Texte über den edlen Koran

 


Wissen aus den Koran

Es gibt drei Arten Wissen (Ilm) im Qur'an. Allah, der Erhabene ,informierte niemanden über die erste Art. Die Wirklichkeit seiner Person (Zat) und seiner Attribute und des Erklärens über Verborgene sind in dieser Kategorie. Die zweite Art ist das geheime Wissen, das er zu seinen Propheten aufdeckte. Propheten können diese zu denen aufdecken, die Allah, der Erhabene, wählt. Er unterrichtete seinen Propheten, Friede sei über ihnen, die dritte Art des Wissens, und befiehlt ihnen das Unterrichten dieses Wissen allen Gefolgschaft ( der Gemeinde, Ummat). Die dritte Art ist auch in zwei Kapitel unterteilt. Das erste man wird nur durch Hören ( Mitteilung) erlernt. Wissen über das Jüngste Tag (Qiyamat) ist von dieser Art.

Zweite wird erlernt, indem man beobachtet, überprüft, liest und seine Bedeutung versteht. Wissen, das Glauben und Islam betrifft, ist in dieser Kategorie. Sogar " Mujtahid " Imams könnten das islamische Wissen nicht sicher verstehen welches durch das " Nass " ( Mitteilung ) nicht ausdrücklich offenbar ist und zu unterschiedlichen Lehrmeinungen geführt hat. So kamen verschiedene Schulen des Rechts (Madhhabs) in Bezug auf Praxis (Amal). Die Deutung von denen, die welche die fünfzehn Wissenschaften anwenden [Sprache, Dialekt oder Wörter (Lugat), Syntax (Nahv), Grammatik (Sarf), Etymologie (Ishtikak), Semantik (Ma'ani), Erklärung (Bayan), Verzierung der Rede (Badi '), Lesung (Kira'at), Methodenlehre der Religion (Din Usul-i), islamische Rechtswissenschaft (Fiqh), Grund oder Ursache der Enthüllung der Verses des Qur'an (nuzul Asbab-i), das,  Nasih- und Mansuhverse (aufgehobene Verse), Methodenlehre der islamischen Rechtswissenschaft (fiqh Usul-i), Hadith und Weisheit des geistigen Inneren (Al-qalb Ilm.)] ,die oben erwähnt werden, wird nicht Deutung (Tafsir) genannt aber stattdessen wird es " Tawil " genannt, weil diese Bedeutungen sein eigenes Verständnis umfassen. Das heißt, er wählt unter den vielen Bedeutungen eines aus, die zu ihm offensichtlich ist. Wenn das, was er auswählt, nicht konform an das literarische und offene Bedeutungen der Qur'anverse und der Hadiths oder zur Konsensus (Ijma) ist , dann ist es unzulässig (Fasid). Das Buch Barika, beim Erklären des Tanzverbotes schließt das folgende mit ein, ' wir werden nicht befohlen , unsere Religionspraxis entsprechend den Deutung Büchern zu üben. Von uns wird verlangt den Büchern des Fiqh (Rechtswissenschaft ) zu folgen ( in Religionspraxis). '  (Muhammad Hadimi in "Hadika" aus "IslamAhlaki", Istanbul, 2000)

[ Der Islam verbat es niemals, den heiligen Koran in anderen Sprachen zu interpretieren. Was er verbat, ist, dass man ihn nicht nur in die anderen Sprachen, sondern auch ins Arabische falsch übersetzt, gleichgültig ob das unbewusst oder mit heimtückischen Zwecken geschieht. Der heilige Prophet erklärte: “Wer den heiligen Koran nach seiner Auffassung deutet, wird ungläubig.” Die Bedeutungen des heiligen Koran können fehlerhaft sein, wenn ihn jedermann nach seiner eigenen Auffassung interpretiert. In dem Fall wird das Sprichwort: “Viele Köpfe, viele Sinne” zur Geltung kommen. So würde der Islam in die gleiche Lage geraten wie das Christentum. Das heißt, der Islam würde eine undeutliche und verdorbene Religion werden. Der heilige Prophet erklärte Seinen Gefährten den heiligen Koran von Anfang bis zum Ende. Auch die Gefährten des heiligen Propheten teilten das ihren Nachfolgern mit. Auch sie schrieben das nieder. Dadurch entstanden Tausende von den Büchern der Koranauslegung. Mit der Zeit wurden mehrere Bücher der Koranauslegung im Persischen und im Türkischen verfaßt und gedruckt und auch Tausende von Religionsbüchern hinzugefügt. Eines der bekanntesten Interpretaionsbüchern heißt Mewahib-i alijje und ist persisch. Dieses Interpretationsbuch verfaßte Hussejn Waiz al-Kaschifî, Friede sei mit ihm, dreihundert Jahre, bevor die Dame geboren wurde, deren Schrift wir oben zitierten. Die osmanischen Sultane und Gelehrten berichten, dass diese Koraninterpretation sehr wertvoll ist und übersetzten es gleichzeitig unter dem Titel Mewakib ins Türkische (Osmanische).]


Religionsgelehrter und Tafsir

Um ein Religionsgelehrter zu werden ist es notwendig die acht hohen religiösen Wissenschaften zu lernen zusammen mit all ihrer Feinheiten, und so weit es notwendig ist in Naturwissenschaften wissend zu sein. Nur solche Menschen können islamischer Gelehrter genannt werden. Es gibt zwei Arten von islamischen Gelehrten : Die ersten sind die Imams in der Religion, diese sind :Mufassirin- i 'izam (grosse Exegesegelehrte), die Muhaddithin-i kiram (grosse Hadithgelehrte), die Mutakallimin (grosse Kalamgelehrte), die Mutasawwifin (grosse Sufis), und die Fuqaha-i fiham (grosse Rechtsgelehrte). Deren jedes Wort und Erklärungen sind Erläuterungen, Erklärungen des Kuran al-karim´s (Korans) und der Hadith ash-sharifs. Ferner sind deren Worte( Aussagen ) fest, unbestreitbar und in jedem Fall richtig (da sie befähigt waren Idschtihad zu machen (Urteile zu fällen, zu bestimmen), in Glaubensinhalten übermittelten sie den auf unabhängig übereinstimmend überlieferten Informationen.)

Mufassir heisst nicht Jemand der Tafsir (Exegese) schreibt. Mufassir ist Jemand der versteht was Allah, der Erhabene, in Seinen Worten meint. Tafsir ist nur die Information welches vom Rasulullah´s (Gesandte Allahs)´sall-Allahu 'alaihi wa sallam' selige Rede über die Sahaba (Gefährten) ridwanullahi ta'ala 'anhum ajmain' über Tabiin (Gefährten der Gefährten) über Taba-i tabiin, über die Rede von zuverlässigen und wertvollen Menschen , zu den Tafirschreiber, genauer den Gelehrten in den Kalam und Fikh, angekommenen Informationen ,Wissen.
Jedes Wissen ausser dies kann nicht Tafsir genannt werden, es wird Tawil genannt. Die Richtigkeit von Tawil wird an Tafsir gemessen. Wenn Tawil Tafsir widerspricht wird diese weggeworfen, nicht angenommen. Wenn es übereinstimmt konform ist kann man diese übernehmen. Diejenigen die Tafsir schrieben annerkannten den Tafsir als Tafsir und auch jene Tawil als sinngemässe Tafsir weil es mit Tafsir übereinstimmte, konform war.
Einige Bücher des Tafsir welche anders sind als diese enthalten Tawils des Kuran al-karim´s. Das heisst sie sind keine Tafsir. Sie vermitteln, überliefern nicht die Murad-i Ilahi ( was Allah, der Erhabene, meint ,will). Der Tafsir von Shaikh-i Akbar (Scheich ül Akbar Ibni Arabi ) und der Tafsir von Najmaddin ( Najmaddin Kübra) sind Bücher des Tawil. Diese können keine Dokumente, Grundlage von Kalam und Fikhwissenschaft (Glaubens und Rechtwissenschaft ) sein. Die zweite Gruppe der islamischen Gelehrten sind solche die sich von den berichteten Gelehrten der Tafsir, Hadith, Kalam,Tasawwuf und Fikh unterscheiden. Diese sind keine Mujtahids ( Mudschtehid, absolute Gelehrter).
Deren Worte können weder pro noch contra zuverlässig sein. Diejenigen welche die Grundlagen ,Fundamente des islamischen Religion erklären sind die Gelehrten der ersten Gruppe. Sie haben alle ihre Kenntnisse aus dem Kuran al-karim und den Hadithen. Sie lernten die Bedeutungen des Kurans und Hadith von den Sahabis (Gefährten des Propheten).
Sie haben nichts von sich aus gesagt, hinzugefügt (persönliche Meinungen, Ansichten haben sie nicht beigemischt).
Als Folger der Sahaba wurden sie Ahl as-sunnat wal-jamaat (Sunniten,wörtlich :'die der Sunna und Gemeinde angehören')genannt.... (Seyyid Abdulhakim Arvasi in "Endless Bliss"
, Istanbul, 2000)



Links: Über den Koran al karim ;
  Über Tafsir (islamische Koranexegese)  ; Wahy (Revelation) and his nature     Extract from Ma'ariful Qur'an ;   What is the Qur'an? Translations of the Qur'an  ; Books of Tafsir and Hadith   ;   Making wrong Interpretation of Qur´an

 


Wen soll man folgen ? (bezüglich Wissenserwerb in islamischen Wissenschaften)

Wenn du sagst, dass du kein Gelehrter (alim ) bist und fragst wie du dein Tun und Worte im Einklang mit Schariah (islamischer Recht, Islam) bringen sollst, so antworten wir . Folge einen gelehrten , der die Jenseitswege ( Religionswissen )besser als du weiss und handle so wie er. Allah , der Erhabene, befiehlt dies in Sura Nahl 43 :

'Wenn ihr es nicht wisst, fragt die Kundigen.'

Das heisst wenn ihr etwas nicht wisst bezogen auf Religionswissen fragt dies den Wissenden in diesem Gebiet. Falls du nicht weißt welcher Gelehrter besser gebildet ist, ist damit du dich an ihn in Religionsangelegenheiten richten kannst, so werde ich dir die Eigenschaften solcher Gelehrter lehren.

Dass was er ( dieser Gelehrter ) über den Koran al karim und den Hadith al scharif des Propheten ( salallahü aleyhi vesellem) berichtet ist wahr. Mit solchen Gelehrten die Gesellschaft zu teilen ist erlaubt. Gelehrter ( alim ) nennt man den , der sich vor Allah, dem Erhabenen, sich fürchtet, seine Handlungen nach Koran al karim und Hadith al scharif richtet, sich fernhält von grossen und kleinen Sünden, sich vom zweifelhaften sich distanziert und religiöse Abweichungen (Neuerungen, bidah) nicht macht. Dieser Person kennt Religions und Jenseitswissen. Es ist notwendig, an sie zu glauben was sie über Religion mitteilen , an deren Gesellschaften teilzuhaben und an denen zu orientieren. Solche Gelehrter werden muti, adil, salih, fakih, scheich und murschid genannt. [...] Wenn du mit diesen genannten Eigenschaften keinen Gelehrten findest , dann folge einen anderen NICHT.

(Koran : Kehf ( die Höhle )/ 28 :  "Und gedulde dich zusammen mit denjenigen, die ihren Herrn morgens und abends anrufen - im Trachten nach Seinem Wohlgefallen; und laß deine Blicke nicht über sie hinauswandern, indem du nach dem Schmuck des irdischen Lebens trachtest; und gehorche nicht dem, dessen Herz Wir achtlos für die Erinnerung an Uns machten, (und gehorche nicht dem,) der seinen Gelüsten folgt und kein Maß und Ziel kennt.")

Einer der grossen Gelehrten, Scheichül Islam zur Zeit des des Kanuni Sultan Suleyman ( bekannt als Suleyman II., der Prächtige ) Ahmed ibn Kemal Pascha (1468-1534) in seinem Werk „Risale-i münire“ ( die türkische Übersetzung unter dem Namen „Vesiletün necat“ in Istanbul 1980 gedruckt )

In einem ehrwürdigem Hadith heisst es:  "Der den erhabene Allah sehr liebt ist der der seine Religion (Islam)  lernt und andere lehrt. Lernt eure Religion von den Mündern der islamischen Gelehrten."

Der Gelehrter Muhammad Parisa schreibt in seinem Werk Risala-i qudsiyya : „ Die Leute fragten Yusuf al-Hamadani (gest.1141 ) : „ Was sollen wir machen wenn wir keinen perfekten Rehber (grossen Gelehrten ) finden ?“ Er sagte :“ Liest jeden Tag deren Bücher.“

Seitdem Jahr  1911 - drei Jahre nachdem der Kalif Abdulhamid Chan II. gestürzt wurde -  werden Bücher über Islam nicht mehr vorher vor dem Druck von einem Gelehrtengruppe überprüft und begutachtet. Es gibt nun auf dem Buchmarkt Bücher von Gelehrten Ungelehrten von Muslimen und Nicht-muslimen , Werke die korrekt sind aber auch Werke die Fehler beinhalten. ferner jene Bücher verschiedener Sekten gibt es auch anzutreffen. Werke grosser anerkannter und berühmter Gelehrten der früheren Zeit (wie Imam Ghazali und ähnliche ) zu lesen daraus umfangreiches Kenntnis schöpfen ist einer der besten Wege die noch möglich ist den Islam authentisch zu lernen.

Der große islamische Religionsgelehrte Imâm Ahmed Rabbani, Friede sei mit ihm,
kritisiert im 47. Brief seines Werkes “Mektubat” (Briefe), schlechte Geistliche wie folgt an: “Die Worte der angeblichen, hinter weltlichen Gewinn herjagenden Religionsgelehrten zu hören und ihre Bücher zu lesen ist so schädlich, wie Gift einzunehmen. Ihr Schaden ist ansteckend. Sie zersetzen die Gemeinschaft und unterhöhlen die Gesellschaftsordnung. Sie haben Schuld an den Katastrophen, die in der Vergangenheit die islamischen Staaten befallen haben.” Islamische Wissenschaften teilen sich in zwei Teile: Religionswissenschaften und Naturwissenschaften. Es ist für jeden unentbehrlich, die notwendigen Kenntnisse davon zu lernen. Als Beispiel man muß die Gebrauchsanweisung der benötigten Medizin wissen, um es vorschriftsmäßig zu gebrauchen. Ebenfalls muß man die Sicherheitsmaßnahmen einer riskanten Arbeit erlernen. Die Unwissenheit kann einen zum Tod führen, wenn man betreffende Kenntnisse nicht erwirbt...

 

Die Wissenschaften und die Gelehrten

Der grosse Gelehrter Ebul Abbas-i Mursi pflegte in seinen Gesprächen zu beginnen mit "Mein Lehrer Meister Ebul Hasen-i Shazili sagte ...." oder "Mein Meister berichtete..." So fingen seine Worte an. Als jemand ihn fragte "Wieso überliefern sie nur von ihrem meister. Wieso erzählen sie nicht mit ihren eigenen Worten ?"  Der Gelehrte antwortete :" Ich habe von Zuhause nichts mitgebracht. Was ich gewonnen habe hab ich im Dergach (Lernort der Studenten wo sie von ihrem Lehrer lernen) gewonnen. Das was ich von meinem Meister gelernt habe könnte ich sehr wohl mitteilen indem ich anfange mit "Allah sagte..." , "Der Gesandte Allahs sagte..." oder "ich sage..." aber ich halte mich an Adab (feines islamisches Benehmen), weswegen ich von Meister überliefere, der Mittel war wodurch ich meine Erziehung und Lehre erhielt. Wer nicht von seinem Scheich (Meister) berichtet und nur von sich aus redet in dem gibt es nichts Gutes. Der beste Gelehrte ist nicht der , der nur von sich aus redet und alle an sich binden möchte , sondern der der Mittler ist und überliefert. Unser Religion ist Religion des Naql (religiöse Überlieferung). Die Glaubenslehren, Anbetungsweisen (Beten, Fasten, Pilgern usw) bleiben stets gleich bis Jüngstem Tag.  Sie verändern sich nicht." Der der sich an Naql sich hält wird aziz ( lieblich) der der ohne naql redet wird erniedrigt." (Übersetzt aus der Zeitung "Türkiye"  11.12.2002)

(Die Gefährten, ihre Nachfolger und grosse islamische Gelehrte achteten stets darauf dass sie ihren Lehrern den Vorzug gaben und mit Respekt das weitergaben was sie empfingen. Sie vergleichen die Gelehrten mit Spiegeln die das licht welches sie empfingen weiterreflektierten. Natürlich in gebieten wie Naturwissenschaften und Technik ist dies nicht so.)


Ob Mann oder Frau, für jeden Muslim ist es unentbehrlich von diesen (oben genannten) acht Wissenschaften die Glaubenswissenschaft, die Rechtswissenschaft und den Sufismus soweit zu lernen, soweit es nötig ist. Das wird auch auf Seite 323 des Buches Hadîka (Der Garten) und im Vorwort des Buches von Ibni Abidin erwähnt.


Die Gläubigen bestehen aus zwei Gruppen:


1- Die Gebildeten
2- Die Ungebildeten.
Im Türkischen Buch Durr ul Jekta (Einzige Perle) steht folgendes: “Die Ungebildeten, die von Regeln und Methoden der Wissenschaften, wie Morphologie, Syntax und Literatur nichts wissen, sind nicht fähig, die Bücher der Rechtswissenschaft zu verstehen. Es ist unentbehrlich für diese, nach den Kenntnissen der Glaubens-und Rechtswissenschaft zu fragen und sie zu lernen. Auch für die Religionsgelehrten ist es unentbehrlich, zuerst den islamischen Glauben, danach die fünf Grundsätze des Islams anderen durch ihre Worte, Predigten und Veröffentlichungen zu lehren. Es wird in den Büchern Sahîre (Die Nahrung) und Tatarchaniyye mitgeteilt, dass es vor allem notwendig ist, die Grundsätze des Glauben und die Glaubenslehre der Anhänger der Sunna zu lehren.


2) Rationale Wissenschaften: Sie bestehen aus zwei

Fächern: Naturwissenschaften und die Literaturwissenschaften. Es ist nicht für alle Muslime unentbehrlich diese Wissenschaften zu erlernen. Jedoch ist es unentbehrlich für alle Muslims von der Religionswissenschaften die Nötigen zu lernen. Es ist unentbehrlich für bestimmte Moslems sich auf diesem Gebiet zu spezialisieren. (aus : Islam und der Weg der Sunniten )

Die Europäer haben viele ihrer Kenntnisse und die Basis ihrer Wissenschaften den islamischen Büchern entnommen. Als die Europäer sich die Welt flach wie eine Platte und von einer Mauer umschlossen vorstellten, hatten die Moslems längst entdeckt, dass sie rund ist und sich dreht. Sogar massen sie auf der Wüste Sindschar in der Nähe von Mossul die Länge des Meridians. Die Bücher” Scharh’ul-Mawâqif” und “Ma’rifatnâme” berichten ausführlich darüber. Die Araber haben auf der Sindschar-ebene, in der Nähe von Mossul, den Meridian gemessen und seine Länge mit großer Genauigkeit, wie heute berechnet. Der im Jahre 581 (1185) verstorbene Nurüddin Batrûci war Professor der Astronomie an der islamischen Universität von Andalusien. In seinem Buch “El-Hayât” finden wir alle Grundsätze der modernen Astronomie. Als Galilei, Kopernikus und Newton, die gewiß diese Bücher studiert hatten, behaupteten, dass die Welt sich dreht, wurden sie von der katholischen Kirche heftig kritisiert und für Ketzer gehalten. Galilei wurde wegen seiner Verteidigung der Lehre der Erdumkreisung, wie bereits erwähnt, vor das Inquisitionsgericht gerufen und gefoltert. Dagegen gab es in allen islamischen Hochschulen naturwissenschaftlichen Unterricht. Die Madressen (Hochschulen) von Andalusien haben der ganzen Welt in dieser Hinsicht den Weg gewiesen. ( aus 'Islam und Christentum')
 


Was ist zuerst zu erlernen ?

Fiqh ist die Grundlage der Religion.Ohne befriedigende Kenntniss in der Fiqh kann man die Gebote und Verbote der Religion nicht rechtens und gänzlich einhalten. Deswegen Fiqh beiseite lassend Tafsir und Hadithe studieren ist sehr zum Nachteil. Jeder Muslim muss zu erst seinem Kind das Glaubensbekenntnis, das Koranlesen, Gebetsverrichtung und islamische Ethik beibringen. Wissenschaften ist mit dem Ziel und Absicht zu erlernen Allahs Zufriedenheit zu erlangen und den Muslimen und den Menschen  zu helfen zu dienen. Wissensererwerb für Hochmut, Ruhm und weltliche Ziele zu erlangen sollte nicht sein. Im Hadith-i sherif  heisst es „Wer um weltliches zu erreichen Wissenschaft lernt erreicht weltliche Güter und Stellungen. Der Lohn im Jenseits wird das Höllenfeuer sein.“ Solch Wissen hat kein Nutzen. In einem weiterem Hadith-i sherif lesen wir „O mein Schöpfer ! Schütze mich vor unnützem Wissen ! “ Die islamischen Glaubenslehren und die Verbote (haram) zu lernen ist verdienstvoller als tausende Male die Sure Ihlas zu rezitieren. Fiqh-Studium ist noch wertvoller  als hafiz zu sein, d.h den Koran auswendig zulernen. Hafiz sein ist wertvoller als zusätzliche (nafila) Anbetungsweisen.

 

Die islamischen Gelehrten

1. Absoluter Religionsgelehrter: Gelehrter, der seine eigene Rechtsschulgründen darf i.B.: Müdschtehid-i Mutlak

2. Religionsgelehrter: Gelehrter, der Urteile fällen darf. Ein Religions-bzw. Schriftgelehrter darf nur von einem Religions-bzw. Schriftgelehrten ein Zeugnis für Gelehrtheit bekommen und soll nach seinem Wissen handeln. Ein Religionsgelehrter muß zwanzig islamische Wissenschaften, achtzig Islamische Hilfswissenschaften beherrschen und außerdem die Sozial und Naturwissenschaften seiner Zeit so gut wissen, dass er den heiligen Koran auslegen kann. i.B.: Müdschtehid

3. Gelehrter für Koranauslegung: Müfessir

4. Hadithgelehrter: Muhaddis

5. Gelehrter für Glaubenswissenschaft: Mütekellîm

6. Gelehrter für Islamische Rechtswissenschaft: Rechtsgelehrter. i.B.: Fakich

7. Gelehrter für Islamische Mystik, innerliche Erkenntnisse: Mutasawwif.

Die Gefährten und Gelehrten (Lebensläufe und Informationen über die Gefährten des Propheten und über die Gelehrten des Islam)
 

Links:

ÜBER DIE GEFÄHRTEN DES GESANDTEN ALLAHS UND DAS, WAS SIE DARSTELLEN

Enzyklopaedie der Islamischen Gelehrten (18 Bände, Türkisch)  Band 1  ;  2  ;   3 ;  4


Die Stellung des Alim (Gelehrten) in der Religion


Bibliographien :

„Geschichte der arabischen Literatur“ von Carl Brokelmann, (deutsch)
„Geschichte der arabischen Schrifttums“ von Prof.Dr. Fuat Sezgin, (deutsch),1967
„Mewdu´at ül ulum“ , Kemaleddin Muhammed, (türkisch),1313 n. hedschra gedruckt
„Miftah-us se´ade“ ,Tasköprüzade Ahmed Efendi , (arabisch)
„Keschf üz zünun“, Katib Celebi (arabisch-lateinisch ,in Leipzig 1835 gedruckt, 1700 ins französisch übersetzt),1941-1947 Istanbul veröff.
„Esma ül müellifin“ Ismail Pascha (arabisch), Istanbul, 1951 und 1955 gedruckt)
In diesen Werken werden zehntausende, hunderttausende Bücher und Gelehrte und die verschiedenen Wissenschaften beschrieben.



Islamische Wissenschaften bestehen aus zwei Teilen :
Religionswissenschaften und Rationale Wissenschaften
I. Islamische hohe Wissenschaften
II. Islamische Sprachwissenschaften

I. Islamische hohe Wissenschaften sind acht:

1. Wissenschaft für Koranauslegung: Ilm-i Tefsîr
2. Hadithwissenschaft: Ilm-i Hadîs
3. Methodik der Hadithwissenschaft: Usûl-i Hadîs
4. Glaubenswissenschaft: Ilm-i Kelâm
5. Methodik der Glaubenswissenschaft: Usûl-i Kelâm
6. Rechtswissenschaft: Ilm-i Fikch
7. Methodik der Rechtswissenschaft: Usûl-i Fikch
8. Islamische Mystik [Islamische Sittlichkeit]: Tassawwuf

II. Dazu gehörende Sprachwissenschaften sind zwölf:

1. Morphologie: Sarf
2. Syntax: Nachw
3. Lexikologie: Lügat
4. Textlinguistik: Metn-i Lügat
5. Etimologie: Ischtikak
6. Wortbildung: Ischtikak-i kebîr
7. Stilistik: Inschâ
8. Redekunst: Bejân
9. ästhetische Sinnlehre: Bediî
10. Semantik: Belâgat
11. Wortbedeutungslehre: Meânî
12. Kunst der literarischen Stil: Kitâbet
Zu diesen zwanzig islamischen Wissenschaften gehören achtzig Hilfswissenschaften.

 

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