Die Glaubensinhalte des Islams

Teil 1

Liebe Leser, wir möchten Ihnen in diesem Kapitel die wesentlichen Elemente des islamischen Glaubens darstellen. Der Muslim glaubt an die folgenden Gebote:

(Bemerkung : in runden Klammern wurden zur besseren Verständnis gegebenenfalls Ereläuterungen gemacht)

DER GLAUBE AN GOTT

Der Muslim glaubt an die Einheit Allahs, des ewigen, allwissenden, gerechten und barmherzigen Schöpfers und Ernährers von allem. Er allein muß angebetet werden. Seine Eigenschaften sind alle vollkommen und einzigartig. Er ist anfangs- und endlos. Er war, da war noch keine Sonne, die strahlen konnte, kein Mond, der scheinen konnte, kein Wasser, das fließen konnte, kein Blatt, das am Baum rascheln konnte, kein Stern, der am Himmel leuchten konnte, kein Staub, der auf der Erde aufgewirbelt werden konnte, keine Finsternis, die dunkeln konnte und keine Helligkeit, die erhellen konnte. Er war, da war keine Nacht, die vorübergehen konnte, kein Tag, der anbrechen konnte, kein Wind, der wehen konnte, kein Meer, das wogen konnte, keine Wolke, die Schatten geben konnte, kein Blitz, der funkeln konnte und kein Donner, der dröhnen konnte. Allah war, da war kein Vogel, der fliegen konnte, kein Feuer, das entzündet werden konnte, kein Wasser, das weggetrieben werden konnte, kein Lebewesen, das atmen konnte, kein Laut, der erschallen konnte, kein Fisch, der im Grunde des Wassers schwimmen konnte und keine Gazelle, die in der Tiefe der Steppe springen konnte. Allah war vor allem da und brachte alles ins Dasein. Bevor Er die Zeit und den Raum erschuf, existierte Er. Und so existiert Er nach deren Erschaffung, wie Er vor deren Erschaffung existiert hat.

Über Seine Herrschaft verfügt Er, wie Er es will. Er ist Herr über die sieben Himmel und die sieben Erden, und was zwischen ihnen ist. Alles außer Allah bedarf Seiner, während Er von der Urewigkeit her niemandes bedarf. Die Menschen bedürfen Seiner, während Er ihrer nicht bedarf (Fatir, Vers 15). Unsere Sünden schaden Ihm nicht, und unser Gehorsam bringt Ihm keinen Nutzen. Er straft die Ungläubigen aus Gerechtigkeit und belohnt die Gläubigen aus Barmherzigkeit.

Allah ist der Schöpfer des Universums und der Erde. Er ist es, welcher die sieben Himmel schuf, einen über dem anderen. Er vergibt die Sünden, bewahrt vor allem Übel, gibt Sicherheit, Gesundheit, Geduld und Wohlergehen. Er befreit den innersten Sinn vor Versuchungen und vor Einflüsterung des Satans. Er befreit vor den Anschlägen des Bösen und vor den teuflischen Menschen. Er bewahrt vor dem Übel, das Schande mit sich bringen könnte, und vor dem Bösen, das Schaden verursachen könnte.

 Allah weiß, was in den Himmeln und was auf Erden geschieht, was die Menschen verheimlichen und was sie kundtun. Er weiß über das Innerste des menschlichen Herzens bescheid. Er kennt die Anzahl aller Wassertropfen und die Zahl aller Blätter an jedem Baum. Er kennt die Zahl dessen, worüber die Nacht vorübergeht und dessen, worüber der Tag anbricht. Er kennt die Zahl derer, die in die Hölle hineingehen, und derer, die in das Paradies hineingehen. Kein Himmel kann etwas, das er beschattet, vor Ihm verbergen, noch die Erde etwas, das sie trägt, kein Meer, das, was in seinem Abgrund ist, noch ein Berg, was in seinem Felsenspalt ist.

  Die Behauptung, daß Allah am sechsten oder siebten Tag der Schöpfung auf dem Thron geruht, daß Er mit einem Seiner Propheten gerungen habe, daß Allah in einem Ort oder überall ist, oder daß Er mit der gesamten Schöpfung oder mit irgendeinem Geschöpf vereinigt sei, wird vom Islam abgelehnt. Was jedoch von Muhjiddin Ibn Arabi behauptet wid, daß er gesagt haben soll, daß er in Allah vereint werden will, so widerspricht es seiner eigentlichen Lehre. (Arabi meinte nicht Einigung). Allah ist der einzige Schöpfer der Menschheit und des Universums. Er ist unteilbar, weil Er kein Körper ist, und Er hat niemanden neben sich, weil Er nichts und niemandes bedürftig ist. Er ist unvergleichlich, und nichts ist Ihm ähnlich. Nichts geschieht ohne Seinen Willen.

Der bekannte Quraninterpret und Religionshistoriker Umar Al Nasafi schreibt in seinem Werk "Al Akida Al Nasafijja" folgendermaßen: Der Hervorbringer des Universums ist Gott, der Erhabene, dem einen, anfangslos ewigen, dem lebendigen, allmächtigen, allwissenden, hörenden, sehenden, wollenden. Er ist kein Akzidenz, kein Körper, kein Baustein, kein Bild. Ist nicht begrenzt, nicht zählbar, hat keine Entfernungen und ist nicht teilbar. Er ist nicht zusammengesetzt, hat keine Enden. Weder ist er mit der Schöpfung verwandt noch ist Er ihr ähnlich. Und Er befindet sich nicht in einem Ort.

  Abu Hanifa und Abu Djafar betonen dies noch stärker: Und keine der sechs Richtungen, die Seine Geschöpfe umgeben, umgibt Ihn.

Al Imam Al Baihaqi überliefert in seinem Werk "Al Asma wa Sifat", daß Abu Al Hasan Al Aschari gesagt hat: Gott, der Erhabene ist nicht im Ort.

Der bekannte Gelehrte Tadjiddin Muhammad Ibn Hibbatillah (gest. 599 d.H.) greift auf die berühmte Aussage Alis zurück und schreibt als Absage an die Mutazilla: Der Erschaffer des Universums umgibt keinen Tropfen, erhaben sei Er vor den Vergleichen. Er hat existiert, und gab keinen Ort, und Er ist jetzt, wie Er war. Gepriesen und Hocherhaben sei Er von dem Ort.

Der herausragende Islamgelehrte und Mystiker Abdullah Al Harari schließlich, mit dem dieser kurze Rundblick über dieses Thema beendet werden soll, schreibt in seiner Erläuterung der "Akida Al Nasafijja": Al Imam Abu Mansur Al Baghdadi, den Hadith- und Rechtsgelehrten der Schafiiten, sagte: Unsere Gefährten sind sich über Falschheit der Aussage, daß Allah in einem Ort oder überall sei, einig.

Diese kurze Übersicht, die noch von Namen wie Al Schafiji, Zain Al `Abidin, Al Rifaji u.a. ergänzt werden könnte, sollte deutlich machen, daß die Behauptung, daß Allah überall sei, nicht zum Islam gehört.

Er hört, sieht und spricht nicht mittels Organen, wie Ohren, Augen, Mund und Nerven wie die Menschen. Er ist keinesfalls Substanz in irgendeiner Form oder irgendwie dem ähnlich, was Er erschaffen hat. Im Quran, Sure Al Nisa, Vers 136 wird den Muslimen befohlen im Glauben an Allah zu verharren.

Al Imam Abu Bakr Al Siddik sagte: Die Unfähigkeit seiner selbst zu erkennen, ist die Erkenntnis, und die Forschung nach seinem Wesen ist Unglaube und Götzentum. Die Erkenntnis Allahs ist ihn so zu beschreiben, wie Er sich selbst beschrieben hat. Die Sinne können Ihn nicht erfassen, die Vorstellungen nicht erreichen, die Ereignisse verändern Ihn nicht und die irdischen Augen können Ihn nicht sehen. Er ähnelt nicht der Schöpfung und die Schöpfung ähnelt nicht Gott. Er war vor den Richtungen, Orten und Zeiten da. Keine der sechs Richtungen umfaßt Ihn und kein Ort umgibt Ihn und keine Zeit verändert Ihn. Zusammengefaßt glaubt der Muslim an die Existenz Allahs, ohne Allah mit Seinen Geschöpfen zu vergleichen und ohne Ihm einen Ort beizumessen.

Die Entstehung des Universums

All das existierende außer dem Notwendigen Gott, sei es lebendig, wie Mensch, Tier oder leblos, wie Himmel, Erde, Sonne nennt man das Universum. `Abd Al Qader Al Bagdadij schreibt in seinem Werk "Al Farq bain Al Firaq": "Die Gelehrten sind sich einig, daß das Universum alles außer Allah ist und daß alles außer Allah und seine ewigen Eigenschaften, erschaffen und entstanden ist. Der Schöpfer jedoch ist nicht erschaffen und nicht entstanden und ist nicht aus der Gattung des Universums oder eines Teils von ihm..." Allah hat in Ewigkeit die Existenz dieses Universums gewollt, so daß Er es durch Seine Allmacht vom Nichts ins Dasein erschuf. Er schuf das Universum nicht auf einmal, und hätte Er das gewollt, dann hätte Er es getan. Jedoch hat Er in Ewigkeit gewollt, daß das Eine vor dem Anderen ins Dasein gelangt, und daß als aller erstes das Wasser entsteht. Allah will damit den Menschen lehren, bedachtsam mit den Dingen umzugehen. Die Schöpfungsgeschichte, wie der Islam sie darstellt, war den wissenschaftlichen Erkenntnissen der westlichen Welt vor 1400 Jahren voraus. Der Schöpfungsvorgang wird im Quran und in den Aussprüchen des Propheten, wie im einzelnen geschildert.

Al Buchari berichtet, daß eine Gruppe aus Jemen, die neu in den Islam eingetreten war, zu dem Propheten Muhammad kam und ihm sagte: "O Gesandter Allahs, wir sind zu dir gekommen, damit du uns unsere Religion lehrst, so berichte uns über die Entstehung der Schöpfung!" Unser Prophet , Allahs Segen und Sein Frieden seien mit ihm, erwiderte: " Allah war, und es war nichts außer Ihm da. Dann schuf Er das Wasser und danach den Thron (Al `Arsch), der sich über dem Wasser befindet. Alsdann ließ Er jenes Schreibrohr (Al Qalam Al A`ala) auf die wohlverwahrte Tafel (Al Lauh Al Mahfuz) alles, was auf der Welt geschehen wird, schreiben, und dann schuf Er Himmel und Erde."

Der Prophet antwortete auf die oben genannte Frage, daß Allah der Einzige ist, der keinen Anfang und kein Ende hat, und daß niemand außer Ihm ewig ist. Dem entspricht die andere Aussage des Propheten, in der es heißt: "Im Ewigen gab es nur Gott."

In der Qur´ansure Al Hadid heißt es:, daß nur Allah ewig ist, d.h. keinen Anfang und kein Ende hat und daß alles außer Ihm einen Beginn hat. Denn im Qur´an, Sure Al R`ad, Vers 16, heißt es, daß Allah alles geschaffen hat. Dementsprechend sagte der Prophet: " Allah war vor allen Dingen da." Zwei andere Überlieferungen gibt es von Al Buchari: " Allah war, und nichts war vor Ihm da", und "Nichts war mit Gott."

Diese Aussprüche werden im Einklang mit den übrigen Aussagen des Propheten interpretiert. Denn, wenn man die beiden Aussagen des Propheten dahingehend interpretiert, daß man sagt, daß vor und mit Allah nichts war, jedoch etwas außer Ihm im Ewigen existiert hat, so würde dies im Widerspruch zu den o.g. Aussagen stehen, was nicht sein kann. Der Philologe und Islamgelehrte Badr Al Din Al Zarkaschi schreibt in seinem Werk "Taschnif Al Masam`i": "Die Muslime sind sich darüber einig, daß derjenige, der behauptet, daß das Universum keinen Anfang hat, ungläubig ist."

Al Imam Ahmad und Al Tirmisi überliefern von `Ibadatu Ibn Saamit, daß der Gesandte Allahs gesagt hat: "Das erste was Allah schuf, war das Schreibrohr. Dann befahl Er ihm, auf die wohlverwahrte Tafel zu schreiben, so daß es dann zu schreiben begann, was bis zum Jüngsten Tag geschehen wird."

Gemeint mit diesem Ausspruch ist nicht etwa, daß das Schreibrohr die erste Schöpfung war, sondern das erste Ding war, das nach dem Wasser und dem Thron geschaffen wurde. Denn in dem anderen Ausspruch des Propheten, der von Al Buchari überliefert wurde, heißt es, daß Allah zuerst das Wasser, dann den Thron und danach das Schreibrohr erschuf. Dann befahl Er dem Schreibrohr auf die wohlverwahrte Tafel zu schreiben, was auf der Welt geschehen wird, und danach schuf Er die Himmel und die Erden und was zwischen ihnen liegt.

Ibn Hibban überliefert, daß Abu Huraira, möge Allah zufrieden mit ihm sein, den Propheten über den Ursprung allen entstandenen Seins fragte. Der Prophet erwiderte: " Allah hat alle Dinge aus dem Wasser geschaffen." Dem entspricht die Aussage des Erhabenen, in der Sure Al Anbiya, Vers 30, die sinngemäß bedeutet, daß Allah alle Dinge aus dem Wasser geschaffen hat. Aus diesem Vers wissen wir, daß das Wasser der Ausgangspunkt eines jeden Geschöpfs ist. Der Qur´aninterpret Al Suddiy überliefert von einer Gruppe, die zu den Gefährten des Propheten gehört, die Aussage, daß Allah als allererstes das Wasser aus dem Nichts erschuf.

All dies bestätigt unsere Aussage, nämlich: daß nur Allah ewig ist, und daß Er als erstes das Wasser erschuf, das sich unter dem Thron befindet. Aus dem Wasser erschuf Allah den Thron, die wohlverwahrte Tafel, das Schreibrohr, die Sonne, den Mond, die Sterne, die Dunkelheit, die Helligkeit und alles, was in den Himmel und auf Erden ist.

Die Entstehung Adams

Allah schuf die Himmel und die Erde in sechs Tagen (Al Naba, 12). Jeder Tag von diesen Tagen betrug 1000 Jahre nach unserer Zeitrechnung. Auf die Frage, ob die Erde oder der Himmel zuerst entstanden ist, teilt uns der Qur´an deutlich mit, daß die Erde zuerst entstanden ist. In den ersten zwei Tagen, es war der Sonntag und der Montag, schuf Allah die sieben Erden (Vers, Sure). Dann schuf Allah an den beiden darauffolgenden Tagen, am Dienstag und Mittwoch, die sieben Himmel. So heißt es in der Sure Al Talaq, Vers 12, daß Allah sieben Himmel und ebenso viele Erden, das heißt, auch sieben, erschuf. An den letzten beiden Tagen, am Donnerstag und Freitag, dessen Länge 2000 Jahre betrug, schuf Allah die Flüsse, Bäume, Sonne, Mond, Tiere usw. Im Qur´an, Sure Al Nazi´at, Vers 30-31, heißt es: daß Allah nach dem Erschaffen der Erde und des Himmels, das Wasser und die Weidefläche auf der Erde schuf.

(Wie lang die Zeit zwischen Erschaffung und Jüngsten tag ist haben die alten Astronomen mit 7000 Jahren angegeben, welches sie die damals bekannte Anzahl der Planeten mit 1000 Multiplizierten. Dieses Zahl floss in manch Religionsbücher ein. Andere meinten diese zeitspanne sei 360000 Jahre. Aber auch dies ist hypothetisch. Imam Sharani (16.Jh) gibt  in "Muhtasar"  die Zahl 129600000000 Jahren an. Die Naturwissenschaftler von heute geben die Zeit vom Anfang bis heute mit ca. 4,5 Milliarden Jahren an auf Berechnungen stützend die sich ergeben Mithilfe der die Halbwertzeit des Uran-1 Atoms. Allah weiss es am Besten wie lang die Zeitabschitte waren die in Offenbarungen stehen)

Nachdem die Erde und die Himmel erschaffen wurden, schuf Allah am Freitagnachmittag Adam. Der Nachmittag, an dem Adam geschaffen wurde, war sehr lang, länger als die Nachmittage, die wir kennen. Allah erschuf den Körper Adams aus der Erde dieser Welt. Er befahl dem Engel Gabriel aus dieser Welt eine Handvoll verschiedener Sorten Erde zu entnehmen. Gabriel nahm weiße, schwarze, lockere, harte, gute und schlechte Erde und stieg damit zum Paradies empor. Er mischte dieses mit Wasser aus dem Paradies und knetete es danach, bis es schließlich Lehm wurde. Aus diesem Lehm wurde die Gestalt Adams geformt. Nach einiger Zeit trocknete dieser Lehm und wurde hart. Alsdann befahl Allah einem Engel die Seele in Adams Körper hineinzuhauchen.

  Aufgrund der unterschiedlichen Sorten Erde, kam es dazu, daß die Nachkommenschaft Adams verschiedene Hautfarben besitzt. So findet man unter ihnen den Weißen und den Schwarzen und was dazwischen liegt. Man findet aber auch unter ihnen den Gläubigen und den Ungläubigen. Es soll mit Recht darauf hingewiesen werden, daß alle Seelen und Körper von Allah geschaffen sind. Die Seele ist ein feinstofflicher Körper. Aus diesem Grund darf man nicht behaupten, daß Allah eine Seele habe, da die Seelen von Allah erschaffen sind. Deswegen darf man Allah weder eine Seele noch einen Geist, noch einen Körper zuschreiben bzw. Ihn mit diesem vergleichen.

  Es wird fälschlicher Weise behauptet, daß der Vers 12, Sure Sad und der Vers 29 Sure Al Hidschr bedeute, daß Allah eine Seele habe. Doch gemeint mit den Worten "von unserer Seele" oder "von meiner Seele" ist, daß die Seele Adams und Jesu Allahs Eigentum sind und einen hohen Stellenwert bei Allah besitzen. Wenn jemand z.B. sagt: "Franks Auto oder Franks Haus", dann meint man damit, daß das Auto bzw. Haus Franks Eigentum ist. Das Gleiche trifft auf die Aussage "von unserer Seele" oder "von meiner Seele" zu, d.h., daß die Seele die Allahs Eigentum ist. So bedeutet der Vers 12, Sure Al Tahrim, daß Allah Gabriel befahl, die Seele Jesu, die Allahs Eigentum ist, in Marias Körper hineinzuhauchen.

Adam war der erste Mensch. Er war keinesfalls rückständig, im Gegenteil, er war ein weiser Mensch. Er lebte 130 Jahre im Paradies und danach 870 Jahre auf der Erde. Der Grund, weshalb Allah Adam nach dem Erschaffen der Erde, des Himmels, der Engel, der Dämone und der Tiere und den Pflanzen schuf, ist der, daß Allah uns lehren will, daß alles was vor Adam entstand, einen niedrigeren Rang hat als Adam, und daß Adam besser ist als alles, was vor ihm geschaffen wurde.

  Abu Mansur Al Tammimiy Al Bagdadi (gest.429 der Hidschra) schreibt in seinem Werk "Usul Al Din" wie folgt: "Die muslimischen Historiker haben sich geeinigt, daß die Anzahl der Propheten 124.000 beträgt, wie es die zuverlässigen Berichte besagen, und daß der erste Prophet von ihnen unser Vater Adam und der letzte Prophet unser Prophet Muhammad war." An einer anderen Stelle schreibt er: "Die Muslime, Juden und Christen sind sich darüber einig, daß der erste Gesandte unter den Menschen Adam war."

Al Tirmisi überliefert in seinem Werk "Al Manaqib" von Abi Sa´id Al Chudri, daß er gesagt hat: "Der Gesandte Allahs sagte: ‘Ich bin der Herr (Ehrwürdigste) unter den Kindern Adams am Tag der Auferstehung, und es ist keine Prahlerei. In meiner Hand trage ich das Banner des Lobes, und es ist keine Prahlerei. Alle Propheten an diesem Tag, von Adam angefangen, werden unter meinem Banner sein, und es ist keine Prahlerei. Mein Grab wird sich als erstes öffnen, und es ist keine Prahlerei’ ", d.h. ich erzähle es nicht aus Stolz, sondern um euch mitzuteilen, was Allah mir aus Seiner Barmherzigkeit zuteil werden ließ.

In der Fatawa Al Hindiya heißt es: "Wer sagt: ‘Ich glaube an alle Propheten, jedoch weiß ich nicht, ob Adam ein Prophet war oder nicht, ist ungläubig’ ". Im Qur´an, Sure Al Maida, Vers 27-29, liegt ein Beweis dafür, daß die Söhne Adams nach der religiösen Gesetzgebung ihres Vaters gehandelt haben, die auf Adam herabgesandt worden war. Hier noch einige Aussprüche des Propheten, die dieses deutlich machen

Ibn Hibban schreibt in seinem Werk "Al Ihsan fi Tartib Sahih Ibn Hibban": "Muhammad Ibn Umar Ibn Yusuf berichtete mir, daß Abu Umama von einem Mann berichtete, der den Propheten fragte: ‘O Allahs Gesandter, war Adam ein Prophet?’ Der Prophet erwiderte: ‘Ja.’ Daraufhin fragte der Mann: ‘Wieviel Zeit verging zwischen Ihm und Noah?’ Der Prophet erwiderte: ‘Zehn Jahrhunderte.’ " Weiterhin schreibt Ibn Hibban: "Von Aba Zar, der gesagt hat: ‘O Gesandter Allahs, wer war der erste Prophet?’ Der Prophet erwiderte: ‘Adam.’ Daraufhin fragte er ihn: ‘War er auch ein Gesandter?’ Der Prophet erwiderte : ‘Ja.’ "

Al Baihaqi überliefert von `Abdullah Ibn `Umar, daß der Gesandte Allahs gesagt hat: " Allah sandte Gabriel zu Adam, damit er ihm befiehlt, die Kaaba zu errichten, worauf Adam dies tat. Danach befahl ihm Gabriel die Kaaba zu umkreisen und sagte ihm: "Du bist der erste Mensch und dies ist das erste Haus, daß für die Anbetung Allahs errichtet wurde." Dieser Ausspruch ist ein Beweis dafür, daß Adam ein Gesandter war. Denn in diesem Ausspruch wird erwähnt, daß er der erste Mensch gewesen ist. Wenn er kein Gesandter, sondern nur ein Prophet gewesen wäre, nach wessen religiösen Gesetzen hätte er dann gehandelt? Denn dem Propheten wird aufgetragen, sich nach den religiösen Gesetzen des Gesandten, der vor ihm gelebt hat, zu richten.

Was jedoch den Ausspruch des Propheten anbelangt, den Ahmad Ibn Hanbal von Maisarat Al Fadschr überliefert, so ist er richtig. Darin heißt es:. "Ich war Prophet, als Adam noch Wasser und Lehm war", d.h. daß der Prophet Muhammad unter den Engeln als Prophet bekannt war, bevor die Seele Adams von dem Engel in seinen Körper eingehaucht worden ist. Dies wird in den folgenden Ausspruch, den Ahmad Ibn Hanbal, Al Hakim und Al Baihaqi von Al `Arbad Ibn Sariya überliefern, deutlich: "Ich wurde auf die wohlverwahrte Tafel als der letzte Prophet geschrieben, bevor Adams Körper geschaffen wurde."

Die Erde, auf der wir uns befinden, ist eine von sieben Erden, die Allah erschuf. Sie liegt an oberster Stelle, wobei jede Erde von der anderen getrennt ist. Im Gegensatz zu dieser Erde befinden sich auf den anderen Erden keine Menschen, wohl aber Tiere, Pflanzen, Berge, Flüsse... Die Entfernung von einer Erde zu der anderen beträgt fünfhundert Jahre. In der Tiefe der siebenten Erde befindet sich ein Ort namens Sidjin. Dort werden die Seelen der Ungläubigen, nachdem sie sterben, aufgezeichnet und bis zum Jüngsten Tag bestraft, nachdem ihre Körper in Gräbern verwesen. Unter der siebten Erde befindet sich die Hölle.

Nachdem Allah die sieben Erden schuf, erschuf Er die sieben Himmel. Sie sind feste Körper, die Allah durch Seine Allmacht ohne Stütze empor hob. Sie liegen alle unabhängig übereinander. Wie bei den Erden auch, beträgt die Entfernung zwischen den Himmelskörpern fünfhundert Jahre. Die Himmel werden von Engeln bewacht und bewohnt. Über dem siebten Himmel liegt unabhängig das Paradies.

Die weite Entfernung des ersten Himmelskörpers von der Erde und die Unfähigkeit der Menschen, ihn zu erreichen, hat dazu geführt, daß einige Abendländer glauben, daß allein die Atmosphäre, in der die Sterne und die Planeten sich befinden, das Universum ist, und daß das Universum unendlich ist. Man sollte sich jedoch nicht durch ihr Gerede verwirren lassen, da es im Widerspruch zum Qur´an und den Aussagen des letzten und größten Gesandten Allahs steht.

Teil 2

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