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 Der Schwertschwanzmolch -

                                        Cynops ensicauda

Zwei Unterarten 

Verbreitung:

Riukiu Inselngruppe, Japan

Cynops ensicauda ensicauda:   Amami-, Tokuno- und Kakeroma- Inseln, Japan

Männchen von Cynops ensicauda ensicauda

Quelle:

Max Sparreboom,

http://elib.cs.berkeley.edu/cgi/img_query?enlarge=1111+1111+1111+0583

 

Cynops ensicauda popei:  Inseln Okinawa und Kin, Japan

Weibchen von Cynops ensicauda popei

Im Molch Register der AG Urodela für die Gattung Cynops habe ich ein umfangreiches Fotoarchiv der beiden Unterarten  zusammengestellt.

Beschreibung:

Cynops ensicauda Weibchen werden i.d.R. 15 bis zu 16 cm lang. Männchen bleiben aber deutlich kleiner. Nach einer Mitteilung einzelner Halter können Weibchen im Einzelfall aber sogar Gesamtlängen von 20 cm erreichen. Die Grundfarbe der Oberseite ist schwarz bis dunkel braun. Von den Parotiden verlaufen auf beiden Seiten mehr oder weniger ausgeprägt gelbe bis orange Längsstreifen. Diese Linien können unterbrochen sein oder auch nur aus wenigen Punkten bestehen.  Zusätzlich kommen bei der Unterart C.e.popei  weiße Flecken vor. Diese Fleckung kann große Teile der Flanken und des Rückens bedecken, aber auch gänzlich fehlen. Die Haut ist gekörnt. Sie ist deutlich rauer als bei Cynops orientalis, aber etwas glatter als die von Cynops pyrrhogaster. Mit dieser nahe verwandten Art verbindet sie auch eine Leiste, die sich über der Rückenmitte erhebt. Das Männchen unterscheidet sich vom Weibchen durch die in der Paarungszeit halbkugelförmig angeschwollene Kloake und breitere Schwanzschneiden. Bei C.e.ensicauda bildet das Männchen dann auch die in dieser Gattung häufig vorkommende bläulich, irisierende Schwanzfärbung aus. Diese Färbung kommt hingegen bei C.e.popei nicht vor.   

Auch die Bauchseite ist sehr variabel. Sie ist gelb bis gelborange, und mehr oder weniger stark von unregelmäßigen schwarzen Flecken durchsetzt. Der Schwarzanteil kann hier bis auf wenige kleine Punkte fehlen, oder besonders bei Jungtieren auch fast den gesamten Bauchbereich einnehmen, so dass nur noch eine schmale gelborange Linie in der Mitte verbleibt. Hierzwischen sind alle Übergänge möglich. Die Unterkante des Schwanzes hat die gleiche Färbung. 

Zur Bildergalerie - Bauchzeichnung von Cynops ensicauda popei!

Bauchzeichnung von Cynops ensicauda ensicauda kurz nach der Metamorphose 

                                Bild  1                       Bild   2

Lebensraum:

Die Art lebt in stehenden Gewässern wie Tümpeln, Reissümpfen und Gräben.  

Lebensweise Haltung und Zucht:

Die adulten Tiere können voll aquatisch in einem gut durchkrauteten Aquarium (z.B. 100 * 40 * 50 cm) mit Schwimmkorkinseln, oder einem Aquaterrarium mit großem Wasserteil gehalten werden.

Der Wasserstand kann 40 cm betragen. Neben Ranken von Hornkraut oder Wasserpest, sollten auch einige stabilere Wasserpflanzen vorhanden sein, um den relativ großen Tieren ein bequemes Ausruhen an der Wasseroberfläche zu ermöglichen.  Die Beleuchtungsdauer wird schrittweise dem natürlichen Jahresrhythmus angepasst (im Sommer 14 bis 16 Stunden und im Winter 8 bis 10 Stunden/Tag). Die durch die Aquarienpumpe erzeugte Wasserbewegung sollte möglichst minimal sein.  

Männchen von Cynops ensicauda popei       

Für die Auslösung der Fortpflanzung reichen im Winter Wassertemperaturen von ca. 15 bis 18 °C aus. Ein Winterschlaf ist nicht angebracht. Im Sommer werden Temperaturen von 26 °C problemlos vertragen. Die optimalen Temperaturen liegen aber bei 22 bis 24 °C.

Juvenile Schwanzlurche benötigen relativ wenig Platz. Mit einsetzender Geschlechtsreife werden die Bedürfnisse hier aber deutlich höher.

Für den Mindestplatzbedarf bei vollaquatischer Haltung von Cynopsarten verwende ich folgende Faustformel als Anhaltspunkt:   

 je 1cm Molch ca. 1 Liter Wasser. 

Da diese Art aus Japan nicht mehr ausgeführt werden darf, ist sie meist nur noch aus Nachzuchten zu erhalten. In letzter Zeit gibt es aber auch wieder gelegentliche Importe.

Bei uns gibt es mehrere Zuchtgruppen von C. e. popei, und inzwischen auch von C. e. ensicauda.

Paarung:

Die Geschlechtsreife setzt mit zwei bis drei Jahren ein.

Brünstige Männchen verfolgen die Weibchen, um sich dann quer vor ihnen aufzustellen, und durch Wedeln mit dem Schwanz diesem Duftstoffe zuzufächern. Ist das Weibchen paarungsbereit, kriecht das Männchen vor ihm  weg,  und setzt unter windenden Schwanzbewegungen die Spermatophore ab. Das Weibchen folgt dem Männchen, die Spermatophore kann  an ihrer der Kloake haften bleiben, und die Samenfäden aufgenommen werden.

  

Eiablage:

In meiner Zuchtgruppe erstreckt sich die erste Eiablageperiode etwa von März/April bis Mai/Juni. Zusätzlich habe ich bei den Schwertschwanzmolchen regelmäßig noch eine zweite Laichperiode im September/Oktober. Die Eier werden einzeln in die Blätter von Wasserpflanzen eingefaltet.

Inkubation:

Die adulten Molche sind Laichräuber. Deshalb sollten die Eier regelmäßig aus dem Aquarium entfernt werden. Sie kommen bei Raumtemperatur in ca. einen Tag abgestandenes Leitungswasser.

Die Zeit bis zum Schlupf ist abhängig von der Temperatur und dauert im Mittel ca. drei Wochen.

Gelegentlich kommen "Zwillingseier" - also zwei Eier in einer Gallerthülle - vor.  

Aufzucht der Larven:

Bei der "Artemia-Methode" verfüttere ich im ersten Lebensmonat  ausschließlich frisch geschlüpfte Artemia – ein Tag wird gefüttert, am nächsten erfolgt ein vollständiger Wasserwechsel mit abgestandenem Leitungswasser der gleichen Temperatur u.s.w.. Später wird dann auf Wasserflöhe, Tubifex und Enchyträen umgestellt. Ab etwa 2 Monaten werden auch gefrorene rote Mückenlarven gut angenommen.

Wesentlich weniger arbeitsintensiv ist es, wenn bereits bei der ersten Eiablage ein geräumiges Becken eingerichtet wird, in dem dann Wasserflöhe angesiedelt werden. Die schlüpfenden Molchlarven ernähren sich von den frisch geborenen Wasserflöhen und es stellt sich für eine gewisse Zeit ein Gleichgewicht ein.

Nach diesen Methoden gibt es fast keine Verluste bei der Aufzucht.

In heißen Sommern beträgt die Zeit bis zur Metamorphose ca. drei Monate; bei kühleren Temperaturen bis zu sechs Monate. Die optimalsten Temperaturen scheinen bei ca. 20 °C zu liegen. Zwar entwickeln sich die Larven dann etwas langsamer als bei höheren Temperaturen; sie sind aber zum Zeitpunkt der Metamorphose i.d.R. größer.  

 

Nun muss den Tieren unbedingt ein leicht zu erreichender Landteil angeboten werden, da sie sonst ertrinken können. Frisch metamorphorisiert haben sie eine Länge von 4,5 bis 6,5 cm. 

Aufzucht der Jungmolche:

Schon wenige Tage nach der Umwandlung werden Blattläusen, Springschwänzen, Enchyträen, Tubifex, Fruchtfliegen, Ofenfischchen u.s.w. angeboten. 

 

Die Terrarieneinrichtung, Beleuchtung und Rückgewöhnung ins Wasser entspricht den im Kapittel „Terrarieneinrichtung zur Aufzucht der Jungmolche“ beschriebenen Bedingungen.   

Winterruhe:

Eine Winterruhe sollte nicht erfolgen.  Absenkung der Wassertemperatur auf 15 bis 18 °C, und Kurztage von ca. 8 Stunden sind ausreichend. Bei den Schwertschanzmolchen beginnt die Eiablage in der Natur i.d.R. bei sinkenden Temperaturen im Herbst. Dies wird im Terrarium bestätig.  

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                  Paul Bachhausen

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