Islam und Naturwissenschaft

 

Der Islam förderte das Wissen und er trieb die Moslems immer an, Wissenschaften zu erwerben. Der 9. Ayat der Sure Sumer [Die Scharen] lautet dem Sinn nach: “Sind etwa gleich diejenigen, welche wissen, und jene, welche nicht wissen? Nur die Verständigen lassen sich warnen.” Der heilige Prophet, Friede sei mit Ihm, gebietet dazu: “Erwerbt es, wenn sich das Wissen auch in China befindet!” und “Wo Wissenschaft ist, ist auch Islam.” und “Für alle moslemische Männer und Frauen ist es eine unentbehrliche Pflicht, erforderliche Kenntnisse zu erwerben.” Im Islam hält man das Wissen, mit dem Gottesdienst und die Tinte der Gelehrten, mit dem Blut der Märtyrer gleich.
Der Islam ist keine forschrittsfeindliche Religion, im Gegenteil sie ist eine Religion, die gebietet, sich stetig nach allen Neuerungen zu richten. Aus diesem Grund wurden zu Anfang des Islams die Wissenschaftler sehr hochgeschätzt, wissenschaftliche, naturwissenschaftliche und technische Verfahrungen durchgeführt. Die moslemischen Araber sind in den Fachgebieten wie Medizin, Chemie, Astronomie, Geographie, Historie, Literatur, Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Baukunst und schliesslich im gutem Charakter und in den sozialen Branchen (den Sozialwissenschaften), worauf all diese Wissenschaften beruhen, weit Fortgeschritten. Sie hatten zahlreiche Gelehrte, Wissenschaftler und Richter ausgebildet, Spezialisten, und Pioniere die auch heute in Respekt genommen werden, und Vorbilder für die Zivilisationen bilden. Damals erfuhren die ungebildeten Europäer die Naturwissenschaften an den islamischen Universitäten, sogar die christlichen Geistlichen wie der Papst Sylwester studierten in den andalusischen Universitäten. Heute werden zwei wissenschaftliche Namen aus arabischer Herkunft in den europäischen Sprachen gebraucht, nämlich “Chemie” und “Algebra”. Denn diese Wissenschaften wurden vorerst von den moslemischen Arabern gegründet. Während sich die Europäer noch vorstellten, dass die Welt eine flache Form wie ein Tablett und mit Mauern umgeben sei, entdeckten die Moslems, dass die Welt kugelförmig ist und sich dreht.

Sie maßen die Länge der Meridiane bei Mossul in der Wüste Sindschan und erhielten die heutigen Angaben. Außerdem übernahmen die moslemischen Araber die Leistung, die altgriechischen und altrömischen Philosophischen Werke zu übersetzen, welche von sehr ignoranten und fanatischen Pfarrern des Mittelalters verboten worden waren und verhinderten somit, dass sie verloren gangen. Wie heute die aufrichtige Christen es auch bestätigen, begann die wahre Renaissance nicht in Italien, sondern viel früher und in Arabien zu der Zeit der Abbasiden.

Die Originale der verfaßten Werke der Altgriechen über die Medizin sind von den unwissenden Christen verbrannt wurden. Die Fragmente, die von dieser barbarischen Austrottung gerettet wurden und hier und da erhalten blieben, wurden von Husain ibn Ishak ins arabische übersetzt. Dieser bekannte Gelehrte übersetzte auch die Werke von Philosophen wie Platon und Aristoteles ins arabisch.

Muhammed ibni Mûsâ Harezmî, einer von den drei Brüdern, die in der Zeit des abbasidischen Kalifen Mamûn ausgebildet und Wissenschaftler in Mathematik, Geometrie und Astronomie waren, maß die Höhe der Sonne und die Länge des Äquators auf der Erde und konstruierte die astronomischen Instrumente, die als “Winkelmeßgerät” bezeichnet wurden und dazu dienten, die Zeiten des rituellen Gebets zu bestimmen. Sein Buch über Algebra wurde ins Englisch und sein Buch namens “Winkelmeßgerät” ins Latenische übersetzt. Er starb im Jahre 233 (847 n. Chr.).

Die moslemischen Astronomen stellten fest, dass die Welt kugelförmig ist und es gelang ihnen, den Erdumfang genau zu messen und sie machten so die Ansicht der Europäer ungültig: “Die Erde ist gleich wie ein Teller. Wenn man auf den Seen immer volle Fahrt nimmt, stürzt man hinunter.” Mit der Zeit begann bedauerlicherweise das abbasidische Reich unterzugehen, das den Europäer vieles lehrte und den fruchtbaren Boden zur Renaissance bildete. Die Mongolen eroberten 656 (1258 n.Chr.) die Stadt Bagdad und zerstörten sie völlig. Und somit verging die großartige Kultur, die von Moslems errichtet wurde. Wie steht es nun wohl mit den Moslems? Kann man eine neue Renaissance in der Zivilisation des Islams erwarten?

Der im Jahre 581 (1185) verstorbene Nureddin Batrûci war Professor der Astronomie an der islamischen Universität von Andalusien. In seinem Buch “El-Hayât” finden wir alle Grundsätze der modernen Astronomie. Als Galilei, Kopernikus und Newton, die gewiß diese Bücher studiert hatten, behaupteten, dass die Welt sich dreht, wurden sie von der katholischen Kirche heftig kritisiert und für Ketzer gehalten. Galilei wurde wegen seiner Verteidigung der Lehre der Erdumkreisung, wie bereits erwähnt, vor das Inquisitionsgericht gerufen und gefoltert. Dagegen gab es in allen islamischen Hochschulen naturwissenschaftlichen Unterricht. Die Madressen (Hochschulen) von Andalusien haben der ganzen Welt in dieser Hinsicht den Weg gewiesen.

Auch im Osmanischen Reich wurden zahlreiche Wissenschaftler und Naturwissenschaftler ausgebildet. Ihre hinterlassenen Werke zeigen, dass sie der heutigen Zivilisation einen großen Beitrag geleistet haben. Mustafa ibn Ali Effendi, war Beamter der Istanbuler Moschee Yawuz Sultan Selim,[Yavuz Sultan Selim Han gest. 926 [1520 n.Chr].] der die Gebetszeiten berechnete und Lehrer der Astronomen war (gest. 979 n.Chr. 1571). In seinen astronomischen Büchern namens (Teshil-ül-mikat fi-ilm-il-ewkat), (Taisî-ül kewâkib), (Kifâjat-ül vakt fî-Rubu dâire) und in seinem geophraphischen Buch (I’lâm ül-ibâd) gibt es erstaunliche Kenntnisse. In seinem Buch (Kifâjat-ül wakt lî-ma’rifat-i dhair) gibt Abdal-Aziz Wafâî, Friede sei mit ihm, Kenntnisse über die heutige Astronomie. (gest. 874 n. Chr. 1469)

Aber es ist schade, dass dieser große Fortschritt im 17. Jahrhundert plötzlich an seinem Anlauf verlor.

 

Die Bibliotheken und Schulen im Orient (Geschichtliches)

Wie bereits dargestellt hatte der Islam ein zum von der katholischen Kirche geprägten Christentum völlig verschiede Einstellung zur Wissenschaft. Das Erlangen von Wissen, galt als frommes Werk im religiösen Sinne. Man hatte die Einstellung, daß es gut ist, selbst von den ungläubigen Völkern zu lernen. Nach Auffassung der katholischen Kirche war die Bibel die einzige Quelle
göttlicher Offenbarung. Forschung an irdischen Objekten konnte daher nichts Gutes sein. Die Lehre, die Erde sei ein Kugel, wurde von der Kirche abgelehnt. Dem Islam gegenüber baute man ein richtiges Feindbild auf. Europa war
geradezu abgeschottet. Dies hatte zum einen wirtschaftliche Folgen, zum anderen aber auch Folgen, was das Wissen um die Naturwissenschaften anging. Die Araber wurden als Wilde, Zauberer und Teufelsanbeter dargestellt. Ihnen wurde vorgeworfen, die unterworfenen Völker mit Gewalt zum Islam zu bekehren. Dieses Feindbild hat sich größtenteils bis heute erhalten. Es stammt von der katholischen Kirche des Mittelalters. Der Aufstieg der islamischen Kultur ist ein erstaunliches Phänomen, wenn man bedenkt, daß andere Kulturen wie z.B. Europa, Syrien, Persien oder China im Prinzip die gleichen Möglichkeiten gehabt hätten. Das römische Reich hätte sich ja auch mit den antiken Schriften Griechenlands beschäftigen können. Die besiegten Völker übernahmen die Sprache des Siegers: das Arabische.
Damit stand eine gemeinsame Sprache zur Verfügung. Aus einer Stammessprache wurde binnen einem Jahrhundert eine Weltsprache. Man fing an, Bücher zu sammeln und zu riesigen Bibliotheken zusammenzustellen. Viele Werke der alten Griechen wurden ins Arabische übersetzt. Bücher von Muslimen, Christen, Juden und Sabiern standen zusammen in den Bibliotheken. Die religiöse Toleranz war wie gesagt sehr groß. Plötzlich kam das Kaufen und Lesen von Büchern in Mode. Jeder, der etwas auf sich hielt, hatte seine eigene kleine Bibliothek. Es entstand der Beruf des Buchhändlers. Jeder, der heute an einem Buchladen vorbeikommt, mag daran denken, wie es zu dieser Institution kam. Den Run auf Bücher können wir uns vergleichbar mit dem Run nach Autos, Kühlschränken und Fernseher in der Nachkriegszeit vorstellen. Der Fatimiden-Kalif al-`Aziz in Kairo hatte eine Bibliothek mit 1 600 000 Bänden. Sie umfaßte allein 6500 mathematische und 18 000 philosophische Schriften. Als sein Sohn an die Regierung kam setzte er noch eine zweite Riesenbibliothek mit achtzehn Sälen daneben. Dieses Phänomen war nicht etwa auf die Gelehrten beschänkt. Die durchschnittliche Bibliothek eines Privatmannes des zehnten Jahrhunderts umfaßte mehr Werke als alle Bibliotheken des damaligen Abendlandes zusammen. Reiche Privatleute gaben ungeheuere Summen aus, um Kommissionen oder Einzelagenten in Griechenland und Kleinasien nach alten griechischen Schriften suchen zu lassen. Grundsätzlich anders sah es im Abendland aus. In Bezug auf die arabischen Bibliotheken, sagte der bereits erwähnte Papst Silvester II, daß es in Rom niemanden gibt, der soviel Bildung besitzt, daß er sich dort auch nur zum Türsteher eignet. In Mitteleuropa waren vom neunten bis zum zwölften Jahrhundert mindestens 95% der Bevölkerung Analphabeten. Im Islam war es normal, daß ein Kind zur Schule ging. Die Grundschulen waren erschwinglich, Eltern, die sich selbst diesen Betrag nicht leisten konnten, wurde er erlassen. In manchen Gegenden herrschte sowieso Schulgeldfreiheit, z.B. in Spanien. Beim Wettstreit der Regierungspartei mit der Opposition steht der Programmpunkt "Bildung" ganz oben. So werden unentgeltliche höhere Schulen eingerichtet, die ihrem System nach mit den englischen Colleges vergleichbar sind. Hier lernten die Jugendlichen Koran und Traditionen (Hadithe), Grammatik, Philologie, Rhetorik, Literatur, Geschichte, Völkerkunde, Geographie, Logik, Mathematik und Sternenkunde. (Quelle unbekannt ; aus dem Internet )

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