Politik

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Ich war immer alles andere als unpolitisch - war ergo heisst ... ich war immer politisch. Verwundert war ich, dass ich viel später, nachdem ich längst meine politische Identität gefunden hatte, merkte, dass ich mit einigen Verwandten (mein Großvater : Sozialdemokrat, mein Vater : Sozialdemokrat,...) bei meinen politischen Ansichten nicht allein war. Seit ich 16 bin, engagiere ich mich aktiv für die SPD. Bis 2001 habe ich mich aktiv in der Arbeitskreistätigkeit des Landesverbandes Hamburg engagiert. Durch meine berufliche Tätigkeit musste ich die Arbeit leider einschränken. Mit Verwunderung nehme ich seit Jahren wahr, wie wenig sich insbesondere junge Leute für Politik interessieren. Bekanntlich möchten besonders junge Leute ja bei allen Dingen mitreden - bei einer so wichtigen Sache wie Politik, verzichten sie auf ihre Einflussnahme. Dennoch ist das zurückgegangene Politikinteresse ein Punkt an dem gearbeitet werden muss - vielleicht fehlen uns aber auch einfach nur die Charimatiker wie Willy Brandt, Oskar Lafontaine oder Herbert Wehner (um nur einige Sozialdemokraten zu nennen) oder aber auch die Visionen, wie viele Menschen sie hatten, als sie 1998 zur Abwahl der Kohl-Ära beigetragen haben. Ich würde mich unumwunden als Linker bezeichnen, begrüße aber die "bürgerliche" Beteilung, ob es nun die Grünen oder die Liberalen sind. Ich denke, nur die Koalition aus SPD und FDP kann den gewünschten Neoliberalismus, den sich die Liberalen wünschen, maßvoll zusammenstutzen, so dass am Ende die Menschen die Gewinner sind. Eine Konstellation CDU und FDP hat in 16 Jahren gezeigt, dass sie das Land nicht weiter nach vorne gebracht haben. Ich hoffe, dass die Arbeit der Bundesregierung von den Menschen endlich besser verstanden wird - in vielen Teilen wünschte ich mir ein härteres Durchgreifen der Regierung, die es mit Oskar Lafontaine sicherlich gegeben hätte. Warum in Deutschland soviel über die Erhöhung der Mehrwertsteuer diskutiert werden muss, verstehe ich nicht; Länder, die erfolgreich die soziale Wende geschafft haben, erheben seit Jahren eine wesentlich höhere Verbrauchssteuer als Deutschland. Ich hätte mir in Schleswig-Holstein eine geduldete Minderheitsregierung der SPD und Grünen durch den SSW gewünscht - auch wenn diese Konstellation von vielen kritisiert wurde. Wir hätten das erste Mal den Einfluss des SSW mit seinen skandinavischen Rezepten gespürt, wie nie zuvor, den bei geduldeten Minderheitsregierungen müssen ja alle überzeugt werden, den Beschluss mitzutragen - anders als bei eindeutigen Mehrheiten. Ich frage mich sowieso häufig, warum unsere Regierungen nicht häufiger den Blick in den Norden richten, die es erfolgreich geschafft haben, sozial und gleichzeitig fordernd zu sein und nebenbei im globalen Wettkampf (dieses Wort ist ja mittlerweile auch völlig überstrapaziert) zu bestehen. Der Ministerpräsident von Schweden stand 1994 vor den gleichen Problemen wie wir (mit weit über 10 % Arbeitslosen und Haushaltsdefizit) - Schwedens Arbeitslosigkeit liegt unter 5 % und ist nach wie vor ein Wohlfahrtsstaat. Wenn ich in die Zukunft meines Bundeslandes schaue, habe ich große Sorge, dass wir nach der Legislatur vor einem Scherbenhaufen stehen. Ich traue Carstensen nicht 1 % vernünftige Politik zu. Schade für das Land zwischen den Meeren. Abgesehen davon, würde ich mir sowieso wünschen, wenn wir als die, die in dieser Bundesrepublik leben, stärker in die Entscheidungen eingebunden werden würden. Es ist wie in einem Betrieb, bei dem die Mitarbeiter an den Entscheidungsprozessen mitarbeiten - das Engagement und Interesse steigt. Ich plädiere darum für mehr direkte Einflussnahme durch die Bürger - Volksentscheide sind das Mittel dazu. |
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