( Siebzehnter Brief des dritten
Bandes des Buches Mektubat (Briefe) von Imam Rabbani Ahmed el-Faruki es-
Sirhindi )
In Namen Allahs, des Erhabenen, fange ich an, meinen Brief zu
schreiben. Lob und Preis sei Allah, dem Erhabenen, der uns Gaben aller Art
gewährt und als größte Gabe uns im Islam und in der Gemeinschaft des heiligen
Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, erschaffen hat. Man sollte es
ausführlich durchdenken und begreifen, dass allein es Allah, der Erhabene ist,
der den Menschen alle Gaben schenkt. Er ist es allein, der alles erschuf und
erschafft. Er ist der einzige Gott, der alle Wesen jeden Moment im Dasein
erhält. Die vorzüglichen und guten Eigenschaften der Menschen sind Seine Gnade.
Unser Leben, Wissen, Hören, Sprechen und unsere Macht sind Seine Gaben. Er ist
es, der unzählige Gaben schenkt. Er ist es allein, der die Menschen von den
Schwierigkeiten und Qualen befreit, Gebete erhört und Kummer und Unglück
beseitigt. Er ist es, der Nahrung erschafft und gewährt. Er ist so gnädig, dass
Er auch den Sündigen Nahrung zuteilt. Er stellt die Sündigen nicht bloß, so dass
sie nicht in Schande dastehen. Er ist so barmherzig, dass Er nicht eilt, die
Sündigen zu bestrafen. Er schenkt die Gaben sowohl denen, die Ihn lieben, als
auch denen, die Ihn nicht lieben. Er gewährt sie allen. Als die größte Seiner
Gaben zeigt Er den richtigen Weg zur Befreiung und zum ewigen Glück. Er möchte,
dass wir nicht vom Rechten abirren und ins Paradies kommen. Um Seine Liebe und
unendlichen Gaben im Jenseits und Sein Wohlgefallen erlangen zu dürfen, müssen
wir Seinem geliebten Propheten folgen, wie Er gebietet. Die Gaben Allahs, des
Erhabenen sind augenscheinlich wie die Sonne. Die Gaben anderer kommen auch von
Ihm. Er ist es, der sie vermittelt und den anderen die Macht und den Wunsch zur
Wohltat gegeben hat. Daher ist es Er allein, der alle Gaben sendet. Irgendwen
außer Ihn um etwas bitten, gleicht einen Armen um Almosen zu bitten. Sowohl
Ungebildete als auch Gelehrte, sowohl Dumme als auch Intelligente wissen, dass
diese Worte richtig sind. Denn all dies ist offenkundig und bedarf keines
Nachdenkens. Man dankt dem, der einem Gutes tut, und verehrt ihn. Deswegen
müssen alle Menschen für die Gunst Allahs, des Allmächtigen, dankbar sein. Es
ist eine menschliche Aufgabe, Allah, dem Erhabenen, für Seine Gaben zu danken.
Es ist eine Aufgabe, eine Verpflichtung die die Vernunft fordert. Aber es ist
nicht leicht, Allah, dem Erhabenen zu danken. Denn Menschen sind machtlose,
bedürftige, fehlerhafte und sterbliche Geschöpfe. Allah, der Allmächtige dagegen
ist frei von allen Fehlern und ewig. Er besitzt alle Erhabenheit. Darum gibt es
keine Ähnlichkeit zwischen Allah, dem Erhabenen und den Menschen. Können solche
niedrigen Diener Allah, dem Allmächtigen würdig danken? Es gibt viele Dinge, die
den Menschen gefallen, die jedoch schlecht sind und die Allah, der Erhabene
nicht mag. Dinge, die wir als Ausdruck von Dankbarkeit und Verehrung kennen,
können gemeine und unerwünschte Dinge sein. Die Menschen können zufolge ihrer
fehlerhaften Vernunft nicht die richtige Art der Verehrung und Dankbezeigung
gegen Allah, den Erhabenen finden. Solange diese Art nicht von Allah, dem
Allmächtigen, bezeichnet wird, können Dinge, die wir als gut vermuten, in
Wirklichkeit häßlich und böse sein. Deswegen sandte uns Allah, der Erhabene,
durch Seinen Propheten die Verpflichtung des Dienerseins und der
Dankbarkeitshandlungen, die der Mensch gläubig mit seinem Herzen, seinen Worten
und mit seinem Körper verrichten soll. Die Aufgaben der Diener, die Allah, der
Erhabene, bezeichnet und gebietet, heißen Islam. Um Allah, dem Erhabenen, danken
zu können, muß man dem Islam gehorchen, der von dem heiligen Propheten verkündet
worden ist. Nur die im Islam genannten Dankbarkeitshandlungen sind gut und
werden von Allah, dem Erhabenen, anerkannt. Alles was im Islam nicht positiv
genannt wurde, mag Allah, der Erhabene, nicht und an kennt es nicht an. Denn es
gibt viele Dinge, die den Menschen gefallen, während der Islam sie als schlecht
bezeichnet. Also, wer vernünftig ist, soll dem heiligen Propheten Muhammed,
Friede sei mit Ihm, folgen, um Allah, dem Erhabenen, zu danken. Die
Dankbarkeitsbezeigung, die dem Islam entspricht, heißt Anbetung. Die
islamischen Wissenschaften teilen sich in Religionswissenschaften und
Naturwissenschaften. Die Religionswissenschaften bestehen aus zwei
Teilen:
Der Glaube, den man aus Herzen bestätigen muß. Solche Kenntnisse
werden die Glaubenskenntnisse genannt.
Die Anbetung, die körperlich und
geistig erfolgen soll. Die Kenntnisse nennt man die Kenntnisse der Anbetung bzw.
Handlung oder das Religionsgesetz.