Der Steyr-Puch Haflinger ist ein leichtes, für den Personen und Materialtransport geeignetes Fahrzeug für extremes Gelände, mit außergewöhnlichen Konstruktionsmerkmalen.
Zum Unterschied von den damals üblichen Bauformen (Leiterrahmen, Frontmotor in Wassergekühlter Ausführung mit relativ großem Hubraum, Hinterachsantrieb mit zuschaltbarem Vorderachsantrieb, starre Achsen mit Blattfedern aufgehängt)hat der Haflinger eine prinzipiell andere Konstruktion. Diese Fahrzeuge waren natürlich schwer und nicht sehr wendig.
Seine ausgezeichnete Geländegängigkeit erhält er durch einzeln gefederte, unabhängig aufgehängte Räder, Heckmotor und Heckantrieb mit zuschaltbarem Vorderachsantrieb und händisch zuschaltbaren hundertprozentigen Differentialsperren. Seine Pendelachsen mit Portalachs- untersetzung sowie extrem kurzer Radstand verleihen ihm trotz kleinem Raddurchmesser (12 Zoll) eine große Bodenfreiheit.
Das Fahrgestell selbst besteht aus einem Zentralrohrrahmen mit aufgesetzter Plattform aus stark versicktem Stahlblech. Das Dach ist ein Planenverdeck und die Windschutzscheibe ist umlegbar.
Das Fahrzeug wurde von 1959 bis 1974 im Steyr-Daimler-Puch Werk in Graz gebaut. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum nur 16647 Fahrzeuge gebaut (das erklärt den hohen Preis eines solchen Fahrzeuges) , wobei die meisten davon an in- und ausländische Armeen geliefert wurden. In Österreich wurden insgesamt 2917 Exemplare an den Mann (oder auch Frau ?) gebracht.Der Haflinger erfreute (und erfreut noch immer) sich auch bei der Jägerschaft großer Beliebtheit.
Der Motor ist ein Zweizylinder-Viertakt Vergasermotor mit Luftkühlung, welcher fliegend am Getriebe angeflanscht ist. Die Luftkühlung bringt bei einem Geländefahrzeug insofern einen Vorteil, da je steiler der Berg ist, desto niedriger ist der Gang und daher wird die Drehzahl des Motors und somit die Kühlluftmenge auch größer.(Außerdem: Luft friert nicht, Luft kocht nicht und Luft muß man nicht nachfüllen). Der Hubraum dieses Antriebsaggregats beträgt 643 cm3, mit einem Hub/Bohrungsverhältnis von 64/80 (extrem Kurzhubig). Die verfügbare Leistung beträgt je nach Type 22PS oder 24PS bzw. 27PS (spätere Modelle ab Mitte 1967). Die Höchstdrehzahl liegt bei 4500 Umdrehungen/min und wird mittels eines Drehzahlreglers abgeregelt. Daraus ergeben sich dann (je nach Portalachsuntersetzung) Höchstgeschwindigkeiten zwischen 52 und 75 km/h.
Typenbezeichnungen :
700 AP Grundausführung 1500 mm Radstand
703 AP Grundausführung 1800 mm Radstand
70x APL Ausführung mit Nebenantrieb
70x APT Tropenausführung
70x APTL Tropenausführung mit Nebenantrieb
70x AP/3 Ausführung mit Polyesterfahrerhaus
Alle verschiedenen Ausführungen können untereinander kombiniert werden. Alle Ausführungen als Rechts- oder Linkslenker. (AP heißt Allradgetriebene Plattform)
Schaltgetriebe ...................... indirektes Viergang- oder Fünfganggetriebe, ein Rückwärtsgang, wahlweise Nebenantrieb
Achsantrieb .......................... Vierradantrieb mittels Spiralkegelräder über Kegelraddifferential und Radantriebswellen zu der im Rad liegenden Stirnradübersetzung. Vorderradantrieb erfolgt mittels Antriebswelle, gelenklos vom Hinterradantrieb.
Ich habe die Bilder in einem stark komprimiertem jpg-Format abgespeichert. Es kann daher zu schlechter Bildqualität kommen. (tut leid, aber ich habe auf der Uni einen stark beschränkten Speicherplatz)
Ich hoffe diese paar Seiten waren interressant. Für Fragen, Anregungen, Beschwerden, Wünsche und sonstiges schickt mir bitte ein E-Mail !!