Venus, die Göttin der Liebe und der vollendeten Schönheit
"Geburt der Venus" (1483) von Botticelli Sandro, ital. Maler, * 1445, † 1510
Abstammung:
Wessen Tochter sie nun wirklich ist, weiss niemand so genau. Homer behauptet, sie sei das Kind des Zeus und der Dione; Hesiod hingegen meint, sie wäre aus dem Schaum des Meeres entstanden (deswegen wird sie auch die "Schaumgeborene" genannt). Auf jeden Fall kam sie aus dem Orient über das Meer nach Griechenland.

Affären:
Venus war zwar mit Hephaistos verheiratet, betrog ihn aber gerne mit anderen Geliebten. Ihre einzige wahre Liebe Adonis starb, woraufhin sie in tiefer Trauer versank. Aus zwei anderen Liebschaften mit Ares und Anchises entstammen die Söhne Eros (Amor, röm. Liebesgott) und Äneas, der Held der röm. Mythologie.

Funktionen:
Venus gilt als die Göttin der Liebe und der vollendeten Schönheit. Ausserdem wird sie als die Fruchtbarkeitsgöttin angesehen (s. ihre Affären). In dem durch Eris verursachten Streit um den Preis der Schönheit entschied sich Paris für sie und gab ihr den goldenen Apfel, wofür er als Dank die wunderschöne Helena bekam. Dadurch entbrannte der trojanische Krieg, in dem sie auf der Seite Trojas kämpfte. Da sie die Mutter des Äneas ist, gilt sie als die Stammherrin der Römer.

Kultstätten:
Venus war/ist eine bekannte und beliebte Göttin und hatte daher viele Kultstätten. Einige der berühmtesten waren die auf Zypern, wie Kypros (daher ihr Beiname Kypris), auf Kythera (daher ihr Beiname Kythereia) und der Berg Eryx auf Sizilien (daher ihr Beiname Erykine). Sie erhielt 295 v.Chr. einen Staatskult in Rom und wurde später als glückbringend und siegverheissend in den Dienst der Politik gestellt. Caesar weihte der Venus Genetrix als der "Ahnherrin" des Geschlechts der Julier einen Tempel. Venus selbst waren Myrte, Taube, Sperling und Hase heilig. Sie wurde sehr häufig auf Vasen und als Plastik dargestellt, jedoch meistens unter dem Namen Venus.

Verwandtschaft:
Venus ist Tochter des Juppiter, Gattin des Vulcanus, Geliebte des Mars. Ihr griechischer Name ist Aphrodite (Schaumgeburt).

Der Sage nach entstieg Venus bei ihrer Geburt dem Meeresschaum und betrat unmittelbar danach die Küste Zyperns. Daher gilt Zypern als Geburtsort der Venus.

Zuständigkeitsbereiche:
Venus ist die Göttin der Fruchtbarkeit, der Schönheit und insbesondere der Liebe.

Ihr Sohn Äneas und seine Bedeutung für Rom:
Aus ihrer Verbindung mit dem Sterblichen Anchises ging Äneas als Sohn hervor, der aus dem brennenden Troja entkam und nach einer langen Irrfahrt zusammen mit anderen trojanischen Flüchtlingen in die neue Heimat Italien gelangte. Äneas gilt als Stammvater der Römer, da aus seinem Geschlecht wiederum die Zwillinge Romulus und Remus abstammen.

Cäsar und der Venuskult des späteren Kaiserhauses:
Gaius Julius Cäsar, der in Venus die Ahnherrin des julischen Adelsgeschlechts (gens Julia) sah, liess im Jahre 46 v.Chr. der Venus einen Tempel errichten und weihte ihn der Göttin als Venus Genetrix (Mutter Venus).

Amor, Sohn der Venus:
Venus erscheint meistens in Begleitung ihres Sohnes Amor (griechisch Eros, vgl. das Fremdwort 'Erotik'), eines geflügelten Knaben, der mit liebeerzeugendem Pfeil und Bogen Menschen wie Götter gleichermassen verfolgt.

Attribute:
Spiegel, Granatapfel, Taube, Amor (Eros)

Darstellung:
zumeist als nackte, verführerische Schönheit

Quelle: Schüler

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