Diese Rede wurde von Lutz Geißler erarbeitet und gesprochen. Die Verleihung der ersten Preise fand am 31.05.2002 im Sächsischen Landtag in Dresden statt.
Sehr geehrte Frau Vizepräsidentin,
sehr geehrte Mitglieder des Landtages,
werte Anwesende,
wir möchten uns an diesem, im wahrsten Sinne des Wortes "entscheidenden" Ort, für die uns verliehenen Auszeichnungen recht herzlich bedanken. Unseren Dank möchten wir nun mit einem kurzen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte unserer Arbeit verdeutlichen.
Schon vor zwei Jahren, zum 9. Schülerwettbewerb, reichten wir eine Arbeit ein, deren Auslöser der Gemeinschaftskundeunterricht war. Und auch zu dem diesjährigen 11. Wettbewerb spornten uns unsere Gemeinschaftskundelehrer Frau Mewes und Herr Nürnberger an. Allerdings fanden sich nach der Themenwahl "Der Rot- Grüne Atomausstieg", im Rahmen des "Freien Themas" noch zahlreiche andere Gründe am Wettstreit teilzunehmen. So fiel uns beispielsweise auf, dass ein Großteil der Bevölkerung, darunter eben gerade auch die Schüler, die Atompolitik als nicht bedeutend oder beachtenswert empfanden bzw. die Komplexität des Themas gewissermaßen abschreckend wirkte. Somit bot es sich an, einer breiteren Öffentlichkeit die Hintergründe des Atomausstiegs verständlich und doch exakt darzulegen. Außerdem wollten wir die sehr stark von Emotionen beeinflusste Debatte um den Atomausstieg wieder auf eine durch Tatsachen belegte und damit sachliche Grundlage zurückführen.
Warum wählten wir nun aber gerade die Atomenergie als Hintergrund für unsere Arbeit? Die Erklärung hierfür liegt auf der Hand: Die Welt wird sich in einigen Jahrzehnten, aber besser schon heute, fragen müssen, welche Energien die Menschheit für ihre Zukunft nutzen soll. Wir stehen am Scheideweg: Die fossilen Brennstoffe, also bspw. Kohle und Öl, reichen höchstens noch für zwei Generationen und die heutigen erneuerbaren Energien, wie Sonnen- oder Windenergie, können auf lange Sicht aufgrund ihrer Standortabhängigkeit keine endgültige Lösung darstellen. Wir alle müssen uns über zukünftige Energieträger Gedanken machen, die uns selbst, aber auch Flora und Fauna, ein auch in Zukunft angemessenes Leben ermöglichen. Bis neue und vor allem erneuerbare Energieformen gefunden sind, scheint die Atomenergie wohl der aussichtsreichste Kandidat zum Überbrücken dieser Entwicklungsphase zu sein.
Nach diesen und ähnlichen Überlegungen machten wir uns an die Arbeit, Auffassungen von Interessensverbänden, Organisationen und Parteien zu recherchieren, nach Gesetzesgrundlagen zu suchen oder aber eine Umfrage unter Schülern und Lehrern der Klassenstufe 12 unseres Gymnasiums, des Gymnasiums am Schlossteich in Chemnitz, durchzuführen. Diese Umfrage hatte nicht die Absicht repräsentativer Art zu sein. Sie sollte vielmehr die äußerst differenzierten Meinungen aufzeigen. Und doch spiegelt sie, unserer Meinung nach, die grundlegenden Einstellungen der deutschen Jugend- und Erwachsenenwelt zur Atomkraft und zum Atomausstieg wider. Alle diese Informationen sowie unsere eigene ausführliche Meinung zur Thematik mussten nun noch übersichtlich in ein ansprechendes Format gebracht werden. Hierfür wählten wir die CD- ROM. Zum einen, weil diese Form der Präsentation unserer Arbeit in sehr kompakter Art vollzogen werden konnte und zum anderen, weil heute die meisten Menschen bereits einen Zugang zum Computer haben oder in Kürze haben werden und sich somit viele Interessenten schnell und einfach über den Atomausstieg informieren können Aber auch über das Internet ist unsere Arbeit abrufbar. Die Adresse lautet: www.atompolitik.de.vu
An dieser Stelle möchten wir allen Lehrern danken, die sich an der Umfrage (ohne Zögern) beteiligt haben. Dies gilt natürlich auch für die an der Umfrage beteiligten Schüler, von denen sich (zwar nicht alle, aber doch) die überwiegende Mehrzahl ernsthaft mit unseren Fragen auseinander setzte. Besonderer Dank gilt hierbei nochmals unserer Gemeinschaftskundelehrerin Frau Mewes, die uns beim Durchführen der Umfrage tatkräftig unterstützt hat und dafür auch Teile ihrer Unterrichtszeit zur Verfügung stellte.
Sehr geehrte Damen und Herren,
zu guter Letzt möchten wir uns, und ich glaube, dies im Namen aller Preisträger sagen zu dürfen, nochmals für die Verleihung der Preise bei den Verantwortlichen des Sächsischen Landtages bedanken. Insbesondere die mit dem ersten Preis verbundene Reise nach Trier, Luxemburg und in andere Städte, die wir noch heute antreten dürfen, ist unseres Dankes wert. Wir hoffen, dass dieser in vielen Punkten erfolgreiche Wettbewerb auch in den nächsten Jahren wieder stattfinden wird und weiterhin die Jugend animiert, sich in politische Themen einzuarbeiten und diese mitzugestalten. Aber auch von den Politikern unter Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, erwarten wohl alle heutigen Preisträger weiterhin eine große Bereitschaft, mit den Jugendlichen über aktuelle politische Probleme zu diskutieren und deren Auffassungen und Überlegungen in Ihre Entscheidungen einzubeziehen.
Vielen Dank!