Die Rüstung der Samurai

Die Rüstung war eine höchst originelle Schöpfung japanischer Waffenschmiedekunst. Um das zu verstehen, ist es nützlich, einen vergleichenden Blick auf das europäische Mittelalter zu werfen. In Europa schützten sich die Ritter seit Mitte des 13. Jahrhunderts durch Metallplatten und - spangen, die im Laufe der Zeite zu einer ringsum geschlossenen eisernen Kapsel zusammenwuchsen. Dieser sogenannte >>Plattenharnisch<< verwandelte den Gewappneten in eine steife Puppe, die sich kaum bewegen konnte und darüber hinaus so schwer war, dass man sie in den Sattel heben und dort festbinden musste. Stürzte der Eisenmann in der Schlacht vom Pferd, so war das sein sicheres Ende.



(schwere europäische Rüstung)


Ganz anders in Japan. Hier bestand die Rüstung, vom Unterhemd bis zu den Panzerhandschuhen, aus mindestens 23 Einzelteilen. Dabei stüzte der Samurai seinen Rumpf mit dem Do, einem Wams aus zusammengeknüpften Stahlplättchen, und seine Arme und Beine mit metallbesetzten Ledermanschetten. Eine solche Rüstung wog nicht einmal 25 Pfund und war verschieblich wie die Haut eines Hundes:

(Samurai Rüstung)


Während ihr Träger durch die schalenförmige Anordnung der Einzelteile und durch deren Elastizität gegen Pfeile, Lanzenstiche und Schwerthiebe hinlänglich geschützt war, konnte er sich dennoch frei bewegen, ohne Hilfe in den Sattel steigen, rennen, springen, klettern und sogar schwimmen. Nach der Schlacht aber brauchte er nur alles wie ein etwas steifes Kleid zusammenfalten und für den Transport in eine Kleine Kiste zu packen .

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