Wie die früheren Sufis und die rechtschaffenen Muslime waren
Eines der schönsten Bücher über die edle islamische Moral (Tasawwuf,Sufitum) des Islam ist „Tenbih ul Mugterin“ des Imam Abdulwehhab Scharani “rahmetullahi teâlâ aleyh” : gest. 973/1565. Student von Aliyyul Hawwas. Sein „Mizan ul Kübra“ behandelt in zwei Bänden das islamische Recht nach den vier Rechtsschulen. In „Letaif ül Minen“ lehrt von der Chemie. Er war Gelehrter in Hadith und Rechtwissenschaft. Er hinterließ viele Werke.
Ich gebe nur ein Teil der Kapitelüberschriften wieder um Eindrücke zu geben. In jedem Kapitel wurden viele Berichte und Geschichten der Propheten, Sahabis, Tabiin und der früheren Gelehrten und Sufis wiedergegeben, die zu dem Thema des Kapitels passten.
Deren Maß war Buch (Koran) und Sunna.
Sie vertrauten sich, ihre Kinder und Freunde Allah an.
In allem hatten sie gänzlichen Ihlas (reine Absicht, nur für Allah).
Sie blieben jenen fern, die der Regierungen Beziehungen pflegten.
Ihr Inneres und Äusseres war im Einklang.
Gegen Ungerechtigkeiten übten sie Geduld.
Ihr Bemühen und Reaktionen waren nur für Allahs Wohlgefallen.
Sie lachten kaum und wegen der irdischen Gütern freuten sie sich nicht.
Wenn sie Zorn Allahs fürchteten wünschten sie tot zu sein.
Sie fürchteten Allah in den Anfängen und an den Enden.
Sie fürchteten sich sehr vor Strafen Allahs.
Wenn von Zuständen des Jüngsten Tags berichtet wurde, wurden sie blass vor Gottesfürchtigkeit und gingen ausser sich.
Während einer Krankheit gaben sie sich ganz Allah hin.
Sie vergaßen den Tod nicht und von den Todesereignissen zogen sie Lehren.
Vor bösem Lebensende fürchteten sie sich sehr, so sehr dass sie ausser sich gingen und Trauer sie ergriff.
Sie betrachteten die Welt nicht mit Augen der Begierde sondern mit den Augen des Lehreziehens.
Sie pflegten zu sagen, dass wenn sie unachtsam waren, dass man sie in diesen Zeiten nicht befolgen solle.
Sie kannten sich als die grössten Sünder.
Denen, die sie plagten und Schlechtes antaten vergaben sie und pflegten keinen Hass gegen sie.
Deren Ehrerweisung und Höflichkeit gegenüber Muslime war gross.
Gegen die groben Umgangsformen derer Ehefrauen zu ihnen verhielten sie sich geduldig und ertragend.
Sie blieben vom Karriere und Berühmtheit (meist) fern.
Sie übten untereinander Gutes Rat.
Ob jung oder alt zu allen waren sie in feinen Umgangsformen und in Demut.
Sie beteten die rituellen Gebete ob Sommer ob Winter zu jeder Jahreszeit.
Sie waren gänzlich in Demut.
Allah unachtsam anbeten sahen sie nicht gern.
Sie waren besonnen, nachdenklich und mild im Benehmen und Handeln.
Innerhalb des religiös erlaubten aßen sie kaum und übten viel Entzug.
Sie wünschten von denen, die von ihnen lernen wollten Ihlas (reine Absicht, nur für Allah).
Dass was sie von den Gelehrten lernten praktizierten danach in Eifer.
Gegen jene, die Freund sein wollten, gegenüber ihnen brachen sie den Kontakt nicht ab.
Die guten taten der Glaubensgeschwistern lobten sie und die Fehler übersahen sie.
Hatten sie viele Feinde und Neider (auch) dann blieben sie in Dank und Reue zu Allah.
Sie waren ehrlich.
Wenn sie geheiratet haben, hielten sie sich an die Sunna dabei fest.
Ihren Lehrern gegenüber waren sie sehr demütig und in feinen Umgangsformen.
Sie erwarteten von niemand Geschenke.
Sie übten sehr Selbstkritik um nicht in Heuchelei zu fallen.
Dienst für Allah hatte für sie Vorrang.
Sie zogen die Taten für das Jenseits den taten für Diesseits vor.
Wegen ihrer Kinder wurden sie nicht geizig.
Sie besuchten die Gräber oft.
Sie rezitierten stets Allahs Namen und sagten salawats (Gruss und Segenwünsche zum Propheten) auf.
Ihre Herzen fein und in ihren Augen Tränen.
Sie widmeten sich nicht der Häuserbau.
Sie verhielten sich barmherzig zu den Muslimen.
Sie waren sehr feinsinnig.
In ihrer Liebe waren sie aufrichtig.
Sie übten Mitleid zu den Sündern und verachteten sie nicht.
Mit dem Gegebenen waren sie zufrieden.
Rechtschaffenheit zogen sie den Gütern vor.
Sie übten keine schlechten Unterstellungen.
Sie hatten keine Angst um Versorgung.
Wenn Allah sie fern hielt vom Dunya (Sünden, schlechten Eigenschaften) spürten sie grosse Weite in ihrem Herzen.
Sie waren nicht verschwenderisch.
Sie übten viel guter rat untereinander und dem Ratgebenden begegneten sie in schöner weise und bedankten sich.
Sie gaben nur dann rat wenn sie den Eindruck hatten dass man es befolgt.
Ihre guten Taten betrachteten sie als gering.
Sie fragten oft nach ihren Freunden und deren Zuständen.
Sie fürchteten sich sehr in Hochmut zu fallen.
Sie berücksichtigten die Umstände in denen sich die Menschen befanden.
Sie mochten es in der Nähe einer Moschee zu wohnen.
Von ihrer Brüdern, der keine Besucher hat, besuchten sie.
Solange sie die religiösen Regeln im Kaufrecht und Handel nicht kannten gingen sie nicht auf den Markt (um einzukaufen).
Wenn sie einen ihrer Nahen verloren haben (durch Tod) gaben sie sich dem Entschluss Allahs hin.
Ohne dass über sich den Anspruch des Frommsein hatten waren sie fromm (blieben der Sünden fern).
Sie redeten wenig und ihre Worte waren Worte der Weisheiten.
Sie waren nicht neidisch und übten viel guter Rat.
In Versammlungen verhinderten sie üble Nachrede.
Sie kümmerten nicht um Fehler der anderen sondern um ihre eigenen Fehler.
Gegen schlechte Menschen handelten sie in guter Weise.
Ihr Ritterlichkeit und Edelheit war gross.
Sie waren freigiebig.
Sie freuten sich sehr wenn sie ihren Brüder erfreuen konnten und ihre Lasten auf sich nahmen.
Sie bedienten die Gäste und übten Gastfreundschaft aus.
Vom Zweifelhaften aßen sie nicht.
Einen Bettler behandelten sie nicht grob sondern freundlich.
Mit den Menschen kamen sie gut aus und taten niemandem Schlechtes.
Sie blieben den Menschen fern. Nur wenn es notwendig war oder religiös wichtig dann gingen sie in die Menge.
Je mehr ihr Stellung mehrte desto mehr demütiger wurden sie.
Alles was der Prophet empfohlen hatte nahmen sie ernst.
Mit Gold und Silberverteilen gaben sie den Hungrigen, Nackten, Verschuldeten den Vorzug.
Sie schämten sich vor Allah sehr und vorm Volk.
Sie liebten den Propheten sehr.
Sie gingen Arbeiten, Berufen nach um nicht den Menschen zur Last zu fallen.
Sie mochten die Armen und ihnen gegenüber waren sie demütig.
Wenn sie Schüler ausbildeten führten sie die Propheten und die früheren Frommen und Edlen als Beispiele.
Sie übersahen die schönen taten jener nicht, die sie nicht mochten und feindlich waren.
[ Bezüglich "Furcht vor Allah" scheint eine Erläuterung sinnvoll zu sein, um Missverständnisse zu vermeiden. Dazu geb ich ein Antwort eines Gelehrten , der sich auf Imam Baydawi´s Tafsir sich stützt.
Frage : Was sollen wir jenen sagen die sagen "Es
wird stets vom "Angst vor Allah" gesprochen. Es wird gesagt der der sich Allah
nicht fürchtet würde zu Stein werden. Warum wird Allah als ein Wesen dargestellt
wovor man sich zu fürchten hat und nicht davon dass Allah geliebt werden muss."
?
Antwort: Auch wir erfahren von Zeit zu Zeit von jenen die sagen "Man soll
sich nicht vor Allah fürchten. Man muss Ihn lieben." Der Mensch fürchtet sich
davor dass was er liebt zu verlieren. So stark wie er etwas liebt umso mehr
fürchtet er sich es zu verlieren. Ein erworbenes Gegenstand, dass jemand sehr
umso mehr er es liebt der Liebe entsprechend hat er auch Angst davor dass es
Schaden abbekommt. Je mehr ein Mensch sein Kind liebt desto mehr hat er Angst
dass dem Kind etwas Negatives passiert. Wer damit geehrt worden ist ein
Gelehrter zu lieben , der hat sehr davor Angst diese Liebe oder die Liebe des
Gelehrten zu verlieren. Über allen Arten der Liebe steht die Liebe zu Allah. Der
Mensch fürchtet sich sehr von der Liebe zu Allah, der unzählige endlose Ihsan
(Güter/Gnaden/Geschenke) gibt, davon zu fernzubleiben. Diese ist eine Angst die
vom Angst das Geliebte zu verlieren herrührt. Es ist keine Angst (Allah behüte
!) vergleichbar wie der Angst vor einem Tyrannen, der quält. Man muss Allah
lieben können und viel Angst davor haben diese Liebe zu verlieren. Deswegen
wurde gesagt "Der Beste von euch ist der der am meisten vor Allah sich
fürchtet." Dies bedeutet "Der Vernünftigste von euch ist der der am meisten
Allah liebt." Der Mensch fürchtet sich sehr davor sein Freund das Herz zu
brechen. Der Freund und Liebling eines jeden Muslim ist der erhabene Allah. Ihn
zu Ärgern muss man sich sehr fürchten. Deswegen sind seine Gebote und Verbote
einzuhalten. Dies wiederum geht dadurch indem man zusammen ist mit Menschen die
Ihn lieben. Wer mit jenen zusammen ist die Seine Feinde sind dessen Herz wird
schwärzer. Die Liebe zu Allah und Angst vor Allah vergeht. Ergebnis : Vor der
Verlust Allahs Liebe zu verlieren muss man sich fürchten. (vgl. Tefsir-i Beydâvî
Bd.2, S.453)]