Glauben

Schon als Kind bin ich in einem sehr christlichen Umfeld zuhause gewesen. Meine Eltern und Großeltern waren und sind neuapostolisch. Wenn man davon erzählt sieht man (sofern die, denen man das gerade erzählt hat nicht aus Baden-Württemberg oder NRW kommen) fragende Blicke : "Und was ist da jetzt der Unterschied zu den anderen Kirchen ?

Und dann fängst du vielleicht an über den Glauben (im Fokus steht die Ausrichtung auf die Wiederkunft Jesu - übrigens wie in der Bibel eindeutig von ihm erwähnt : "Ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf das ihr seid, wo ich bin) konkret oder einfach auch nur über ein "anderes" Gemeindeleben als man es in den "großen Kirchen" findet, zu sprechen.

Dadurch, dass ich mich eine ganze Zeit mit anderen Glaubensgemeinschaften und anderen Richtungen (Judentum) beschäftigt habe - und in der Zeit eher selten in die Neuapostolische Kirche gegangen bin, konnte ich den nötigen Abstand gewinnen, der manchmal wichtig ist um alles neutral zu beurteilen. 

Der Glaube an den lieben Gott und seinen Sohn, seine Schöpfungsgeschichte und das Leben nach dem körperlichen Tod, standen für mich nie in Frage, dafür hatte ich den lieben Gott einfach schon zu oft erlebt. Der Glaube hat mir aber eben auch immer Halt gegeben, wenn ich nicht mehr weiter wusste oder ich einfach überfordert war.

Wieso kam das eigentlich so, wie kann man "glauben". Wie man "kindlich" gläubig ist, habe ich schon früh bei meinen Grosseltern gesehen. Für meine Oma Emma (die leider schon seit 1994 nicht mehr bei uns ist) war der Glaube Mittelpunkt und

 genauso das Vertrauen, dass der liebe Gott alles lenkt, wenn man es nur in seine Hände legt. Mit 3 Jahren erklärte sie mir, was die Seele ist und dass nur der Körper sie daran hindert, dort zu sein, wo man es gerade will (als ich 3 war, wollte ich bei den Indianern sein - ohne Körper hätte das ja schnell geklappt, aber so braucht man ja ein Schiff oder Flugzeug).

Gerade das Schicksal meiner (immer noch geliebten) Oma, haben mich manchmal zweifeln lassen - ihr Tod war alles andere als schön und schnell. Gott macht für die, die an ihn glauben eben auch keine Ausnahmen - dennoch glaube ich, dass es für uns als Angehörige schlimmer war - als für sie, die sich auf die Ewigkeit gefreut hat und den Tod dann letztlich als Erlösung gesehen hat.

Glaube nimmt dir die Angst vor dem Tod - und wer es zulässt, kann die eine oder andere Erfahrung mit der Ewigkeit machen. Gerade bei der Neuapostolischen Kirche ist es zentraler Punkt an die Seelen, die eben schon gestorben sind zu denken. Für diese Seelen einzutreten, an sie zu denken und für sie zu beten, damit sie sich selber nicht den Weg zu Gott verbauen, weil sie (meistens begründet) einfach nicht verzeihen können (Kriegs- und Mordopfer z.B.). Meistens wollen wir Menschen aber einfach nur in der Normalität leben und alles was ausserhalb des Bekannten liegt, wollen wir auch lieber im Dunkeln lassen.

Mich hat der Glaube beim positiven Denken unterstützt - grundsätzlich versuchen ich nämlich allen Dingen eher die positive Seite abzugewinnen. Wenn ich meinen Lebensweg bis jetzt betrachte, habe ich nach einer sicherlich schwierigen Zeit einen Weg voll Sonne hinter mir. Ich bin dankbar für das was ich habe - und weiss, auch wenn es weder Gott, noch ein Leben nach dem Tod geben sollte, hat mir der Glaube ein schöneres Leben gegeben - als wenn ich keinen Glauben gehabt hätte..

Noch ein letzter Gedanke, ein Lied, was mich aufbaut wenn das Tal irgendwie nicht enden will. Der Text zu diesem Lied, wurde 1943 in Stalingrad von einem Deutschen verfasst. :

Erscheinen meines Gottes Wege mir seltsam rätselhaft und schwer, und gehen Wünsche, die ich hege, still unter in der Sorgen Meer. Will trüb und schwer der Tag verrinnen, der mir nur Schmerz und Qual gebracht, so darf ich mich auf eins besinnen: dass Gott nie einen Fehler macht.

Wenn über ungelösten Fragen mein Herz verzweiflungsvoll erbebt, an Gottes Liebe will verzagen weil sich der Unverstand erhebt, dann darf ich all mein müdes Sehnen in Gottes Rechte legen sacht und leise sprechen unter Tränen: dass Gott nie einen Fehler macht.

Drum still mein Herz und lass vergehen, was irdisch und vergänglich heißt, im Lichte droben wirst du sehen, dass gut die Wege, die er weist. Und müsstest du dein Liebstes missen, ja ging's durch kalte, finstre Nacht, halt fest an diesem sel'gen Wissen: dass Gott nie einen Fehler macht! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen findet ihr hier :

Neuapostolische Kirche Deutschland

Neuapostolische Kirche International

Gottesdienst für die "Entschlafenen"

Geschichte der Katholisch-Apostolischen Kirche

“Wir sind eine aussterbende Gemeinde” Katholisch-apostolische Kirche in Leer hat nur noch wenige Mitglieder, Bischöfe und Priester gibt es nicht mehr in der Gemeinschaft - Zeitungsartikel

schon sehr im Detail : Glaubenskultur.de (Informationen Neuapostolische Kirche) und 

naktuell.de

 

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