| Dionaea, die Venusfliegenfalle | ||
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| Sie ist der Inbegriff der fleischfressenden Pflanze schlechthin und wohl das spektakulärste Mitglied dieser ausgefallenen Gruppe an pflanzlichen Bewohnern auf unserer Erde: die Venusfliegenfalle. Ihr einziges natürliches Verbreitungsgebiet sind die Moore in Nord- und Süd-Carolina im Osten der USA. Dort stellt die handflächengrosse Schönheit im Sommer ihre Klappfallen auf, um damit Insekten und Spinnen zu fangen. Die Dionaea-Falle ist mechanisch recht aufwendig konstruiert, fängt sie ihre Beute doch durch blitzschnelles Zuklappen und Festhalten. Feine Borsten auf der Blattinnenseite aktivieren bei Berührung den Auslösemechanismus, aber erst ein zweimaliges Berühren der Borsten innerhalb von etwa 30 Sekunden löst die Falle aus. Dadurch unterscheidet die Pflanze zwischen Beute und anderen auslösenden Faktoren, wie z.B. Regentropfen. Das Zuklappen selbst erfolgt "hydraulisch" durch koordinierte Flüssigkeitsabgabe der Zellen im oberen Bereich des Stiels, auf dem die Blatthälften angewachsen sind. Dadurch springt der Stiel von konvexer auf konkave Krümmung um und die Falle schliesst sich. Borsten am oberen Ende fungieren wie Gitterstäbe und verhindern ein Entkommen der Beute. Nach dem Zuklappen überprüfen Eiweissrezeptoren, ob der Beutefang erfolgreich war. Erst dann wird die Falle hermetisch versiegelt und wandelt sich um in einen Magen. Verdauungsenzyme lösen das gefangene Tier auf und lassen nur die unverdauliche Chitinhülle zurück. Die Verdauung dauert in der Regel einige Tage, dann öffnet sich die Falle wieder (was etwa 24 Stunden dauert). Der gesamte Vorgang kann pro Fangblatt bis zu vier Mal wiederholt werden, dann ist die Apparatur "verbraucht" und die Pflanze muss neue Blätter ausbilden. Dionaea gehöhrt wie alle Karnivoren zu den Blütenpflanzen und bildet im Frühjahr kleine weisse Blüten aus, die auf ausserordentlich langen Stengeln sitzen. Dadurch sollen potentielle Bestäuber von den Fallen ferngehalten werden. Ein nettes Kuriosum ist übrigens der lateinische Name der einzigen Art der Gattung Venusfliegenfalle, Dionaea muscipula. Übersetzt lautet er in etwa "Diones Mausefalle"! Dione war die Mutter der Göttin Aphrodite, dem griechischen Pendant zur römischen Venus (angeblich verglichen die ersten amerikanischen Siedler die Fangblätter der Pflanze mit dem weiblichen Geschlechtsteil...). Die Artenbezeichnung muscipula (Mausefalle) schliesslich geht auf einen Fehler des namensgebenden Botanikers zurück, der eigentlich muscicipula (Fliegenfalle) schreiben wollte. Am Rande sei noch bemerkt, dass Fliegen nur etwa vier Prozent von Dionaeas Beute ausmachen... Quelle: http://home.t-online.de/home/harald.siegmund/dionaea.html |
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