“Serious
lapse of taste” -
Das Butcher Cover
Während
die Plattenkünstler der fünfziger und sechziger Jahre ihre schwarzen
Scheiben in fantasielose Hüllen versteckten, erkannten die Beatles schon sehr
früh einen weiteren künstlerischen Aspekt in der Gestaltung der
LP-Verpackung. Erstmals diente das Cover nicht nur als Staubschutz sondern
verschmolz zu einer Einheit mit dem Musikprodukt. Die Fab Four waren auch hier
die Vorreiter.
So
ist es nicht verwunderlich, dass die Plattenhüllen der Beatles-Scheiben bald
genauso kritisch betrachtet wurden wie ihr musikalischer Inhalt. Ich möchte
hier kurz auf das Revolver-Cover von Klaus Voormann, auf die Fotokollage von
Sgt. Peppers, das weltweit erste Doppelalbum ‘Weißes Album’ und auf das
diskussionsreiche Abbey-Road Cover hinweisen, die allesamt genügend Gesprächsstoff
lieferten.
Es
gibt jedoch ein Cover, dass die Öffentlichkeit derart erregte, dass es nach
kurzer Zeit bereits vom Markt genommen wurde. Gemeint ist das lengendäre
‘Butcher Cover’ (Metzger-Hülle).
Da
diese LP-Hülle Musikgeschichte schrieb und jedes Sammlerherz höher schlagen
läßt, möchte ich hier die teilweise weniger bekannten Hintergründe
darstellen.
Die
ganze Geschichte beginnt am 25.03.66, bei einer Nachmittags-Foto-Session in
einem privaten Fotostudio in London Chelsea, The Vale 1. Dort hatten die
Beatles einen Shooting-Termin mit ihrem Fotograf Robert Whitaker.
Robert
Whitacker lernte Brian Epstein 1964 während einer Australien-Tournee kennen
und machte ein paar Fotos von ihm. Brian Epstein war derart überzeugt von den
Fotos, so dass er ihm einen Job als künstlerischen Direktor von NEMS anbot.
Zunächst lehnte Whitacker ab, sagte aber drei Monate später, nach einem
erneuten Angebot zu. So wurde Robert Whitacker offizieller Beatles Fotograf
zwischen August 1964 und November 1966 und dokumentierte die Tourneen durch
die USA, Deutschland, Japan und einige Studiosessions.
Am
25. März wurden unter anderem die anstößigen Butcher-Fotos gemacht. Auf
diesen Fotos sind die Beatles, vor einem hellen Hintergrund sitzend, mit weißen
Kitteln bekleidet. Sie halten Köpfe und diverse Körperteile von nackten
Puppen auf dem Schoß und den Schultern. Dem Betrachter wird ein Bild von
einem ‘Schlachthaus’ vermittelt. Aus diesem Grunde wurden die Fotos kurz
“Butscher Fotos” (Metzger-Fotos) genannt.
Während
des Fototermins wurden, neben anderen Fotos, insgesamt elf Butcher-Fotos
geschossen. Alle Fotos zeigen die Beatles in mehreren Posen und aus anderen
Perspektiven. Aus diese Fotoserie stammt das umstrittene und veröffentlichte
Cover-Foto der LP ‘The Beatles - Yesterday And Today’.
Zunächst
wurde das Butcher-Foto zwei Monate später für Werbeanzeigen für die Single
‘Paperback Writer / Rain’ in Großbritannien genutzt.
Die
Erstveröffentlichung geschah am 03.06.66 in der britischen Musikzeitschrift
‘New Musical Express’. Hier wurde das Butcher-Foto in schwarz/weiß
gedruckt.
Am
04.06.66 wurde in der britischen Musikzeitschrift ‘Disc and Music Echo’
eine Anzeige mit alternativen Fotos aus der Butcher-Foto-Serie
geschaltet.
Am
11.06.66 erschien das original Butcher-Foto in Farbe im Rahmen einer
Titelstory in ‘Disc and Music Echo’.
In
Großbritannien kam es nicht zu Entrüstungen in Bezug auf das Foto. Hier nahm
niemand Anstoß daran und negative Kritik wurde nicht laut. Das sollte sich
jedoch in Amerika schlagartig ändern.
Die
Plattenfirma ‘Capitol Records’ hatte die Aufgabe, Beatles-Platten für den
amerikanischen Markt zu veröffentlichen. In Amerika erschienen fast doppelt
soviel LP’s der Fab-Four als in Europa. Das resultierte daraus, dass in den
USA anstatt ca. 14 Titel nur durchschnittlich 11 Titel pro LP gepresst wurden.
Die dadurch unveröffentlichten Songs erschienen auf zusätzlichen LP’s. Ein
typisches Beispiel dafür war ‘The Beatles - Yesterday And Today’. Auf ihr
erschien in Amerika unveröffentlichtes Material
aus den europäischen Versionen von ‘Help’, ‘Rubber Soul’ und
‘Revolver’.
Bereits
kurze Zeit vor dem Erscheinungsdatum von ‘The Beatles - Yesterday And Today’
(15.06.66) wurden einige Exemplare an die Presse, Rundfunk-,und
Fernsehanstalten und größere Geschäfte versandt. Diese Exemplare waren als
unverkäufliches Promotionmaterial zum Vorführen
gedacht.
Die
negativen Reaktionen der Medienvertreter bezüglich des “grauerhaften”
Covers war derart heftig, dass die Gefahr bestand, dass das Album boykottiert
werden könnte. Um den drohenden finanziellen Verlust zu verhindern, wurde in
einer eilig einberufenen Kriesensitzung von ‘Capitol Records’ beschlossen,
dass die bereits ausgelieferten LP’s zurückgefordert werden,
um die Plattencover zu ersetzten.
Am
14.06.66 wurden alle belieferten Händler schriftlich aufgefordert, die LP’s
nicht in den Verkauf zu geben, sondern alle Exemplare an ‘Capitol Records’
zurückzusenden. Ersatz wurde innerhalb einer Woche zugesagt.
So
kam es, dass am Erscheinungstag, dem 15.06.66 , die Scheiben nicht in den
Verkaufsregalen lagen.
Innerhalb
einer Woche wurde sämtliches Werbematerial vernichtet. Allein dadurch
entstand ein finanzieller Verlust
von $ 200000.
Die
750000 zurückgerufenen LP’s wurden vom Capitol-Personal sozusagen über’s
Wochenende mit neuem Outfit versehen.
Teilweise
wurde das original ‘Butcher Cover’ einfach mit dem neuen Cover-Foto, auf
denen die Beatles um einen großen Überseekoffer herum posierten, überklebt
(pastover). Andere Cover wurden auch komplett ausgetauscht (‘Trunk
Cover’).
Die
Fans und die Käufer von ‘The Beatles - Yesterday And Today’ bekamen zunächst
von diesen Querelen und dem anschließenden Cover-Austausch nichts mit. Erst
Jahre später wurde dieser Umstand bekannt. So versuchten einige Besitzer der
LP das aufgeklebte, neue Cover-Foto abzulösen (peeled), was oftmal zu einer
Zerstörung oder Beschädigung des
eigentlichen ‘Butcher-Cover’ führte.
Lange
wurde vermutet, dass das ‘Butcher Cover’ bewußt von den Beatles als
Cover-Foto geplant war, um den Unmut zum Ausdruck zu bringen, dass ‘Capitol
Records’ die LP-Zusammenschnitte derart “beschnitt”, dass
notwendigerweise zusätzliche LP’s mit unterschiedlichen Songinhalten
produziert werden mußten.
Diese
Gerüchte wurden jedoch später von Robert Whitacker widerlegt. Er erklärte,
dass die Fotos auf seinen Ideen basierten und diese zu dem Zeitpunkt der
Foto-Session noch nicht als Cover-Fotos geplant waren.Whitacker führte aus,
dass die Beatles 1966 “die Nase voll hatten und alles leid waren”. Sie
waren zu dieser Zeit ständig auf der Suche nach was Neuem und brachen immer
öfter aus der gewohnten Imagewelt
aus. So kam es, dass sie einfach nur eine etwas andere Foto-Session
machen wollten. Sie wollten sich einfach mit ‘Nonsens-Fotos’ einmal ungewöhnlich
präsentieren, sozusagen als ‘Trotzreaktion’ auf das ‘Gute-Boys-Image’.
Die Fotos entstanden aus einem Jux heraus und waren niemals als Protestzug
gegen ‘Capitol Records’ geplant.
Nach
Bekanntwerden der Schwierigkeiten in Amerika waren die Beatles darüber sehr überrascht, da es in Großbritannien keine Probleme
damit gab. John Lennon erwähnte in einem Interview, dass das original Cover
so wichtig sei wie Vietnam.
Da
stellt sich die Frage, welche Arten von original ‘Butcher Cover’ es auf
dem heutigen Sammlermarkt zu finden gibt? ‘Capitol Records’ ließ von
‘The Beatles - Yesterday And Today’ einige wenige Stereo-Scheiben (ST 2553) pressen und überwiegend
Mono-Scheiben (T 2553).
Der
damalige Präsident von ‘Capitol Records’, Alan Livingstone, hatte sich nach
der Rückrufaktion eine Kiste mit 5 Stereo und 19 Mono LP’s zurückgehalten.
Diese schenkte er seinem Sohn Peter, die dieser 1987 bei der
Los Angeles ‘Beatlefest Convention’
anbot. Alle 24 LP’s sind original eingeschweißt, versiegelt (1st State
sealed). Jede LP wurde mit einem persönlichen Echtheitszertifikat von Alan
Livingston und seinen Notaren versehen.
Weiterhin
sind Exemplare erhältlich, die damals vor der Rückrufaktion als
Promotionmaterial an die Medien verschickt worden waren. Diese LP’s sind in
der Regel nicht versiegelt (1st State sealed / unsealed).
Darüber
hinaus gibt es die überklebten Hüllen (pastover) und die Cover, von denen das
neue Cover abgelöst wurde (peeled).
Desweiteren
ist noch das original ‘Trunk Cover’ auf dem Sammlermarkt gefragt. Diese
Cover wurden komplett für das ‘Butcher Cover’ ausgetauscht.
Zu
erwähnen wäre noch das sogenannte ‘Canadian Butcher Cover’, eine LP mit
dem ‘Butcher Cover’, gepreßt in Kanada. Unbestätigten Quellen zufolge,
sollen davon jedoch nur zwei Exemplare existieren.
Nachfolgend
nochmals eine grobe Auflistung der vorhandenen Raritäten:
Stereo 1st State
Livingston copies
$ 25000
Mono
1st State Livingston copies
$ 12500
Stereo 1st State
sealed
$ 20000
Mono
1st State
sealed
$ 11000
Stereo 1st State
unsealed
$ 5500
Mono
1st State
unsealed
$ 3500
Stereo 2nd State
pastover
$ 2000
Mono
2nd State pastover
$ 1000
Stereo 3rd State
peeled
$ 1400
Mono
3rd State
peeled
$ 700
Stereo
Trunk Cover
$ 100
Mono
Trunk Cover
$ 75
(Bekannt
sind z.Zt. lediglich 7 stereo 1st State sealed Exemplare und ca. 25 Mono 1st
State sealed Exemplare / ‘Butcher-Cover’-Anbieter
z.B.: HEIN’S Rare Collectibles, P.O.Box 179 Little Silver, NJ 07739 USA)
Wie
mit allen anderen Memoriables muss man auch beim ‘Butcher Cover’ genau prüfen
was man in den Händen hält. Es gibt mittlerweile nachproduzierte Cover und Fälschungen.
In vielen Fälle befinden sich die Originale auch in desolaten Zuständen.
Insbesondere ist auf den Zustand der ‘peeled Cover’ zu achten, da die Oberfläche
beim Ablöseversuch oftmals erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Alles
in Allem ist ein ‘Butcher Cover’ ein faszinierendes Raritätenstück, das
jedes Sammlerherz höher schlagen läßt.
*)(“Ernsthafter
Verfall von Geschmack”; 22.09.67
Time Magazine USA zu ‘Butcher-Cover’)
![]()

So eine DVD ist schon was feines. Hersteller
werben für diese kleine Silberscheibe mit super, giga, hyper reine Bild,- und
Tonqualität. Und recht haben sie.
Keine Angst, ich starte hier keine
Reklamekampangne für dieses relativ neue Medium. Aber auch ich hab mich von der
Werbung beeinflussen lassen. Eine DVD-Maschine gehört nun auch zu meinem
Multi-Media-Equipment.
Nicht das auf den DVD-Scheiben nur
die Spielfilme zu sehen sind, die Hersteller haben auch meistens noch Platz für
ein, zwei Schmankerl. Da gibt es neben verschiedenen Sprach,- und Untertitelmöglichkeiten
noch Extras wie Interviews, Fotos, ‚Making of...‘ und, und, und ...
Das ist ja nun weitläufig
bekannt. Ich würde dies jedoch nicht erzählen,
wenn es da nicht noch etwas anderes gäbe, etwas das mehr oder weniger bekannt
ist.
Auf einigen (wenigen) dieser
digitalen Wunderscheiben sind versteckte ‚Bonbons‘ zu finden. Die
Programmierer hinterlassen damit eine persönlich ‚Signatur‘. Diese
geheimnisvollen Dateien sind vom Produzent der DVD’s sicherlich nicht gewollt
und auch schwer zu finden.
So auch auf ‚Yellow
Submarine‘. Zu sehen sind zwar
ein paar Specials, aber auch ein paar versteckte ‚Besonderheiten‘.
Und wie funktioniert das nun?
1.
Nach dem Laden der DVD bitte die Sprache
„English“
einstellen.
2.
Nachdem der Film gestartet ist „Menue“
aufrufen.
3.
Der Menuepunkt „Play“ ist nun blau
markiert. Nun muss die „Pfeiltaste-Hoch“
gedrückt werden.
4.
Jetzt kann man mit den Pfeiltasten beliebig an
dem Unterseeboot ‚hin und her‘ manövrieren.
a)
vier Bullaugen mit Fotos (Zitate der
Beatles)
b)
vier Bullaugen ohne Fotos (Animationen
und Zitate)
c)
Schornstein (Songfragment)
d)
Blauer Balken über den vier Bullaugen
mit Fotos (Interviewzitate)
e)
Heckklappe (Animation und Zitate)
Viel Spaß beim Eintauchen und
lasst Euch überraschen.

![]()