G l a u b e  u n d  I s l a m

 

 

In arabischen und türkischen Begriffen:

„c“ ausgesprochen als „dsch“

„y“ ausgesprochen wie bei „Johannes“

„ı“ ausgesprochen als das erste Vokal bei englischem Wort „Mirror“

Vokale mit einem „ ˆ “ sind länger auszusprechen.

Es würde geschätzt, dieses Buch in Original, oder in irgendeiner Fremdsprache übersetzt, zu reproduzieren. Wir wären immer dankbar, wenn man solch eine gute Tat vollbringen würde. Mögen diese Wohltäter im Diesseits und Jenseits glücklich werden! Es wird gebeten, beim Druck möglichst auf beste Papierqualität zu achten und eventuelle Druckfehler besonders bei islamischen Ausdrücken zu vermeiden.

(korrigierte Übersetzung. In runden Klammern wurden zwecks besseren Verständnisses einige Erläuterungen gemacht. Die Kommentare mit den eckigen Klammern stammen vom Stiftung Ihlas)

 

VORWORT

 

Bismillachirrachmanirrachim

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Allbarmherzigen.

 

Im Namen Allahs, des Erhabenen, beginnen wir, das Buch “Glaube und Islam“ zu schreiben. Allah, der Allmächtige hat Mitleid mit allen Menschen in der Welt. Er erschafft nützliche Dinge und gewährt sie allen. Er weist auf den Weg zum ewigen Glück hin. Im Jenseits wird Er den Gläubigen, die in die Hölle gehen müssen, vergeben und sie ins Paradies führen. Er ist der einzige Schöpfer, der alle Wesen erschuf und erschafft, im Dasein erhält und vor Ängsten und Entsetzen schützt. Indem wir Zuflucht zum Namen Allahs, des Allmächtigen nehmen, beginnen wir dieses Buch zu schreiben.

Allah, dem Erhabenen, sei Dank! Friede sei mit Seinem geliebten Propheten! Friede und Segen Allahs, des Erhabenen sei auch mit den reinen Familienangehörigen und den überaus gerechten Gefährten des heiligen Propheten.

(Es gehört zur feinen Sitte im Islam religiöse Texte mit Dank zu Allah, dem Erhabenen, zu beginnen und dem folgend Grüsse und Segensbitten zum Propheten zu äussern und dem hinzufügend ebenso für die Prophetenfamilie und Gefährten des Propheten.)

Tausende von wertvollen Büchern, die vom Glauben, von den Geboten und Verboten des Islam berichten, sind geschrieben und viele davon in Fremdsprachen übersetzt und weltweit verbreitet worden. Doch versuchen manche Personen mit falschen Gedanken und Kurzsichtigkeit die nützlichen, weisen und einleuchtenden Prinzipien des Islam anzugreifen, sie zu verfälschen, zu beflecken und die Gläubigen zu täuschen.

Mit Dankbarkeit sehen wir, dass die islamischen Gelehrten fast überall auf der Welt diesen Weg (den Islam) für richtig erklären und verteidigen. Obwohl manche, die keine Bücher der Gelehrten (der Anhänger) der Sunna gelesen oder nicht begriffen haben, unrecht sprechen und unrecht schreiben, indem sie aus dem edlem Koran und den edlen Hadithen falsche Sinne herleiteten, schmelzen aber diese falschen Worte und Schriften gegenüber dem festen Glauben der Muslime und werden nichts weiter als Zeugen, die die mangelnde Bildung ihrer Sprecher und Verfasser darlegen.

Es versteht sich, dass jemand Muslim ist, der sich als Muslim ausgibt, oder beim Gebetsverrichten mit der Gemeinschaft gesehen wird. Wenn aber nachher etwas in seinen Worten, Schriften oder bei seinem Verhalten festgestellt wird, was mit den Glaubenskenntnissen der Gelehrten der Sunna nicht übereinstimmt, sollte ihm erklärt werden, dass es Un- oder Irrglauben ist. Man sollte ihm empfehlen, darauf zu verzichten. Wenn er nicht darauf verzichtet und mit eigenen oder anderen Gedanken diesen Irr oder Unglauben verteidigt, so versteht man, dass er ein Verirrter oder Ungläubiger ist. Selbst wenn er Gebete verrichtet, Pilgerfahrt und jede andere Anbetung ausführt und jede Wohltat erweist, darf er kein Muslim sein, solange er dem nicht abschwört. Alle Muslime müssen genau wissen, was den Unglauben verursacht, um sich vor dem Unglauben zu schützen. Sie müssen Ungläubige und angebliche Gläubige gut kennen lernen und sich vor ihren Schaden hüten!

Der edle Prophet, unser Herr, Friede sei mit ihm, hat berichtet, dass man den Sinn des edlem Korans und der edlem Hadithe missverstehen würde und auf diese Weise zweiundsiebzig Irrlehren entstehen würden. Die Bücher “Berîka” und “Hadîka” haben diese ehrwürdigen Hadith aus den Büchern “Bucharî” und “Muslim” genommen und erläutert. Man soll nicht an die Bücher und Konferenzen solcher Verfechter der Irrlehren, angeblicher großer islamischer Gelehrter glauben und äußerst wach sein, um nicht in die Falle dieser Diebe der Religion und des Glaubens zu fallen. Außer diesen heimtückischen Feinden versuchen einerseits die Kommunisten und Freimaurer, andererseits die christlichen Missionare und jüdische Zionisten, durch neue Methoden die Kinder der Muslime zu täuschen. Durch erfundene Schriften, Filme, Theaterstücke und Sendungen versuchen sie den Islam und den Glauben zu vernichten. Dafür geben sie Millionen Geldsummen aus. (Hier dürften anti-islamisch agierende den Islam bewusst falsch darstellende Personen oder Gruppen gemeint sein). Die islamischen Gelehrten, Friede sei mit ihnen, haben ihnen die nötigen Antworten gegeben und von der einzigen Religion Allahs, des Allbarmherzigen, dem Weg zur Befreiung und zum ewigen Glück berichtet.

(Über dem Islam gibt es viele Werke, jedoch sind authentische Werke heutzutage nicht immer leicht aufzufinden, da es auch viele Werke gibt, worin sich Ideen des Autors einfließen und diese als Teil des Islams suggerieren. Von jenen Büchern die unter den Muslimen allgemein anerkannt sind seit mehreren jahrhunderten diese Werke sind zu lesen, wenn man den Islam so kennen lernen will, wie sie die Muslime glauben und leben. Zumindest steht man so auf der sicheren Seite. Die Handbücher des Islams, worin die Glaubenslehren, Anbetungsweisen und Morallehre aufgeführt werden in Volkssprache werden „ilmihal“ genannt. Und jene Traktate, wo speziell die Glaubenslehren aufgeführt werden, werden „akaid“ oder „itikadname“ genannt. Die überwiegende Mehrheit war und sind die Ahli Sunna genannten Sunniten. Das früheste Traktat über die Glaubenssätze, die „fiqh ul akbar“ stammt vom Imam Azam Abu Hanifa (699-767 n.Chr.), worin die Glaubenssätze die aus dem Koran al karim und den Aussprüchen des Propheten stammen, so wie sie die ersten Generationen der Muslime kannten. Dem folgen viele andere.)

Unter diesen haben wir das Buch “itikadname” („Das Buch der Glaubenssätze“) von ehrwürdigen Mewlana Halid aus Bagdad, einem großen islamischen Gelehrten (über ihm Allahs Segen sei), ausgewählt. (Er wurde im Jahre 1192 nach Hecra geboren in Zur nördlich von Bagdad und verlies das Diesseits 1242 (1826 n.Chr.) in Damaskus. Sein Bruder der geehrte Mewlana Muhammed Sahib bat ihm den zweiten Hadith - Hadith-i Cibril - des Hadith-i erbain des Imam Newewi zu erläutern.) Dieses Buch wurde von dem Gelehrten Haci Feyzullah Efendi ins Türkische übersetzt, “Feraid-ül fewaid” genannt, und 1312 (n.Hed.) in Ägypten gedruckt. Die Übersetzung haben wir in die heutige Sprache vereinfacht und „Glaube und Islam“ genannt. Die Erklärungen der Stiftung Ihlas sind in eckigen Klammern [ ] gesetzt. Das persische Original ist in der Bibliothek der Istanbuler Universität im Teil İbnül Emîn Machmud Kemal Bey mit der Nr. F.2639 namens İtikadname aufbewahrt.

Im Buch Dürr-ül-muchtar steht: “Wenn ein vermähltes gläubiges Mädchen heranreift und nicht weiß, was der Islam ist, wird dessen Trauung ungültig [d.h. sie wird Nicht-Muslim]. Man sollte ihr die Eigenschaften Allahs, des Erhabenen, lehren. Sie sollte diese wiederholen und bestätigen. Der Gelehrte Ibni Âbidin erklärt darüber folgendes: “Wenn ein Mädchen klein ist, gehört es zu dem Glauben seiner Eltern. Wenn es aber heiratsfähig wird, gilt diese Zusammengehörigkeit nicht mehr. Wenn sie heiratsfähig wird und den Islam nicht weiß, wird sie Nicht-Muslim. Solange sie die sechs Grundsätze des Glaubens nicht lernt und nicht daran glaubt, kann sie nicht gläubig sein. Außerdem soll es auch daran glauben, dass es nötig ist, dem Islam gemäß zu leben. Ohne diese Bedingungen kann sie keine Muslima sein, selbst wenn es das Einheitsbekenntnis “La ilâche illallach Muchammedün resûlullach” ausspricht. Sie soll die sechs Grundsätze des Glaubens und die Gebote und Verbote Allahs, des Erhabenen, lernen und bestätigen. Aus den Worten des Gelehrten, Ibn Âbidin, versteht sich, dass ein Nicht-Muslim, der das Glaubensbekenntnis ausspricht, sofort gläubig wird. Danach soll er die sechs Grundsätze des Glauben im Glaubensgebet auswendig lernen:

(Die sechs Grundsätze des Glaubens muss jeder Muslim wissen, fürwahr halten und überzeugt daran sein. Das Glaubensbekenntnis, welches die Glaubenssätze zum Ausdruck bringt lautet Arabisch:

)

“Amentü billâchi we Melâiketichi we Kütübichi we Ressulichi wel Jewmil-âchiri we bil kaderi hajrichi we scherrichi minallachi teâlâ wel ba’süba’delmewti hakkun, eschhedü en lâilâche illallach we eschhedü enne Muchammeden abdühü ve rassulüchü” und deren Bedeutung gut wissen:

“Ich glaube an Allah, den Erhabenen und an Seine Engel, an Seine heiligen Bücher und an Seine Propheten, an die Auferstehung nach dem Tod und an den Tag des Jüngsten Gerichtes, an das Kadar (islamische Schicksalslehre) und daran, dass Gutes und Böses von Allah, dem Erhabenen erschaffen werden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah, dem Erhabenen, gibt und dass der ehrwürdige Person namens Muhammed Sein Diener und Prophet ist.“

Jeder, der die Pubertät erreicht hat und im Besitz des Verstands ist, muss er oder sie diese sechs Grundsätze lernen, annehmen und daran glauben, um ein Muslim zu sein. In diesem Buch werden ausführliche Kenntnisse über diese sechs Grundsätze gegeben. Es empfiehlt sich den Muslimen, dieses Buch gründlich zu lesen und eifrig nahe zulegen, dass es von Kindern, Verwandten und Bekannten gelesen wird. Während wir betreffende heilige Verse (Ayat des Kuran al karims) deuten, geben wir deren sinngemäße Übersetzungen, wie es die Gelehrten der Koranauslegung mitgeteilt haben, bekannt. Denn, die Bedeutungen der heiligen Verse hat nur der edle Prophet, Friede sei mit Ihm, verstanden und Seinen Gefährten (mit heiligen Erklärungen, d.h. Hadithen) erläutert, Friede sei mit ihnen. Die Gelehrten der Koranauslegung haben diese heiligen Hadithe von dem Erfundenen der Heuchler, der Verirrten und der Atheisten unterschieden und falls sie die benötigten heiligen Hadithe nicht finden konnten, haben sie betreffende heilige Verse nach der Wissenschaft der Koranauslegung gedeutet. Die Deutungen derer, die keine Ahnung von der Wissenschaft der Koranauslegung haben und unwissend in religiöser Hinsicht sind, darf man nicht als Koranauslegung (Tafsir) betrachten. Deswegen wurde mit der heiligen Hadith berichtet: “Wer den heiligen Koran nach seiner eigenen Meinung deutet, der wird ungläubig.“ (Dieses Buch behandelt die Grundlehren und für die Feinheiten müssen umfassendere Grundlagenwerke in Anspruch genommen werden. Allah, dem Erhabenen sei Dank, dass wir dieses veröffentlichen konnten.)

Allah, der Erhabene, möge uns alle auf dem richtigen Weg, den die Gelehrten der Sunna berichtet haben, halten! Und Er möge uns vor den vergoldeten, heimtückischen Lügen der Heuchler und Anhänger der Irrlehren, die angebliche große islamische Gelehrte genannt werden, behüten! Amen.

Stiftung Ihlas

n. Chr.                             . Mondjahr n.Hed

 

 

 

1

Vorrede

 

Bevor Mewlana Halid Bagdadi –der erhabene Allah heilige seine Seele- sein Buch anfing wollte er es schmücken mit dem siebzehnten Brief des dritten Bandes des Buches Mektubat (Briefe) von Imam Rabbani Ahmed el-Faruki es- Sirhindi und wollte es damit segnen.

In Namen Allahs, des Erhabenen, fange ich an, mein Brief zu schreiben. Lob und Preis sei Allah, dem Erhabenen, der uns Gaben aller Art gewährt und als größte Gabe uns im Islam und in der Gemeinschaft des heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, erschaffen hat. Man sollte es ausführlich durchdenken und begreifen, dass allein es Allah, der Erhabene ist, der den Menschen alle Gaben schenkt. Er ist es allein, der alles erschuf und erschafft. Er ist derjenige, der alle Wesen in jedem Moment im Dasein erhält. Die vorzüglichen und guten Eigenschaften der Menschen sind Seine Gnade. Unser Leben, Wissen, Hören, Sprechen und unsere Macht sind Seine Gaben. Er ist es, der unzählige Gaben schenkt. Er ist es, der die Menschen von den Schwierigkeiten und Qualen befreit, Gebete erhört und Kummer und Unglück beseitigt. Er ist es, der Nahrung erschafft und gewährt. Er ist so gnädig, dass Er auch den Sündigen Nahrung zuteilt. Er stellt die Sündigen nicht bloß, so dass sie nicht in Schande dastehen. Er ist so barmherzig, dass Er nicht eilt, die Sündigen zu bestrafen. Er schenkt die Gaben sowohl denen, die Ihn Freund sind als auch denen, die Ihn feindlich sind. Er gewährt sie allen. Als die größte Seiner Gaben zeigt Er den richtigen Weg zur Befreiung und zum ewigen Glück. Er möchte nicht, dass wir vom Rechten abirren. Er ermuntert, dass wir ins Paradies eintreten. Um Seine Liebe und unendlichen Gaben im Jenseits und Sein Wohlgefallen erlangen zu können, müssen wir Seinem geliebten Propheten – über ihm der Friede und Segen Allahs sei - folgen, wie Er gebietet. Die Gaben Allahs, des Erhabenen sind augenscheinlich wie die Sonne. Die Gaben anderer kommen auch von Ihm. Er ist es, der sie über Mittel sendet und den anderen die Macht und den Wunsch zur Wohltat gegeben hat. Daher ist es Er allein, der alle Gaben sendet. Irgendwen außer Ihm um etwas bitten, gleicht einen Armen um Almosen zu bitten. Sowohl Ungebildete als auch Gelehrte, sowohl Dumme als auch Intelligente wissen, dass diese unsere Worte richtig sind. Denn all dies ist offenkundig und bedarf keines Nachdenkens.

Man dankt dem, der einem Gutes tut, und verehrt ihn. Deswegen müssen alle Menschen für die Gunst Allahs, des Allmächtigen, dankbar sein. Es ist eine menschliche Aufgabe, Allah, dem Erhabenen, für Seine Gaben zu danken. Es ist eine Aufgabe, eine Verpflichtung die die Vernunft fordert. Aber es ist nicht leicht, Allah, dem Erhabenen zu danken. Denn Menschen sind machtlose, bedürftige, fehlerhafte und sterbliche Geschöpfe. Allah, der Allmächtige dagegen ist frei von allen Fehlern und ewig. Er besitzt alle Erhabenheit. Darum gibt es keine Ähnlichkeit zwischen Allah, dem Erhabenen und den Menschen. Können solche niedrigen Diener Allah, dem Allmächtigen würdig danken? Es gibt viele Dinge, die den Menschen gefallen, die jedoch schlecht sind und die Allah, der Erhabene nicht mag. Dinge, die wir als Ausdruck von Dankbarkeit und Verehrung kennen, können gemeine und unerwünschte Dinge sein. Die Menschen können zufolge ihrer fehlerhaften Vernunft nicht die richtige Art der Verehrung und Dankbezeigung gegen Allah, den Erhabenen finden. Solange diese Art nicht von Allah, dem Allmächtigen, bezeichnet wird, können Dinge, die wir als gut vermuten, in Wirklichkeit hässlich und böse sein. Deswegen sandte uns Allah, der Erhabene, durch Seinen Propheten die Verpflichtung des Dienerseins und der Dankbarkeitshandlungen, die der Mensch gläubig mit seinem Herzen, seinen Worten und mit seinem Körper verrichten soll. Die Aufgaben der Diener, die Allah, der Erhabene, bezeichnet und gebietet, heißen Islam. Um Allah, dem Erhabenen, danken zu können, muss man dem Islam gehorchen, der von dem ehrwürdigen Propheten verkündet worden ist. Nur die im Islam genannten Dankbarkeitshandlungen sind gut und werden von Allah, dem Erhabenen, anerkannt. Alles was im Islam nicht positiv genannt wurde, mag Allah, der Erhabene, nicht und an kennt es nicht an. Denn es gibt viele Dinge, die den Menschen gefallen, während der Islam sie als schlecht bezeichnet.

Also, wer vernünftig ist, soll dem heiligen Propheten Muhammed - Friede sei mit Ihm-, folgen, um Allah, dem Erhabenen, zu danken. Die Dankbarkeitsbezeigung, die dem Islam entspricht, heißt Anbetung.
Die islamischen Wissenschaften teilen sich in Religionswissenschaften und Naturwissenschaften. Die Religionswissenschaften bestehen aus zwei Teilen:
Der Glaube, den man aus Herzen bestätigen muß. Solche Kenntnisse werden die Glaubenskenntnisse genannt.
Die Anbetung, die körperlich und geistig erfolgen soll. Die Kenntnisse nennt man die Kenntnisse der Anbetung bzw. Handlung oder das Religionsgesetz.

 

 

GLAUBE UND ISLAM

In diesem Buch İtikadname („Das Buch der Glaubenssätze“) wird ein edler Hadith, eine Mitteilung des ehrwürdigen Propheten über den Iman (Glaube im Islam) und dem Islam erklärt. Ich hoffe, dass mit der Gnade dieser edlen Hadith der Glaube der Gläubigen vervollkommnet wird, so dass sie das Heil und Glück erlangen. Auf diese Weise hoffe ich, dass sich der arme Halid (Allah heilige seine Seele) gerettet wird (im Jenseits) und dass Allah, der Erhabene, der nichts benötigt, gnädig und barmherzig ist, dem sündigen Halid seine nutzlosen Worte vergeben wird. Er möge uns vor den Bosheiten des lügnerischen und betrügerischen Satans und (uns vor den Lügen und falschen Worten der Feinde des Islam täuschen zu lassen), schützen. Denn Er ist es allein, der allbarmherzig und am allergrößten ist.

Die Gelehrten des Islam haben mitgeteilt, dass jeder heiratsfähige und vernünftige Muslim [den erhabenen Allah erkennen, das heisst] die unveränderlichen und persönlichen Eigenschaften Allahs, des Erhabenen, richtig wissen und daran glauben muß, wie der Islam sie berichtet. Das ist die erste religiöse Verpflichtung (fard) für alle. Sie nicht zu wissen ist nicht zu entschuldigen. Halid Bagdadi, Sohn Ahmeds, schreibt dieses Buch nicht, damit er stolz darauf sein kann und auch nicht deshalb, weil er berühmt sein will. Er schreibt, um den Menschen dienen zu können. Allah, der Allmächtige möge Halid [geehrter Mewlana Halid aus Bagdad, gest. 1242 (1826 n. Chr.) in Damaskus.], der keine Fähigkeit besitzt, durch die heilige Seele des ehrwürdigen Propheten helfen! Amin!

[Die persönlichen Eigenschaften Allahs, des Erhabenen, sind sechs:

Wucud :unendliches Wesen,

Kıdem: Existenz ohne Anfang,

Beka: Existenz ohne Ende,

Wachdaniyet: Einzigkeit,

Muhafeletun lil hawadis : Unähnlichkeit mit den Geschöpfen

und Kıyam bi nefsihi : Selbständigkeit.

Wucud bedeutet, dass Er durch sich selbst existiert. Kıdem ist Seine Anfangslosigkeit Seiner Existenz. Beka ist die Endlosigkeit Seiner Existenz, die Endlosigkeit und Unvergänglichen Seiner Existenz. Wahdaniyet ist die Teilhaberlosigkeit in jeder Beziehung und die Unähnlichkeit Seiner Existenz. Er ist ohnegleichen. Kıyam bi nefsihi bedeutet, dass Er nichts benötigt für Seine Existenz.

Die erschaffenen Dinge haben keine von diesen sechs Eigenschaften. Diese Eigenschaften gleichen auf keinen Fall den Eigenschaften der Geschöpfe. Manche Gelehrte sind der Ansicht, dass die Eigenschaften “Einzigkeit“ und “Unähnlichkeit“ gleich sind. Aus diesem Grund zählen sie die persönliche Eigenschaften Allahs, des Erhabenen, als fünf.]

Alles ausser Allah, dem Erhabenen, wird Masiwa oder Alam (Welt) genannt. Heutzutage wird es Natur benannt. Die Welten waren nicht existent. Allah, der Allmächtige, erschuf sie alle. Alle Welten sind erschaffen worden. Wie alle Welten erschaffen worden sind, können sie wieder ihr Sein verlieren und dann wieder gewinnen. Alle Welten sind mögliche und erschaffene Existenzen. Der Hadith des ehrwürdigen Propheten lautet: “Nichts war da (in Existenz) außer Allah, dem Erhabenen.”

Der zweite Beweis, dass das Weltall erschaffen wurde, sind die ununterbrochenen Veränderungen. Alles ändert sich. Was dagegen ewig ist, ändert sich nie. Ewig ist Wesen Allahs, des Erhabenen, und ewig sind Seine Eigenschaften. Diese verändern sich niemals. [Bei physikalischen Vorgängen verändert sich der Zustand der Materie. Bei chemischen Vorgängen dagegen verändert sich die Kern und Aufbau der Materie. Wir sehen, dass Gegenstände vernichtet werden, aus denen dann andere zustande kommen. Heute ist bekannt, dass Materie bei Atomspaltungen und Kernreaktionen vernichtet wird. Sie verwandelt sich in Energie.] Die Veränderungen und Umwandlungen im Weltall können nicht ohne Anfang sein. Sie können nicht aus dem Endlosen herkommen. All diese müssen einen Anfang haben, nämlich aus Urmaterien, Elementen zustande kommen, die aus dem Nichts erschaffen worden sind. Die Veränderungen im Weltall zeigen, dass das Weltall erschaffen wurde.

Dass die Welt ein mögliches Welt ist, wird auch dadurch bewiesen, dass alles nicht da war und aus dem Nichts erschaffen worden ist.

[Wücud heißt Sein. Es gibt drei Arten des Wücud: Das erste ist Wacib-ul-wücud (Das notwendige Wesen). Das bedeutet das Wesen, das immer da sein muß. Es ist ewig da. Vor und nach der Ewigkeit kann es nicht fehlen. Nur Allah, der Erhabene, ist Wacib-ul-wücud. Das zweite ist Mümteni-ul-wücûd (Das unmögliche Wesen). Es bedeutet das Wesen, das notwendig nicht existieren muss. Beispielsweise ein zweiter Gott, den es wahrhaftig nicht geben kann. Das dritte ist Mümkin-ül-wücud (Das mögliche Wesen). Es ist das Wesen, das sowohl im Dasein, als auch nicht im Dasein sein kann. Das sind alle Welten und Geschöpfe. Das Gegenteil vom Wücud (Dasein) ist Adem (Nichtdasein oder das Nichts). Alles war nicht da, bevor es erschaffen worden ist.]

Das Existierende das Sein ist zweierlei: das eine Mumkin (Das Mögliche) und das zweite Wacib (Das Notwendige). Wenn das Wacib-ul-wücud, der Allerschaffer, nicht da wäre, könnte nichts vorhanden sein.

[Denn, dass etwas aus dem Nichts zustande kommt, ist eine Veränderung nämlich ein Vorfall. Nach dem unserem Wissen über Physik aber, muss auf einen Gegenstand eine äußerliche Kraft wirken, damit ein Vorfall passieren kann und ferner soll diese Kraft früher als die wirkende Ursache vorhanden sein.]

Darum kann das Geschöpf nicht von selbst zustande kommen und nicht von selbst im Dasein bleiben. Wenn auf einen Gegenstand keine Kraft gewirkt hätte, wäre er nicht zustande gekommen und immer im Nichtdasein geblieben. Denn das, was sich nicht erschaffen kann, kann erst recht nichts Mögliches erschaffen, ins Sein bringen. Das Wesen, das die Möglichen erschaffen kann, muss Wacib-ul-wücud (Der Schöpfer) sein. Dass die Welt existiert, zeigt die Existenz seines Schöpfers, welcher die Welt vom Nichts ins Sein bringt. Es ist ersichtlich, dass der einzige unerschaffene und nicht mit Möglichkeit behaftete (sondern notwendige) Schöpfer das notwendige Wesen ist, welcher immer existiert und nur Er alle mögliche Dinge erschafft.

Er ist ewig. Wacib-ul-wücud heisst, dass sein Sein nicht von etwas anderem sondern von sich selbst herrührt. Seine Selbstexistenz ist immer der Fall. Er wurde nicht von anderen Dingen erschaffen. Wäre es nicht so, so wäre Er ein mögliches und erschaffenes Wesen. Es würde ein Widerspruch sich ergeben. Huda heißt im Persischen das Wesen, das nicht erschaffen worden und von sich aus ewig da ist. (Später in diesem Buch gehen wir über dieses Thema mehr ein.)

Wir sehen, dass die Welten in einer erstaunlichen Ordnung sich befinden. Die Naturwissenschaft entdeckt jedes Jahr neue Zusammenhänge. Der Schöpfer, der diese Ordnung erschaffen hat, muss Hayy (lebend unsterblich), Alim (allwissend), Kadir (allmächtig), Murid (wollend), Semi (allhörend), Basir (allsehend), Mutekellim (sprechend) und Halik (schöpfend) sein. Denn Sterblichkeit, Unwissenheit, Machtlosigkeit, Taubheit, Blindheit, Stummheit, Unwillkürlichkeit und Unschöpferischsein sind Mängel. Es ist unmöglich, dass Der Schöpfer, der das Weltall in einer ausgezeichneten Ordnung erschaffen hat und es vor Vernichtung schützt, fehlbare Eigenschaften besitzt. Wie könnte Er Geschöpfe mit vollkommenen Eigenschaften erschaffen, wenn Er diese nicht selbst hätte? In diesem Fall würden Geschöpfe vorzüglicher als der Schöpfer sein! Es ist offenbar, dass es nicht so ist.

[Alle Wesen, von den Atomen bis zu den Sternen, sind genauen Berechnungen und den Gesetzen gemäß erschaffen worden. Die Ordnung, die durch die Physik, Chemie, Astronomie und Biologie entdeckt worden ist, ist wunderbar. Selbst Darwin musste gestehen, als er an das Sehvermögen der Augen dachte: “Es geht über meinen Verstand!” Kann der Allmächtige, der alle Gesetze und die genauen Berechnungen, die man in den Naturwissenschaften studiert, erschaffen hat, fehlbare Eigenschaften besitzen?]

Wir betonen abermals, dass der Schöpfer alle vollkommenen aber keine fehlbaren Eigenschaften haben muss. Denn, wer fehlbar und mangelhaft ist, kann kein Huda (Der Schöpfer) sein.

Außer diesen Beweisen der Vernunft berichten die edlen Verse und ehrwürdigen Hadithe, dass Allah, der Erhabene, vollkommene Eigenschaften besitzt. Daran muss man glauben. Hier ist Zweifel nicht erlaubt. Der Zweifel wird Ursache zur kufr (Abfall vom Islam). Die oben erwähnten acht Eigenschaften nennt man ständige Eigenschaften. Allah, der Erhabene besitzt alle vollkommenen Eigenschaften. Es gibt keine Fehler und keine Irrtümer bei Seiner Persönlichkeit, Seinen Eigenschaften und bei Seinem Tun. Alle Eigenschaften Seines Wesens und Seine ständigen Eigenschaften zusammen wird „göttliche Eigenschaften“ genannt. Wer glaubt, dass bei einem Geschöpf göttliche Eigenschaften sich befinden, der wird zum Muschrik (Polytheist).

DIE GRUNDSÄTZE DES ISLAM

Mit der Gnade des erhabenen Allahs, der alle Welten jeden Moment im Dasein erhält, allgütig und ewig ist, fangen wir an, die ehrwürdigen Spruch (Hadith) unseres heiligen Propheten - Friede sei mit ihm - zu erklären.

Omar Ibn-ul Hattab – Allahs Wohlgefallen mit ihm - , heroischer Fürst der Muslime, einer der Großen der Gefährten des hochedlen Propheten, unser tugendhafter und edler Anführer, berichtete:

“Es war ein Tag, an dem wir, nämlich einige von den heiligen Gefährten, uns in Anwesenheit des heiligen Propheten - Friede sei mit ihm - befanden und ihm zur Dienst standen.”

Jener Tag, an dem man mit dem heiligen Propheten zusammen war und sein lichtvolles Gesicht ansah, seine heiligen Worte lauschte, war so ehrenvoll und so wertvoll eine edle Gelegenheit ohnegleichen. An jenem Tag wurde man geehrt die Worte des Gesandten Allahs zu hören, mit ihm in Gesellschaft zu sein, und sein gesegnetes Gesicht zu sehen möglich war, welche den Seelen Nahrung, Freude und Wohlsein ist. Um den Vorzug jenes Tages erklären zu können, sagte geehrte Omar “Es war ein solcher Tag, an dem...” Denn sie sahen den edlen Gabriel, den Erzengel, in Gestalt eines Menschen und lauschten den heiligen Worten vom edlen Gabriel und unserem heiligen Propheten -Friede sei mit ihnen – an jenem Tag. Sie hörten Worte, die jeder braucht aus den Lippen des ehrwürdigen Propheten. Aus diesen Gründen war es ein ehrenvoller und wertvoller Tag.

“Es kam ein ehrwürdiger Mann mit lichtvollem Gesicht zu uns. Sein Kleid war ganz weiß und sein Haar war ganz schwarz. Er sah nicht wie ein Wanderer aus, denn er hatte weder geschwitzt, noch Staub auf seinem Kleid. Keiner von uns, den Gefährten des heiligen Propheten, kannte ihn. Er setzte sich vor dem heiligen Propheten - Friede sei mit ihm - . Sie saßen Knie an Knie.“

Dieser Angekommene war der edle Engel namens Gabriel. Er kam in menschlicher Gestalt. Sich so hinzusetzen entsprach gewöhnlich nicht des guten Benehmens, dass er es dennoch tat, zeigte, dass er eine wichtige Lehre geben wollte. Er wollte zeigen, dass ein Religionslehrer niemals stolz und ein Schüler nie scheu sein darf. Jeder soll unbefangen fragen, was er lernen möchte. Das wollte der edle Gabriel - Friede sei mit ihm -, die Gefährten des heiligen Propheten lehren. Um die Religion kennen zulernen, sollte man sich nicht schämen.”

„Dieser verehrte Mann legte seine Hände auf die Knie des heiligen Propheten und sagte “O Gesandter Allahs! Erkläre mir den Islam!”“

Islam heißt wörtlich den Kopf nach unten neigend sich hingeben. Der grosse Gesandter und Prophet - Friede sei mit ihm - erklärte, dass Das Wort Islam der Name von fünf Grundsäulen nach dem Religion des Islam ist:

1. Der erste Grundsatz des Islam ist das Glaubensbekenntnis auszusprechen.

“Eschhedü en lâ ilâche illallach ve eschhedü enne Muchammeden abdüchu ve ressûlüch.”

Das bedeutet: Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah, dem Erhabenen, gibt. In den Himmeln und auf der Erde ist kein Wesen der Anbetung würdig, außer Allah, dem Erhabenen. Allah, der Erhabene, ist der einzige Angebetete der einzige Gott.” Er ist Allerschaffer (Wacib-ul-wücud) und hat jede Vorzüglichkeit, keine Mangelhaftigkeit, Er heißt Allah. Jeder heiratsfähige und vernünftige Mensch soll daran aus Herzen glauben und diesen Glaubenssatz aussprechen(, soweit er nicht stumm ist). Auch soll man folgendes aussprechen und glauben: “Die verehrte Person namens Muhammed, Sohn Abdullahs, ist Diener und Prophet Allahs, des Erhabenen.” Er ist Sohn von der geehrten Amine, der Tochter Wehebs. Er hatte ein rosa-weißes Gesicht, schwarze Augen und Augenbrauen, eine breite Stirn und den besten Charakter. Er hatte Freundlichkeit in seinen Worten. Er wird Araber gekannt, da Er in Arabien am Montag 20. April, 571 (n. Chr.) während der Morgendämmerung geboren war und von der Familie Haschimî abstammte. Es wurde ihm im Jahre 611 n.Chr. im Alter von vierzig Jahren in Mekka berichtet, dass Er als Prophet auserwählt wurde. Hierauf verbreitete er dreizehn Jahre lang in Mekka die Lehre des Islam. Danach emigrierte er mit der Zustimmung Allahs, des Erhabenen, nach der Stadt Medina. Von dort aus verkündete Er den Islam überall hin. Zehn Jahre später, am Montag dem 12. Rebî’ul ewwel (Juli 632) schied er in Medina hin. Dort ist Sein heiliges Grabmal.

[Die Historiker berichten, dass während der Auswanderung von Mekka nach Medina, der heilige Prophet am Donnerstag, dem 27. Safer 622 (n. Chr.) gegen Abend in die Höhle Sewr eintrat. In der Nacht von Montag auf Dienstag verließ er die heilige Höhle. Am Montag, dem 8. Rebi’ul-ewwel (dem 20. September 622) kam Er in ein Vorort von Medina namens Qubâ an. Dieser heilige Tag wurde für die Muslime der Jahresbeginn des Sonnenkalenders nach der Hecra. Der den Schiiten angehörende Jahresbeginn beginnt sechs Jahre vorher, am 20. Mai. Es ist der gleiche Tag den die Feueranbeter als Newrus-Tag anerkannten. Am dem Donnerstag, wo Tag und Nacht gleich lang waren, war Er in Qubâ. Am Freitag verließ Er Qubâ und traf in die Stadt Medina ein. Der Anfang des Monats Muharrem dieses Jahres wurde als Beginn des Mondkalenders nach der Hecra anerkannt. Dieser Jahresanfang fiel auf den Freitag dem 6. Juni. Ein Sonnenkalenderjahr nach der Hecra, das sich mit dem Beginn des julianischen Kalenders trifft, ist 622 Jahre weniger als das julianische Kalenderjahr. Ein julianisches bzw. gregorianisches Kalenderjahr, das sich mit dem Jahresbeginn des Sonnenkalenders nach der Hecra trifft, ist 621 Jahre mehr als das letztere.]

2. Der zweite Grundsatz des Islam ist es fünfmal täglich in vorgeschriebener Zeit das rituelle Gebet zu verrichten, den Geboten und Bedingungen des Gebetes einhaltend. Jeder Muslim (und Muslima) muss jeden Tag in gegebenen Zeiten das rituelle Gebet verrichten und bewusst sein, dass es in der vorgeschriebenen Zeitspanne es verrichtet.

[Die Gebete, die nach den ungenauen oder falschen Gebetskalendern von Unwissenden und Irrgläubigen verrichtet werden, werden nicht gültig, sondern schwere Sünde, weil sie auf die falschen Zeiten treffen. Denn es ist höchstwahrscheinlich, dass man somit das erste erforderliche Gebet (Sunnagebet) des Mittagsgebetes und des unentbehrliche Gebet des Abendgebets (Fardgebet) in den Zeiten verrichtet, in dem das Gebet nicht vorgeschrieben ist. Der Beginn einer Gebetszeit, kann durch ein ausgesprochen Gebetsruf erkannt werden. Ähnliche, per Stimmen aus Instrumenten, die von Verirrten als Gebetsruf vertönt werden, können nicht gültiges Gebetsruf sein, da die Töne aus den Instrumenten keine menschlichen Stimmen sind, sondern diese nur ähneln.]

Man soll die Gebete vorschriftsmäßig durch Erfüllen von unentbehrlichen, nötigen und erforderlichen Verpflichtungen und an Allah, den Erhabenen, denkend und rechtzeitig verrichten. Im heiligen Koran wird das Gebet Salât genannt. Salât bedeutet im Lexikon Gebet der Menschen, Buße der Engel und Vergebung von Allah, dem Allbarmherzigen. Salât im Islam ist ein bestimmtes Gebetssprechen und Haltungen, wie es in den elementaren Religionsbüchern (ilmihal) erklärt wird. Zu Anfang des Gebetsverrichtens heben Männer ihre Hände zu den Ohrläppchen und sagen Allahu Akbar (Allah ist der Allergrößte), worauf sie ihre Hände auf den Bauch aufeinander legen. Die Frauen halten ihre Hände beim Beginn des Gebets auf Brusthöhe und binden danach ihre Hände ebenfalls auf Brusthöhe. Man beendet das Gebet nach rechts und links den Kopf schwenkend und grüßend.

3. Der dritte Grundsatz des Islam ist Zakat (Armenabgabe) zu zahlen. Lexikalisch bedeutet Zakat Reinheit, Lob und in guten Zustand kommen. Im Islam bedeutet Zakat, einen bestimmten Teil des erworbenen Vermögens, sobald es ein gewisses Maß von seinen Gütern, Nisab genannt, erreicht hat, den im heiligen Koran erwähnten Muslims im guten Glauben abzugeben. Man darf Menschen von sieben Arten Armenabgabe geben. Es gibt vier Arten von Zakat in den vier Rechtschulen: Armensteuer in Form von Gold oder Silber, in Form von Handelswaren, in Form von über halbes Jahr auf den Weiden grasenden vierbeinigen Tieren, und in Form von Erdprodukten aller Art. Die letzte Form heißt Uschur. Sie wird sogleich nach der Ernte gegeben. Die anderen drei Arten werden ein Jahr nach Erreichen von einem bestimmten Maß gegeben.

4. Der vierte Grundsatz des Islam ist “tägliches Fasten im Heiligen Monat Ramadan.” Savm (Fasten) bedeutet, im Lexikon etwas vor etwas zu schützen. Im Religionsgesetz bedeutet Fasten, dass man sich vor drei Dingen beim Fasten im heiligen Monat Ramadan fern halten soll. Das sind: Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr. Der Monat Ramadan beginnt nur dann, wenn man am Himmel den Neumond gesichtet hat. Er beginnt nicht an einem vorher ausgerechneten und festgestellten Tag.

5. Der fünfte Grundsatz des Islam ist, “Einmal im Leben die Pilgerfahrt auszuführen, wenn man dazu imstande ist.” Wenn der Muslim genug Geld für das Auskommen seiner Familie während der Zeit der Pilgerfahrt hat, soll er einmal in seinem Leben die heilige Moschee Kaaba in Mekka besuchen, auf dem ‘Arafatplatz’ stehen und die Vorschriften einhalten, soweit der Weg sicher und er selbst gesund ist.

Nachdem der verehrte Mann diese Antworten von dem heiligen Propheten bekam, sagte er: “O Gesandter Allahs, des Allmächtigen! Du hast richtig gesprochen!” Wir Zuhörer haben uns über seine Worte uns gewundert. Der geehrte Omar – Allahs Wohlgefallen mit ihm - berichtet, dass sich die Anwesenden darüber gewundert haben, denn er fragt und bestätigt auch die Antwort. Man fragt nach etwas, um es zu erfahren. Wenn man die Antwort bestätigt, beweist das, dass man sie ohnehin sie kennt.

Der höchste der fünf Grundsätze ist das Glaubensbekenntnis auszusprechen und an dessen Sinn zu glauben. Der zweitwichtigste ist das Einhalten des Gebetsverrichtens. Danach kommt das Fasten. Ihm folgt die Pilgerfahrt. Als Letzter kommt das Vergeben der Armensteuer. Alle Gelehrten des Islam berichten übereinstimmend, dass die Aussprache des Glaubensbekenntnisses zu Beginn des Islam als erster Grundsatz vorgeschrieben worden ist. Das Gebetsverrichten ist nach dem zwölften Jahr, nämlich ein Jahr und einige Monate vor der Hecra während der heiligen Himmelfahrt, der heiligen Nacht Mirac, religiöses Vorschrift geworden. Fasten im heiligen Monat Ramadan wurde im zweiten Jahr nach der Hecra zur heiligen Aufgabe, Armensteuer ist im heiligen Monat Ramadan des gleichen Jahres Verpflichtung geworden. Dagegen wurde die Pilgerfahrt sechs Jahre nach der Hecra einer der Grundsätze des Islam. So wurde über das Entstehen der fünf Grundsätze des Islam in zeitlicher Reihenfolge berichtet. In vorzüglicher Reihenfolge ist die Armenabgabe und in zeitlicher Reihenfolge dagegen die Pilgerfahrt, als letztes berichtet worden. Wer einen der fünf Grundsätze des Islam verleugnet, verhöhnt, verachtet oder ablehnt, wird – Allah behüte- zum Nicht-Muslim (kafir), verlässt den Islam. Die Gelehrten des Islam berichten übereinstimmend: Wenn übereinstimmend und klar als erlaubt bekanntes als Unerlaubtes oder übereinstimmend und klar Unerlaubtes als Erlaubtes behauptet, wird ungläubig. Wer eine der religiösen Vorschriften verleugnet oder verachtet, die selbst den Ungebildeten (in den muslimischen Ländern) bekannt ist, wird ungläubig. Es stellt keinen Unglauben dar, wenn die Ungebildeten Vorschriften nicht kennen, die nicht allgemein bekannt sind. Es wird zur Sünde.

[z.B.: Es ist verboten, Schweinfleisch zu essen, Alkohol zu trinken, Hasard zu spielen. Es ist untersagt, dass Frauen und Mädchen mit offenem Kopf, mit offenem Beinen und Armen und dass Männer von den Knien an bis zum Nabel unbekleidet, ausgehen. Gläubige sollen diese Teile ihrer Körper verhüllen. Allah, der Erhabene, hat verboten, sie bloßzustellen. Die vier Rechtsschulen, welche die Gebote und Verbote von Allah, dem Erhabenen, erklärten, teilen unterschiedlich mit, welche Körperteile der Männer nicht bloßzustellen sind. Jeder Gläubige soll die Grenzen der Blossheit seines Körpers nach seiner Rechtsschule nicht überschreiten. Es ist auch verboten, die unerlaubten bloßen Stellen des Körpers anzuschauen. In dem Buch Kimyâ-i Seâdet (Das Elixier der Glückseligkeit) heißt es: “Wie es untersagt ist, dass Frauen und heiratsfähige Mädchen ohne islamische Bekleidung draußen gesehen werden, so ist es auch verboten, geschminkt bzw. parfümiert hinauszugehen. Die Eltern, Ehemänner oder Brüder, die ihnen erlauben, so auszugehen, begehen somit auch Sünde.” D.h. sie werden auch in die Hölle kommen, falls sie ohne Reue sterben. Allah, der Erhabene, mag diejenigen, die ihre Sünde bereuen. Dass es den Frauen und heiratsfähigen Mädchen verboten ist, in unangemessener Kleidung und Weise von nicht nahen männlichen Verwandten gesehen zu werden, ist im dritten Jahr nach Hecra vorgeschrieben worden. Man sollte sich nicht durch Äußerungen der Unwissenden täuschen, die behaupten, dass man sich zu Beginn des Islam nicht bekleidet hätte und dass es nachher von den Rechtsgelehrten erfunden worden sei, indem sie den heiligen Vers nicht beachten, der im dritten Jahr offenbart wurde und der befielt, sich islamisch zu bekleiden. Bezeichnet sich jemand als Muslim, so muss er wissen, ob seine Handlungen dem Islam, nämlich dem Religionsgesetz gemäß sind. Weiß er dies nicht, so ist es eine Pflicht für ihn, es von den Gelehrten der Sunna oder von deren Büchern zu erfahren. Entsprechen die Handlungen nicht dem Religionsgesetz, ist es unmöglich sich von den Sünden und (eventuell) dem Götzendienst zu befreien. Man sollte täglich inniges Bußgelöbnis ablegen. Den Sünden und dem Götzendienst, dem innig eingebüßt wird, wird gewiß vergeben werden. Verbleibt das Bußgelöbnis, so wird man Strafe, nämlich Qual, im Dies und im Jenseits dafür erleiden. Wir haben in verschieden Abschnitten unseres Buches von dieser Strafe berichtet.

Alles, was von Männern und Frauen, während der Gebetsverrichtung bedeckt werden muß, wird als Schamteil bezeichnet. Das Schamteil zu entblößen und auf das Schamteil eines anderen zu blicken ist untersagt. Die Behauptung, dass der Islam die Bedeckung der Schamteile nicht bedingt, führt zur Ungläubigkeit. Mit Übereinstimmung der vier Rechtsschulen, ist jemand der aus Belanglosigkeit vor der Strafe, behauptet dass es erlaubt sei seine eigenen Schamteile zu entblößen oder auf die entblößten Schamteile anderer zu blicken, ein Ungläubiger. Auf gleicher Weise sind den Frauen das Entblößen der Schamteile, das Singen und das Aussprechen von Lobgedichten vor fremden Männern untersagt. In der Rechtsschule Hanbali gilt der Teil vom Knie bis zum Leistenband des Mannes nicht als Schamteil. Jeder Muslim muss an die Grundsätze des Glaube und des Islam, sowie an die, von den vier Rechtsschulen mit Übereinstimmung berichteten erforderlichen Pflichten und dem Untersagten glauben und dem die nötige Bedeutung beimessen. Unwissenheit kann keine Entschuldigung sein, denn es ist mit dem Wissen, doch nicht glauben gleichzustellen. Mit Ausnahme des Gesichtes und den Händen, gilt der gesamte Körper der Frauen, den vier Rechtsschulen gemäß, als Schamteile. Teile des Körpers die nicht mit Übereinstimmung, nämlich nur von einer Rechtsschule nicht als Schamteil gelten zu entblößen, führt zwar nicht zum Unglauben, doch gilt es in der eigenen Rechtsschule als Sünde. Den Körperteil von Knie bis zum Leistenband der Männer zu entblößen unterliegt dieser Anordnung. Es ist eine unentbehrliche Pflicht zu lernen was man nicht weiß. Nachdem man es gelernt hat, sollte man sich bedecken und innig Bußgelöbnis ablegen. Lügen, klatschen, übel nachreden, verleumden, stehlen, betrügen, kränken, Anlass zur Zwietracht geben, das Eigentum eines anderen ohne seine Einwilligung zu benutzen sind verboten. Arbeiterlohn und Steuer nicht zu zahlen, den Gesetzen des Staates nicht zu gehorchen, gegen die Regierung zu rebellieren, ist auch untersagt. Es ist ebenfalls verboten, solches gegen Ungläubige oder in Ländern der Ungläubigen zu tun.]

 

DIE GRUNDSÄTZE DES GLAUBENS

„Der verehrte Mann sprach weiter: “O, Prophet, Allahs, des Erhabenen! Erkläre mir auch, was Glaube ist!”“

Nachdem der ehrwürdige Gabriel - Friede sei mit ihm -, nach dem Islam gefragt und Antwort bekommen hatte, wollte er diesmal das Wesen und Wirklichkeit des Imans (Glaubens) von unserem Gesandten Allahs -Friede Allahs sei mit ihm- erklären lassen. Glaube im Lexikon bedeutet, dass man einen Menschen als aufrichtig und wahrhaftig zuverlässig kennt und an ihm glaubt. Im Islam bedeutet der Glaube: “Man soll glauben, dass der ehrwürdige Muhammed, unser Herr - Friede sei mit ihm- Prophet Allahs, des Erhabenen, ist, dass er von Ihm auserwählt worden ist. Und man soll daran glauben, was er von den Geboten Allahs, des Erhabenen, uns in kurzen oder ausführlichen Worten berichtet hat dementsprechend zu glauben. Ferner man soll das Glaubensbekenntnis verbal aussprechen, woran man glaubt, soweit es möglich ist.” Wie zu glauben ist, dass Feuer verbrennt und Schlangengift tötet, ebenso gut soll man wissen, dass Allah, der Erhabene, und Seine Eigenschaften am allergrößten und vorzüglichsten sind, dass man sich vor Seiner Strafe und Zorn fürchten und zu Sein Wohlgefallen und Schönheit sich zuwenden muss. Man muss in seinen Herzen den Glauben so fest einprägen, als graviere man eine Schrift auf ein Stück Marmor.

Es gibt keinen Unterschied in dem Berichteten von Muhammed - Friede Allahs sei mit ihm - zwischen Iman (Glauben) und Islam. Der gemeinsame Grundsatz des Glaubens und des Islams ist das Glaubensbekenntnis. Hinsichtlich der Religion sind sie gleich, obwohl es im Allgemeinen und im Besonderen manche lexikalischen Unterschiede zwischen ihnen gibt.

Ist der Glaube ein einzelnes Etwas oder besteht er aus einem aus vielen Teilen? Aus wie vielen Teilen besteht er, wenn er zusammengesetzt ist? Gehören Anbetungshandlungen zum Glauben oder nicht? Wenn ja, sind sie wesentliche, wichtige Elemente? Darf man “so Allah will!” sagen, wenn man bekannt gibt, dass man selbst gläubig ist? Gibt es ein Wenigsein und ein Mehrsein im Glauben? Ist der Glaube etwas Geschaffenes? Ist man imstande, aus eigener Kraft gläubig zu werden oder sind die Gläubigen unter Zwang gläubig geworden? Warum ist es geboten, zu glauben, wenn man im Falle der Gewalt gläubig wird?

Es würde in die Weite führen, all diese einzeln zu beantworten. Darüber soll man der Schulen in Glaubenslehren Aschari und Mutazila nach wissen, dass Allah, der Erhabene, nichts gebietet, was unmöglich ist. Nach der Glaubenslehre Mutazila: Allah, der Allmächtige gebietet nicht, was den Menschen unmöglich ist. Nach der Schule Aschari: Allah, der Erhabene, gebietet den Menschen etwas Unmögliches, wenn Er will. Aber Er hat nichts Unmögliches geboten. Zum Beispiel, der Umstand, dass Menschen ohne Mittel fliegen sollten, wäre ein solches Gebot. Glaube, Anbeten und Handlungen sind keine unmöglichen Gebote. Darum ist man noch gläubig, selbst wenn man nachher wahnsinnig oder unwissend geworden oder eingeschlafen oder tot ist.

Bei dieser heiligen Hadith darf man nicht an die lexikalische Bedeutung des Glaubens halten. Jeder ungebildete Araber weiß, dass die lexikalische Bedeutung des Glauben Bestätigung und Glauben ist, geschweige denn, dass die Gefährten des heiligen Propheten - Friede sei mit ihnen - es nicht gewusst hätten. Hier fragte der ehrwürdige Gabriel - Friede sei mit ihm - nicht nach der lexikalischen Bedeutung des Glaubens, sondern nach seiner Bedeutung im Islam. Er fragte, weil er diese Bedeutung lehren wollte. Iman heisst durch Eingebung, Beobachtung, Vision, Gewissen, Vernunftbeweis oder durch an vertrauenswürdige Personen anlehnende Glauben (Überzeugtsein, dass es wahr ist) an sechs bestimmte Lehren aus ganzem Herzen und dies mündlich aussprechen. Und der heilige Prophet - Friede sei mit ihm - berichtet, dass der Glaube aus sechs Grundsätzen besteht:

1- Man soll zuerst an Allah, den Erhabenen, glauben, dass Er wacib ul vucud (das notwendige Wesen) ist.

Er ist der einzige Gott und Allerschaffer aller Dinge. Es ist zu glauben, dass alles, was sich im irdischen und zukünftigen Leben befindet, von Allah, dem Allmächtigen, ohne Materie, und ohne Zeit ohne gleichen erschaffen worden sind.

[Er ist es allein, der alle Stoffe, Atome, Moleküle, Elemente, zusammengesetzte Stoffe, organische Gegenstände, Zellen, Leben, Tod, alle Ereignisse, Reaktionen, Kräfte, Energie jeglicher Art, alle Gesetze, Seelen, Engel, lebendige und unbelebte Wesen aus dem Nichtdasein erschaffen hat und alle jeden Moment im Dasein erhält].

Wie Er alle Wesen im Weltall [momentan aus dem Nichts] erschaffen hat, so wird Er alles, was Er voneinander erschafft [, am Tage des Weltuntergangs momentan,] wieder vernichten. Er ist es, der Allerschöpfer, Besitzer und Allerhalter ist. Es gibt keine Macht außer der Macht Allahs, des Allmächtigen. Es gibt kein vorzüglicheres Wesen, keinen anderen Herr außer Ihm. Alle Erhabenheit und alle vollkommenen Eigenschaften gehören Ihm. Er besitzt keine unvollkommenen und keine fehlbaren Eigenschaften. Er kann alles tun, was Er will. Sein Tun ist nicht für Nützlichkeit für sich und andere abhängig. Er tut nichts für Gegenwert. Sein Tun ist (ohne Abhängigkeit) immer voll Gnade, Nutzen und Weisheit.

Er muss nicht nützliche Dinge für Seine menschlichen Geschöpfe erschaffen. Er muss die Wohltäter nicht belohnen und die Übeltäter nicht bestrafen. Wenn Er alle Sündigen ins Paradies führte, wäre es Seiner Gnade würdig. Führte Er alle, die Ihm gehorchen und dienen, in die Hölle, so wäre es Seiner Gerechtigkeit würdig. Aber Er hat gewollt und mitgeteilt, dass Er die Gläubigen und Anbetenden ins Paradies führen und ihnen Gnade schenken, die Ungläubigen dagegen ewig in der Hölle quälen wird. Er bricht Sein Wort nicht. Wären alle Lebewesen gläubig und gehorsam, so würde es Ihm nichts nützen. Wären alle Wesen ungläubig und ungehorsam, so würde es Ihm nie schaden. Wenn Sein Diener etwas will, erschafft Er es, wenn Er es auch will. Er ist es, der die Handlungen Seiner Diener und alles erschuf und erschafft. Wenn Er nicht will und nicht erschafft, kann sich nichts bewegen. Niemand kann ungläubig und ungehorsam werden, wenn Er es nicht will. Niemand darf sich auflehnen. Obgleich Er erlaubt, dass Menschen ungläubig werden und Sünden begehen, ist Er damit nicht zufrieden. Niemand hat ein Recht und Macht Rechenschaft zu ziehen, zu fragen, warum Er so oder nicht so gehandelt hat. Ausser Unglauben und Götzendienst vergibt Er den sündigen Gläubigen die Sünden, wenn Er will, selbst wenn sie ohne Reue und Buße gestorben sind. Er bestraft die Sünder für kleine Sünden, wenn Er will. Er hat berichtet, den Menschen, die als Ungläubige und als Glaubensabtrünnige (aus dem Islam Ausgetretene) gestorben sind, niemals zu vergeben und sie ewig zu quälen.

Obschon Er die anbetenden Gläubigen, die nicht wie die Anhänger der Sunna (die Sunniten) glauben, und die Gläubigen, die ohne Buße und Reue gestorben sind, in der Hölle quälen wird, werden diese Verirrten (Anhänger der Irrlehren) nicht ewig in der Hölle bleiben.

Es ist möglich, Allah, den Erhabenen, mit irdischen Augen im irdischen Leben zu sehen. Doch niemand hat Ihn so gesehen.

[Der erhabene Allah hat sich nicht gezeigt. Die Sinnesorgane haben Ihn nicht wahrgenommen. Das dies so ist, ist ein grosses Segen für die Menschen. Wäre Er sichtbar, hätten die schlechten Menschen Ihn verhöhnt und beleidigt und somit den göttlichen Zorn verursacht. Mit den Schlechten wären (eventuell) auch die guten Menschen bestraft. Wären die die Guten insgesamt Märtyrer, so würde es auf der Erde kein Wohlsein mehr geben.]

Am Tage der Auferstehung vom Orte des Jüngsten Gerichtes wird Er sich den Ungläubigen und sündigen Gläubigen mit aller Strenge manifestieren, den Gläubigen im Paradies aber in voller Güte.

Die Engel und die Frauen werden Ihn auch sehen. Doch es wird den Ungläubigen versagt bleiben. Die nachrichten, die berichten, dass die Cinns Ihn nicht sehen werden überwiegen in Stärke. Nach den meisten islamischen Gelehrten werden die rechtschaffenen Gläubigen Ihn morgens und abends, die anderen Gläubigen jeden Freitag und die gläubigen Frauen einige Male im Jahre sehen dürfen.

[In seinem persischen Buch Tekmil-ül-îman („Vollkommenheit des Glaubens“) berichtet der Religionsgelehrter Scheich Abdülhak-ı Dechlewi [gest. 1052 (1642 n. Chr.) in Delhi.] im Zusammenhang mit der heiligen Hadith: “Am Tage der Auferstehung werdet ihr Allah, den Erhabenen, sehen, wie ihr den Vollmond seht!” Wie man Allah, den Erhabenen, unbegreiflich weiß, so wird man im Jenseits unbegreiflich den erhabenen Allah sehen. Die großen islamischen Gelehrten, wie Abul Hassan Ashari [gest. 330 (941 n.Chr.) in Bagdad.] Imam-ı Suyûtî und Imam-ı Beyhekî berichten, dass die Engel im Paradies Allah, den Erhabenen, sehen werden. Nach dem Imam der Religionsgelehrten Imâm Âzam Abû Hânifa und den anderen islamischen Gelehrten erwerben die Cinn kein Verdienst und werden nicht ins Paradies kommen, nur die gläubigen Cinn werden nicht in die Hölle geführt. Die rechtschaffenen Gläubigen werden Allah, den Erhabenen, morgens und abends, die anderen Gläubigen Freitags und die gläubigen Frauen einige Male im Jahr sehen, gleich den Festtagen auf der Erde. Meiner Meinung nach werden die Engel, die Frauen und die Geister Ihn auch sehen dürfen. Es ist angebracht, die vorzüglichsten Frauen wie die ehrwürdige edle Fâtıma (Tochter des edlen Propheten), dann ehrwürdige Frauen des Propheten: Hadica die Grosse, Âischa die Erzgerechte, und andere ehrwürdige Frauen des heiligen Propheten, ferner die ehrwürdige Maria und und Asiya, die Frau des Pharaos, als Ausnahme zu betrachten. Imam-ı Suyuti weist auch darauf hin.]

Es ist zu glauben, dass Allah, der Erhabene, gesehen werden wird. ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie Er sich zeigen wird. Denn Sein Tun geht über den menschlichen Verstand hinaus. Es lässt sich nicht mit dem irdischen Tun vergleichen [Man kann es nicht durch die physikalischen und chemischen Kenntnisse begreifen.] Allah, der Allmächtige, ist unabhängig von Richtung und Raum. Er ist kein Stoff, kein Gegenstand und kein Element. [Er ist nicht gemischt und nicht zusammengesetzt.] Er ist unabhängig von Grenzen, Zahlen, Maß und Berechnungen. Er ändert sich nicht. Er ist von Zeit und Raum unabhängig. Er hat keine Vergangenheit und keine Zukunft. Er ist unabhängig in jeder Hinsicht. Darum können Ihn der Gedanke, das Wissen, die Intelligenz und die Vernunft des Menschen nicht bereifen. Der Mensch kann auch nicht erfassen, wie Er gesehen wird. Die Wörter wie Hand, Fuß und dergleichen in den heiligen Versen und Hadithen, die den erhabenen Allah unpassend sind, bedeuten nicht das, was wir gewöhnlich darunter verstehen. Diese heiligen Verse und Hadithe heißen Muteschâbihât. Daran soll man glauben, aber man sollte nicht versuchen, es zu verstehen. Oder man kann sie in Kürze oder Länge erklärt (Tawil). Ihnen werden dann Allah, dem Erhabenen, angemessene Bedeutungen zugeordnet. Zum Beispiel bedeutet das Wort “Hand” Macht oder Energie. (Das heisst den nichtzugänglichen Begriffen werden zugängliche göttliche Eigenschaften zu geordnet.)

Der heilige Prophet Muhammed – Friede Allahs sei mit ihm - hat Allah, den Allbarmherzigen, bei der heiligen Himmelfahrt, Mirac, gesehen. Aber dieses Sehen war kein irdisches Sehen mit irdischen Augen. Wer behauptet, Allah, den Erhabenen, mit irdischen Augen gesehen zu haben, wird ungläubig. Das Sehen von Sufis ist kein Sehen wie im Dies- und im Jenseits. Es ist kein Sehen (ruyet). Es kam ihnen vor, als ob sie Ihn gesehen hätten (also schuhud). [Das heisst sie sehen Sein Metapher mit ihrer Herzensauge.] Obwohl manche Sufis sagten, dass sie Ihn gesehen hätten, dachten sie, Ihn gesehen zu haben, obwohl sie aber in religiöser Entrückung (Schuhûd) waren, unter Verlust von Verstandestätigkeit. Oder sie drückten es nur symbolisch so aus, was zu deuten ist.

Frage: Es ist oben erwähnt worden, dass es im irdischen Leben möglich (caiz) ist, Allah, den Erhabenen, mit irdischen Augen zu sehen. Warum werden jene ungläubig, die es behaupten, dass es geschah, wenn es möglich (caiz) ist?

Antwort: Im Lexikon bedeutet das Wort caiz („möglich“ im Sinne von “zulässig”) das, was sein oder nicht sein akzeptabel ist. Nach der Weg und Schule von Ashari bedeutet dies, dass Allah, der Erhabene, eine Art des Sehens (ruyet) außerhalb den physikalischen Gesetzen ein ganz anderes Sehen ermöglichen kann.

Zum Beispiel: Er kann einen Blinden in China einen Moskito in Spanien oder einen Menschen auf der Erde die Dinge auf dem Mond und auf den Sternen sehen lassen. Ein solcher Umstand ist möglich. Aber diese Macht hat nur Allah, der Allmächtige.

Des Weiteren ist es nicht im Einklang zu behaupten „Ich habe in der Welt (Allah) gesehen.“ mit den heiligen Koranversen und den Übereinstimmungen der Gelehrten. Darum wird jener Mulhid oder Zindik, der das behauptet.

Ausserdem als Drittes sagen wir, dass ein mögliches Sehen (ruyet) nicht bedeutet, dass Ihn zu sehen durch physikalische Gesetzen möglich ist. Indessen, wenn man behauptet, dass man Ihn gesehen habe, heißt es, dass man Ihn den physikalischen Gesetzen gemäss gesehen hat. Dieses Sehen aber ist nicht möglich. Aus diesem Grund wird derjenige, der Dinge sagt, die zur kufr führen ein Mulhid oder Zindik.

[Mit diesen Worten fordert der ehrwürdige Mewlânâ Hâlid, dass wir acht geben sollen und die Stärke der zweiten Antwort begreifen müssen. Mülhids und Zindiks behaupten, dass sie gläubig seien. Der Mülhid spricht in der Aufrichtigkeit. Er glaubt, er sei Muslim und wäre auf dem rechten Weg. Aber der Zindik ist feindlich gegen den Islam gesinnt und gibt sich als Muslim aus, um den Islam innerlich zu zerstören und die Muslime zu täuschen.]

Allah, der Erhabene, ist unabhängig von Tag, Nacht und Zeit. Weil Er sich nicht in irgendeiner Weise ändert, darf niemand nicht fragen, wie Er in der Vergangenheit war und wie Er in der Zukunft sein wird. Er ist unveränderlich. Er kommt in keinem Wesen vor und vereinigt sich mit keinem. Allah, dem Erhabene, hat keinen Gegensatz, kein Umkehrung, kein Partner, keinen Gehilfen, kein Ihm Ähnelndes und keinen Beschützer. Er hat keine Mutter, kein Vater, keine Sohn, keine Tochter und keine Frau. Er ist immer und überall anwesend und umfasst alle Dinge (ohne abhängig vom Raum und Felder und Energien zu sein). Aber Sein Anwesendsein und Umfassen und Nähe sind nicht so wie wir verstehen. Er ist jeden Menschen näher als ihre Schlagader. Das können die Kenntnisse der Gelehrten, die Intelligenz der Naturwissenschaftler und die Visionen und Sehen der Awliyas (Sufis) - Allah möge ihre Seelen heiligen - nicht verstehen. Es geht über den menschlichen Verstand. Allah, der Erhabene, selbst und alle Seiner Eigenschaften ist einzig, unveränderlich und unwandelbar. „Denkt über das nach, was von Allah erschaffen wird und denkt nicht über Sein Wesen.“ (Hadith)

Die Namen Allahs, des Erhabenen, sind vorgegeben, d.h. es ist nur zulässig (caiz) Allah, dem Allmächtigen, nur mit Namen zu benennen, die der Islam mitteilt. Außer diesen Namen sind die keinen anderen Namen nicht zulässig.

[Zum Beispiel: Man nennt Ihn „Allwissenden“, aber nicht „Rechtsgelehrter“. So darf man Ihn auch nicht Gott nennen. Denn Gott heißt im Türkischen “Tanrı” und im Arabischen “Mâbud” oder “Ilach”. Wir wissen zum Beispiel, dass die Inder Rinder als Götter betrachten. Man darf das Wort “Gott” im Einheitsbekenntnis verwenden, “es gibt keinen Gott außer Allah, dem Erhabenen.” Man darf die Wörter „Dieu“ (Französisch), „God“ (Englisch) und „Tanrı“ (Türkisch) statt Gott, aber nicht statt „Allah“ ausdrücken.]

Es gibt zahllose Namen Allahs, des Allmächtigen. Es ist bekannt, dass Er tausendundeinen Namen besitzt. Es wurde nämlich den Menschen tausendundein Namen bekannt gegeben. In der Religion des heiligen Propheten Muhammed - Friede sei mit ihm - sind neunundneunzig Namen mitgeteilt worden. Diese werden „die Schönsten der Namen“, “Esma-i Hüsna”, genannt.

Die persönlichen Eigenschaften von Allah, dem Erhabenen sind sechs. Diese Eigenschaften wurden schon vorher erwähnt. Die ständigen Eigenschaften von Allah, dem Erhabenen, sind nach der Weg und Schule Maturidiyya acht und nach der Aschariyya sieben. Diese Eigenschaften sind ewig wie Allah, der Allmächtige, selbst. Sie sind heilig und nicht wie die Eigenschaften der Geschöpfe. Der Verstand und die Vorstellungskraft der Menschen können sie nicht dem irdischen Dingen vergleichend begreifen. Allah, der Allmächtige, hat den Menschen je ein Beispiel (Abbild) Seiner Eigenschaften geschenkt. Dadurch kann man die Eigenschaften des Erhabenen einwenig verstehen. Da der Mensch Allah, den Allmächtigen, nicht begreifen kann, ist es untersagt, zu denken, wie Er ist. Die acht ewigen Eigenschaften von Ihm sind nicht Er selbst und auch nichts anderes als Er selbst.

Diese acht Eigenschaften sind Leben (Unsterblichkeit), Allwissenheit, Hören, Sehen, Allmacht, Sprechen, Wille und Erschaffen. Nach der Schule in der Glaubenswissenschaften Aschariyya sind die Eigenschaften “Erschaffen” und “Macht” dieselbe. Und die Eigenschaft “Wille” wird auch Meschiyyat bezeichnet.

Jede von Seinen acht Eigenschaften ist nicht zusammengesetzt und sie sind einzig. Sie verändern sich nicht. Aber sie haben viele Wirkungsarten auf Geschöpfe. Das verändert aber ihr Wesen ihr Einzigsein nicht. Allah, der Allmächtige, hat so viele Geschöpfe erschaffen und erhält sie alle jeden Moment im Dasein. Alle Geschöpfe sind abhängig vom Ihn jeden Augenblick in jeder Hinsicht. Allah, der Erhabene, benötigt nichts und niemanden.

2. Der zweite der sechs Grundsätze des Glaubens ist, an Seine Engel zu glauben. Im Arabischen bedeutet Engel Botschafter oder Kraft. Engel bestehen aus Stoff. Sie sind feinstofflich. Sie sind leichter als Gase. Sie sind lichtvoll, lebendig und mit Vernunft begabt. Sie haben nicht die Bösartigkeit der Menschen. Sie können sich in jede Form verwandeln. Wie Gase als flüssige oder harte Stoffe verschiedene Aggregate haben können, so können Engel verschiedene schöne Gestalten übernehmen. Die Engel sind keine Seelen, die vom Leib besonderer Menschen getrennt sind. Die Christen glauben, dass die Engel solche Seelen seien. Die Engel sind nicht ohne Materie wie Energie und Kraft. Manche Philosophen der Antike nahmen an, Engel seien ohne Körper und Energie. Alle Engeln werden zusammen Melaike genannt. Vor allen anderen Lebewesen sind die Engel erschaffen worden. Darum wurde berichtet, dass man erst an die Engel, dann an die heiligen (Offenbarungs-)Bücher glauben soll. Und die heiligen Bücher kommen vor den Propheten. So ist die Reihe der Dinge im heiligen Koran, an die wir glauben sollen.

Die Glaube an die Engel ist so: Engel sind Diener Allahs, des Erhabenen. Sie sind keine Partner oder keine Töchter des Erhabenen. Nicht-Muslime glaubten, dass Engel Partner oder Töchter des Erhabenen seien. Alah, der Erhabene ist mit allen Engeln zufrieden. Sie gehorchen Seinen Geboten. Sie sündigen nicht, rebellieren nicht. Sie sind weder männlich noch weiblich. Sie heiraten nicht und besitzen keine Kinder. Sie sind Lebewesen. Obwohl es von Abdullah ibn Mes’ûd überliefert wurde, dass manche Engel Kinder hätten und Geister und Teufel Kinder der Engel wären, antworten die Bücher daraufin eingehend. Als Allah, der Allmächtige berichtete, dass Er die Menschen erschaffen wird, sagten die Engel: “O Schöpfer! Wirst Du Geschöpfe erschaffen, welche die Erde verderben und Blut vergießen werden?” Diese Frage, heißt “Zelle” sie schadet ihrer Unschuld und ihrer Fern-von-Sünde-sein nicht.

Die meisten Geschöpfe sind Engel. Die Anzahl der Engel weiß niemand außer Allah, dem Allwissenden. Es gibt keine freien Stellen in den Himmeln, wo die Engel nicht anbeten. Die Himmel sind von anbetenden Engeln gefüllt. Überall in den Himmel, Erde Sternen, Pflanzen, Lebewesen, anorganischen Dingen, Regentropfen, Blättern der Bäume, bei allen Reaktionen, Bewegungen und bei allen Dingen haben die Engel ihre Aufgaben zu tun und erfüllen die Gebote Allah, des Erhabenen. Die Engel sind Vermittler zwischen Allah, dem Erhabenen und den Geschöpfen. Manche sind Vorgesetzte der anderen Engel. Manche bringen den Propheten Botschaft. Manche bringen Menschen auf gute Gedanken. Das heißt Ilham (Eingebung). Manche haben keine Ahnung von (von anderen) Geschöpfen. Die sind in seelischer Begeisterung für die Schönheit des Erhabenen. Jeder hat eine bestimmte Orte, die sie nie verlassen dürfen. Manche haben zwei, vier und manche mehrere Flügel.

[Wie die Flügel der Tiere und der Flugzeuge in ihrer eigenen Art verschieden sind, so sind auch die Flügel der Engel von eigener Beschaffenheit. Wenn man den Namen eines unbekannten Dinges hört, denkt man, dass dieses Ding einem bekannt sei. So täuscht man sich. Die Engel haben Flügel. Daran glauben wir. Aber wie sie sind, wissen wir nicht. Geflügelte Frauenbilder in Kirchen, in manchen Zeitschriften und Filmen sind erfunden. Musllime zeichnen keine derartigen Bilder.]

Die Paradiesengel sind im Paradies. Der größte von ihnen heißt Rıdwân. Die Höllenengel heißen Zebânî. Sie haben ihre Aufgaben in der Hölle zu verrichten. Wie das Meerwasser den Fischen nicht schadet, so schadet auch das Höllenfeuer ihnen nicht. Die Großen der Höllenengel sind neunzehn. Der Größte heißt Mâlik.

Es gibt vier Engel für jeden Menschen, zwei für den Tag und zwei für die Nacht. Sie schreiben die guten und die schlechten Taten des Menschen auf. Diese vier Engel heißen Schreibengel oder Hafasa-Engel. Es wurde auch berichtet, dass die bewahrenden Engel (Hafasa-Engel) andere Engel seien. Der Engel an der rechten Seite schreibt die guten Taten und der Engel an der linken Seite die schlechten nieder. Der Engel an der rechten Seite ist der Vorgesetzte des Engels an der linken Seite. Es gibt Engel, die alle Toten in den Gräbern verhören und alle Ungläubigen und sündigen Muslime in den Gräbern quälen. Die verhörenden Engel heißen Münker und Nekir. Die Engel, die Muslime verhören, heißen Mübeschschir und Beschir.

Manche Engel sind vorzüglicher als andere. Vier Engel sind die vorzüglichsten. Der erste von ihnen ist der ehrwürdige Cebrail (Gabriel), Friede sei mit ihm. Er bringt den Propheten Offenbarungen und verkündet die Gebote und Verbote von Allah, dem Erhabenen. Der zweite ist der ehrwürdige Israfil (Seraphim), Friede sei mit ihm, der Engel des Horns der in den Horn namens Sûr blasen wird. Er wird zweimal in den Horn blasen. Beim ersten Hornschall werden alle Lebewesen außer Allah, dem Erhabenen, sterben. Beim zweiten Hornschall werden alle auferstehen. Der dritte ist der ehrwürdige Mikail (Michael), Friede sei mit ihm.

[Er hat die Aufgabe, Waren teuer oder billig zu machen und Hungersnot oder Überfluß zu bringen, nämlich für die ökonomische Regelung auf der Welt und für die Ruhe und den Frieden zu sorgen und jeden Stoff und Gegenstand bewegen zu lassen.]

Der vierte ist Azrâîl, der Todesengel. Er ist es, der den Menschen die Seelen nimmt. [Die Seele heißt im Persischen “Can.” (Leben)] Die darauf folgenden Engel bestehen aus vier Gattungen. Die Engel des Throns des Erhabenen sind vier. Am Tage der Auferstehung werden sie acht sein. Die sich in Anwesenheit von Allah, dem Erhabenen, befindlichen Engel heißen Mukarrebîn. Die großen der quälenden Engel heißen Kerûbijân. Die Gnadenengel heißen Rûchânijân. Alle diese sind die vorzüglichsten Engel. Diese Engel sind vorzüglicher als alle Menschen außer den Propheten, Friede sei mit ihnen. Die Heiligen und die Muslime ohne Sünde sind vorzüglicher als die anderen Engel. Die anderen Engel sind vorzüglicher als die sündigen und ungehorsamen Muslime.

Die Nicht-Gläubigen sind gemeiner als alle anderen Geschöpfe. Beim ersten Hornschall werden auch alle Engel, außer die die Engel des Throns des Erhabenen und die vier großen Engeln vernichtet werden. Danach werden die Engel des Throns des Erhabenen und die vier grossen Engel zunichte gemacht. Beim zweiten Posaunenschall werden zuerst die Engel auferweckt. Die Engel des Thorns des Erhabenen, diese vier Engel, werden vor den zweiten Posaunenschall auferweckt. Das heißt, wie diese Engel vor allen Geschöpfen erschaffen worden sind, so werden sie auch nach allen Geschöpfen zunichte gemacht.

3. Der dritte Glaubenssatz ist, an Seine heiligen Bücher zu glauben. Allah, der Erhabene, hat manchen Propheten diese heiligen Bücher entweder als Offenbarungen durch Engel oder als direkte Offenbarungen oder als Schrift auf Schrifttabletten herab gesandt. Alle diese heiligen Bücher sind die heiligen Worte von Allah, dem Erhabenen. Sie sind ewig. Sie sind keine Geschöpfe. Sie sind keine Worte von Engeln oder Propheten. Die heiligen Worte des Erhabenen sind nicht wie unsere Worte, die wir aussprechen, schreiben oder auswendig lernen. Sie sind ohne Buchstaben und ohne Stimmen. Die Menschen können nicht verstehen, wie Allah, der Erhabene, und Seine Eigenschaften sind. Aber die Menschen lesen, sprechen und lernen Seine heiligen Worte auswendig. Wenn Seine heiligen Worte bei Menschen sind, sind sie Geschöpfe und Erschaffenes. Mit dem Gedanken, dass sie Worte Allahs des Erhabenen sind, sind sie ewig.

Alle heiligen Bücher Allahs, des Allmächtigen, sind wahr und recht. Darin können keine Lügen und keine Fehler sein. Er vergibt die Strafen unterlassend (den Muslimen) ihre Sünden von Seinem Willen abhängend oder wegen Bedingungen, die wir nicht kennen. Oder er vergibt die Strafen eines Dieners, die dieser verdient.

Die heiligen Worte, die über Qual berichten, dürfen nicht als Unwahrheit betrachtet werden, wenn Er den Sündigen vergibt. Obwohl Er den Muslimen die versprochenen Gnaden immer schenkt, hebt Er die berichteten Qualen aber auf, wenn Er will. Die Vernunft, die menschlichen Gesetze und die heiligen Verse zeigen auch, dass es recht ist.

Solange kein Hindernis besteht, sind die heiligen Koranverse (ayat) und Hadithe offenbar deuten. Es ist nicht erlaubt, sie anders zu deuten.

[Der heilige Koran und die heiligen Hadithe sind im Dialekt der Kureisch-Stamm. Deren Worte soll man nicht mit den heutigen arabischen Wörtern, sondern mit den vor 14 Jahrhunderten in Hecaz ausgesprochenen auslegen, da sich die Bedeutungen der Wörter im Laufe der Zeit ändern.]

Die Symbolischen heiligen Verse (muteschabihat) haben verborgene Bedeutungen, die nicht zu begreifen sind. Sie sind nur Allah, dem Erhabenen, bekannt und sie können nur von denen, denen besondere Weisheit (ilmi ledünni) gegeben ist, im gegebenen Maß verstanden werden. Außer denen kann niemand sie verstehen. Darum soll man glauben, dass diese symbolischen heiligen Verse Worte Allahs, des Erhabenen, sind, und nicht versuchen, ihre Bedeutung zu verstehen. Es ist nach manchen Gelehrten in der Schule Ashari erlaubt, diese heiligen Verse kurz oder lang tewil zu machen. Tewil bedeutet, von den verschiedenen Bedeutungen des Wortes die nicht gängige Bedeutung zu wählen. Zum Beispiel das Wort Allahs im Koran in der Sura Isra: “Die Hand Allahs ist über ihren Händen.” Man muss denken: Das was Allah, der Erhabene, mit diesem heiligen Vers meint, daran glaube ich. Seine Bedeutung kann ich nicht erfassen. Nur Allah, der Erhabene weiß es. Oder: Das Wissen Allahs, des Allwissenden ist nicht wie unser Wissen. Sein Wille gleicht dem unserigen nicht. Auf gleiche Weise gleicht Seine Hand nicht der Hand der Menschen.

Manche heiligen Verse in den heiligen Büchern hat Allah, der Erhabene, aufgehoben. Das heisst nur die Leseart oder nur der Sinn von manchen heiligen Versen oder beides wurde von Allah, dem Erhabenen, deren Gültigkeit aufgehoben, denn der heilige Koran hat alle anderen heiligen Bücher ungültig gemacht. Es gibt keine Fehler, keine Unvollkommenheit und keinen Überfluß an Worten im heiligen Koran. Alle Wissenschaften in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind im heiligen Koran vorhanden (in einer Art, die uns nicht auf Anhieb erschliessbar sind). Deswegen ist er wertvoller und vorzüglicher als alle anderen heiligen Bücher. Der heilige Koran ist das größte Wunder des heiligen Propheten, unseres Herrn. Wenn alle Menschen und Geister zusammenkämen, könnten sie sogar eine kürzeste Sure, wie die des heiligen Korans nicht hervorbringen. Die sprachfertigsten eloquentesten und berühmtesten Literaten und Dichter von Arabien kamen einst zusammen. Sie versuchten drei kurze Verse gleich denen im heiligen Koran hervorzubringen. Aber sie konnten es nicht. Sie konnten sich dem heiligen Koran nicht widersetzen. Sie wurden verwirrt. Allah, der Allmächtige macht Feinde des heiligen Koran hilflos und besiegt sie. Die Sprachfertigkeit des heiligen Korans ist übermenschlich. Die Menschen sind nicht imstande, Worte gleich denen im heiligen Koran, zu bilden. Die heiligen Verse im heiligen Koran gleichen weder der Dichtung noch der Prosa, noch den gereimten Worten der Menschen. Jedoch ist der heilige Koran mit Buchstaben ausgedrückt, die die Baueinheiten der Worte, der sprachfertigen Literaten und Dichter von Arabien sind.

Die von Allah, dem Allmächtigen offenbarten heiligen Bücher sind hundertvier der Zahl nach. Zehn Suhuf (heilige Buch mit relativ geringerem quantitativem Umfang) davon sind dem geehrten Propheten Adam. Fünfzig Suhuf dem Propheten Schît (Seth), dreißig Suhuf Propheten Idrîs, zehn Suhuf Propheten Ibrahim (Abraham), die heilige Tawrat (Thora) dem Musa Propheten (Moses), die heilige Zabur (Psalter) Propheten Dawud, heilige Incil (Evangelium) Propheten Isa (Jesus) und der heilige Koran dem ehrwürdigen Muhammed, Friede sei mit ihnen, herabgesandt worden.

Wenn jemand einen Befehl geben, nach etwas fragen, jemanden benachrichtigen oder etwas verbieten will, denkt er zuerst nach und bereitet die Gedanken vor, die ausgesprochen werden sollen. Diese Bedeutungen im Gedächtnis nennt man ‘Kelâm-ı Nefsî.’ Diese Gedanken sind weder arabisch, noch persisch, noch türkisch, noch deutsch. Sie verändern sich nicht, selbst wenn sie in verschiedenen Sprachen ausgedrückt werden. Die Worte, die diese Gedanken zum Ausdruckbringen, werden ‘Kelâm-ı Lafsî’ genannt. Kelâm-ı Lafsî kann man in verschiedenen Sprachen aussprechen. Daraus ersieht man, dass Kelâm-ı Nefsî eine der Eigenschaften von dem Besitzer des Kalam, wie Wissen, Sehen und Wille ist. Wie Seine anderen Eigenschaften ist Kelâm-ı Nefsî (Seine Eigenschaft “Kalam”, Sprechen) eine einfache, unveränderliche Eigenschaft. Kelâm-ı Lâfsî dagegen besteht aus Buchstabenbunde, die Kelâm-ı Nefsî zum Ausdruck bringen und gehört werden können. Kelâm-ı Nefsî des Allmächtigen sind Seine heiligen Worte, die kein Schweigen und keine Geschöpfe sind und ewig bei Ihm sind. Außer persönlichen Eigenschaften sind sie eine Seiner ständigen Eigenschaften wie Allwissenheit und Wille.

Auch Seine Eigenschaft Kalam (Kelâm-ı Nefsî) ist einfach, unveränderlich und ewig. Sie besteht nicht aus Buchstaben oder Stimmen. Sie kann nicht geschrieben werden. Sie ist weder Befehl, Verbot, Nachricht (der Menschen) und weder arabisch noch persisch, noch hebräisch, noch Türkisch, noch Aramäisch oder irgendwie anderssprachig oder teilend. Sie ist nicht abhängig vom Mittel, kein Gedächtnis, kein Ohr, keine Zunge und dergleichen zu haben. In jeder Sprache kann sie ausgesprochen werden. Wenn sie im arabischen ausgesprochen wird, wird sie der heilige Koran genannt, wenn sie im hebräischen gesagt wird, nennt man sie die heilige Taurat (Thora). Wird sie in der aramäischen Sprache ausgesprochen, bezeichnet man sie als heiliges Incil (Evangelium).

[In dem Buch Scherch-ul-mekâsid: (Der Verfasser dieses Buches ist Sa’düddîn Teftâzânî, gest. 792 (1389 n. Chr.)) in Samarkand.] steht: “Wenn sie im griechischen Sprache ausgedrückt wird, wird sie das heilige Incil (Evangelium), wird sie im aramäischen ausgesprochen, wird sie der heilige Zabur (Psalter) genannt.”]

Wenn die heiligen Worte des Erhabenen Ereignisse ankündigen, werden sie Haber (Botschaft) genannt. Die übrigen heiligen Worte werden Inscha („Aufbau“) genannt. Wenn sie von Aufgaben berichten, nennt man sie Amr (Befehle, Gebote). Verkünden sie die untersagten Dinge, so bezeichnet man sie als Nehy (Verbote). Aber Seine Eigenschaft “Kalam” ändert sich nicht und bleibt gleich.

Alle von Allah, dem Allmächtigen, gesandten heiligen Bücher und Suhûf sind von Seiner Eigenschaft Kalam, d.h. ‘Kelâm-ı Nefsî’. Im arabischen ist es der heilige Koran. Die mit Buchstaben gesandten Offenbarungen, die ausgesprochen, geschrieben und auswendig gelernt werden können, bezeichnet man als Kelâm-ı Lafsî und den heiligen Koran. Es ist erlaubt es auch als Seine Eigenschaft “Sprechen” zu betrachten, weil es auf das Kelâm-ı Nefsî zeigt. Die Gesamtheit so wie auch die Abschnitte nennt man den heiligen Koran.

Übereinstimmend berichten die Gelehrten des rechten Weges, dass Kelâm-ı Nefsî, kein Geschöpf und ewig ist. Es gibt aber keine Übereinstimmung darüber, dass Kelâm-ı Lâfsî, das heilige Sprechen, ewig ist.

Manche dagegen haben gesagt, dass es ewig ist. Aber sie haben auch erklärt, dass Kelâm-ı Lafsî nicht als Geschöpf betrachtet werden darf, denn sonst könnte man denken, dass auch Kelâm-ı Nefsî (Seine Eigenschaft “Sprechen”) ein Geschöpf sei. Das ist die beste Erklärung. Denn wenn der Mensch ein Wort hört, erinnert sich sein Gedächtnis sofort daran. Von den Gelehrten des rechten Weges, Friede sei mit ihnen, die berichteten, dass der Koran geschaffen sei ist zu verstehen, dass während wir den Koran lesen es ein Geschöpf ist. Sie teilen übereinstimmend mit: sowohl Kelâm-ı Nefsî als auch Kelâm-ı Lafsî, ist das Sprechen des Erhabenen. Einige von den Gelehrten aber geben eine bildliche Erklärung. Wenn man sagt: Kelâm-ı Nefsî ist das Sprechen des Allmächtigen, heißt es, dass Seine Eigenschaft “Sprechen” der Fall ist. Und wenn man sagt: Kelâm-ı Lafsî ist das Sprechen des Allmächtigen, heißt es, dass es von dem Allmächtigen erschaffen ist.

Frage: Aus den oben erwähnten Erklärungen versteht es sich, dass man das ewige Sprechen des Allmächtigen nicht hören kann. Wenn man sagt, Ich habe heilige Worte gehört, versteht man darunter, dass man ausgesprochene Worte gehört, oder dass man damit Kelâm-ı Nefsî gemeint hat. Alle Menschen und auch alle Propheten können auf diese Weise hören. Warum hebt man denn den Propheten Musa (Moses), Friede sei mit ihm, mit dem Namen Kelimullah hervor?

Antwort: Der ehrwürdige Musa (Moses), hat im Gegensatz zu den Gewohnheiten Allahs, des Allmächtigen, heilige Worte ohne Buchstaben und ohne Stimmen gehört. Wie Allah, der Erhabene auf unbeschreibliche und unbegreifliche Weise im Paradies gesehen werden wird, so hat der ehrwürdige Musa, Friede sei mit ihm, Seine heiligen Worte auf unerklärliche Weise gehört. Niemand hat jemals so gehört. Oder er hat heilige Worte als Stimmen gehört, aber nicht nur mit seinen Ohren sondern mit allen Molekülen seines Körpers und von allen Seiten. Oder er hat nur aus der Richtung eines Baumes gehört. Aber dies waren ein Hören außerhalb der Stimmen, Zittern des Luftes und anderen natürlichen Wegen. Weil er in einem von diesen drei Fällen gehört hat, wurde er Kelimullah (der, der die heiligen Worte des Erhabenen hörte) genannt. Auf dieselbe Weise haben der ehrwürdige Muhammed und der ehrwürdige Gabriel, Friede sei mit ihnen, während der heiligen Himmelfahrt, der heiligen Nacht Mirac, die heiligen Worte des Erhabenen gehört.

4. Der vierte Grundsatz ist, an die Propheten Allahs, des Erhabenen, zu glauben. Um den Menschen den richtigen Weg, mit dem Allah, der Erhabene, zufrieden ist, zu zeigen, sind die Propheten gesandt worden. Rusul ist die Plural von Rasul. Rasul (Prophet) bedeutet im Arabischen Gesandter oder Botschafter. Im Islam heißt Rasul ein wertvoller Mann, der hinsichtlich des Körperbaus, der Sittlichkeit, Vernunft und Weisheit vorzüglicher als alle anderen Menschen zu seiner Zeit ist. Er hat keine fehlerhaften Eigenschaften. Alle Propheten haben die Eigenschaft Ismat (Reinheit, Unschuld) d.h. vor und während ihrer Prophetenschaft sündigten sie nie. [Die Ungläubigen, die den Islam innerlich vernichten wollen, behaupten, dass der ehrwürdige Muhammed, Friede sei mit Ihm, vor dem Prophetentum vor Standbildern Kamele geopfert hätte und als Beweis dafür weisen sie auf die Bücher der Verirrten. Daß diese Behauptung sowohl eine Lüge als auch eine häßliche Verleumdung ist, versteht man von den oben erwähnten Tatsachen.] Nachdem sie Propheten geworden sind und bis ihre Prophetenschaft überall bekannt wurde, besaßen sie keinen Mangel wie Blindheit, Stummheit und dergleichen. Wir glauben, dass jeder Prophet sieben Eigenschaften besitzt: Emanet (Vertrauenswürdigkeit), Sidk( Treue), Teblig (Kundgabe), Adalet (Gerechtigkeit), Ismat (Unschuld), Fetanet (Genie), Emnul-azl (Sicherheit vor dem Verlust der Prophetenschaft). Fetanet heisst überaus grosse Vernunft und Verstehen.

Der Prophet, der ein neues Religionsgesetz bringt, heißt Resul. Der Prophet, der nicht ein neues Religionsgesetz bringt, sondern die Menschen zum gegebenen Religionsgesetz einlädt, heißt Nebi. Es gibt keinen anderen Unterschied zwischen Resul und Nebi, insofern, dass sie beide alle Menschen zur Religion Allahs, des Allbarmherzigen, einladen. Um an die Propheten glauben zu dürfen, muß man bestätigen, dass sie alle vertrauenswürdig und aufrichtig sind. Wer schon an einen der Propheten nicht glaubt, glaubt an keines der Propheten.

Man kann nicht aus eigener Kraft, durch Erdulden von Hunger und Leiden und durch Anbeten, Prophet werden. Allein durch Allahs, des Allmächtigen Wahl und Gnade wird jemand Prophet. Allah, der Allbarmherzige hat durch Propheten Seine Religion mitgeteilt, damit sich die Menschen vor Übeltaten schützen und in diesem und im zukünftigen Leben das Glück erlangen können. Obwohl die Propheten viele Feinde hatten, viel gelitten haben und die Ungläubigen über sie spotteten, fürchteten sie sich nicht vor ihren Feinden, um den Menschen die Gebote und Verbote des Erhabenen zu verkündigen. Um die Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit Seiner Propheten zu beweisen, stärkte Allah, der Allmächtige, sie durch Muciza (Prophetenwunder). Niemand konnte sich dieser Wunder widersetzen. Die Menschen, die an den Propheten ihrer Zeit glaubten, bilden die (Umma) Gemeinschaft des Propheten. Am Tage der Auferstehung wird den Propheten die Erlaubnis gegeben, um Vergebung für ihre Gemeinschaft zu bitten. Ihre Fürbitten (Schefaat) werden aufgenommen werden. Allah, der Allmächtige, wird auch den Gelehrten, Sufis (Heiligen) und reinen rechtschaffenen Muslimen erlauben, um Vergebung für manche sündigen Muslime bitten zu dürfen. Auch ihre Fürbitten werden akzeptiert werden.

In ihren heiligen Gräbern leben die Propheten – über ihnen allen sei der Friede- mit einem Leben, das uns nicht bekannt ist. Ihre heiligen Körper verwesen nicht. Es wurde mit einer heiligen Hadith berichtet: “Die Propheten verrichten Gebete in ihren Gräbern und unternehmen die Wallfahrt nach der heiligen Stadt Mekka.”

[Heute glauben die Wahhabiten in Arabien nicht an diese heiligen Hadithe. Sie nennen die wahren Muslime, die daran glauben, ungläubig. Sie werden irrgläubig, indem sie die uneindeutigen Nass (Religionswissen, dass aus Koran, Sunna und Icma herrühren) falsch deuten, obwohl sie deswegen nicht ungläubig sind. Sie werden Anhänger der Irrlehren. Sie schaden den Muslimen sehr. Der Wahhabismus wurde von einem Verirrten namens Muhammed bin Abdulwahhab aus Nedschd gegründet. Er liess sich täuschen durch die verirrten Gedanken von İbni Teymiyye, die der englische Spion Hempher ihm zeigte (gemäß einem Erinnerungsbuch, welches Hempher geschrieben haben soll). [ Ahmed ibni Teymiyye, gest. 728 (1328 n. Chr.) in Damaskus.] Diese Irrlehre wurde durch die Bücher eines Ägypters namens Abduh [Muhammed Abduh, gest. 1323 (1905 n. Chr.) in Ägypten.] auf der ganzen Welt verbreitet. Sunnitische Gelehrte haben in ihren Büchern berichtet, dass sie Irrgläubige sind. Dieses Thema wird in den Büchern „Seadet-i Ebediyye“ (Englisch: Endless Bliss) und Kıyamet ve Ahiret ausführlich erklärt. Allah, der Allbarmherzige, möge die jungen religiösen Menschen davor schützen, durch den Wahhabismus vom Rechten abzuirren und uns alle auf dem richtigen Weg der Gelehrten der Sunna halten, der in heiligen Hadithen gelobt wird! Amen!]

Das Herzensauge der Propheten –über ihnen sei der Friede- schläft nicht, auch wenn ihre gesegneten körperlichen Augen schlafen mögen. Alle Propheten haben die gleichen Aufgaben und Vorzüge der Prophetenschaft. Sie haben alle die schon oben erwähnten Eigenschaften. Deswegen gibt es keinen Unterschied diesbezüglich zwischen ihnen. Die Heiligen (Sufis) dagegen können ihre Heiligkeit verlieren. Propheten sind Menschen. Von den Engel und Cin gab es keine Propheten für die Menschen. Sie können nicht die Ränge der Propheten erreichen. Manche Propheten können vorzüglicher als andere Propheten sein und noch höhere Stellungen haben. Im Hinblick auf die Anzahl der Gläubigen seiner Gemeinschaft, auf die Größe der Länder, auf denen er wirkte, auf die Verbreitung seines Wissens und Erkenntnisse, auf seine zahllosen und dauerhaften Wunder, auf die Dauer und die Verbreitung seiner Religion ist der heilige Prophet Muhammed, Friede sei mit ihm, vorzüglicher als alle anderen Propheten. Die Ululazm genannten Propheten sind Höher in Stellung als die anderen Propheten und ebenso die Resul über Propheten, die nicht Resul sind.

 

Die genaue Anzahl der Propheten ist nicht (uns) bekannt. Was uns darüber mitgeteilt ist, dass sie mehr als 124 000 sind. 313 oder 315 von ihnen sind Resul. Sechs davon sind vorzüglicher als alle anderen. Diese Propheten heißen Ululazm, die größten Propheten. Diese sind: Adam, Nuh (Noach), Ibrahim (Abraham), Musa (Moses), Isa (Jesus) und Muhammed Mustafa, Friede sei mit ihnen.

Die Namen von dreiunddreißig Propheten sind bekannt:

Die geehrten Adam, Sschiit, Idris, Nuh (Noach), Hud, Salih, Ibrahim (Abraham), Lut (Lot), Ismail, Ishak (Isaak), Yakub (Yakob), Yusuf (Joseph), Eyyub (Hiob), Schuayb, Musa (Moses), Harun (Aron), Hidir, Juscha, Ilyas (Elias), Elyesa (Elisa), Zulkifl, Schemun, Ischmoil, Yunus (Jonas), Dawud (David), Suleyman (Salomo), Luqman, Ilyas (Elias), Zekeriya (Zacharias), Yahya (Yohannes), Uzeyr, Isa (Jesus), Zulkarneyn und unser edler Prophet (Friede und Segen Allahs über sie allen)

Nur achtundzwanzig Propheten von ihnen sind im heiligen Koran mitgeteilt. Schiit, Hidir, Juscha, Schemun und Ischmoil sind nicht im Koran (aber in Hadithen) mitgeteilt worden. Es ist nicht ganz klar, ob Zulkarneyn, Luqman, Uzeyr und Hidir Propheten sind.

[In Maktubat-i Masumiyye Band 2 im 36.Brief steht, dass die Nachrichten, die besagen, dass Hidir Prophet ist stärker sind. Im 182.Brief wird ausgesagt, dass Hidir in Menschengestalt auftaucht und verschiedene Dinge tut zeige nicht (unbedingt), dass er am Leben ist. Der erhabene Allah hat Seelen von ihm und vielen Propheten und Walis (Sufis) die Erlaubnis gegeben den Menschen zu erscheinen. Sie zu sehen heisst nicht, dass sie am Leben sind.]

Der zweite Name von Zulkifil ist Harkil. Es wird auch gesagt, dass er Ilyas oder Idris oder Zekeriya sei.

Der hochgeehrte Ibrahim (Abraham) ist Halilullah, der Freund des Erhabenen. Denn es befand sich keine Liebe, außer der Liebe zu Allah, dem Allbarmherzigen, in seinem Herzen. Der edle Musa (Moses) ist Kelimullah, der mit Allah, dem Erhabenen, gesprochen hat. Der edle Isa (Jesus) ist Ruhullah, der der ohne Vater geboren ist. Er wurde durch das heilige Wort Kun! (Sei!) Allah’s, des Allmächtigen, zur Welt und hat den Menschen weise Worte des Erhabenen predigend mitgeteilt.

Der heilige Prophet Muhammed, Ursache der Schöpfung des Weltalls, der vorzüglichste und ehrwürdigste Mensch, ist Habibullah, Geliebter Allah’s, des Allbarmherzigen. Es gibt viele Beweise, die zeigen, dass Er der Geliebte ist. Niemand darf gegen ihn Worte ausdrücken, die auf Niederlage andeuten! Vor allen anderen Menschen wird Er am Tage der Auferstehung aus seinem heiligen Grabmal auferstehen. Und vor allen anderen wird Er zum Machscher (Sammlungsort im Jenseits) und ins Paradies kommen. Seine prophetischen Wundertaten sind zahllos. Obwohl es nicht möglich ist, all seine Wundertaten zu nennen, erwähnen wir eine seiner Wunder, die heilige Himmelfahrt, um unser Büchlein damit zu verzieren.

Körperlich und geistig wach, wurde Er von der heiligen Stadt Mekka zur heiligen Moschee Aksâ in Jerusalem und von dort in die Himmel und in den siebten Himmel an die heiligen Orte gebracht, wohin Allah, der Allmächtige es wünschte. An die heilige Himmelfahrt muß man auf diese Weise glauben. Im Buch „Schifa-i Scherif“ [Der Verfasser dieses Buches ist Iyad Malikî, gest. 544 (1150 n. Chr.) in Marrakesch.] und in vielen wertvollen Büchern wird über die heilige Himmelfahrt ausführlich berichtet.

[ Die Anhänger der Sekte Ismailiyya und die Glaubensfeinde, die sich als islamischen Gelehrten ausgeben, behaupten, dass die Himmelfahrt nicht körperlich und seelisch, sondern nur seelisch stattgefunden hätte. Sie täuschen die Jugendlichen, indem sie darüber falsche Schriften veröffentlichen. Solche irreführende Bücher soll man nicht kaufen und sich nicht von ihnen täuschen lassen. Hierüber wird auch im Buch Schifa-i Scherif und in unserem Buch Seadet-i Ebediyye ausführlich berichtet.]

Der heilige Prophet fuhr von Mekka bis Sidre-tül-münteha mit Gabriel zusammen, Friede sei mit ihnen. Sidret ül-münteha ist ein Baum im sechsten und siebten Himmel. Keine Wissenschaft und kein Emporstieg kann von dort weiter vordringen. Der heilige Prophet, unser Herr sah am Sidre den heiligen Gabriel in Seiner eigenen Gestalt mit sechshundert Flügeln. Der heilige Gabriel blieb in Sidre. Der heilige Prophet Muhammed ritt von Mekka bis Jerusalem oder bis in den siebten Himmel auf dem Buraq. Buraq ist ein weißes Paradiestier, dass größer als ein Esel, kleiner als ein Maultier ist. Es ist kein irdisches Tier. Es ist weder männlich noch weiblich. Es lief sehr schnell, Mit einem Schritt erreichte es den Horizont. In der Moschee Aqsa (in Jerusalem) wurde der heilige Prophet Vorbeter und ließ die Propheten das Nacht- oder das Morgengebet verrichten. Die Seelen der Propheten befanden sich in ihren eigenen menschlichen Gestalten. Von Jerusalem bis in den siebten Himmel stieg er mit einer Leiter namens Mirac, die wir nicht kennen. Rechts und links des Weges standen Engel in Reihen, lobpreisend. Jedes mal wenn sie einen anderen Himmel erreichten, verkündete der heilige Gabriel die Freudenbotschaft der Ankunft des Gesandten Allahs. In jedem Himmel sah Er einen der Propheten und sie grüßten sich. In Sidre sah er viele wunderbare Dinge. Er sah die Freuden des Paradieses und die Qualen der Hölle. Aus Sehnsucht nach Allah, dem Allbarmherzigen blickte Er auf keine der Schönheiten des Paradieses. Von Sidre ab fuhr er durch die Glaubenslichter. Er hörte die Geräusche der Schreibfeder der Engel. Er durchfuhr siebzigtausend Trennwände. Die Entfernung zwischen zwei Trennwände war ein Weg von fünfhundert Jahren. Danach durchfuhr er auf einem glänzenden Sitz namens Refref den Kursi (Kanzel), erreichte den Thron des Erhabenen den heiligen Raum außerhalb der Himmel, der Materie und dem Ort, wo Er die heiligen Worte Allahs, des Allmächtigen, hören durfte.

Wie man im Jenseits unabhängig von Zeit und Raum, Allah, den Erhabenen, sehen wird, so hat er auf unerklärliche, unbegreifliche Weise Ihn gesehen und unabhängig von Buchstaben und Stimmen mit Ihm gesprochen. Er dankte Allah, dem Allmächtigen, und lobpreiste Ihn. Es wurden ihm unzählige Gaben zuteil. Obwohl das täglich fünfzigmaliges Gebetsverrichten als Pflicht für ihn und seine Gemeinschaft wurde, wurde es durch einen Hinweis von edlen Musa (Moses) bis auf ein tägliches fünfmaliges Gebetsverrichten herabgesetzt. Früher verrichtete man nur Morgen- und Nachmittags- oder Nachtgebete. Nachdem ihm viele Gaben zuteil geworden waren und er viele wunderbare Dinge während dieser Fahrt gesehen und gehört hatte, kam er in sein Bett zurück. Sein Bett war noch warm. Ein Teil dieser Erklärungen wird in heiligen Versen und der andere Teil in Hadithen erwähnt. Obwohl es keine nötige Verpflichtung ist, an alles davon zu glauben, weicht derjenige, der nicht daran glaubt, vom Weg der Sunna ab, deswegen weil diese Kenntnisse von den Gelehrten der Sunna mitgeteilt worden sind. Wer aber an den heiligen Vers oder an die heiligen Hadithe nicht glaubt, wird ungläubig.

Einige von unzähligen Beweisen, die zeigen, dass er der vorzüglichste Prophet ist, teilen wir ihnen hier mit:

Am Tage der Auferstehung werden alle Propheten im Schatten Seiner Fahne sein. Allah, der Allmächtige, gebot allen Propheten, dass jene die, die Zeit Seines auserwählten, geliebten Propheten Muhammed Friede sei mit Ihm, erreichen, an ihn glauben und ihm helfen sollten. Und alle Propheten geboten ihren eigenen Gemeinschaften dasselbe.

Muhammed Friede sei mit Ihm ist der letzte Prophet. Nach Ihm wird kein neuer Prophet kommen. Vor allen Propheten wurde Seine heilige Seele zu erst erschaffen, die Prophetenschaft wurde vorerst Ihm gegeben und mit Ihm vervollständigt. Obschon der heilige Isa (Jesus), in der Zeit vom heiligen Mahdi, wenn sich der Weltuntergang nähert, in Damaskus von Himmel heruntersteigen wird, wird er die Religion vom heiligen Muhammed verkünden. Er wird ein Anhänger der Gemeinschaft des letzten heiligen Propheten Muhammed, des Herrn aller Menschen, sein.

[ Die Anhänger der verirrten Sekte Qadiyani, die von den Briten 1296 (n. Chr. 1880) in Indien gegründet wurden (bzw. gefördert wurden), sprechen über den heiligen Propheten Jesus Unrecht. Sie zerstören den Islam innerlich, obwohl sie sich als Muslime ausgeben. Die islamischen Gelehrten haben mitgeteilt, dass sie keine Muslime sind. Diese nennt man auch Anhänger der Sekte Ahmediyye.]

Eine der verirrten, irrgläubigen Gruppen, die in Indien erschienen, ist die Cema’atüt-Tebligiyye. Diese Verirrte Sekte wurde im Jahre 1345 (1926) von einem unwissenden namens Ilyas gegründet. Seine Behauptung war es, im Traum den Befehl erhalten zu haben, die Muslims vor dem Verderbnis zu retten.

Die Gelehrten dieser Sekte holten ihr angebliches Wissen aus den Büchern des verirrten Nesir Hussejin, Reschid Ahmed Kenkuhi und des verirrten Halil Ahmed Seharenpurinin. Tatsächlich aber werden die Gebete der Verirrten, nämlich derer die nicht dem Weg der Sunna angehören nicht erhört werden. Vorerst müßen sie die Bücher der Gelehrten der Sunna lesen, sich von ihrem verirrten Glauben befreien und somit ein wahrer Muslim werden. Jene, die die Verse mit verborgenen Bedeutung des heiligen Korans falsch auslegen, werden Verirrte oder Irrgläubige genannt.

Jene, die die heiligen Verse ihrer verirrten boshaften Auffassungen gemäß auslegen, werden Ketzer genannt. Ketzer sind Atheisten, die danach trachten den Islam und den heiligen Koran zu verändern. Sie wurden von den Engländern in tiefer feindlicher Einstellung, mit großem finanziellem Aufwand hervorgebracht und auf der ganzen Welt verbreitet. Die unwissenden verderblichen Vermittlungs Gemeinschaften, die in die Fallen der Engländer fielen, belügen und täuschen die Muslims, indem sie die Gebetsverrichtungen ausführen und behaupten auf dem Weg der Sunna zu sein. Dem bezüglich lauten die Worte des Abdullah bin Mesuts „Es werden Solche erscheinen die das Gebet verrichten, doch kein Glaube besitzen“. Diese werden im tiefsten der Hölle ewig bleiben. Ein Teil dieser werden große Kopftücher aufsetzen, wie Storchenneste auf Minaretten und mit Bart und Talar werden sie die heiligen Verse falsch auslegen und somit die Muslime zu täuschen. Ein heiliger Spruch des heiligen Propheten lautet (Innallahe lâ yensuru ilâ suveriküm ve siyabiküm ve lâkin yensuru ilâ kulübiküm nenijjatikum) “Allah der Erhabene schaut nicht auf eurer Äusserliches und auf eure Kleidung. Er schaut auf eure Absicht und auf eure Herzen.” Weil diese Unwissenden nicht auf die Bücher der Stiftung Ihlâs, die ihre vertarnen Lügen auflegen, antworten können, behaupten sie nun, dass die Bücher der Stiftung Ichlâs falsch wären und man sie nicht lesen sollte. Es ist ein Merkmal der Feinde des Islams, der Irrgläubigen und der Ketzer, dass sie die Schriften der Gelehrten der Sunna und die Bücher die diese Schriften veröffentlichen, als falsch bezeichnen, um somit zu verhindern das sie gelesen werden. Den Schaden den sie dem Islam zufügten und die Antworten, mit denen die Gelehrten der Sunna sie widerlegten, ist in unserem Buch (Islam, der Weg der Sunniten) eingehend behandelt worden.

[ Der ehrwürdige Muhammed - Friede sei mit Ihm - ist der vorzüglichste Prophet und die Gnade der Welten. Die achtzehntausend Welten haben Nutzen von seinem Gnadenmeer. Übereinstimmend wird bestätigt, dass Er Prophet aller Menschen und Cinn ist. Viele Gelehrte haben berichtet, dass er auch Prophet der Engel, Pflanzen, Tiere und aller Materien ist. Andere Propheten wurden für ein bestimmtes Volk, in ein bestimmtes Land gesandt. Der grösster Gesandter (Resul-i ekrem) dagegen ist Prophet für alle Welten, leblose und lebendige Wesen. Allah, der Erhabene, hat die anderen Propheten mit ihren Namen, aber den heiligen Propheten Muhammed mit dem Wort “O Mein Prophet!” (oder auch mit) „Oh mein Gesandter“ angeredet. Alle Wunder, die den anderen Propheten gegeben wurden, ein Ähnliches wurde ihm ebenfalls geschenkt. Allah, der Allerschaffer gab Seinem geliebten Propheten so viele Gaben und Wunder, die Er keinem anderen Propheten schenkte. Durch ein Zeichen seines heiligen Fingers wurde der Mond in zwei Teile geteilt. Die Steinchen, die er in seine heilige Hand nahm, preisten ihn. Die Bäume grüßten ihn: “O Gesandter Allah’s, des Allhbarmherzigen!” Der trockene Holzstamm namens Hannane weinte, weil Er sich von ihm trennte. Aus seinen heiligen Fingern quoll reines Wasser hervor. Die Ränge Makam-ı Machmud (Die Ehrenstelle des Lobes), Schefâat-i Kubra (die größte Berechtigung der Fürbitte zur Vergebung), Haws-ı Kewser (der Gnadensee), Wesîle und Fadîle (die Ehrenstellen der Ursache und Tugend des zukünftigen Lebens) wurden ihm im Jenseits geschenkt. Er hat die Ehre, Allah, den Erhabenen, gesehen zu haben, bevor Er ins Paradies geht. Wegen dieser zahllosen Vorzügen und Ehren und im Diesseits im Hinblick auf die edelste Charakter, Entschlossenheit in der Religion, Wissen, Milde, Geduld, Dankbarkeit, Fernsein von Weltlichem, Würde, Gerechtigkeit, Schamgefühl, Tapferkeit, Scham, Mut, Demut, Weisheit, feine Sittsamkeit, Freigebigkeit, Barmherzigkeit, Freundlichkeit und mit unzähligen Tugenden und Ehren ist der ehrwürdige Muhammed vorzüglicher als alle anderen Propheten. Die Anzahl der Wunder, die ihm geschenkt worden sind, kennt nur der erhabene Allah. Seine Religion hat alle Religionen aufgehoben. Seine Religion ist die Grösste und Beste der Religionen. Seine Religionsgemeinschaft ist vorzüglicher als alle anderen Gemeinschaften. Die Heiligen seiner Religionsgemeinschaft sind vorzüglicher als die der anderen Gemeinschaften.

Der größte Heilige der Gemeinschaft des heiligen Propheten Muhammed, ist der geehrte Ebû Bekr-i Sıddîk – Allahs Wohlgefallen mit ihm -, der der vorzüglichste Mensch der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, außer den Propheten ist. Er besitzt die Ehre, erster Kalif zu sein. Mit der Gabe Allahs, des Allmächtigen betete er auch vor dem Islam kein Götze an. Er wurde vor der Schande des Unglaubens und des Irregehens bewahrt. [Man kann daraus verstehen, wie hilflos und unwissend die Verirrten sind, die glauben, dass der heilige Prophet Muhammed vor seiner Prophetenschaft Götzen angebetet hätte.]

Der zweitgrößte Mensch und Kalif ist der geehrte Omar bin Hattab, – Allahs Wohlgefallen mit ihm - , den Allah, der Erhabene, als einen Geffährten für Seinen geliebten Propheten ausgewählt hat.

Der geehrte Osman bin Affan, – Allahs Wohlgefallen mit ihm -, Gnadenschatz, Quelle der Weisheit und des Schamgefühls, der dritte Kalif des heiligen Propheten, ist der drittgrößte Mensch auf der Welt.

Außer diesen Großen ist der geehrte Ali – Allahs Wohlgefallen mit ihm -, Held Allahs, des Allmächtigen, Besitzer der wunderbaren Vorzüge, der größte Mensch. Dann wurde der geehrte Hassen, [Hassen bin Alî, gest. 49 (669 n.Chr.) in Medina durch Vergiftung.] – Allahs Wohlgefallen mit ihm -, Kalif. Mit ihm wurde das dreißigjährige Kalifat vervollständigt, das mit der heiligen Hadith prophezeit worden war. Danach kommt als vorzüglichster Mensch der geehrte Hüsseyin bin Ali, Lieblingsenkel des heiligen Propheten - Friede sei mit ihm - .

Diese Vorzüge bedeuten, dass sie ihre Heimat und Familien für den Islam verließen, früher als die anderen sich zum Islam bekehrt, den heiligen Propheten und seiner Sunna (erforderlichen religiösen Vorschriften) pünktlich gehorcht, sein Religionsgesetz verkündet, den Islam gestärkt, Verderben und Aufwiegelung verhindert und viele Verdienste erworben haben.

Obwohl der geehrte Ali nach dem geehrten Ebû Bekr und vor den anderen gläubig wurde, veranlasste dies nicht, dass andere Menschen gläubig wurden, wie es auch nicht die Niederlage der Ungläubigen verursachte, weil er noch ein Kind war und zur Verfügung von dem heiligen Propheten stand. Jedoch stärkten die drei anderen Kalifen den Islam, indem sie gläubig wurden. Obgleichder geehrte Ali und seine Kinder vorzüglicher als der geehrte Ebû Bekr und Omar durch der Verwandtschaft mit dem heiligen Propheten sind, sind sie nicht in jeder Hinsicht vorzüglicher, ihre Blutsverwandtschaft allein ist nicht ausschlaggebend. Man kann einen Vergleich mit der geehrte Hızır ziehen, welcher Musa – Allahs Segen sei mit ihm- unterrichtet hat. Er ist aber deshalb nicht vorzüglicher als der geehrte Moses. [Wenn man durch die Blutsverwandtschaft in eine vorzüglichere Lage kommen könnte, wäre der geehrte Abbas vorzüglicher als der geehrte Ali gewesen -Allahs Wohlgefallen sei mit ihnen-. Ferner haben Ebu Tâlib und Ebu Leheb, deren Verwandtschaft mit dem heiligem Propheten, Friede sei mit ihm, sehr nah ist, nicht sogar den Vorzug, den ein Gläubiger in niedrigstem Rang besitzt.] Daher ist die geehrte Fatıma nicht in jeder Hinsicht vorzüglicher als die geehrten Hadîdsche und Âische. Wer von diesen drei die vorzüglichste ist, darüber gehen die Meinungen der Gelehrten auseinander. Nach der heiligen Hadithen sind diese drei und die geehrten Maria und Âsiye, die Frau des Pharao, die vorzüglichsten Frauen auf der Welt. In einer heiligen Hadith wurde berichtet: “Fatıma ist die vorzüglichste Frau und Hassen und Hüsseyin sind die vorzüglichsten jungen Männer im Paradies.”

Danach kommen Aschere-i Mübeschschere, die zehn, die die Freudenbotschaft bekommen haben mit dem Paradies belohnt zu werden, als vorzüglichere Menschen.

Danach gelten die dreihundertdreizehn Muslime, die den Kampf Bedr geführt haben, als vorzüglichste. Ihnen folgen die siebenhundert Muslime, die den Kampf Ohod geführt haben. Danach sind Biatürrıdwan, die tausendvierhundert Gefährten des heiligen Propheten mit dem Paradies belohnt worden, sie sind vorzüglichere Menschen.

Wir müssen den Gefährten des heiligen Propheten, die sich und ihr Vermögen für den heiligen Propheten geopfert und ihm geholfen haben, Achtung erweisen. Das ist nötig. Wir dürfen gar nicht über die Dinge sprechen, die ihrer Vorzüge nicht würdig sind. Es ist eine große Sünde und ein Irregehen, sie zu verachten.

Wer den Propheten des Allbarmherzigen liebt, soll auch die Gefährten des heiligen Propheten lieben. Denn mit einer heiligen Hadith wurde mitgeteilt: ‘Wer mich liebt, liebt auch meine Gefährten. Wer sie nicht liebt, liebt mich auch nicht. Jener, der sie kränkt, kränkt mich auch. Wer mich kränkt, kränkt auch Allah, den Allmächtigen. Er wird gewiß dafür bestraft werden’. Mit einer anderen heiligen Hadith wurde berichtet: ‘Wenn Allah, der Erhabene, einem Menschen Gutes tun will, läßt Er ihn alle meine Gefährten lieben, somit liebt er sie alle sehr.’

Deswegen darf man nicht glauben, dass sie aus Habsucht oder um Führerschaft gegeneinander gekämpft haben. Wenn man so glaubt und sie aus diesem Grund verachtet, bedeutet das Heuchelei und Irregehen. Denn ihre Herzen waren rein durch den heiligen Propheten und frei von allen Bosheiten, weil sie in seiner Gegenwart waren und seinen heiligen Worten lauschten. Sie waren von allen bösen Eigenschaften befreit. Wenn man bei der Gemeinschaft eines Heiligen einige Tage bleibt, zieht man Nutzen von seinen guten Eigenschaften und Vorzügen und wird gereinigt und von Habsucht befreit, geschweige denn, dass die Gefährten des heiligen Propheten, unsere Herren, nicht von den bösen Eigenschaften gereinigt worden waren. Sie liebten den heiligen Propheten über alles. Sie opferten sich und ihr Vermögen und verließen ihre Heimat für ihn. Sie liebten seine Unterhaltung, die die Nahrung für ihre Seelen war. Gewiss sind diese Großen reiner als alle andere. Mit welchem Recht darf man behaupten, dass sie wegen ihrer Habsucht gekämpft hätten? Wir dürfen sie nicht mit den Menschen mit bösen Gedanken, wie wir es sind vergleichen. Es ist nicht erlaubt, schlecht über die Gefährten des heiligen Propheten, zu denken. Man soll denken: “Wer den Gefährten des heiligen Propheten feindlich gesinnt ist, ist auch dem heiligen Propheten feindlich gesinnt. Wer sie verachtet, verachtet den heiligen Propheten, der sie erzogen hat.” Daher haben die Großen des Islam mitgeteilt: “Wer die Gefährten des heiligen Propheten verachtet, bezeugt, dass er an den heiligen Propheten nicht glaubt.” Die Kämpfe ‘Cemel und Sıffın’ sind keine Gründe, um sie zu verachten. Es gibt religiöse Gründe, die die Handlungen der Opponenten des geehrten Alis bei diesen Kämpfen rechtfertigen. Sie haben durch religiöse Gründe sogar Verdienste erworben. Denn mit einer heiligen Hadith wurde mitgeteilt. ‘Der Müdschtehid (Schriftgelehrter) erwirbt einmal Verdienst, wenn er sich irrt, doppelten Verdienst, wenn er die Wahrheit findet. Das eine ist für sein Urteil, das zweite für das Streben beim Finden der Wahrheit.’ Die Kämpfe dieser Großen wurden nicht wegen Feindseligkeit geführt. Sie haben gegeneinander gekämpft, weil sie alle dem Islam gehorchen wollten. Sie wollten ihrem eigenen Urteil folgen. Denn jeder von den Gefährten des heiligen Propheten war Religionsgelehrter, Müdschtehid. [z.B.: Daß Amr İbn Âs - Allahs Wohlgefallen mit ihm-, ein absoluter Religionsgelehrter war, wurde mit der heiligen Hadith berichtet, die in der 298. Seiten des Buches Hadika steht.] Jeder absoluter Religionsgelehrter soll sich nach seinem Urteil verhalten. Selbst wenn das Urteil eines Schriftgelehrten nicht mit dem eines Größeren übereinstimmt, soll er seinem eigenen Urteil folgen. Ein absoluter Religionsgelehrter darf nicht dem Urteil eines anderen folgen.

Ebu Jussuf und Muhammed Scheibâni, Schüler von dem geehrten Imâm-ı Âzam Ebu Hanîfe [Ebû Hanife Nu’man bin Sâbit, gest. 150 (767 n.Chr.) in Bagdad.] und Ebu Sewr und Müsenî, Schüler vom geehrten Imâm-ı Schâfiî [Muhammed bin Idrîs Schâfi’î, gest. 204 (820 n.Chr.) in Ägypten.] folgten ihren Lehrern oft nicht. Sie erlaubten, was ihre Lehrer verbaten, und untersagten, was sie erlaubten. Niemand darf behaupten, dass sie gesündigt haben. Niemand hat so etwas gesagt. Denn sie waren auch Religionsgelehrte wie ihre Lehrer.