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Odin's Welt - was ist ein BGS?
Vielleicht habt Ihr noch nie etwas von der Rasse "Bayrischer Gebirgsschweisshund" gehört. Das kann sein, denn wir sind selten. Aber ich gebe Euch jetzt ein paar Fakten aus dem Hundeunterricht: Also, aufgepasst.
Ein Bayrischer Gebirgsschweisshund oder BGS ist ein Spezialist für die Nachsuche. Das heisst, wenn ein Jäger ein Tier angeschossen hat oder wenn es bei einem Unfall angefahren wurde und nicht gefunden werden kann, holt man mich und meine Artgenossen, um dem Tier weitere Qualen zu ersparen. Wir haben eine sehr empfindliche Nase und wurden extra für die Schweissarbeit gezüchtet. Schweiss ist in diesem Fall das Blut und nicht der Schweiss von körperlicher Anstrengung, auch wenn wir bei der Arbeit ganz schön ins Schwitzen kommen können.
Als Rüden sind wir mittelgross mit 48/50cm, die Weibchen bis 45cm. Dabei kommen alle Farben von hirschrot bis semmelfarben vor; meine Schwester Frieda ist wie unser Vater Benno recht dunkel. Angeblich stammen wir von den sogenannten "Leithunden" ab, die im Mittelalter bei der Jagd verwendet wurden. Ganz sicher ist, dass der Hannoversche Schweisshund bei uns mitgemischt hat. Der wurde für die Jagd im Flachland gezüchtet und ist ein recht schwerer Hund. Da man im Gebirge, v.a. in den Alpen, aber lieber einen leichteren und wendigeren Hund wollte, hat man diese Hannoveraner mit Bracken gekreuzt und dabei kamen wir heraus.
Vom Wesen her bin ich freundlich, sehr verschmust und anhänglich. Aber wenn jemand meinem Frauchen oder Herrchen zu nahe kommt, kann ich recht sauer werden. Die Hundetrainerin sagt, dass ich sehr gelehrig bin. Das will ich natürlich nicht bestreiten. Ich bin auch sensibel, will sagen, mit Prügel macht man bei mir sehr viel kaputt. Mit Leckerli kommt man da viel weiter, denn ich bin sehr verfressen.
Es ist ziemlich schwierig, an einen BGS zu kommen, denn die Welpen werden nur vom Klub für Bayrische Gebirgsschweisshunde 1912 e.V. an Interessenten verteilt. Als Interessent muss man einen gültigen Jagdschein besitzen, in einem (möglichst Hochwild-) Revier jagen und Mitglied des Klubs sein. Nur so bekommt man einen Welpen mit gültigen Papieren und guter Abstammung. Wir finden es ok, das BGS nur in Jägerhände kommen sollen, denn wir wollen keine Modehunde sein, sondern das machen, was wir am besten können: nachsuchen.

Wer noch mehr über BGS und Nachsuche wissen will, kann in dem Buch "Die Schweissarbeit" von Hans-Joachim Borngräber nachlesen.
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© G. Steppich, 2003