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Muschelschubbser-Tagebuch
wie war das: für den Inhalt der angegebenen Seiten sind wir natürlich NICHT verantwortlich ....
10.04.2005 - Meer undSand
Vor ein paar Wochen haben wir mit Freude festgestellt, dass wir nur 45 Minuten bis zu einem richtigen Strand an der Nordsee benötigen! Das werden wir im Sommer öfter ausnützen.27.03.2005 - Osterfeuer
Gründonnerstag rasten die Trecker im Minutentakt an unserem Haus vorbei. Wir wussten gar nicht, was los war. Erst beim Gassigehen am Abend stellte sich heraus, dass Äste und Baumschnitt zu einem riesigen Haufen aufgeschichtet worden waren. Des Rätsels Lösung: am Karfreitag abend fand das Osterfeuer statt, bei dem sich das ganze Dorf versammelte.20.02.2005 - Boßeln
Ein Element der Kohltour kann das sogenannte Boßeln sein. Zwei Mannschaften werfen abwechselnd eine Kugel auf der Strasse und versuchen, möglichst weit zu kommen (also Kegeln auf der Strasse). Da es hier in der Gegend relativ viele Wassergräben gibt, betreibt man diesen Sport vorzugsweise im Winter, wenn die Gräben zugefroren sind, damit man die Kugel im Fall der Fälle einfacher bergen kann.16.01.2005 - Kohltour
Die letzte Zeit können wir am Wochenende ein seltsames Schauspiel beobachten. Erwachsene Leute schnappen sich einen Leiterwagen, füllen ihn mit Alkoholika, hängen sich ein Schnapsglas um den Hals und laufen samstags bei Wind und Wetter über die Wiesen. Nebenbei werden seltsame Spiele gespielt. Nach drei bis fünf Stunden kehrt man in einer Gaststätte ein, in der dann bei weiteren Spielen das Kohlkönigspaar gekrönt wird. Das Ganze nennt man Kohltour und gehört zu den landestypischen Ritualen. Das Ganze dient wohl nur dazu, sich gezielt zu betrinken. Den Aussagen mehrerer Beteiligten nach kann man den darauffolgenden Tag 'abhaken' (wegen der alkoholischen Nachwirkungen). Als unbeteiligtes Südlicht fragt man sich nun, warum sie - die Nordlichter - nicht einfach ein Bierzelt aufstellen und ein Fass aufmachen. Andere Länder, andere Sitten (für mehr Infos bitte hier klicken).14.12.2004 - Der Kanzlerknutscher
Wir haben Henning Scherf, den Bürgermeister von Bremen, auf dem Bremer Wochenmarkt gesehen. Mit seinen knapp 2 Metern flitzte er durch die Stände. Henning Scherf ist in Bremen sehr beliebt und gilt als bürgernah. Angeblich lehnt er Dienstwagen und Leibwächter ab und läuft lieber zu Fuss an der Weser entlang. Im Sommer machte er Schlagzeilen als Kanzlerknutscher, weil er sich bei Kanzler Schröder anbiederte, um Millionen für seine stark verschuldete Hansestadt lockerzumachen.12.11.2004 - Tierhaltung
Eine andere Parallele: Hier (im Norden) wie dort (in Namibia) sind die Beester und Bokkies draussen. Den ganzen Tag. Zum Fressen. Okay, es gibt ein paar Unterschiede: das Gras ist grüner (im Norden) und wächst dichter, so dass die Beester- und Bokkiepopulation pro Hektar signifikant heraufgesetzt werden kann (von wegen 5-10ha pro Tier, eher umgekehrt, also 5-10 Tiere pro ha). Und die Beester sehen anders aus, eher schwarz-bunt denn brahmanisch oder zebumässig. Wobei in der Nähe von Bassum auch schon Zebus gesichtet wurden.15.10.2004 - Bauformen
Der Norden weist immer wieder erstaunliche Parallelen zu Namibia auf. Eine davon ist die Bedachung von Häusern mit Hilfe von Lapas (namibisch) oder Reet. Während in Namibia das Lapa häufig auch ohne Unterbau auskommt (nur ein Reetdach mit Stelzen, v.a. im Sommer angenehm kühl), ist das im Norden wegen des allgemein kühleren Klimas nur für Bushäuschen oder Bedachungen von Hinweistafeln und Vogelhäuschen möglich. Ansonsten bedeckt das Reet sehr hübsche, rote (wegen des Klinkers), z.T. mit Fachwerk versehene Häuser.02.10.2004 - Grussrituale
Etwas erstaunt nehmen wir zur Kenntnis, dass die Hiesigen einen auch am späten Nachmittag noch mit "Moin" oder "Moin, moin" begrüßen. Entspricht wohl trotz der ähnlichen Wortwurzeln doch nicht dem Laup'r "Gudda Morga" , sondern eher dem Schialinga "Grias God" und kann daher ganztägig angewandt werden. Literaturrecherchen in der Süddeutschen Zeitung bestätigen diesen Eindruck; laut SZ ist das "Moin" ausserdem ein migrierendes Wort und wandert langsam über den Weisswurstäquator gen Süden.25.09.2004 - Der Regen
Noch immer keine Spur von den Schubbsern. Dafür die Erkenntnis: das Wetter hier oben ist nicht immer schlecht, oh nein. Da erwartet man als Zugereister strömenden Regen und Dauer-Herumpatschen in Gummistiefeln und Südwester. Und in Wirklichkeit gibt es nur kurze Schauer und dazwischen wieder strahlenden Sonnenschein. Von Ulm wird ganztägig Regen und Nebel gemeldet.10.09.2004 - Die Schubbser
Nun sind wir tatsächlich bei den Muschelschubbsern etwas nördlich von Bremen gelandet. Für diesen leicht diffamierenden Ausdruck sind wir im Übrigen natürlich NICHT verantwortlich, den hat uns eine gewisse Andrea R., ihres Zeichens gebürtige Oberpfälzerin, per Mail übermittelt. Aber wo sind die Muscheln mit den zugehörigen Schubbsern? Bisher haben wir erstere nur beim Italiener gesehen und die wurden nicht einmal geschubbst, sondern ordnungsgemäss verzehrt. Und dann noch die Frage: heisst es nun Muschelnschubbser oder Muschelschubbser??06.09.2004 - Containerentladung
Deutschland hat uns und unsere Sachen wieder. Dank unseres Vermieters klappt das Entladen des Gewehrschrankes ohne Probleme. Und wir stellen fest: auch in Deutschland sind unsere Improvisationskünste gefragt, denn eigentlich hatten wir ausdrücklich einen Gabelstapler bestellt... (vgl. namibisches Tagebuch). Und ganz ohne Schäden geht es auch hier nicht ab: der Truck rammt den Zaun unseres Nachbarn...
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© G. Steppich, 2005