Der Mensch im Islam
Im Islam wird der Mensch genannt als „Das ehrenvollste Geschöpf“ (Eschref-i mahlukat) , „Allahs Statthalter auf Erden“ , „das Wesentliche des Universums“ und „das am schönsten Erbaute“.
Wie wir im Kuran al karim lesen haben die Menschen zwar den selben Abstammung aber sie wurden von Allah, dem Erhabenen, in verschiedene Völker und Sprachen aufgeteilt. „O ihr Menschen, Wir haben euch aus einem Mann und einem Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf daß ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.“ (Kuran; Hudschurat 13 ) Und ferner „Und unter Seinen Zeichen sind die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenheit eurer Sprachen und Farben. Hierin sind wahrlich Zeichen für die Wissenden.“ ( Kuran ;Die Römer 22)
Muslimische Gelehrte nennen den Menschen „Alam-i sagir“ s.h „das Kleine Universum“. Wenn ein Mensch stirb geht ein Universum unter. Im Alam-i sagir gibt es vom alles was in Alam-i kebir d.h „Das grosse Universum“ (die Welt die ausserhalb des Menschen ist) gibt ein Abbild im Alam-i sagir.
Ein
Mensch ist vergleichbar mit der Menschheit selbst : "...
wenn jemand einen Menschen tötet, so soll es sein, als hätte er die ganze
Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es
sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. .... "
(Kuran ; Sura Maide, 32)
Der Mensch hat das anvertraute Gut und Aufgabe angenommen ein Statthalter zu sein : "Wahrlich, Wir boten das Treuhänderamt den Himmeln und der Erde und den Bergen an; doch sie weigerten sich, es zu tragen, und schreckten davor zurück. Aber der Mensch nahm es auf sich. Wahrlich, er ist sehr ungerecht, unwissend." (Kuran; Ahzab 72) Ferner : "Wahrlich, Wir haben den Menschen in bester Form erschaffen. Alsdann haben Wir ihn in die niedrigste Tiefe zurückgebracht , ausgenommen (davon) sind diejenigen, die glauben und Gutes tun; ihnen wird ein unverkürzter Lohn zuteil sein. (Kuran ; Tin 4-6)
In erster Linie liegt die Verantwortung des Menschen in sein Glauben, Erkenntnis und Wissen sich an die Aufforderungen seines Schöpfers folgezuleisten und mit dem verbunden in taten und Ethik Seine Normen einzuhalten. In zwischenmenschlichen Beziehungen gibt es neben religiöse Gebote auch Sitten die aus den Normen der Gesellschaft hervorgehen und zusammen die Grundlage des sozialem Leben bilden. Hier liegt ebenso Verantwortung des Menschen vor. Und schliesslich gegenüber anderen Existenzen : Tiere, Pflanzen und leblose Dinge mit denen der Mensch sein Leben teilt.
Wer gegenüber sein Körper und Geist versündigt , es quält, vernachlässigt und schädigt ; und darüberhinaus die Menschen um ihn herum nicht achtet, nicht wertschätzt; die Nachbarn Menschen in seinem Dorf/Stadt, Verwandte nicht mögen und lieben kann; dem entsprechend kann dieser Mensch auch nicht ebenso andere Menschen, die er/sie nicht kennt, nicht gernhaben und mögen. Zunächst erfährt der Mensch in seiner Umgebung, wo er lebt wo er mit seinen Mitmenschen das Leben gestaltet, Gefühle. Eine Tatsache ist dass der Mensch eine gewisse Zuneigung empfindet gegenüber Menschen die viel von dem was man hat teilen z.B die selbe Sprache, Sitten, Religion, Weltanschauung, Alter usw, was nicht heisst dass gegenüber den anderen zwingend eine Ablehnung oder Abneigung vorliegt. Neben dem Ich-gefühl hat der Mensch ein Wir-gefühl.
Der Islam lehrt dass der Besitzer aller Dinge der Schöpfer aller Dinge ist und unser „Besitz“ ist eigentlich ein anvertrautes Gut. So ist ein Verbrechen gegen Mensch und Natur auch ein Vergehen gegenüber unser Schöpfer. Der grosse muslimische Dichter Yunus Emre (13.Jh) sagt „Wir lieben die Schöpfung aufgrund des Schöpfers“.
Da der Mensch im Besitz des Verstandes ist und die Möglichkeit hat sich weiterzuentwickeln in Erkenntnis und Reife ist auch das Umgekehrte möglich, so dass ein Mensch auch das niedrigste und schädlichste Geschöpf werden kann. Seine Ehre und Statthalterschaft kann in Leidenschaft gebracht werden indem er die Gesetze und Ethik missachtet.
Das Wort „Islam“ und „Salam“ haben den selben Wortwurzel und bedeutet „Frieden“. Islam bedeutet speziell „Frieden in der Hingabe zu Allah“. Diese Hingabe ist eine Befreiung und ähnelt nicht der Hingaben an anderen Dingen. Vielleicht könnte man folgenden Vergleich machen : Hingabe zu Wissenschaft bewirkt Erweiterung des Wissenshorizontes und Befreiung aus der Unwissenheit. Kurz eine Hingabe die Befreiung und Erkenntnis ist.
Literaturempfehlung:
Über die Glückseligkeit
Ebul Kasim Ragib el Isfehani, "Tafsilun-neseteyn ve Tahsilus-seadeteyn" türk: "Mutlulugun
kazanilmasi", türksiche Übersetzung gedruckt,Istanbul,1974, Übersetzer: Lütfi
Dogan (Arabisch:1323 n.Hedschra in Ägypten gedruckt) Ebul Kasim Ragib el
Isfehani (gest.1108 n.Chr.)war einer der grossen Gelehrten des Islams. Er war in
Tafsir, Hadith, Kalam, Ethik, Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften
einer der ganz Grossen. Er schrieb unter anderem den wertvollsten Fachwörterbuch
der Tafsirwissenschaften, den grossen "El Müfredat Fi Garibil El Fazil-Kuran". (Tafsir
: islamische Exegese des Korans)
Überschriften der einzelnen Kapitel :
Vorwort des Verfassers
1.Von der Selbsterkenntnis des Menschen
2.Die Unterschiedlichkeiten der Existenzen und die Stellung des Menschen hierin
3.Woraus der Mensch erschaffen worden ist
4.Die Kräfte der Materie sind im Menschen im Kleinen vorhanden
5.Die aussergewöhnliche Erschaffung des Menschen
6.Dass die Eigenschaften und Fähigkeiten der Existenzen im Menschen sich
befindet und dass diese von Zeit zu Zeit in Erscheinung kommen
7.Das Wesen des Menschen
8.Darüber dass der Mensch derart erschaffen ist , dass er fähig ist,
Glückseligkeit im Diesseits und jenseits zu erreichen
9.Das Wesen des Menschen erläutert sich in temsil (Beispiel) und tasvir
(Bildlichkeit)
10. Der Grund für die Erschaffung der Welt ist die Erschaffung des Menschen und
darüber , dass andere Existenzen für ihn erschaffen worden sind
11.Die Weisheit und Absicht bezüglich Erschaffung des Menschen
12.Von den Unterschiedlichkeiten der Menschen und von den Unterschiedlichkeiten
ihrer Ansichten
13.Die Gründe für die Unterschiedlichkeiten des Menschen
14.Die Überlegenheit des Prophetentums über die anderen Existenzen
15.Darüber dass allem naturgemäss und ihren Bedürfnissen gemäss das rechte Weg
gezeigt worden ist
16. Vom Glückseligkeit des Menschen und dass der Mensch sich danach sehnt
17.Der Zustand des Menschen in dieser Welt
18.Über die gegenseitige Bedarf zwischen Verstand und Religion (des Islam) und
dass sie zueinander hilfreich sind
19.Die hohe Stellung und Vorzüglichkeit des Scher-i scherif (ehrwürdige
islamische Gebote/Gesetze)
20. Davon dass der Mensch unvollkommen ist wenn er nicht Allah gehorcht und
nicht betet
21.Von den menschlichen Taten die Bezug haben auf religiöse Vorschriften
22.Vom Wesen und Beschreibung der Anbetungsweisen
23.Die Arten der Anbetungsweisen im Bezug auf Wissenschaft und religiösem
Handeln
24. (Einer der) Ziele der Anbetungsweisen ist den Nefs in jeder Art zu reinigen
und gänzliche Gesundheit zu erlangen
25.Über seelische Krankheiten und schlechte Charaktereigenschaften die nur durch
Scher-i scherif heilbar sind
26.Seelische Eigenschaften und Dinge die auf Behandlung der seelischen
Krankheiten Einfluss haben
27. Der Mensch hat die Fähigkeit sein Nefs zu zähmen
28.Warum der Mensch schlechte Dinge tut und fernbleibt vom ehrenwerten
vorzüglichen Dingen
29.Die Zustände und Plätze des Menschen, lobenswerte und kritikwürdige Taten
dieser und Wege die dazu führen
30.Ob die Menschen den guten oder schlechten Weg verlassen können
31.Das was im menschlichem Kraft liegt Glückseligkeit zu erreichen
32.Beweis für die körperliche Wiederaufstehung nach dem Tod, die hohe Stellung
desa Todes und von Glückseligkeiten die nach dem Tode kommen
33.Die hohe Stellung und ehrenwerten Eigenschaften jener die die Engel
übertreffen