standzuhalten, und ihr wiederum mit Kraft entgegenzuwirken, sondern macht sie sich selbst zu Nutze. Ein stark drückender Gegner kann beispielsweise mit wenig Kraftaufwand in die Richtung geworfen werden, in die er drückt. Vorraussetzung ist vorheriger ausweichen, und damit nachgeben. Kraft gehört also nicht zu den Grundvorraussetzungen, um Judo betreiben zu können. Die meisten Techniken des Judo basieren auf Jiu-Jitsu, der alten Kriegskunst der Samurai-Kämpfer. Die Kampfkunst der Samurai, entstanden in China, galt jahrelang als eine Art Geheimwissenschaft. Jiu-Jitsu geriet nach der Meidschi-Restauration (1868), bei der die Samurai entmachtet wurden, weitgehend in Vergessenheit.