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Hier ist ein implantierbarer Gastrostimulator (Magenschrittmacher)  aus dem Buch von Herrn Prof. Dr. Weiner zu sehen. (IGS - System)

Der Magenschrittmacher

 

Die Implantation des Magenschrittmachers und der Sonde ist ein chirurgischer Eingriff, der im Normalfall weniger als eine Stunde dauert. Das IGS wird mit Hilfe eines Laparoskops in minimal - invasiver Technik implantiert, die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. In der Regel werden vier Zugänge benötigt: einer für die Kamera, einer für den Leber - Retraktor und zwei zur Platzierung der Sonde und des Stimulators. Zuerst wird die Sonde in die Magenwand implantiert, die dann an den IGS angeschlossen wird. Während der Operation wird durch Magenspiegelung geprüft, dass es zu keiner Perforation der Magenwand kommt. Die Elektrode wird sicher in der Magenwand befestigt. Dann überprüft der Chirurg mit dem Computer und der Software, dass beide Komponenten richtig funktionieren. Die Batterie und die Elektronik des IGS werden getestet. Er überprüft außerdem, ob die stimulierenden Impulse richtig zwischen den beiden Elektroden quer über die Magenmuskulatur fließen. Am Ende der Operation wird der IGS programmiert, dass er ausgeschaltet ist, damit sich die Magenwand von der Stimulation erholen kann. Danach werden die Seriennummer des Geräts und das Implantationsdatum programmiert, und der IGS wird in eine Tasche im Bauch oder in der Brust des Patienten eingepflanzt. Bei unkomplizierten Verlauf der Operation und der postoperativen Erholung kann der Patient innerhalb von 24 Stunden nach der OP entlassen werden.

Gefahren und Risiken

Während der Operation kann es zu einer Durchbohrung aller Magenwandschichten (Magenperforation) kommen. Deshalb wird vor einer Entlassung unter Umständen der oberer Magen - Darm - Bereich geröntgt, um die Position der IGS - Komponenten zu bestimmen und sicher zu stellen, dass es zu keiner Magenperforation gekommen ist. Jedes Implantat kann prinzipiell mit einer Infektion einhergehen. Krankheiten wie Diabetes, AIDS und die bei krebskranken Patienten angewandte Chemotherapie schwächen das Immunsystem. Ein infizierter IGS muss entfernt werden, damit die Infektion erfolgreich behandelt werden kann. Sollten sich die Patienten später einer anderen Operation unterziehen, ist es wichtig, den Arzt oder Zahnarzt darüber zu informieren, dass sie einen Gastrostimulator tragen. Sie müssen dem behandelnden Arzt die entsprechende Kontaktadresse mitteilen, damit sich die behandelnden Ärzte mit dem Chirurgen, der den IGS implantiert hat, in Verbindung setzen.

Achtung: Patienten dürfen sich nach der Implantation des IGS keiner Kernspintomographie (MRT) unterziehen! Es ist auch sehr wichtig, dass Sie Ihren Implantat - Pass stets bei sich tragen - für den Fall, dass Sie ihn dem Sicherheitspersonal oder einem Arzt zeigen müssen.

Durch elektromagnetische Wellen kann es zu einem Programmierungsverlust kommen. Eine konventionelle Röntgenuntersuchung oder Computertomographie kann jedoch problemlos durchgeführt werden. Die meisten Geräte des täglichen Lebens - ordnungsgemäß funktionierende Mikrowellenherde, Mobiltelefone, elektrische Zündsysteme usw. - beeinträchtigen dagegen in keiner Weise die Funktion des Magenschrittmachers. Starke Magneten, Haarschneidegeräte, Vibratoren, Lautsprecher und ähnliche elektrische oder elektrotechnische Geräte mit einem starken statischen oder magnetischen Feld können dazu führen, dass der MSM beginnt, stimulierende Impulse auszusenden. Die Träger sollten einen Abstand von mindestens 15 cm zwischen diesen Geräten und der IGS - Implantationsstelle einhalten. Sollte der IGS aussetzen, wenn sich der Patient in der Nähe eines starken elektromagnetischen Feldes aufhält, sollte dieser Bereich verlassen werden. Dann nimmt das Gerät wieder den normalen Betrieb auf.

Einige begehbare Metalldetektoren, wie sie z. B. auf Flughäfen, in öffentlichen Bibliotheken usw. zu finden sind, können, wenn sie durchschritten werden, die vom MSM ausgehende Stimulation erhöhen. In diesen Fällen sollte dem zuständigen Personal der der Ausweis gezeigt werden, aus dem ersichtlich ist, dass ein MSM getragen wird. Dann zeigt man auf die Stelle, an der dass Gerät implantiert ist, damit sie vom Personal mit einem Handgerät überprüft werden kann.

Das Gerät kann durch einige medizinische Therapien, wie z. B. Defibrillation, Elektrokoagulation, medizinische Diathermie, Lithotripsie, Kernspintomographie (MRT) und andere therapeutische Bestrahlung, negativ beeinflusst und nachhaltig beschädigt werden. Die Patienten müssen dafür sorgen, dass alle Personen, von denen sie ärztlich versorgt werden, darüber informiert sind, dass ihnen ein IGS eingepflanzt wurde und wo sich dieser befindet. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich das medizinische Personal mit dem Arzt, der dass IGS implantiert hat, in Verbindung setzen wollen, um sich nähere Informationen zu beschaffen. Es ist ratsam, nach den oben aufgezählten Therapien, den Betrieb des Gerätes vom Arzt, der es implantiert hat überprüfen zu lassen. Die Impulse, die vom MSM ausgesandt werden, sind auf einem Elektrokardiogramm ersichtlich.

Wichtig: Informieren Sie Ihren Arzt oder Herzspezialisten darüber, dass Sie einen Gastrostimulator tragen, damit dieser die Wirkung des IGS beim Kardiogramm berücksichtigen kann.

Es gibt keinen Unterschied in der Indikation zum Magenband. Allerdings lässt der Gewichtsverlust von maximal 30 % bei einem größeren BMI (>45)  wahrscheinlich zu wünschen übrig, bzw. den Einsatz fragwürdig erscheinen. Operationen können im Moment nur im Rahmen von Studien durchgeführt werden. Die Chirurgen und Patienten müssen sich an die Studienprotokolle halten. Die Patienten müssen aktiv mitentscheiden, ob der zu erwartende Gewichtsverlust für sie ausreichend erscheint.

Die Gastrostimulation (Magenstimulation) ist eine neue Therapieform zu Behandlung der Adipositas. Es werden schwache elektrische Signale an die Magenwand gesandt. Durch die Stimulation soll ein Sättigungsgefühl erreicht werden, bzw. ausgelöst werden. Normalerweise entsteht über die Dehnung der Magenmuskulatur dass Sättigungsgefühl. Bei adipösen Patienten entsteht dieses Sättigungsgefühl nicht mehr, oder es setzt sehr verspätet ein. Durch die simulierten Sättigungsgefühle nehmen die Patienten deutlich weniger Nahrung zu sich. Die tatsächliche Wirkungsweise und der genaue Mechanismus, durch den Magenschrittmacher (MSM), durch den es zur Gewichtsabnahme kommt, sind noch nicht vollständig bekannt. Man geht davon aus, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen.

Durch die Stimulation tritt eine Art Muskeltrainingseffekt ein, wodurch die Dehnfähigkeit des Magens abnimmt und dadurch eine Dehnung eher wahrgenommen wird. Die Durchmischung und Zirkulation der Nahrung wird reguliert, dadurch erreicht die Nahrung Bereiche, die sehr auf Dehnung reagieren.

Das IGS - System soll helfen, Gewicht abzunehmen, ohne invasive in den Verdauungsapparat einzugreifen. Es besteht aus einem implantierbaren Gastrostimulator (IGS) und einer Sonde, siehe obere Abbildung. Der Arzt hat dann einen Computer, ein Programmiergerät und Software, um das Gerät einstellen zu können. De Magenschrittmacher hat die Größe  einer Taschenuhr. (60mm x54mmx13mm) Er wiegt ca. 55g. Die Sonde hat einen Durchmesser von 3,2mm und eine Länge von 36 bzw. 41 cm. Der Magenschrittmacher und die Sonde bestehen aus hochwertigen Materialien und Komponenten, die schon länger in anderen implantierbaren Geräten implantiert werden. Der IGS enthält eine Batterie und elektrische Schaltkreise, mit deren Hilfe elektrische Impulse erzeugt werden und über die Sonde zum Magen des Patienten geleitet werden.

Diese Möglichkeit der Operation verlangt nach Aussagen der Entwickler keine Änderung der Lebensweise und unterscheidet sich damit von anderen operativen Methoden. Inwieweit diese Aussage richtig ist, kann nicht bewertet werden, da dass Verfahren seit November 2001 in Europa CE - zertifiziert ist und sich noch in der klinischen Erprobung befindet. Der Einsatz des IGS erfolgt in wenigen vom Hersteller zugelassenen Kliniken.

Der Magenschrittmacher wird von einer Batterie betrieben,, die wie jede andere Batterie irgendwann einmal ausgewechselt werden muss. Die Lebensdauer der Batterie hängt von den programmierten Einstellungen und anderen Faktoren ab, die zur Entladung der Batterie beitragen. Sind bei einem Gerät die durchschnittlichen Einstellungen programmiert, beträgt die Lebensdauer ca. 53 Monate. Der Arzt überwacht mit einem Computer und der entsprechenden Software die Funktion des Gerätes und überprüft bei jeder Kontrolluntersuchung die Batterieleistung. Sinkt die Leistung der Batterie so weit ab, dass das Gerät bald ausgetauscht werden muss, erscheint auf dem Bildschirm des Computers eine entsprechende Nachricht. Wenn die Batterie vollständig entladen ist, wird der IGS komplett ausgetauscht. Sollte die Sonde jedoch noch einwandfrei funktionieren, kann sie weiter verwendet werden.

Wird eine zur Behandlung morbider Adipositas durchgeführte Operation rückgängig gemacht, nimmt der Patient das zwischenzeitlich abgenommene Gewicht meist wieder zu. Wird der IGS bei vollständiger Entladung der Batterie nicht ausgetauscht, werden die Patienten voraussichtlich das bis zu diesem Zeitpunkt abgenommene Gewicht bald teilweise oder ganz wieder zunehmen.

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