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Deutscher Blinden- und Sehbehinderten-Schachbund e.V.

Aus der Thüringer Allgemeinen vom 05.02.2002

Gegners Spiel nicht nur erlesen, sondern erfühlen.

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Aus: Buersche Zeitung vom 6.8.01

Beim Schach gibt es für Blinde keine Probleme

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Aus der Thüringer Allgemeinen vom 05.02.2002

Gegners Spiel nicht nur erlesen, sondern erfühlen.

Schach: Internationale Deutsche Meister werden ermittelt.

Mühlhausen.Ein großer Nachteil sei es nicht, blind zu sein und Schach zu spielen. Schon ger nicht für ihn. Werner Fries ist bereits einige Jahrzehnte blind und spielt diese Woche in Mühlhausen um den Titel eines Internationalen Deutshen Meisters im Blindenschach. "Schwieriger ist es eher für die, die noch einen Sehrest haben. Die kann dann einfallendes Licht stören", sagt der Hesse.

Optimal seien die Bedingungen für die 18 Schachspieler aus Deutschland (drei aus Thüringen), Großbritanien und den Niederlanden, sagt Fries' Ehefrau Elisabeth.

Sie erfühlen ihr Schachbrett und auch die Stellung ihrer Figuren. Die schwarzen sind besonders gekennzeichnet, meist wie bei Werner Fries mit einem Nägelchen. Gespielt wird auf zwei Brettern, jeder spielt den Zug des andern auf seinen 64 Feldern nach. Um die Orientierung darauf zu erleichtern, sind die schwarzen etwas erhöht.

"Die Aufgabe, die ein Schiedsrichter bei einem Turnier mit Blinden hat, ist doch eine andere, als bei Sehenden. Hier muß ich aufpassen, dass auf beiden Brettern die Figuren in der selben Stellung stehen", erleutert Rolf Thurm, Bundesliga-Schiedsrichter aus Leipzig und eilt von Tisch zu Tisch.

Angesagt werden die Spielzüge übrigens in Deutsch. "Bei der Gründung des internationalen Vereins waren die Deutschen Feder führend und deren Präsident konnte keine Fremdsprache", begründet Werner Fries.

In Thüringen sind die Schachspieler mit dieser Meisterschaft das erste Mal. "Wir wollten in den Spielbezirk Ost, damit auch die Spieler von hier mal einen kurzen Anfahrtsweg zu den Wettkämpfen haben", sagte Fries. Die Wahl fiel auf Mühlhausen. Und von der Stadt haben sie sich gestern morgen, vor ihrem zweiten Wettkampftag, schon einen kleinen Eindruck gemacht.

Gespielt wird noch bis Samstag täglich ab 13:30 Uhr im Hotel Mirage in der Karl-Marx-Strasse. Eine Partie dauert maximal 6 Stunden. Besucher sind herzlich willkommen.

Aus: Buersche Zeitung vom 6.8.01

Beim Schach gibt es für Blinde keine Probleme

Weltcup: Peru und Moldawien fehlen / Hohe Motivation und hohes Niveau

Samstag, 14 Uhr. Die Spannung steigt. Schachspieler der elf besten Teams der Blinden- und Sehbehinderten-Olympiade sowie der Erdteilmannschaft aus Indien begeben sich im Hotel Maritim auf ihre Plätze vor den Brettern.

Von Björn Steinrötter

Der Geräuschpegel ist hoch, letzte Absprachen werden getroffen, Stühle gerückt und die Holzfiguren aufgestellt. Doch plötzlich herrscht Ruhe – der vierte Mannschafts-Weltcup ist eröffnet.

Anders als bei einer ”normalen” Partie Schach hat jeder Spieler hier sein eigenes Brett vor sich und kündigt seinem Gegenüber den nächsten Zug an. Erst kurz vor Ende, die maximale Spielzeit beträgt sechs Stunden, steigt der Adrenalinspiegel wieder richtig an. Jetzt geht es um alles oder nichts...

Neben dem hochkarätig besetztem Weltcup richtet der Deutsche Blinden- und Sehbehinderten-Schachbund (DBSB) anlässlich seines 50-jährigen Bestehens ein internationales Einzelturnier aus. “Die Motivation ist hoch, das Spielniveau ebenfalls” betont der Vorsitzende des Schachbundes, Ludwig Beutelhoff.

Auch “Sehende” sehen nicht alles

Schließlich spielen viele auch, wie etwa Beutelhoff selbst, gegen sehende Denksportler. Und das nicht ohne Erfolg. “Ich bin in meinem Verein der einzige Blinde, dennoch meinen einige Sehende manchmal, Sie hätten Spielzüge von mir nicht gesehen”, schmunzelt Beutelhoff: Es gibt keine andere Sportart, bei der die Blinden so mithalten können wie beim Schach.” Ein Beleg dafür, dass das Spiel mit den 64 Feldern nicht nur Blinde und Sehende, sondern auch Menschen in aller Welt verbindet, ist durch das internationale Teilnehmerfeld gegeben.

Jedoch konnten nicht alle Spieler, die eingeladen waren, auch zum Turnier erscheinen. Finanzielle Schwierigkeiten (Peru) oder Probleme mit einem Visum (Moldawien) waren hierfür die Hauptgründe. Wir haben beide Turniere unterstützt von einigen Sponsoren, selbst organisiert” , erklärt der Vorsitzende. Damit alle Spieler auch immer auf dem neuesten Stand über Resultate und den weiteren Turnierablauf informiert sind, hat sich der DBSB einen Drucker für die Blindenschrift ausgeliehen.

Peter Staubach, Schriftführer des Verbandes, ist hierfür zuständig. “Der Computer funktioniert genau wie jeder andere auch, nur der Monitor ist ausgeschaltet, den brauche ich nicht” erläutert Staubach mit einem Lächeln. Nicht nur die Vertreter des Schachbundes, sondern auch mancher Spieler ist technisch versiert. So flüstert ein deutscher Vertreter seine nächsten Züge stets auf ein Aufnahmegerät. Die, abgesehen von der Olympiade weltweit größte Blindenschach-Veranstaltung wird am 11. August beendet sein. Bis dahin kann man sich täglich ab 14 Uhr kostenlos die Schachpartien anschauen.

 

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